Letztens war ich wieder in der Antiquariat Buchhandlung hier in der Stad. Dort stöbere ich ganz gern mal rum. Besonders in der Ecke der japanischen Literatur. Und so habe ich vor längeren Zeit auch das Buch „Abendkranich“ von Hisako Matsubara gekauft.
Ich habe es für 1,75 Euro erhalten, aber ursprünglich kostete dieses Buch, welches im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist 9,80 DM.
Die Autorin
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Ich hatte früher schon einmal was über diese Schriftstellerin gehört, also scheint sie doch recht bekannt zu sein.
Hisako Matsubara ist die Tochter eines japanischen Shintopriesters, geboren 1935 in Kyoto und studierte in Amerika und in Deutschland. „Sie ist ausgezeichnete Kennerin westlicher und östlicher Kulturen und spricht Deutsch ebenso gut wie ihre Muttersprache“.
Weitere bekannte Werke von ihr sind „Glückspforte“ und „Brokatrausch“.
Das Buch
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In dem 1983 erschienenen Roman spielt ein kleines zehnjähriges Mädchen namens Saya die Hauptrolle. Von ihrer Perspektive aus wird die ganze Geschichte erzählt.
Japan kurz vor Ende des Weltkrieg. Wie die Bewohner des Seidenweberviertels in Kyoto sich ängstlich über die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki unterhalten, und befürchten sie könnten die nächsten sein.
Dann die Nachricht der Kapitulation und die Angst der Bewohner was jetzt wohl als nächstes kommen wird. Werden die gelandeten Amerikaner sich so verhalten wie die Japaner selber zum Beispiel in China? Also Frauen vergewaltigen und das Land plündern? Man kennt sie, die Amerikaner, nur aus Erzählungen. Diese grünäugigen Riesen mit den roten Haaren, die jeden Tag Fleisch und Eier essen.....
All dies ist der kleinen Saya mehr oder weniger egal. Sie ist die Tochter des Guji, des höchsten Shintopriesters und lebt mit ihm, ihrer Mutter und ihrem kleinen geliebten Bruder Bo am Tempel oben auf dem Berg.
Saya ist ein sehr aufgewecktes Mädchen. Sie hat viele Freundinnen und überall beliebt. Sie ist die beste Schülerin in der Klasse und nur die Lehrerinnen haben manchmal Probleme mit ihr, die sie zu einem sittsamen, ruhigen Mädchen erziehen wollen, die ihrem Mann zu gehorchen haben später einmal.
Die Eltern von Saya verstehen sich leider überhaupt nicht mehr. Der ruhige verständnisvolle Vater, der im ganzen Viertel ein sehr beliebter Mann ist, da er nicht wie ein hoher Priester zu ihnen ist und spricht, sondern wie einer von ihnen. Die schicke Mutter dagegen kann dies gar nicht verstehen. Sie fühlt sich in ihrer Ehre verletzt wenn ihr Mann sich herunterlässt mit jedem zu sprechen. Sie hatte bei ihrer Heirat damals die Hoffung einen ehrenwerten Mann zu heiraten der reicht und kultiviert ist, aber nicht so einen Weichling, der nicht weiß was sich gehört. Für sie sind die alten Werte wichtig. Ikebana und Teezeremonie richtig abzuhalten ist ihr viel wichtiger als andere Dinge. So beobachtet sie dann auch immer mit großer Eifersucht, wie gut sich Saya und ihr Vater verstehen. Sie versucht zu intregieren, den Vater vor der Tochter schlecht zu machen. Sie mimt die arme kranke Mutter, mit der man doch Mitleid haben muss und die von ihrem Mann so schlecht behandelt wird. Sie sagt der Vater sage böse Dinge über Saya und manchmal glaubt diese das auch.
Der Vater durchschaut die Mutter schon längst,
aber die kleine Saya leider nicht. Sie fühlt sich hin und hergerissen zwischen Vater und Mutter. Einerseits tut ihr die Mutter so leid und ist wütend auf ihren Vater, aber andererseits passt das nicht zu ihren Erfahrungen mit den Priester. Mit ihm kann sie immer so toll lachen und er nimmt sich immer ganz viel Zeit für sie.
Irgendwann entdeckt Saya die christliche Kirche im Ort und fängt an jeden Sonntag dort hin zu gehen. Sie macht viele neue Bekanntschaften und da die meisten Amerikaner sind und sie sie nicht verstehen kann, beginnt sie in der Abendschule englisch zu lernen.
So merken auch die übrigen Bewohner des Viertels, dass die Amerikaner gar nicht so schlechte Menschen sind und versuchen sich zu arrangieren. Für Saya geht die Schule endlich weiter und das normale Leben wie vor dem Krieg beginnt, bis ein tragisches Unglück alles ändern soll....
Meine Bewertung
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Im Vordergrund des Buches stehen die Lebenserfahrungen von Saya und nebenbei sozusagen wird die Lage der anderen Bewohner um diese Zeit miterzählt. Das ist der Schriftstellerin wirklich gut gelungen. Was mir an dem Buch nicht gefällt ist das Ende. Es ist mir irgendwie zu unabgeschlossen. Für mich ist es als ob es mitten in der Geschichte aufhört. Manche mögen dies, aber für mich muss es immer ein klares Ende geben.
Und was mich wirklich störte an dem Buch war, als ich am Ende las, dass auch die Schriftstellerin selber Tochter eines Priesters war und so wohl mit Saya auch ihre eigene Geschichte erzählt hat. Das sie also Saya war. Von Saya allerdings hat sie nur geschwärmt. Wie toll und niedlich sie aussah. Was für tolle Kleider sie anhatte, wie schlau sie doch war und wie schneller sie begriff als andere in ihrem Alter. Das mag ja alles wirklich so gewesen sein bei ihr, aber ich fand das irgendwie total arrogant und es macht mir die Autorin sehr unsympathisch. Auch von der Mutter wird ausschließlich negativ erzählt. Das wirkt vielleicht unwichtig für das Buch aber mich hat das richtig gestört.
Ansonsten ist das Buch ganz nett. Es erzählt schön von den Lebensbedingungen Japans zu der damaligen Zeit und man lernt ein bisschen was über die Kultur dieses Landes.
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manu1205, 22.07.2004
aber komme leider nicht oft dazu, weil mir die Ruhe fehlt komplette Buumlcher zu lesen.Dein Bericht haz mir gut gefallen, weil auch die eigene Meinung nicht fehlt. Meinen Geschmack trifft dieses Buch aber nicht. L.G.manu