Ascaron Extreme 500 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Motorradfans aufgepaßt
ein Testbericht von Yasmeen2005-02-23 10:01:54vom 23.02.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Spaßiger Arcademodus, guter Simulationsmodus, anspruchsvolle Rennen, fordernd aber nie unfair, 125, 250 und 500er Klasse, für längere Zeit motivierend ...Nachteile/Kritik: Unspektakuläre Grafik, langweiliger Soundtrack, geringe Langzeitmotivation im Zweispielermodus
Eine Motorradsimulation gehört sicherlich zu der Art von Videospielen, für die sich wahrscheinlich nur eine Minderheit begeistern kann, diese dürften aber derart „ausgehungert“ sein, dass sie sich wahrscheinlich jedes dieser doch sehr selten erscheinenden Spiele ruckzuck zulegen werden. „Extreme 500“ gehört zu eben jenen eher selten vorkommenden Spielen und erschien im Jahr 2000 für die Sony Playstation, wobei es sich in diesem Fall sogar um ein deutsches Entwicklerteam handelt, nämlich jenes von Ascaron, welches aber normalerweise eher den PC-Spielern etwas sagen dürfte. Noch unwahrscheinlicher ist es außerdem, dass eine derartige Rennsimulation auch noch von überdurchschnittlicher Qualität ist, doch genau das scheint mir hier der Fall zu sein, weswegen ich Euch heute etwas über dieses durchaus interessante Playstationspiel etwas erzählen möchte, zumal es mittlerweile im Internet für einen Spottpreis zu kaufen sein dürfte. Ich selber wäre allerdings nie darauf gekommen, mir dieses Spiel zu kaufen, das muss ich ehrlich zugeben, doch meine beiden Brüder spielten dieses Spiel mit wachsender Begeisterung und so ließ ich mich eines Tages zum Mitspielen überreden.
Zur Auswahl stehen insgesamt 15 verschiedene Rennkurse, welche Euch allerdings selbstverständlich nicht schon alle zu Beginn des Spiels zur Verfügung stehen, natürlich müsst Ihr diese erst nach und nach durch entsprechende Erfolge freischalten. Am Anfang sind es lediglich drei an der Zahl und Ihr findet Euch zunächst auch nur in der 125ccm-Klasse wieder, doch das ändert sich im Laufe des Spiels noch, keine Sorge. Bei Rennspielen ist es manchmal schwer zu sagen, ob es sich um eine Simulation handelt, die viel Wert auf eine möglichst realistische Darstellung legt oder wir es mit einem Arcade-Rennspiel zu tun haben, in welchem es eher unrealistisch zugeht, aber dafür die Action und in der Regel auch ein Höllentempo dominieren. Bei Simulationen werden oft schon kleinste Fahrfehler bitter bestraft, bei Arcade-Rasern sieht man das Ganze zumeist nicht allzu eng. Vorzuziehen ist jedenfalls keine der beiden Arten, denn das ist reine Geschmackssache, jedenfalls ist „Extreme 500“ weder eine reine Rennsimulation noch ein Arcade-Rennspiel, einige Elemente aus beiden Spielarten sind jedoch enthalten und ich denke, dass diese Mischung dem Entwicklerteam ganz gut gelungen ist.
Damit es nicht gleich von Anfang an außerordentlich schwer wird und nicht schon in den ersten Spielminuten zuviel Frustration aufkommt, gibt es die Möglichkeit, zahlreiche Hilfen einzusetzen, um sich dann erst einmal vorsichtig an das Spiel heranwagen zu können. So existiert zum Beispiel ein spezielles Warnsystem, welches Euch auf Wunsch Bescheid gibt, wenn eine relativ schwierig zu fahrende Kurve kurz bevorsteht (ein entsprechender Pfeil verdunkelt sich zusehends und zeigt Euch somit an, wann Ihr zu bremsen habt), es ist des Weiteren eine Brems- und Lenkhilfe vorhanden (zu oft solltet Ihr daher kaum von der Strecke geraten können) und Ihr könnt Euch sogar, sofern Ihr dies wollt, die Ideallinie anzeigen lassen, Letzteres würde ich allerdings später ausschalten, denn ansonsten wird es doch etwas zu langweilig, so fand ich es jedenfalls. Wie gesagt, vieles ist Geschmackssache, aber rein objektiv gesehen, bieten diese Möglichkeiten somit einen guten Einstieg auch für Anfänger, Profis können ja gerne alle Funktionen
ausschalten, insofern ist dieses Spiel eigentlich dann für jeden etwas.
Wie vorhin schon erwähnt, sind sowohl Elemente aus (ernsthaften) Rennsimulation als auch Arcade-Rennspielen enthalten, ganz deutlich wird dies bei der Auswahl des entsprechenden Spielmodus, denn ex existieren sowohl Simulations- als auch Arcade-Modus, so dass auch hier eigentlich jeder Spielertyp auf seine Kosten kommen sollte. Bei den Arcaderennen wird einfach drauflosgerast, was das Zeug hält, auch der (sehr unrealistische) Einsatz von plötzlichen Turbos ist hier kein Fremdwort, außerdem prügeln sich die Fahrer so oft es geht, bei diesem Modus das dominante Element eigentlich schlechthin. In den Simulationsrennen kommen Bastler auf ihre Kosten, denn hier dürft Ihr einiges an Eurem Motorrad verändern beziehungsweise einstellen, Euren fahrbaren Untersatz somit entsprechend tunen. Ihr passt Euer Motorrad den Wetterverhältnissen an, nehmt Einfluss auf die Straßen- beziehungsweise Kurvenlage, bastelt am Getriebe herum und stellt vorsichtig die Bremskraft ein. Dann kann es aber auch endlich losgehen und Ihr begebt Euch auf originalgetreue Rennstrecken, die zwar wirklich den echten Kursen entsprechen, allerdings was das Herkunftsland angeht, verfremdet sind, der Nürburgring liegt zum Beispiel auf einmal in Österreich, was irgendwelche kostenrelevanten Gründe (Lizenzen) haben muss, mir persönlich aber auch völlig egal war.
Neben dem Zweispielermodus, in welchem Ihr (leider alleine, also ohne jegliche Computerfahrer) gegeneinander auf einem geteilten Fernsehbildschirm antretet, was dann nach einer gewissen Zeit doch ziemlich langweilig wird, gibt es natürlich den Meisterschaftsmodus, welchen Ihr unter dem Menüpunkt „Wettbewerb“ vorfindet. Dieser Modus stellt natürlich den Kernpunkt dieses Rennspiels dar, denn Ihr fahrt dann tatsächlich eine komplette Saison durch, mit sämtlichen Qualifikationsläufen und (hoffentlich) abschließenden Siegerehrungen inklusive. Später seid Ihr dann zum Glück nicht mehr auf die 125ccm-Klasse beschränkt, sondern Ihr dürft Euch auch in der 250ccm- und sogar in der 500ccm-Klasse austoben, der Titel ließ das allerdings „irgendwie“ von Anfang an vermuten.
Was die Steuerung der Fahrzeuge angeht, so ist diese aufgrund der anfangs erwähnten Einstellungsmöglichkeiten sehr unterschiedlich, ich empfehle Euch im späteren Verlauf, die entsprechenden Hilfen nach und nach auszuschalten, zumindest die Ideallinie solltet Ihr nachher wegfallen lassen, ansonsten ist so ein Rennen dann nämlich nicht so wahnsinnig spannend, das fand ich jedenfalls. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es drei verschiedene Kameraperspektiven, wobei die spektakuläre Ego-Ansicht naturgemäß zwar sehr interessant aussieht, Ihr aber ordentlich Probleme spätestens in den Kurven bekommen solltet, außerdem dürfte Euch in de teilweise doch sehr heftigen Kurven dann richtig schwindlig werden, ich benutzte diese Ansicht jedenfalls schon nach kurzer Zeit nicht mehr. Darüberhinaus gibt es die Vogelperspektive, aus der Ihr den totalen Überblick habt, allerdings überhaupt kein Geschwindigkeitsgefühl aufkommen lässt und somit eigentlich auch nicht zu gebrauchen ist. Somit bleibt ja eigentlich nur noch die Ansicht, welche sich „mehr auf der Strecke, aber eben hinter Euer Motorrad positioniert ist, meiner Meinung nach ist das die einzige (zumindest auf lange Sicht hin) brauchbare Perspektive. So oder so habt Ihr zumindest eine Auswahl, wenn ich mir auch ziemlich sicher bin, dass praktisch alle von Euch dieselbe Ansicht benutzen werden.
Da sich ja bis jetzt alles so wunderbar anhört und ich auch noch kein einziges negatives Wort über „Extreme 500“ verlieren musste, ist ja eigentlich fast schon klar, dass es dafür so langsam aber sicher einmal Zeit wird. Und tatsächlich kann ich im Hinblick auf Grafik, Begleitmusik und Soundeffekte nicht außerordentlich jubeln, zu bieder wirkt in diesem Punkt doch die gesamte Präsentation. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, richtig hässlich sind weder Motorräder noch Landschaften und auch der Soundtrack ist nicht völlig unpassend gewählt. Doch zugegebenermaßen sehen die Hintergrundlandschaften sehr spartanisch gezeichnet aus, um es noch höflich auszudrücken. Zudem gewinnen auch die undetailliert und manchmal doch ziemlich kantig wirkenden Bikes keinen Schönheitspreis, was die Spielgrafik angeht, so hätte sie auch aus dem Jahr 1995 sein können, also fünf Jahre früher, was bei Videospielen ja eine Ewigkeit ist. Auch bei der Wahl der Hintergrundmelodien waren die Entwickler alles andere als kreativ, dass ein Kommentator während des Rennens fehlt, fand ich allerdings weniger tragisch und eigentlich sogar gut, denn meistens nerven diese doch sehr.
Wäre da nicht die doch sehr magere Präsentation, hätte ich „Extreme 500“ als Rennspielhit bezeichnen können, denn durch das Vorhandensein zweier völlig unterschiedlicher Spielmodi (Arcade- und Simulationsmodus) ist dieses Rennspiel doch sehr umfangreich, zumal Ihr später Zugriff auf drei unterschiedliche Rennklassen habt. Die Motivation bleibt daher doch für eine erstaunlich lange Zeit ziemlich hoch und durch die verschiedenen Möglichkeiten ist eigentlich für jeden etwas dabei, ganz gleich, ob Ihr einfach nur drauflosrasen, Euch etwas prügeln und auf diese Art und Weise Spaß haben oder ob Ihr ernsthaft an die Sache herangehen und Euch akribisch auf die jeweiligen Rennen in der Meisterschaft vorbereiten wollt. Trotz der Unterstützungsmöglichkeiten beziehungsweise einschaltbaren Hilfen wird dieses Spiel nie zu leicht, ich fand es jedenfalls sehr anspruchsvoll, dafür aber auch (zum Glück) nie zu schwer oder gar unfair. Dass wir es im Großen und Ganzen dann leider doch nur mit einem leicht überdurchschnittlichen Playstationspiel zu tun haben, liegt am doch etwas müden Zweispielermodus, welcher schon nach viel zu kurzer Zeit doch arg langweilig wird und dies ist mit Sicherheit eine echte Schwäche dieses Rennspiels, schade eigentlich. Empfehlen kann ich Euch „Extreme 500“ aber ganz klar, wenn auch die Zielgruppe für solche Spiele ziemlich klein sein dürfte, denn was Motorradspiele angeht, ist dieses Videospiel meiner Meinung nach das Beste seiner Art auf der Sony Playstation.
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Produktbeschreibung Ascaron Extreme 500
Technische Daten und ProdukteigenschaftenMotorrad-Rennspiel vom deutschen Entwicklerteam Ascaron für die Sony Playstation
Allgemeine Informationen Ascaron Extreme 500
gelistet seit: 22.02.2005
Hersteller: Ascaron weitere Ascaron PS1 SpieleBewertung durch unsere Mitglieder