ATLUS Blazeon Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Ladehemmung
ein Testbericht von sinfortuna2005-09-14 19:14:28vom 14.09.2005Empfehlung: nein
Vorteile: Hübsche Feinde in leuchtenden Farben, nette Hintergründe, gute Endgegner, viele Extrawaffen, schneller Einstieg möglich, grundsätzlich drei verschiedene Schwierigkeitsgrade........Nachteile/Kritik: ..... die aber nicht darüber hinwegtäuschen können, dass wir es hier mit einem heftig-schweren Modul zu tun haben, zudem unfaire Passagen, nicht immer gut durchdachter Levelaufbau, es ruckelt in einem fast schon nicht mehr erträglichen Maße
Die guten alten Ballerspiele so Im Zeitraum von Ende der 80er bis Anfang der 90er konnten mich regelmäßig über alle Maßen begeistern, nicht zuletzt wegen ihnen suchte ich seinerzeit des Öfteren die Spielhalle auf, um mich auf diese (meistens) unterhaltsame Art und Weise meines Kleingelds zu entledigen. So war es für mich 1990 überhaupt keine Frage, dass ich stolzer Besitzer sowohl eines Sega Mega Drive als auch Supernintendos sein musste, da führte für mich überhaupt gar kein Weg dran vorbei, die Besuche in örtlichen Spielhallen nahmen rapide ab, doch im vorliegenden Fall bei „Blazeon“, welches eben einen solchen Horizontalshooter für das Supernintendo darstellt, kann ich Euch nur eindringlich warnen, die Fingern von diesem Modul zu lassen, selbst Sammler alter Games aus der guten alten 16-Bit-Zeit sollten einen weiten Bogen um dieses Modul machen.
Was auf den ersten Blick sehr vielversprechend aussieht, entpuppt sich im weiteren Verlauf des Spiels als herbe Enttäuschung, leider. Zunächst einmal benötigen wir bei diesem Ballerspektakel, bei dem der Bildschirmausschnitt brav in einer 2D-Perspektive von rechts nach links scrollt, eine nur sehr geringe Eingewöhnungsphase, größere Probleme mit dem Handling sollte es eigentlich nicht geben, demzufolge sind wir sehr schnell mittendrin im Spielgeschehen und ballern, was das Zeug hält bzw. nahezu unaufhörlich aus allen Rohren. Am Anfang war ich doch wirklich beeindruckt von den (für damals) hübschen Hintergründen inmitten der unendlichen Weiten des Weltalls, welche zunächst für eine angenehme Spielatmosphäre sorgen können. Unser Raumschiff ist zwar nicht unbedingt eine Schönheit (so zumindest meine Meinung), dafür gefallen die feindlichen Einheiten umso mehr, insbesondere weisen sie frischere Farben und ein höheres Maß an Detailreichtum auf, unter Beschuss verfärben sie sich sogar.
Darüberhinaus wissen nicht nur die „gewöhnlichen“ Feinde, sondern speziell die dicken Endgegner zu gefallen, diese sind in grafischer Hinsicht wirklich sehenswert, solltet Ihr irgendwann einmal tatsächlich bis zu ihnen gelangen. Damit befinde ich mich dann praktisch auch gleich schon beim Schwierigkeitsgrad, der es hier bei „Blazeon“ nämlich ordentlich in sich hat. Trotz der grundsätzlich vorhandenen drei Schwierigkeitsgrade haben wir es (fast schon traditionsgemäß) bei diesem 2D-Horizontal-Shooter mit einem sehr happigen zu tun, Anfänger und auch Gelegenheitsspieler werden aller Voraussicht nach nicht den Hauch einer Chance haben, höchstens den ersten von insgesamt fünf Spielabschnitten heil überstehen, schätze ich. Zwar ist es generell sehr hilfreich, dass im Erfolgsfall die Spezialfähigkeiten der feindlichen Flugobjekte übernommen werden können und wir im weiteren Verlauf des Spiels abgesehen von unserem Standardschuss über Granaten, Raketen und Smartbomben verfügen, doch trotzdem dürften nur besonders talentierte Zocker den ersten Abspann erleben dürfen. Besonders ärgerlich fand ich allerdings die Tatsache, dass ein Wechsel des Waffensystems augenscheinlich nur nach einer Kamikaze-Aktion und somit dem Begehen eines „Zwangs-Selbstmordes“ möglich zu sein scheint, für mich ist das absolut unverständlich, nun ja.
Sollte es Euch einmal tatsächlich gelingen, dieses Ballergame auf „Easy“ durchzuspielen, erwartet Euch der Level 1 des nächsthöheren Schwierigkeitsgrades, in dem es dann so richtig schwer wird, aber hallo. Absolute Baller-Profis vergnügen sich (mehr oder weniger) auf dem höchsten Niveau, wobei meines Erachtens dann aber nicht nur viel Können, sondern auch
jede Menge Geduld, Ausdauer und vor allem Glück dabei sein müssen, um Erfolg haben zu können. Allerdings ist der heftige Schwierigkeitsgrad gerade bei einem Shooter wirklich nichts Neues, demzufolge können wir im Grunde fast schon dankbar sein, dass uns das Entwicklerteam von ATLUS zumindest drei verschiedene Leistungsniveaus überhaupt anbietet.
Mit der ganz ordentlichen und zumindest grundsoliden Optik kann die Soundkulisse leider nicht ganz mithalten, waren mir die Hintergrundmelodien noch relativ egal (wenn ich mir auch gerne einpeitschende Techno-Rhythmen oder Heavy-Metal-Sound bei solch einem Game wie diesem hier gewünscht hätte), so erwarte ich bei einem Ballerspiel speziell von den Soundeffekten deutlich mehr, hier soll es meines Erachtens doch so richtig krachen. Leider Gottes ist dies ganz offensichtlich nicht der Fall, sowohl der Soundtrack hält sich eher vornehm im Hintergrund und glänzt nicht gerade durch seinen Abwechslungsreichtum als auch die Soundeffekte, welche nur sehr spärlich und so ganz und gar nicht „krachend“ zur Geltung kommen, was meiner Ansicht nach angesichts der unaufhörlich stattfindenden Schusswechsel und zahlreichen Explosionen völlig unverständlich ist und eher für eine schludrige bzw. lieblose Umsetzung spricht.
An den begrenzten Möglichkeiten in hardwaretechnischer Hinsicht kann es eigentlich nicht gelegen haben, dass sich die Präsentation insgesamt bescheiden zurückhält, vielmehr scheinen wir es im vorliegenden Fall mit einer schlampigen Programmierung zu tun zu haben, denn im Hinblick auf die Spieltechnik weiß „Blazeon“ überhaupt nicht zu begeistern, das Spielerlebnis wird nämlich derbe durch die zahlreichen Ruckeleinlagen getrübt, schon nach wenigen Minuten wird deutlich, dass dieses SNES-Game wahrlich nicht wie aus einem Guss daherkommt, von einem flüssigen Gameplay kann somit überhaupt nicht die Rede sein. Trotz der grundsätzlich guten Ansätze (innovatives Extrawaffensystem, gutes Design der Hintergründe und Feinde, unkomplizierter Einstieg) wirkt dieses Modul für das Supernintendo insgesamt leider unfertig, aufgrund des sehr unangenehmen Ruckelns, des nicht immer logisch erscheinenden Levelaufbaus und der nicht selten vorkommenden unfairen Passagen wird der Spielspaß in einem nicht unerheblichen Maße nach unten gedrückt und landet schließlich bei gerade einmal 42%.
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