Kärcher SC 1.201 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Ab jetzt lasse ich putzen
ein Testbericht von bavaria1232005-02-25 10:07:14vom 25.02.2005Empfehlung: ja
Vorteile: sauber, hygiensich, ohne Chemie...Nachteile/Kritik: lahmer Finger wegen fehlender Arretierung
Es handelt sich bei dem Vaporapid SC 1201 ohne Bügeleisen um den zweitkleinsten in der KärcherDampfreiniger - Serie.
= Technische Daten =
Betriebsdruck 3,2 bar
Dampftemeperatur 145 Grad Celsius
Heizleistung 1500 Watt
Heizzeit pro ltr 6 Minuten
Max. Dampfmenge 65 g / min
Gewicht ohne Zubehör 5,0 kg
Max. Wasserfüllmenge 1,6 ltr
Maße b/h/l 27 / 47,5 / 22,5 cm
Preis je nach Angebot zwischen 210,00 und 229,00 €
Ausser dem Dampfreiniger gehörten zum Lieferumfang noch die Bedienungsanleitung, ein 2 m langer Dampfschlauch, zwei je 50 cm lange Rohre, jeweils eine Bodendüse, Handdüse, Fensterdüse und Punktstrahldüse sowie ein Wischtuch.
= Anwendung =
Heute ist ein sonniger Tag und der Kalender zeigt Ende Februar an. Die Frühlingszeit wird hoffentlich bald beginnen, da ist es nötig, auch die Wohnung zumindest frühlingsfrisch zu machen. Also, in die Arbeit gestürzt. Doch dieses Mal will mein Freund sofort mitmachen, nicht erst nach langer Überzeugungsarbeit. Er übernimmt freiwillig das "Wischen". Ab heute hat in unserem Haushalt das Schrubber-Zeitalter ein Ende, denn seit kurzer Zeit sind wir Besitzer eines Dampfreinigers. Da bin ich doch mal gespannt, wie das Putzteam sich macht.
= Inbetriebnahme =
Ich beginne, wie gehabt, die gefliesten Räume zu saugen. Währenddessen baut mein Freund das Kärcher-Dampfgerät nach einschlägiger Anweisung zusammen. Er füllt gut 1,5 l Wasser in den Kessel. Wir nehmen warmes Wasser, denn dann benötigt das Gerät nur 4 Minuten zum Aufheizen, 2 Minuten weniger als bei kaltem. Der Sicherheitsverschluss des Gerätes wird wieder aufgeschraubt und der Netzstecker in die Steckdose geführt. Er schaltet den Knopf für die Dampfzufuhr und den der Heizung an. Die Kontrolllampen leuchten (mit drei l...schreckliche neue Rechtschreibung!). Alles ist in der Bedienungsanleitung bestens beschrieben.
Die Heizkontrolllampe erlischt - es kann gestartet werden. DIe Dampfmenge wird mit einem Rädchen an der Dampfpistole geregelt (viel Dampf, wenn das Rädchen nach vorn gedreht wird, weniger logischerweise wenn die Drehung nach hinten erfolgt).
Fröhlich pfeifend arbeitet mein Freund sich durch die Räumlichkeiten. Bei der ersten Anwendung wird uns geraten, nur die Bodendüse ohne mitgeliefertes Tuch zu nutzen, damit Schmutz und vorhandene Scheuerschichten besser entfernt werden können. Bei weiteren Anwendungen wird dann das Tuch eingespannt. Dann leuchtet die Kontrolllampe - im Kessel wird Wassermangel angezeigt. Nun müssen wir ein wenig warten, denn der Sicherheitsverschluss lässt sich erst öffnen, wenn der Druck aus dem Kessel entwichen ist. Aber auch hier beschreibt die Bedienungsanleitung sehr gut, wie zu verfahren ist.
Nach wesentlich kürzerer Zeit als dem normalen "Schrubben" und ohne große Kraftanstrengung ist die Wohnung fertig "gewischt".
= Funktionsweise =
Ein Dampfreiniger arbeitet ähnlich wie ein Schnellkochtopf. Das eingefüllte Wasser wird zum "Dampfen" gebracht (hier auf eine Temperatur von 145 Grad Celsius). Wenn Wasserdampf entsteht, steigt der Druck im Kessel (deshalb besser den Kessel nicht ganz voll füllen, sonst sabbert Wasser schon vor Gebrauch heraus!!). Mit Hilfe der Dampfpistole wird er herausgelassen und seine Reinigungskraft kann genutzt werden.
= Anwendungsbereiche =
Nun, wenn wir schonmal am Putzen sind und das Gerät befüllt ist, dann machen wir doch weiter.
Als nächstes sind die Fenster dran. Die Handdüse wird mit dem mitgelieferten Tuch umspannt und die Scheiben vollständig mit Dampf abgerieben. Danach können wir mit der Fensterdüse die
Glasscheiben abdampfen und mit der Gummilippe dieser Düse von oben nach unten abzeihen - tatsächlich, alles streifenfrei sauber. Da aber die Dampfreiniger nur für den Innenbereich ausgerichtet sind, putze ich eben die Aussenseite manuell - trotzdem noch eine immense Erleichterung.
Im Bad sind noch einige Fugen ziemlich dunkel. Hier nutzen wir die Punktstrahldüse mit Vorsatzrundbürste und staunen, wie selbst alte Verkrustungen verschwinden. Bei Silikonfugen heisst es aber AUFPASSEN! Sie darf man nur kurz bedampfen, sonst lösen sie sich auf.
Bei den Armaturen sind wir beeindruckt, denn was wir sonst mühselig mit alten Zahnbürsten an Kalk und Schmutz an ungünstig zu erreichenden Stellen zu entfernen versucht haben, wird jetzt mit der Punktstrahldüse weggepustet. Und die Kalkablagerungen, die sich noch immer hartnäckig weigern, begiessen wir mit Essig und 5 Minuten später sind auch sie Geschichte. Selbst in den Toilettenränder, wo selbst wir sonst Chemie eingesetzt haben, erbringt der Dampfreiniger saubere Dienste.
Na, dann schauen wir doch mal, was in der Küche möglich ist. Das Ceranfeld und auch der Backofeninnenraum blitzen nach der Anwendung. Allerdings mussten wir im Backofen den Dampf reduzieren, um nicht ganz eingenebelt zu sein. (Aus Sicherheitsgründen müssen vor der Dampfreinigung alle zu reinigenden Geräte vom Stromnetz getrennt sein. Zitat des Herstellers!).
= Eigene Anwendererfahrungen =
Wir sind sehr zufrieden mit der Reinigungsleistung, die ganz ohne Chemie und unwahrscheinlich leise möglich ist. Nach Herstellerangaben sollen sogar Milben und verschiedene andere ungebetene Gäste durch den heißen Dampf abgetötet werden, das können wir natürlich nicht beurteilen.
Der Wasserbedarf ist sehr gering, wesentlich geringer als bei dem herkömmlichen Schrubber-Verfahren und wenn man sich das Wischwasser ansieht, in dem man das eingespannte Tuch immer wieder ausspült, ist man erstaunt, was für Dreck entfernt wird.
Man kann wohl auch Gefrierschänke sehr zügig mit der Punktstrahldüse abtauen und Kleidung und Gardinen auffrischen, dieses haben wir bereits einige Male ausprobiert uns sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Und als Gärtnerin scheue ich mich auch davor, Pflanzen mit dem Reiniger abzudampfen, aber das ist laut Hersteller ebenfalls möglich (ich stelle die Pflanzen lieber wie gewohnt in einen leichten, warmen Sommerregen, um sie von Staub zu befreien).
Wenn man nur eine kleine Fläche putzen will, ist es sicher ein ziemlicher Aufwand, den Reiniger in Gang zu bringen. Bei größeren Putzflächen - so wie der unsrigen - ärgert man sich darüber, ständig die sicher sinnvolle Kindersicherung drücken zu müssen. Eine Möglichkeit zur Arretierung wäre hier sinnvoll gewesen.
Ich persönlich freue mich darüber, dass ich ab jetzt nicht mehr wischen brauche, denn mein Freund ist von dem kleinen Helfer so angetan, dass das ab jetzt sein Aufgabengebiet ist.