Activision Soldier of Fortune 2 - Double Helix X-Box
Activision Soldier of Fortune 2 - Double Helix X-Box
Activision Soldier of Fortune 2 - Double Helix X-Box
Xbox Spiel
Platz 451 in der Kategorie "Xbox Spiele". Machen Sie dem Terror ein Ende! Als eine Terroristenorganisation in den Besitz eines heimtückischen Virus gelangt, ist die Welt in akuter GEfahr. Sie sind ...mehr
Activision Soldier of Fortune 2 - Double Helix X-Box Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Blutbad
ein Testbericht von sinfortuna2006-12-21 09:38:47vom 21.12.2006Empfehlung: ja
Vorteile: Brachiale Action, innovative und umfangreiche Online-Modi, gute englische Sprachausgabe, gute Steuerung, weitläufige Areale, für manch Einen ein willkommenes überaus blutiges Schlachtfest...Nachteile/Kritik: Außergewöhnlich (selbst mir übertrieben) brutal, Grafik selten flüssig, Clippingfehler, qualitativ minderwertige Zwischensequenzen, 08/15-Story, wirkt oft unrealistisch
Militärfreaks, die ein Faible für diesbezügliche Aktivitäten in den Vereinigten Staaten von Amerika haben, werden sicherlich mehr als nur einmal über den Namen „Soldier of Fortune“ gestoßen sein. Hierbei handelt es sich um ein Militärzeitschrift, die jene zumeist doch sehr patriotisch veranlagten Fans regelmäßig glücklich macht und mit dementsprechend mehr oder weniger derben Infos versorgt. Was bei uns sicherlich eine hitzige Debatte auslösen würde, ist in Übersee Normalität. Für die Microsoft X-Box erschien schließlich „Soldier of Fortune 2 – Double Helix“, welches – man kann es wirklich nicht anders sagen – eine überaus blutige Metzelorgie darstellt. So dauerte es auch nicht lange, bis die Zensur in deutschen Breitengraden Einzug hielt, eine Altersfreigabe ab 18 Jahren war die Folge. Und Ihr werdet es kaum glauben, im vorliegenden Fall halte ich dies sogar ausnahmsweise für berechtigt, denn manch eine Szene wurde mit derart viel Liebe zum blutigen Detail versehen, dass ernsthafte Bedenken bezüglich der Vorlieben der Entwickler von Activision aufkommen durften. Wie dem auch sei, unter dem Strich handelt es sich um ein bemerkenswertes Ballerspiel, in dem die Söldner-Action (wieder einmal) im Vordergrund steht. Um einen Hit handelt es sich aber zweifellos nicht und das nicht wegen einiger moralisch sehr bedenklicher Passagen. Einiges wirkt dahingeschludert und dies rief mehrfach ungläubiges Erstaunen bei mir hervor. In negativer Hinsicht, versteht sich.
Dass die Hintergrundstory bei diesem Egoshooter eine vergleichsweise geringe Rolle spielt, kommt nicht sonderlich überraschend, schließlich ist dies beim Großteil der Genre-Vertreter so üblich. Hier wird der Schwerpunkt eindeutig nicht auf Tiefgang, sondern auf eine möglichst exzessive Gewaltdarstellung gelegt, auf die ich nachher noch kurz eingehen werde. Zunächst einmal werden Multiplayerfreunde nur glücklich, sofern sie mehrere X-Box-Konsolen per Link-Kabel miteinander verbinden oder sich in den Online-Modus begeben: bis zu zwölf Gleichgesinnte dürfen sich dann gegenseitig die Gliedmaßen abtrennen und ihre Körper in Fetzen schießen. Hört sich schlimm an, ist aber die Realität, denn eigentlich geht es im gesamten Egoshooterabenteuer ausschließlich genau um das: speziell wenn wir zur Schrotflinte greifen wird es besonders heftig. Zerfetzte, aufgeplatzte Körper, abgetrennte Gliedmaßen und auch Köpfe sowie literweise Blut dominieren die Szenerie. Eine ganze Minute ohne Blutschwall oder besser gesagt Fontänen an Lebenssaft ist dann eine absolute Seltenheit. Insofern möchte ich auch nichts beschönigen oder gar entschuldigen.
Offline und ohne mehrere Konsolen wird dann nur der Solospieler gefordert. Die Zartbesaiteten werden möglicherweise sogar mit ihren Mägen zu kämpfen haben, glaubt es mir, selbst erfahrene Egoshooterfans werden sich angesichts des Brutalitätsgrades (mindestens) verwundert die Augen reiben. Jedenfalls steht John Mullins im Blickpunkt des (trivialen) Geschehens. In seiner Funktion als alter Haudegen macht er sich mutterseelenallein auf, um eine Terrororganisation aufzumischen. Um es noch sehr milde auszudrücken. Jenes miese Gesocks hat einen sehr üblen Virus in seinen Besitz gebracht und bedroht wieder einmal den Weltfrieden. Unser 1A-Söldner bzw. jahr(zehnt)elang kampferprobter Kriegsveteran kriegt das natürlich locker auf die Kette, versteht sich. Zehn sehr weitläufige Areale erwarten uns in der Folgezeit, in denen wir als John alles zermanschen, was auch nur im Entferntesten nach einem Terroristen aussieht. Demzufolge nichts wahnsinnig Neues im Egoshooter-Genre. Mal
schleicht unser Söldner-Held, dann startet er die ein oder andere Kraxeltour und erweist sich als begabt in akrobatischen Dingen und mal eröffnet er doch eher wild das Feuer. Naturgemäß versucht er regelmäßig, Überraschungsangriffe zu starten, da die Feinde ziemlich zahlreich vertreten sind. Neben der bereits erwähnten Schrotflinte greift er zudem gerne zum Maschinengewehr oder auch Granatwerfer und schreitet sich in kampferprobter Manier durch Dschungel, eine Villa, ein Schiff oder auch in den Gassen der tschechischen Hauptstadt voran. Ein Nachtsichtgerät gehört im Übrigen ebenso zum Inventar wie eine Sniper-Wumme, denn nicht gerade selten lohnt es sich, den Feind aus sicherer Entfernung anzuvisieren.
Es wird nicht nur alles ausgelöscht, was ein kriminelles Subjekt darstellt, sondern mitunter auch eine Befreiungsaktion, so zum Beispiel eines Forschers gestartet. Ein möglichst lautloses Vorangehen ist bei den Infiltrationsmissionen unumgänglich, ansonsten kommt er in dem zu erforschenden Gebäudekomplex nicht sonderlich weit. Der Schwierigkeitsgrad ist einstellbar und bietet somit sowohl Neulingen zumindest eine kleine Chance als auch fortgeschritteneren Egoshooter-Kämpen eine Herausforderung. Des Weiteren sollen Sprengsätze an vorgegebenen Stellen platziert, vom Helikopter aus per Bordkanone oder von einem fahrenden LKW herab das nähere Umfeld in Grund und Boden zerdonnert werden. Schließlich existiert auch das ein oder andere Schalterrätsel, was eher eine kleine Verschnaufpause vom Action-Alltag darstellt als eine wirkliche Herausforderung. Eine solche finden wir hingegen bei dem ein oder anderen Obermotz vor, den wir zwingend eliminieren müssen, um im anschließenden Spielabschnitt fröhlich weiter metzeln zu dürfen. An Abwechslungsreichtum mangelt es den vielfältigen Missionen jedenfalls nicht und auch die Steuerung kann erfreulicherweise als gelungen bezeichnet werden: die Handhabung ist schnell verstanden, sowohl das Steuern des Protagonisten als auch Auswählen und Auslösen der Waffen stellt kein Problem dar, unsere Befehle werden pixelgenau umgesetzt. Soweit so gut.
Aber: apropos „pixelgenau“. Die uns präsentierten Zwischensequenzen, welche die (Pseudo-)Handlung veranschaulichen bzw. weitererzählen sollen, hätte man besser ganz weggelassen. Ich würde die alte Sony Playstation beleidigen, wollte ich Vergleiche mit ihr anstellen. Fakt ist: jene Minifilmsequenzen sehen qualitativ minderwertig aus. Und überhaupt: die Präsentation ist wenig berauschend. Dies stellt eine unangenehme Überraschung dar, schließlich bestechen Egoshooter in der Regel weniger durch eine ausgefeilte Story als vielmehr durch ihre des Öfteren famose Optik. Eine solche finden wir hier aber nicht vor. Nicht nur, dass die kleinen Filmausschnitte nahezu erbärmlich aussehen - zumindest gemessen an den Ansprüchen, die wir an einen X-Box-Titel stellen dürfen – auch die Spielgrafik an sich kann mit ihren vereinzelten Clipping-Fehlern nur mit Mühe und Not noch als durchschnittlich bezeichnet werden: einfache und zudem regelmäßig verschwommene Texturen, kantige Figuren und eine selten flüssige Grafik sorgen dafür, dass wir „Soldier of Fortune 2 – Double Helix“ definitiv nicht als Augenschmaus bezeichnen dürfen. Die Schauplätze sehen allerdings nicht uninteressant aus und die Spezialeffekte gehen auch in Ordnung. Eine dichte Spielatmosphäre wird demzufolge doch noch erreicht. Ein 60-Hertz-Modus wurde im Übrigen berücksichtigt, das 16:9-Breitbildformat hingegen nicht, des Weiteren betrachten wir ausschließlich englische Bildschirmtexte.
Die Soundkulisse ist etwas besser, kann aber auch nicht über alle Maßen begeistern. Speziell mangels vorhandenem Abwechslungsreichtum nehmen wir das Gedudel im Hintergrund schon sehr bald nicht mehr richtig zur Kenntnis, die Soundeffekte sind hingegen nicht zu überhören, strotzen aber auch nicht gerade vor Vielfalt. Immerhin dürfen wir glasklaren Digi-Klängen lauschen und die englische Sprachausgabe ist zweifellos als gelungen zu bezeichnen, das will ich nicht unter den Tisch fallen lassen, aber trotzdem: speziell von einem Egoshooter erwarte ich eine grandiosere Optik und eine krachendere Soundkulisse. In beiden Punkten enttäuscht „Soldier of Fortune 2 – Double Helix“ nicht nur dezent. Insofern können wir nur von Mittelmaß sprechen.
Ganz und gar nicht mittelmäßig – und das rettet dieses Egoshooterspektakel ein wenig – sieht es abseits des Hauptmodus aus: hier waren die Entwickler erstaunlich kreativ, was ja ansonsten bezüglich es Gameplays und der Präsentation keineswegs der Fall war: es ist uns tatsächlich erlaubt, einzelne Parameter wie Missionstypus, Tageszeit und auch Schauplatz selber zu bestimmen, so möglich unter dem Menüpunkt „Random Mission“. Englisch-Kundige verstehen sofort, dass es sich zum zufallsgenerierte Einsätze handelt. Wow, das ist eine faustdicke Überraschung: und diesmal im positiven Sinne. Eine gewisse Langlebigkeit kann man dieser Ballerorgie somit doch nicht absprechen, vorausgesetzt – und das ist wiederum der Haken an der Sache – dass Ihr gleichgesinnte Kumpel am Start habt, die entweder ihre X-Box-Kästen mitbringen oder sich ebenfalls im Onlinemodus auf X-Box-Live austoben möchten. Wie dem auch sei, ein positives Merkmal ist dieses Feature ganz sicher. Wie eingangs erwähnt, dürfen sich bis zu zwölf Hobby-Söldner gegenseitig die Hirse wegdonnern, speziell Deathmatch-Modus bzw. Team-Deathmatch sollte Genre-Fans kein Fremdwort sein, schätze ich. Doch damit nicht genug: „Demolition“ befasst sich mit dem Legen eines Kuckucks-Ei in gegnerische Gefilde oder besser gesagt von Bomben im feindlichen Hauptquartier und bei „Infiltration“ ist der Sinn der Sache, den Kontrahenten einen wertvollen Gegenstand zu stehlen. Schließlich existieren last but not least einige zusätzliche Karten, die geneigte Online-Zocker sich herunterladen dürfen. Zumindest in diesem Punkt wurden die Hausaufgaben sehr ordentlich gemacht.
Alles in allem ruft „Soldier of Fortune 2 – Double Helix“ in vielerlei Hinsicht zwiespältige Gefühle hervor. Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich gehöre eine Fraktion an, die sicher nichts gegen nicht gerade unbrutale Ballerspiele hat. Dies gehört zum Genre einfach dazu, ist quasi elementar wichtig. Doch im vorliegenden Fall wurde die Gewaltdarstellung in manchen Phasen unnötig übertrieben. Bemängeln muss ich dann aber auch die Präsentation, bei der sich eben nicht besonders viel Mühe gegeben wurde. So wirkt es dann doch mehr wie „nichts Halbes, nichts Ganzes“, „unausgegoren“ oder von mir aus auch „unfertig“. Allein die Minifilmchen in ihrer Funktion als die Story vorantreibende Zwischensequenzen sind in qualitativer Hinsicht lächerlich, ja im Grunde schon erbärmlich. Diese beiden Punkte sind dann auch sogleich die beiden großen Schwachstellen dieses Egoshooters. Was ziemlich schwer wiegt, denn speziell die Grafik muss bei einem Actionkracher einfach tiptop aussehen, möchte man zumindest am unteren Rand der Spitzengruppe ein Wörtchen mitreden können. Überzeugen kann dieser – sicherlich arg polarisierende – X-Box-Titel zumindest in punkto Online-Modus, Waffen- und Missionsvielfalt, atmosphärischer Dichte und der Handhabung. Meine Spielspaßwertung: 72%.
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Produktbeschreibung Activision Soldier of Fortune 2 - Double Helix X-Box
Technische Daten und ProdukteigenschaftenMachen Sie dem Terror ein Ende! Als eine Terroristenorganisation in den Besitz eines heimtückischen Virus gelangt, ist die Welt in akuter GEfahr. Sie sind Söldner John Mullins. Ihr Auftrag: Halten Sie die Terroristen auf und zerstören Sie das Virus, bevor die Bevölkerung zu Schaden kommt. Frontalangriffe und Undercover-Manöver sind Ihre Taktik, Maschinenpistolen, Raketenwerfer und Infrarotsichtgeräte Ihr Werkzeug. Sind Sie bereit für geballte Undercover-Action?