Au Quai Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Das Mitglied ist nicht mehr auf Yopi.de aktiv.
Mehr als nur „Okay“ ...
ein Testbericht von tollertyp08152004-10-20 06:23:17vom 20.10.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Gehobene Küche, Location, gute Lage, Service...Nachteile/Kritik: Die Homepage ist nicht auf dem aktuellen Stand, Entenstopfleber
... ist das, sich als Restaurant „der gehobenen Klasse“ anschickende „Au Quai“, auf Deutsch „Am Kai“, gesprochen „Okay“, phonetisch (o’ ke:) ... alles klar!? ;-) Diese Erklärung hängt übrigens auch am Eingang des Restaurants, da viele Gäste den Namen angeblich nicht verstanden haben. Nachdem ich euch mit meinem letzten Bericht über den Besuch im „Tafelhaus“ berichtet habe und ich auf Grund der „Aneinanderreihung von Peinlichkeiten“, hauptsächlich seitens des Services, nicht zufrieden gewesen war, habe ich beschlossen diesmal die mit gutem Ruf behaftete asiatisch-mediterrane Küche des Au Quai’s zu testen und möchte euch nun über meine Erfahrungen, die durchweg positiv waren, berichten:
Das Au Quai möchte mehr als nur ein Restaurant sein. „Es ist der Ausdruck eines Lebensstils unserer Zeit. Diese außergewöhnliche Aura entspringt dem Kraftfeld dreier einzigartiger Pole...
- einmaliges Ambiente,
- kulinarische Spitzenleistungen,
- weltoffene Menschen.“
Das ist das „Credo“ der ehrgeizigen Inhaber Enzo Caressa und seiner Schwester Sylvianne. Sie stammen gebürtig aus Korsika und verfolgen äußerst französisch ihr Konzept, was ihnen sehr gut gelungen ist, wie ich finde. Doch niemand ist perfekt und daher gibt es auch diesmal das Eine oder Andere zu kritisieren, denn wie heißt es so schön? „Irgendwas ist ja immer“ *g*...
Unweit des Tafelhauses und des Fischereihafenrestaurants hat sich die junge Szene-Gastronomie auf der Boomzeile am Hafen in Hamburg etabliert. Au Quai bedeutet, wie gesagt, „Am Kai“ und genau da liegt es auch. Auch hier lohnt sich ein Blick auf die Elbe, der leider, „Dank einer Baustelle“ auf dem Wasser, zurzeit nicht uneingeschränkt möglich ist. Geschäftsleute präsentieren ihren Gästen sehr gerne den schönen Blick aufs Wasser und die exquisite Küche. Es ist ein großes helles Restaurant mit Glaswänden zum Wasser hin. Die in „T-Form“ gehaltenen Räume mit ihren zwei mächtigen Betonpfeilern inmitten des Raumes sind äußerst geschmackvoll mit Designermöbeln eingerichtet. Von Modern bis Antik ist eine gelungene Mischung gefunden worden. Zum schwülstigen Kristallglas-Leuchter wurden modernste Chrom-Strahler angebracht und es harmoniert bestens. Die „wurmstichig anmutenden Holzmöbel“ stehen im Kontrast zu den Lüstern, aus Messer und Gabeln gefertigt. Die ganze Einrichtung hat das Geschwisterpaar selbst entworfen und ausgezeichneten, extravaganten und dennoch gefälligen Geschmack bewiesen. Am Eingang befindet sich ein offenes Bassin mit prächtigen Koi-Karpfen und Wasserschildkröten, bei denen jeder Besucher kurz oder länger inne hält. Lange Schals zieren spartanisch die Fenster und haben eine wohnliche Ausstrahlung. Der große Balkon ist mit Teakmöbeln ausgestattet und man sitzt dort unter Wärme-Strahlern sehr bequem. Insgesamt bietet diese Location Platz für ca. 130 Personen.
Das gehobene Restaurant hat selbstverständlich auch eher gehobene Preise. Auch hier sollte man besser etwas „flüssig sein“ ;))
Anfangs wechselten die Köche häufiger, auch Tim Mälzer u.a., bekannt aus der täglichen VOX-Kochsendung, bereitete in seinen Anfangszeiten hier die Gerichte zu. Inzwischen sind die Speisen noch gefälliger für Auge und Gaumen des Gastes geworden, die Portionen sind eher groß und die Preise sanken etwas, was ich nicht unerwähnt lassen möchte.
Als wir das Lokal betraten, wurden wir von einem Kellner begrüßt und zu unserem Tisch gebracht. Leider war unser, am Fenster reservierter, Tisch nicht mehr frei, so nahmen wir an der Wand unter
stilvollen Bildern Platz. Bis auf eine Ausnahme war der Service sehr freundlich und aufmerksam. Ein junges Team, das engagiert, dezent und dynamisch auftrat. Das Ambiente ist locker und strahlt „Liebe zum Detail“ aus. Die Holztische sind geräumig und jeweils mit einer Gewürzmischung in liebevoll gestalteten Holzkästchen ausgestattet. Das vermittelt dem Besucher einen eher rustikalen, aber dennoch stilvollen Eindruck. Genügend Abstand zum Nachbartisch wurde gewahrt. Die Stühle sind im Rattanstil gehalten und bequem. Das Restaurant füllte sich zwar, war aber nicht bis auf den letzten Platz ausgebucht, was auch immer wieder Raum für Spontanbesuche lässt. Zumindest gilt dies für Besuche unter der Woche.
Die Beleuchtung war zwar hell, aber angenehm und die Räume waren gut klimatisiert.
Die Weinkarte enthielt zwar ein umfassendes Angebot, war aber nicht unübersichtlich, so dass wir keine Mühe mit unserer Wahl hatten.
Der Inhaber Enzo Caressa war zugegen und kümmerte sich äußerst sympathisch um seine Gäste. Er ist freundlich, hat ein lockeren Spruch auf den Lippen und sein leichter französischer Akzent versprüht einen gewissen Charme.
Am Tisch Platz genommen, konnten wir aus verschiedenen Aperitifs auswählen, unter anderem auch Cocktails, die einen sehr guten Ruf haben, da die gegenüberliegende Bar, ebenfalls unter dem Namen Au Quai logierend, eine breite Palette bietet. Übrigens ein sehr guter Tipp für einen „Absacker“ nach dem Essen oder selbstverständlich auch für einen separaten Besuch ;-)
Doch zurück zum Restaurant, denn darum geht es in meinem Bericht. Wir wählten als Aperitif Lanson Champagner. Eine gute Wahl. So auf die Menüfolge eingestimmt, wählten wir nun aus.
Wir wollten eigentlich das, im Internet angebotene, Menü bestellen, was uns verwehrt blieb, denn es wurde an dem Mittwochabend kein Menü angeboten. Die Internetseite ist leider nicht auf dem aktuellen Stand, was übrigens auch für die à la carte-Bestellung gilt. Da befindet sich nämlich noch immer das Sommermenü im Angebot. Ein kleiner bis mittelschwerer Fauxpas, wie wir fanden, denn viele Besucher kommen unter Umständen nur wegen des Menüs in das Restaurant und sind dann womöglich enttäuscht, was sich ja verhindern ließe. Uns ging es nämlich so. So weit zu meinen eingangs erwähnten kleineren Kritiken, die ich habe.
Wir bestellten à la carte, wie folgt:
Bretonische Felsenaustern, 3 Stück, 7.00 €
Au Quai Variation mit 6 verschiedenen Delikatessen, 17.00 €
---
Bouillabaisse von Fisch und Krustentieren mit Sauce Rouille und Croutons, 22,50 €
Escalope de Veau Panée mit Gratin Dauphinois und Salat von jungem Spinat, 18,50 €
---
Chocolat Malheur mit Campari-Limonen-Sorbet, 8,00 €
---
Nach unserer Bestellung wurde recht flink der bestellte Riesling zusammen mit einer Flasche Pellegrino serviert. Die Mineralwasser-Flasche stand offen und ohne „Kühler“ auf dem Tisch. Dazu wurde selbstgebackenes Brot mit Sourcreme gereicht.
Kurz darauf folgte der 1. Gang unserer Bestellung:
Die bretonischen Felsenaustern waren frisch und wurden, mit etwas Zitrone, Salz und Zwiebel-Balsamico-Vinaigrette beträufelt, von mir genussvoll verzehrt. Die Au Quai Variation mit 6 verschiedenen Delikatessen bestand aus Creme Brülée mit Steinpilzmousse, 1 Auster, Bouillabaisse vom Steinbeißer, Feige mit Ochsen-Carpaccio und weiteren Raffinessen. Alles wurde liebevoll und schmackhaft auf den Designer-Tellern angerichtet. Teilweise wurde mit Seetang garniert, die Auster auf einem Salzbett serviert. Der Gaumen wurde verwöhnt, das Auge aß mit und wir fühlten uns sehr wohl. Brot und Butter wurden aufmerksam nachgereicht.
Auch die leere Wasserflasche wurde nicht übersehen und man fragte, ob wir eine weitere wünschten.
Der Hauptgang war fast nicht zu schaffen, die Portionen waren mehr als reichlich. Zur Bouillabaisse kann man nur ein Wort sagen *köstlich* und sehr empfehlenswert. Das Gleiche gilt für das Escalope. Es wurde zartrosa serviert und ließ keine Wünsche offen. Die Beilagen vervollkommneten den Geschmack noch und die Speisen wurden wieder einmal kunstvoll angerichtet. Ein dickes Lob gebührt dem Koch, der sich als „Sahnehäubchen des Ganzen“ wunderbar in diese gute Crew einfügt.
Es folgte nach einer kleinen Pause der 3. und letzte Gang, der uns von unserer netten Tischbedienung empfohlen wurde und wie sich herausstellte, ein klasse Empfehlung war:
Chocolat Malheur mit Campari-Limonen-Sorbet. Da wir eigentlich pappsatt waren, aber unbedingt noch von diesem Dessert probieren wollten, bestellten wir nur eine Portion für uns zwei.
Die gesamte Menüfolge, einschließlich des „Malheurs“, kann ich nur wärmstens empfehlen. Wenn man in dieses frischgebackene Kuchenstückchen mit dem Löffel hineinsticht, fließt warme Schokoladensauce heraus und der süße Geschmack wird durch das säuerlich-bittere Sorbet aufgehoben und somit „gekrönt“.
Von kleinen Portionen kann man hier wirklich nicht sprechen.
Last but not least:
Die sanitären Anlagen. Sie sind ebenfalls im Designerstil gehalten. Ein Holzschränkchen stand im Eingangsbereich. Das Licht in den Toilettenräumen ist gedimmt, die Toiletten waren sauber, die Wände sind gefliest. Die Waschbecken sind rustikal gehalten. Ein paar Haare lagen im Waschbecken :( Stoffhandtücher konnte man nach Gebrauch in dafür vorgesehenen Körbe entsorgen. Leider fehlte in einem der zwei Seifenspender die flüssige Seife. Alles in allem machten die sanitären Anlagen einen guten Eindruck. Sie befanden sich ebenerdig und man musste keine weiten Wege gehen. Ein aufmerksamer Kellner weist einem den Weg.
Vom Abdruck des Menüs sehe ich ab, da zurzeit keins angeboten wird *g*
Ein kleiner Auszug aus der Karte, die ebenfalls wechselt:
Salat von jungem Spinat, Ruccola, Chicoree und Tomaten,
mit Balsamico-Honig-Dressing
6,90 €
Halbgekochte Entenstopfleber
mit Ananas-Mango-Marmelade
13,50 €
Dreierlei von der Jacobsmuschel
14,90 €
Thunfisch à la Plancha auf grünem Spargel mit Spieß von
Eucalyptus und Kanarischen Kartoffeln
16,90 €
Hausgemachte Ricotta Ravioli
mit Basilikum-Tomatencoulis
14,50 €
Kabeljau im Bananenblatt mit Eucalyptus, Frühlingsgemüse
und Schalottenmarmelade
17,50 €
Fazit:
Ein Restaurant der gehobenen Klasse mit internationaler Küche und Schwerpunkt auf französischen und asiatisch-mediterranen Gerichten, mit sehr guter Lage in Hamburg an der Hafenmeile.
Das Au Quai macht auch regelmäßig mit Aktionen von sich reden. Es werden Menüs mit drei oder vier Gängen angeboten, Weine aus Frankreich und entspannende Musik tun ihr Übriges.
Als ich Stopfleber auf der Karte sah, war ich zunächst etwas enttäuscht. Ich bin der Meinung, so ein Gericht gehört nicht auf diese exquisite Speisekarte.
Von kleinen Portionen kann man hier wirklich nicht sprechen.
Die Weinkarte ist übersichtlich, das Personal - mit einer Ausnahme - ist aufmerksam, jung, dynamisch und freundlich.
Die Küche ist kreativ, schmackhaft und verdient ein Lob.
Das Ambiente ist locker und dennoch gemütlich, die Toiletten sind sauber.
Das Platzangebot ausreichend, auch für größere Gesellschaften.
Die Karte im Internet ist nicht auf dem neuesten Stand, was ich als größten meiner Kritikpunkte erwähnen muss.
Die Tischreservierung wurde von dem Kellner unaufmerksam notiert, so dass wir nicht unseren gewünschten Platz bekamen. Der besagte Kellner bildet auch die einzige Ausnahme, was die Freundlichkeit betraf. Aber „irgendwas ist ja immer“ und jeder hat mal einen schlechten Tag. Insgesamt waren wir mehr als zufrieden und ich kann eine klare Empfehlung aussprechen. Wir werden das Au Quai sicher wieder besuchen.
Die Anschrift:
Große Elbstraße 145 b-d, 22767 Hamburg
Telefon : 040- 38037730 Fax : 040- 38037732
E-Mail : info@au-quai.com
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag von 12.00 Uhr - 22.30 Uhr
Samstag von 18.00 Uhr - 22.30 Uhr
Sonntag bis einschließlich April Ruhetag
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
1-1 von 1 Reiseziele Hamburg
Top Webtipps
Amazon.de
Niedrige Preise, Riesen-Auswahl und kostenlose Lieferung ab nur 20 EUR
Informationen zu Au Quai
Technische Daten und ProdukteigenschaftenGehobenes Restaurant in Hamburg mit internationaler Küche.
Allgemeine Informationen Au Quai
gelistet seit: 18.10.2004Bewertung durch unsere Mitglieder