Activision A Bug's Life Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Leicht enttäuschendes Krabbeln
ein Testbericht von Yasmeen2004-11-05 10:48:05vom 05.11.2004Empfehlung: nein
Vorteile: Die jüngsten Videospieler(innen) werden zweifellos ihren Spaß haben, bekannte Kinofilmvorlage, schön bunt...Nachteile/Kritik: Undetaillierte Grafik und mäßige Begleitmusik, teilweise unpräzise Steuerung und Übersichtsprobleme, zu kurzer Spielumfang, zu leicht, zu wenig Abwechslung
Nun bin ich bei einem weiteren Hüpfspiel für das Nintendo 64 gelandet, also einem Genre, für welches ich mich zwar nicht grenzenlos begeistern kann, trotzdem aber in den letzten Jahren immer wieder einmal zwischendurch ein solches Spielmodul den Weg in den Schacht unserer Nintendokonsole fand. Zudem sah ich seit „Banjo & Kazooie“ die Jump and Runs auf dem N64 mit etwas anderen Augen und so hoffte ich eigentlich auch bei „A Bug’s Life“ auf einen ähnlichen Hit, auch wenn ich mir dessen bewusst war, dass mit diesem Hüpfspiel wohl doch ganz klar die ganz jungen Videospieler(innen) angesprochen werden sollten. Als Vorlage für dieses Videospiel aus dem Jahre 2000 diente ganz klar der Kinoerfolg „Das große Krabbeln“ und wie so oft bei Umsetzungen von bekannte Kinofilmen auf Videospielkonsolen hatte ich da so meine Zweifel, was die Qualität anging. Doch dachte ich mir, dass man bei dieser Art des Spiels eigentlich nicht so schrecklich viel falsch machen könnte und da dieses Game sowieso erst gut 1 ½ Jahre später den Weg zu uns in unsere Spielsammlung fand und demzufolge nur noch knapp die Hälfte gekostet hatte, würde ein negative Überraschung ja nicht ganz so dramatisch sein. Ob dieses Hüpfabenteuer möglicherweise etwas für Euch ist, wisst Ihr (hoffentlich) nach dem aufmerksamen Durchlesen meines Rückblicks.
Zunächst einmal ist positiv zu erwähnen, dass wir es hier bei „A Bug’s Life“ mit einer deutschsprachigen Version zu tun haben. Wie der Titel unschwer erahnen lässt, geht es grundsätzlich um den normalen Lebensalltag einer Ameise, so dass es wenig verwunderlich ist, dass wir die Führung einer Ameise namens Flik übernehmen. Vorkenntnisse aus dem Kinofilm sind dabei übrigens nicht erforderlich, wenn auch möglicherweise ganz hilfreich, doch im Grunde ist die Geschichte ja ohnehin ziemlich belanglos und demzufolge auch schnell erzählt. Im Mittelpunkt der Rahmengeschichte steht ein Ameisenvolk, welches von seiner Königin und deren Tochter angeführt wird. Wie jedes Jahr ist es sehr wichtig, einen möglichst großen Wintervorrat an Nahrung anzulegen, um diesen zu überleben, doch leider leidet das Ameisenvolk unter einer regelmäßigen Welle an Erpressungsversuchen des miesen Volkes der Grashüpfer, die vom gemeinen Hopper angeführt werden. Dieser möchte es sich doch sehr leicht machen und lieber durch seine niederträchtigen Erpressungsakte den wertvollen Vorrat für den bevorstehenden harten Winter als durch harte Arbeit. Dies dürfen wir natürlich nicht dulden und so machen wir uns als kleiner Ameisenheld Flik auf, diesen üblen Machenschaften Einhalt zu gebieten.
Doch im Gegensatz zu vielen (unrealistischen) anderen Abenteuerspielen ist Flik sich sehr wohl bewusst, dass er es nicht ganz alleine mit den Feinden aufnehmen kann, er macht sich folgerichtig auf die Suche nach Verbündeten. Im Mittelpunkt steht dabei (natürlich) das Rennen und Springen, wobei Flik zahllose Mauern, Gräben und sonstige Hindernisse überwinden muss. Auch die umliegende Fauna wird ab und zu umfunktioniert und so werden beispielsweise Fliegenpilze als Trampolin umfunktioniert, was zumindest kurzzeitig (und erst recht für die jüngsten Videospieler) auch Laune macht. Die zahlreichen Gegner werden dabei in urtypischer Jump-and-Run-Manier mit einem mutigen Sprung auf den Kopf aus dem Weg geräumt oder wir beschießen diese einfach
mit Beeren aus sicherer Entfernung. Des weiteren müssen wir in jedem Level eine bestimmte Anzahl an Samenkörnern einsammeln, die fünf Buchstaben unseres Vornamens ausfindig machen und uns auf die Suche nach speziellen Sondermünzen machen. Zumindest für ein bisschen Abwechslung ist somit gesorgt, wenn mich auch der Spielverlauf insgesamt nicht vom Hocker riss, mich nie so richtig fesseln konnte. Aber natürlich möchte ich nicht vergessen, dass dieses Abenteuer unserer kleinen Ameise in erster Linie für die ganz Jungen unter uns konzipiert wurde, daher möchte ich diesen Punkt dann doch etwas relativieren.
Was auf den ersten Blick ganz gut gefällt, ist die 3D-Perspektive, welche uns zunächst wirklich das Gefühl gibt, als klitzekleine Ameise mittendrin im Spielgeschehen zu sein. Dieses im Grunde ganz angenehme Spielgefühl hat aber leider auch seine Nachteile, denn ärgerlicherweise ist die Perspektive bzw. die Kameraführung nicht immer völlig auf der Höhe. Zwar schwenkt die Kamera grundsätzlich ziemlich flüssig mit, doch oft wurde mir durch Mauervorsprünge, Büsche oder Blätter die Sicht versperrt. Dies ist besonders unerfreulich, da dies nicht selten gerade dann passiert, wenn wir einen Gegner ausfindig gemacht haben und gerade dazu ansetzen wollen, diesen zu eliminieren. Daher gibt es immer wieder zwischendurch solche unerfreulichen Passagen, was den Spielspaß insgesamt leider etwas drückt. Dazu kommt dann unglücklicherweise auch noch eine etwas gewöhnungsbedürftige Steuerung und selbst, wenn Ihr diese halbwegs verinnerlicht habt, stört dann immer wieder das doch gehäuft etwas ungenaue Umsetzen Eurer Eingabebefehl. Zumindest öfter als es mir lieb war, erschien mir die Steuerung unseres kleinen Ameisenhelden als etwas ungenau, was natürlich zusätzlich dem Spielspaß nicht gerade förderlich ist.
Was jedoch gerade bei solchen Hüpfspielen von besonderer Bedeutung ist, dürfte niemanden von Euch überraschen, denn es ist natürlich die Qualität der Grafik, die hier extrem wichtig ist. Leider muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich mir gerade in diesem Punkt deutlich mehr versprochen hatte, zwar sieht die Welt von „A Bug’s Life“ schön bunt aus und die überwiegend etwas düster wirkenden Level sind auch abwechslungsreich in ihrer Farbgebung gestaltet worden, doch in qualitativer Hinsicht wird auch schon nach damaligen Maßstäben nur Durchschnittliches geboten. Die Hintergründe sind doch sehr detailarm gezeichnet und sehen oft sehr eintönig aus. Außerdem sehen Flora und Fauna relativ blass und lieblos gezeichnet aus, vieles wirkt doch recht grob und kantig. Auch das Design der Figuren mitsamt ihrer Animationen bietet Euch nichts Weltbewegendes und nur ganz selten gibt es interessante Lichteffekte wie beispielsweise bei den leuchtenden Pilzen zu bestaunen. Zwischensequenzen, welche mit Animationen gefüllt sind, gibt es leider auch nicht, stattdessen betrachtet Ihr lediglich relativ langweilige Standbilder, bevor es in den nächsten Spiellevel geht. Auch der Sound bietet da nichts Herausragendes, ganz im Gegenteil, er ist mit seinen etwas unambitioniert klingenden Melodien und Soundeffekten sogar noch etwas schwächer als die Grafik ausgefallen, hat nur gerade einmal durchschnittliches Niveau.
A Bug’s Life ist im Großen und Ganzen zumindest eine kleine Enttäuschung für mich gewesen, ich hatte mir deutlich mehr von diesem Hüpfspiel gesprochen. Von der Geschichte war ja ohnehin nicht besonders viel zu erwarten gewesen, aber das ist bei Jump and Runs ja eigentlich so üblich. Nirgendwo konnte ich etwas ausmachen, was mir jetzt besonders gefallen hat und ich jetzt hervorheben könnte, weder die durchschnittliche Grafik und die ebenfalls mäßige Begleitmusik konnten mich begeistern noch bot sich mir im Spielverlauf eine großartige Abwechslung. Zudem ärgerte mich manchmal die Tatsache, dass die Perspektive etwas ungünstig war und mir manchmal in entscheidenden Momenten die Sicht versperrt wurde. Was das Ganze dann noch etwas unangenehmer machte, sind eine leicht unpräzise Steuerung und ein im Grunde zu geringer Spielumfang. Dies liegt nicht zuletzt am niedrigen Schwierigkeitsgrad, der dafür sorgte, dass ich nach ungefähr 10 bis 12 Stunden mit diesem Spiel durch war. Außerdem ist vom Witz des Kinofilms bei dieser Videospielumsetzung nicht besonders viel übrig geblieben. Und so wurde ich den Eindruck nicht los, dass (wieder einmal) zu viel Geld für die Lizenzrechte der Kinofilmvorlage ausgegeben wurde, das Budget für das Entwicklerteam dann deutlich zu klein war und nun möglichst schnell und ohne den nötigen Feinschliff dieses Jump and Run auf dem deutschen Markt erschien. Eine Kaufempfehlung gibt es somit von mir trotz des mittlerweile doch niedrigen Preises (maximal 15€ im Internet) ganz sicher nicht, den jüngsten Videospieler(innen) werden die von mir genannten Negativpunkte aber nichts ausmachen bzw. ja gar nicht auffallen, (nur) für diese lohnt sich dieses Hüpfspiel noch, für alle anderen Fans von Jump and Runs aber sicher nicht.
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Produktbeschreibung Activision A Bug's Life
Technische Daten und ProdukteigenschaftenJump and Run für das Nintendo 64
Allgemeine Informationen Activision A Bug's Life
gelistet seit: 03.11.2004
Hersteller: Activision weitere Activision N64 SpieleBewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung:
Allgemeine Daten
Genre: Jump & Run
System: Nintendo 64