Au-Pair in den USA Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
if I can make it there, I'll make it anywhere....
ein Testbericht von sabolein2003-05-05 23:27:16vom 05.05.2003Empfehlung: ja
Vorteile: geile Zeit...Nachteile/Kritik: zu schnell vorbei, zu lange her.....
heute lass ich mich mal wieder zu einer völlig anderen Kategorie hinreißen.
Da sich sicherlich schon der eine oder andere gewundert hat, woher meine Affinität zur englischen Sprache kommt (hallihallo winkewinke) möchte ich Euch nicht länger im Dunkeln tappen lassen.
Habe es zwar in Vorberichten immer mal wieder einfließen lassen, aber jetzt kommt sozusagen mein „outing“!
Ja, ich war AuPair. Von Ende September 1991 bis Ende Oktober 1992.
Und es waren die schönsten und erlebnisreichsten 13 Monate meines Lebens. (Okay, meines Lebens vor meinem Sohn. Heut ist jeder Tag erlebnisreicher als das ganze Jahr lach)
Soweit zum allgemeinen Vorgeplänkel.
Was sicherlich interessiert sind die Fragen:
Wie ist Sabo darauf gekommen?
Mit welcher Organisation ist sie dahin gelangt?
Was hat der Spaß gekostet?
Was für Vorraussetzungen braucht man?
Was hat sie zu tun gehabt?
Wie war die Familie?
Wie war die Zeit überhaupt?
@ 1 Wie ist Sabo darauf gekommen?
Sabo, schon als kleine Göre reichlich der englischen Sprache zugetan, hatte als Kind schon den Wunsch geäußert, mal eine geraume Zeit in einem englischsprachigen Land zuzubringen. Gut. Zu Ostzeiten ein reichlich illusorischer Wunsch. Aber ich wollte. (Ich wollte so vieles)
Nach der Wende und im letzten halben Jahr meines Abi-Bestrebens hab ich diverse Faltblätter und Kataloge gewälzt. Alles rund um AuPair und Austauschschulen. Ja, da waren wir schon Westen, denn das war 1991.
Austauschschülerin kam für mich als Fast-Abiturientin eh nicht mehr in Frage, war mir auch viel zu teuer. Damals sollte man noch schlappe 17,000 DM Gebühren (exklusive Taschengeld etc) berappen. Und woher nehmen.
Also stand die Alternative AuPair an.
Mit Kindern konnte ich eigentlich immer relativ gut umgehen. (Bis auf meine damals noch sehr kleine Schwester, Geschwister sind halt etwas anderes)
Gedacht, Unterlagen angefordert und getan. Meine Bewer5bung war abgeschickt.
Keiner in meiner Familie wusste Bescheid. Nur Freunde, die ich um eine Stellungnahme im Rahmen der Bewerbung gebeten hatte.
Schließlich hab ich die Tochter meiner Freundin oft gehütet, in der Schule als „Beschäftigungsschülerin“ die unteren Klassen beaufsichtigen dürfen, wenn ein Lehrer fehlte und etliche Wochen meines Lebens auf einem Pony-Hof als Aufsicht zugebracht. (Ferienkinder zu hüten ist schlimmer, als einen Sack Flöhe zu bändigen)
@ 2 Mit welcher Organisation ist sie dahin gelangt?
Mit EF AuPair.
Die Organisation gibt es immer noch. Sie sind spezialisiert auf Auslandsaufenthalte, AuPair-Vermittlung etc. genauere Informationen gibt es hier unter :
EF
Cultural Care Aupair
Partner in den USA: EF
Markgrafenstr. 58
10117 Berlin
Fon: +49 30 20 34 74 00
Fax: +49 30 20 34 74 01
Mail: aupair.de@ef.com
Webside: www.ef.com
@ 3 Was hat der Spaß gekostet?
Damals (was ist das lange her!) Habe ich 800 DM Kaution und 150 DM Flugkostenbeteiligung bezahlen müssen.
Die 800 DM habe ich nach dem erfolgreich absolvierten Jahr wiederbekommen.
Versichert war ich über meine Gastfamilie.
Verdient habe ich 100 US$ Pro Woche. Macht also 400 US$ im Monat (round about)
Kost und Logis war frei und von diversen Familienaktivitäten hab ich auch profitiert. (Eine Karte zum exklusiven Pool in meiner „Heimat“, statt Schule eine Mitgliedschaft in einem supergeilen Fitness-Center, Essen gehen mit der Familie etc)
@ 4 Was für Vorraussetzungen braucht man?
Mindestens 18 Jahre alt muss man schon sein. Ein wenig Grundkenntnisse der englischen Sprache sollte man mitbringen. Internationaler Führerschein
ist Pflicht (bekommt man aber mit den dann vorhandenen Papieren) Ein Studies-Visum (für 1 Jahr beschränkte Aufenthaltsgenehmigung in den Staaten) bekommt man auch mit den dann vorhandenen Papieren. Spaß am Umgang mit Kindern. Keine Scheu vor fremden Ländern. Keine Scheu vor fremden Leuten.
Sollte man nicht über seinen Schatten springen können, kann man es eigentlich von vorn herein knicken. Denn dann ist das Heimweh nach ca. 4 Wochen sooooo groß, dass man sich nichts sehnlicher wünscht, als wieder an Mami’s Rockzipfel zurückzukehren. Mir ging es nicht so. Heimweh, das Wort kannte ich erst, als ich hinterher wieder in Deutschland war.
@ 5 Was hat sie zu tun gehabt?
Nicht viel und doch sehr viel.
So könnte man es beschreiben.
Eigentlich sollte ich „nur“ für die Kinder da sein. (Es waren 3 Jungs. Als ich ankam, war der kleinste 2 Monate alt; der mittlere 2 Jahre, 2 Monate und der große 4 Jahre, 2 Monate)
Es gestaltete sich nach anfänglichen Startproblemen jedoch als recht einfach, die Meute in den griff zu bekommen. Nach kurzer Zeit war ich so gut organisiert, dass ich auch noch diverse andere dinge im Haushalt übernommen hab, für die Meine Gasteltern sehr dankbar waren.
Als Begründung dafür gab es von mir immer „I know how you appreciate the time with your kids. And I want to give you some more of it. So let me go on doing what I do!” (Ich weiß, wie wichtig Euch die Zeit mit Euren Kindern ist. Ich möchte Euch mehr davon geben. Also lasst mich tun, was ich tue.)
@ 6 Wie war die Familie?
Genial, grandios, außergewöhnlich, lieb ..... Superlative für meine Gastfamilie lassen sich viele finden.
Die Ehe der beiden ist heute immer noch ein Beispiel für mich! So liebevoll habe ich selten Leute miteinander umgehen sehen. Die Offenheit und Vertrautheit, die beide ausstrahlen, bewundere ich bis heute.
Die Liebe, die sie Leuten geben, die sie einmal in ihr Herz geschlossen haben ist unbeschreiblich.
Wie soll ich’s beschreiben. Man würde sagen, eine mittelständige Familie mit 3 Kindern.
Geld, was vorhanden war, wurde nicht irgendwo gescheffelt, sondern in die Kinder und die Familie investiert.
Ich war nicht „das AuPair“ sondern fast wie eine Schwester, Tochter, Freundin.
Die Kinder waren halt Kinder in unterschiedlichen Altersgruppen mit den jeweiligen Bedürfnissen.
Heute kann ich sagen: Meine Family hat dazu beigetragen, das ich immer noch als „the number one AuPair“ erkannt werde (ich war die erste) Und die Kid’s wissen, wen sie am Telefon haben.
@ 7 Wie war die Zeit überhaupt?
Wie schon erwähnt. Die aufregendste Zeit in meinem Leben.
Unglaublich abwechslungsreich. Ich habe sehr viel gelernt und kennengelernt.
Ich bin sehr selbstständig geworden in dem Jahr.
Habe viele Verantwortungen übernommen, die manche erst mit Mitte / Ende 20 kennenlernen (wenn überhaupt)
Ich habe extrem gute Freunde gefunden.
Meine Gastfamilie gehört dazu. Mindestens 1 Mal im Monat telefonieren wir auch nach den inzwischen fast 11 Jahren, die ich wieder hier bin, miteinander. Und es ist nie ein kurzes Gespräch.
Meine beiden weiteren besten Freunde sind ebenfalls aus dieser Zeit. Wir hören uns zwar nicht so regelmäßig, aber der Kontakt reißt nicht ab.
Gesehen habe ich alle das letzte Mal 1996, was ja nun auch schon ein paar Tage her ist.
Heutzutage danke ich dem Internet für die Möglichkeit schnell und unkompliziert mal eben einen Gruß vorbeischicken zu könne, ohne auf die Time-difference achten zu müssen.
Achso. Es interessiert Euch ja vielleicht noch, wo ich war J
Auf Long Island, N.Y.
Von der Haustür zur LIRR (long island railroad ) ca. 5 Minuten, dann bis zum Madison Square Garden ca. 30 Minuten ( Für Interessierte, der aktuelle Fahrplan, mit Photo der Station http://www.lirr.org/lirr/html/ttn/merillon.htm)
Ich kenne also NYC relativ gut, bzw. kannte es damals. Und auf Long Island fühl ich mich daheim.
Sollten noch irgendwelche Informationen von Nöten sein, bitte scheut Euch nicht, mir die Fragen im GB zu stellen. Ich werde mein möglichstes tun, sie zu beantworten.
In diesem Sinne....
Take care and have a good one
Sabo
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