Accolade Po'ed Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Schlachtplatte
ein Testbericht von sinfortuna2005-04-21 12:28:26vom 21.04.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Ungewöhnliche Waffen, erstaunlich abwechslungsreich, vorhandene Taktikelemente, nicht kurz geraten, nicht unbrutal...Nachteile/Kritik: Viele Grafikfehler, schwache Soundkulisse, nicht unbrutal
Egoshooter sind genau das Genre, an dem sich die Geister scheiden, kaum eine Art an Videospielen – ja eigentlich gar keine – führt zu solch kontroversen Diskussionen wie die guten alten Shooter. Moralische Bedenken bzw. ausufernde Diskussionen möchte ich jetzt aber einmal außen vor lassen, sondern ohne weitere Umschweife zu einem – wie ich glaube – doch erstaunlich unbekannten Ballerspiel für die gute alte Playstation zu sprechen kommen, der Name ist Po’ed. Erstaunlich unbekannt in erster Linie deshalb, weil es sich keinesfalls um eine Gurke handelt, sondern um einen Egoshooter, welcher über ein mindestens durchschnittliches Qualitätsniveau verfügt. Nicht ganz so zartbesaitete Spielernaturen dürften hier an diesem Game einen nicht zu unterschätzenden Spielspaß haben. Wenn auch die gesamte Präsentation mittlerweile – natürlich – veraltet ist, so hat zumindest für Fans dieses Genres Po’ed durchaus seinen Reiz.
Wie schon bei unzähligen anderen Shoot em UPS, sind es auch bei diesem Ballerspektakel wieder einmal die bitterbösen Aliens, welche uns ordentlich Kummer bereiten. Diese dreisten Außerirdischen haben es in diesem Fall doch tatsächlich gewagt, ein Raumschiff zu entern und jenes riesige Teil auch noch mit ihrer Spezies zu bevölkern und dies wahrlich in einem nicht gerade geringen Ausmaße. Dabei zeigen sie sich allein schon in ihrer Art der vorhandenen Erscheinungsformen als äußerst variabel, weit über zehn oder sogar zwölf verschiedene Gattungen treiben auf deutlich über zwanzig Leveln auf dem gekaperten Raumschiff ihr Unwesen. Völlig klar, dass dieser unglückselige Zustand nicht lange andauern darf und diese außerirdische Brut schnellstmöglich ausgelöscht bzw. in ihre Einzelteile zerlegt werden muss. Dies ist natürlich der Zeitpunkt, in welchem wir als robuster Superheld ins Spiel kommen, wir sind es selbstverständlich, de dafür zuständig ist, dass das Alien-Gesocks von nun an nicht mehr schrecklich viel zu lachen haben wird.
Dass sich die Aliens aber nicht wehrlos in ihr – hoffentlich trauriges – Schicksal ergeben wollen, dürfte aber genauso wenig überraschend sein, ergo setzen diese sich vehement zur Wehr. Sie zeigen sich dabei nicht nur als geschult im Nahkampf, sondern verfügen leider Gottes auch über fortgeschrittene Kenntnisse im Fernkampf, was die Sache für uns natürlich nicht gerade leichter macht. Trotzdem sind wir als eisenharter Kerl natürlich stets guten Mutes und machen uns demzufolge unverzüglich auf, der verdammten Alienbrut das Fürchten zu lehren, aber hallo. Da wir es mit einem Egoshooter zu tun haben, wandern wir durch die Szenerie natürlich auch in einer entsprechenden Ego-Ansicht, was das Ganze natürlich schön spektakulär macht, da wir uns mittendrin im Spielgeschehen fühlen. Leider hat dies auch oft den Nachteil, dass die Übersicht deutlich darunter leidet, was hier zwar zum Glück nicht ganz so ausgeprägt ist, jedoch andere technische Probleme unglücklicherweise unübersehbar sind. Doch dazu später an anderer Stelle noch mehr.
Unser Ziel ist es jedenfalls, sämtliche Aliens zu Brei zu schießen, um letztlich den Teleporter am Ende eines Spielabschnitts erreichen zu können. Unsere 3D-Welt zeigt sich dabei aber als äußerst umfangreich, in Nullkommanix sind wir auf jeden Fall nicht am Ziel. Die zahlreichen Level mit ihren unzähligen Etagen, schwebenden Plattformen, ellenlangen Gänge und natürlich auch massig
Feinden sorgen dafür, dass Ihr stets hochkonzentriert zu Werke gehen müsst. Ein gut ausgeprägter Orientierungssinn ist hierbei ebenfalls sehr hilfreich, damit Ihr Euch in dem ganzen Wirrwarr nicht verlauft. Um höhergelegene Ebenen zu erreichen, kraxelt Ihr zig Leitern hoch oder bedient Euch Eures Jetpacks, um elegant nach oben zu düsen, vorausgesetzt, Ihr verfügt über genügend Sprit. Was dann noch für zusätzliche Abwechslung sorgt, ist das doch relativ umfangreiche Waffenarsenal, denn wir dürfen auf nicht weniger als insgesamt zehn verschiedene Mordinstrumente zurückgreifen, monoton dürfte es in dieser Hinsicht somit nicht werden, schätze ich mal. Dabei seid Ihr allerdings nicht mit gewöhnlicher Knarre, Raketenwerfer oder was weiß ich zu Gange, sondern rückt dem Alien-Gesocks zum Beispiel mit Schlagbohrmaschine oder Schlachtermesser zu Leibe. Ja, eigentlich selbstverständlich läuft das Ganze alles andere als unblutig ab und tatsächlich sehen wir hier auch nicht wenig rote Farbe, um es noch vorsichtig auszudrücken. Geschmack hin oder her, ganz objektiv ausgedrückt kann festgestellt werden, dass es hier nicht ganz gewaltlos abläuft, nun ja.
Die Grafik ist nicht so prickelnd wie ich mir das eigentlich gewünscht hatte, doch drücke ich gerne noch beide Augen zu und bezeichne die uns präsentierte Optik noch als soliden Durchschnitt. Die Splatter-Effekte sind nicht zu übersehen und auch die Mordinstrumente könnt Ihr gut ausmachen, ebenso die Feinde, welche regelmäßig unheimlich scharf auf Euch sind. Sehr hässlich sind hingegen die Hintergründe ausgefallen, fast schon erbärmlich sehen diese größtenteils aus. Massig Grafikfehler, lächerlich dargestellte Texturen und viel zu oft ein nerviges Ruckeln vermiesen den Spielspass erheblich, da war auf jeden Fall deutlich mehr drin. Noch armseliger sieht es im Hinblick auf die Soundkulisse aus, die unambitionierten Begleitmelodien könnt Ihr getrost in die Tonne kloppen und von den Soundeffekten bin ich richtig enttäuscht, aber so richtig. Gerade bei so einem Egoballerspiel muss da einfach mehr kommen, viel mehr. So bleibt schließlich ein im Großen und Ganzen zwar noch halbwegs empfehlenswertes Game für die Playstation übrig, welches insbesondere durch seinen Abwechslungsreichtum, den Spannungsgehalt, die innovativen Mordinstrumente, die durchaus enthaltenen taktischen Elemente – zum Beispiel das Anpirschen an das feindliche Gesocks – und die größtenteils gelungene Steuerung überzeugen kann, hinsichtlich der Präsentation aber teilweise richtig vergurkt wurde. Meine Wertung beträgt in diesem Fall 61%.
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