Platz 148 in der Kategorie "Autos". Neben verschiedenen Cabriolet-Varianten anderer Audimodelle war von 1991 bis 2000 auch ein Mittelklassemodell mit dem Namen "Audi Cabriolet" erhältlich. ...mehr
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Audi Cabriolet Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Ich habe eine Braut entführt
ein Testbericht von mackz2002-09-27 19:46:06vom 27.09.2002Empfehlung: ja
und das mit dem Audi Cavbrio 1,9 TDI - ein Traumauto schlechthin könnte man meinen. Ich war begeistert von der Braut, vom Auto jedoch nicht.
Dabei war ich eigentlich so sehr begeistert - Am Anfang!
So ein eleganter Schlitten, auch wenn er nicht mehr hergestellt wird, ist doch was fürs Auge. Edle Verarbeitung mit Tropenholzimitaten in den Türen und den Amaturen, Leder-Sport-Sitze und und und. Der TDI verspricht Motorenspass und vor allem ein ruhiges Fahren. Und was es nicht alles zu Spielen darin gibt (auch ohne Braut): So findet man nicht nur zur eigene Sicherheit serienmäßig Gurtstraffer, ABS, elektronische Wegfahrsperre usw. an Bord, allein die Knöpfe für die vier el. Fensterheber mit Zentralbedienung, die Zentralverriegelung sowieso, die el. Außenspiegel, die Sitzsteuerung und das elektrische Verdeck sind ein Heidenspass. Wozu der serienmäßige Pollenfilter eigentlich da ist, werde ich wohl nie erfahren.
Zum Glück hatte ich auf meiner Entführungsfahrt keine Ahnung was das gute Stück kostet, sonst wäre ich sicher nicht mit dem Auto (aber trotzdem mit der Braut) durchgebrannt.
Dennoch war es nicht der Fahrspass denn ich mir erhoffte.
Woran es lag?
In einem Cabrio möchte man sich wohl fühlen, die Beine lang machen, gemütlich durch die Landschaft "cruisen" und Fahrvergnügen erleben. Dabei sollte das Auto wenn möglich so gut wie von selbst fahren und jeder Handgriff unkompliziert sein.
Jedoch nicht beim Audi 1,9 TDI.
Es beginnt mit dem Einsteigen. Die Braut, die ich auf ihrer eigenen Feier dem Bräutigam entwendet hatte, wollte unbedingt hinten sitzen und sich den Wind druch die offenen Haare wehen lassen. Dadurch, das die Frontscheibe sammt Querholm sehr tief angebracht ist, verwirbelt sich der Wind noch über der Fahrerrücklehne und bescheert dem Hintensitzer orkanartige Zustände - und das schon bei Tempo 60.
Nun stieg ich hinter das Lenkrad und stelle sofort fest, dass ich direkt auf den Querjolm schaue, also zu hoh sitze. Den Sitz tiefer stellen geht zwar, aber nur minimal. Ich muss mich also ein wenig nach vorne beugen, um etwas zu sehen - na toll.
Inzwischen waren wir in den Sonnenuntergang gefahren, hatten ein paar schöne Bilder im Sonnenuntergang gemacht und wollte im Halbdunkel zurück.
Wo ist der Lichtschalte?
Ja, da sucht man eine Weile und vergisst ihn dann auch schnell wieder. Leider erinnert kein Signalton beim Abstellen daran.
Und dann noch eines der typischen Diesel-Auto-Probleme!
Im uneteren Drehzahlbereich tut sich einfach nichts. Man kriecht von der Ampel weg und macht sich eher lächerlich, als das man den Beifall der an der Ampel lässig lehnenden Lady bekommt. Peinlich, Peinlich. Dafür fährt er bis 190 km/h und beschleunigt in den oberen Drehzahlen wie eine Rakete.
Alles in allem ein sehr ruhiges Auto mit etwas Eigensinn im Fahrerraum. Man gewöhnt sich an alles, könnte man meinen, wenn es sich nicht um eine Limusine handeln würde, von der man eigentlich erwartet, dass sie sich an einem gewöhnt.
Die Braut habe ich übrigens wohlbehütet wieder zurück gefahren.
...
Design ist sicher Geschmacksache, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jemand kein Gefallen findet!
Im Gegensatz zu vielen anderen Cabrios wirkt des Audi Cabrio auch mit geschlossenem Dach oder mit Hardtop "aus einem Guß"; offen ist er ein echter Hingucker, v.a. wenn man das Windschott heruntergeklappt läßt. Da stört kein aufgesetzter Bürzel wie vielleicht beim neuen Beetle oder eine Verschiebung des optischen Mittelpunktes wie bei manchem Franzosen oder auch beim Ka-Cabrio: Von vorne bis hinten eine glatte Linie, die den Wagen dynamisch wirken läßt. Durch die großen Räder mit 205x16 Zoll-Rädern und das kompakte Heck wirkt er von hinten recht bullig, das Heckband mit den Leuchten wirkt dort harmonischer, als auch beim Nachfolgemodell aus eigenem Haus.
*Ausstattung*
Gut geformte Ledersitze lassen einen schnell eine entspannte Sitzposition einnehmen, wenn auf der Rückbank nicht gerade Erwachsene sitzen, können auch sehr große Fahrer bei weit zurückgeschobenem Sitz bequem chauffieren.
Und für die etwas kleineren Fahrer (und Beifahrer) gibt es ja auch die Sitzhöhenverstellung....
Was soll man noch an Details erwähnen? Dass die klar gegliederten Rundinstrumente gut ablesbar sind, ist doch selbstverständlich, wozu ich die Anzeigen von Öldruck und -temperatur, sowie Voltmeter brauche ist mir bis heute nicht ganz klar und alle Schalter sind leicht zu erreichen.
Der Schalter für die beheizte (Glas)-Heckscheibe des Hardtops dient bei Stoffdachbetrieb zur Ventilatorbelüftung der eingearbeiteten Plastikscheibe, wo ich auch schon beim - aus meiner Sicht - einzigen reale Manko des Fahrzeuges bin: Die Plastikscheibe ist auch beim optimaler Pflege schnell zerkratzt, das Rückwärtsfahren wird da schnell zum Blindflug! Und meine Frau fährt mein Auto nur, wenn sie offen fahren kann - es kommt einfach nicht gut, wenn man sonst bei strömendem Regen zum Rückwärtsfahren das Dach erst öffnen muss, damit man Kleinigkeiten wie Litfaßsäulen oder Omnibusse nicht übersieht!
Einige pfiffige Details wie der eingebaute Skisack oder einfach ein zweiter Hebel zur Betätigung der Lehne des Beifahrersitzes vom Fahrersitz aus wirken demgegenüber einfach gut durchdacht.
Die eher tiefe Sitzposition erschwert zwar ein wenig das Plazieren der Ellenbogen bei geöffnetem Fenster, gibt aber des Gefühl der Geborgenheit einer Badewanne und auch die Sicherheit von 4 Airbags sowie das schwere "Plopp" beim Schließen der großen, weit ausschwenkenden Türen (Vorsicht in engen Parklücken!) lassen einen sich stets sicher fühlen.
*Motor*
Ich bin vorübergehend auch die 6-Zylinder-Version mit über 200 PS gefahren, aber mir reicht der mit 1,8l Hubraum kleinste (aber PS-mäßig nicht schwächste) Benziner mit 125 PS (90 kW) völlig aus, um mich jeder Situation gewachsen zu fühlen und auch mal einen spontanen Überholvorgang sicher durchführen zu können.
Die Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 reicht völlig aus, wobei ich sagen muss, dass - es mag auch an meinem mittlerweile gesetztem Alter liegen - ich mich wesentlich gelassener auf den Straßen bewege, als vorher mit meinem Twingo!
Der Benzinverbrauch ist mit ca. 9 Litern/100 km weder sehr vernünftig noch zeitgemäß, allerdings habe ich das Auto in den vergangenen Monaten zu 95% mit offenem Dach bewegt und da zählen sicher andere Präferenzen, als ein ökonomischer Spritverbrauch!!
Mein Tankwart im nahen Österreich strahlt jedes Mal wenn ich mal wieder komme (Die 20-Kilometer Fahrt
spart mir pro Tankfüllung 12-15 Euro), doch das kann nicht daran liegen, dass ich zu oft käme (oder ist einmal im Monat schon oft??), doch jedes Mal erzählt er mir, dass ich mit dem Auto sicher jede Menge Frauen abschleppen könnte. Wie er das genau meint, muss ich ihn mal fragen, weil ich habe - glaub ich - nur eine Abschleppöse am Heck! Für alle Fälle habe ich ein Abschleppseil schon mal griffbereit im Kofferraum liegen......
*Fahren und Komfort: *
Der Wagen wirkt auf den ersten Blick, als ob er gegenüber der Limousinausführung etwas tiefer gelegt wäre, doch nachgemessen habe ich bislang noch nicht!
Mittels eines mittelgroßen, griffigen Lederlenkrades und einer recht gut dosierten Servolenkung hat man den Wagen stets gut im Griff: sowohl schnell gefahrene Autobahngraden als auch kurvige Straßenvariationen z.B. in den Alpen lassen sich so entspannt meistern.
Lediglich bei nasser Straße (und momentan bei Schnee) muss man manchmal etwas Gas beim Anfahren wegnehmen um die Kraft auf die Straße zu bringen.
Eine etwas härtere Federung, als bei der Limousine, läßt zwar Fahrbahnunebenheiten den Fahrer deutlich spüren, mich stört das aber weniger, weil ich so nie den Kontakt zur Straße verliere...
**Offen Fahren!**
Eigentlich ein besondere Erwähnung gebührt bei einem Cabrio den Eigenschaften beim Offenfahren!
Innerhalb von ca. 30 Sekunden öffnet sich das Verdeck elektrisch, manuell geht es fast genau so schnell.
Und dann stellt sich die Frage, was man an Luftzufuhr braucht! Hat man Seitenscheiben und Windschot oben, ist auch bei 120 oder 140 km/h eine unangestrengte Unterhaltung mit dem Beifahrer möglich - liegt vielleicht auch daran, dass durch das Windschott kein Platz mehr für die Kinder auf den Rücksitzen ist und niemand dazwischen plappert!
Baut man das Windschott (findet zusammengeklappt Platz in einer Tasche im Kofferraum) aus, um vielleicht die Kinder doch mitzunehmen, so sollte die Geschwindigkeit unter 100 und die Außentemperatur über 25° sein, sonst wird es zumindest für die Hinterbänkler zu zugig. Und wenn seichtes Lüftchen (Version 1) und böiger Wind (Version 2) nicht ausreichen kommt mit Sturm die Version 3: alle Fenster runter, Windschott raus und los gehts!
Gerade in diesem Sommer war mir das dann manchmal noch nicht frisch genug, da half dann die eingebaute (halbautomatische) Klimaanlage. Und wenn es einem dann vielleicht am Rücken zu kalt wird, dem hilft dann die 6-stufige Sitzheizung ;-)
Insgesamt würde ich - wenn man die Wahl hat - die Variante mit dem manuellen Verdeck bevorzugen, da speziell die Elektrik hierfür sehr störanfällig ist.
Das optional erhältliche Hardtop ist aus Sicht von Cabrio-Puristen vielleicht nicht unbedingt erforderlich, schont jedoch das Stoffdach und steigert den Werterhalt, auch das Manko der Kunsstoffheckscheibe (s.o.) wird hierdurch kompensiert.
Zur Montage (meist in Verbindung mit dem Wechsel auf Winterreifen) sollte man sich schon 25 bis 30 Minuten Zeit nehmen, es ist zwar von 2 Leuten zu bewerkstelligen, zu dritt geht es jedoch einfacher! De Demontage des Hardtops geht etwas einfacher und auch schneller, besondere Sorgfalt sollte man auf einige Spezialschrauben haben, weil die den Drang habe in den Verdeckkasten zu fallen und dann geht die Fummelei los!
*Service*
Hier gebührt es eigentlich keine Sternchen, findet man doch bei diesem Punkt am meisten Schatten:
Ich habe bislang mit drei verschiedenen AUDI-Vertretungen Erfahrung gemacht und das Gesamtfazit ist derart, dass ich beim nächsten Wagenkauf dies als ganz große Nagativ-Last in meine Überlegungen einbeziehen werde. Das ist eigentlich schade, weil diese tolle Auto hätte anders verdient!
Nach ziemlichem Streß bei Problemen mit der Verdeckfunktion werde ich meine Inspektionen und Reparaturen in Zukunft sicher nicht beim AUDI-Händler machen lassen, sondern einer freien Werkstatt. Denn ein möglicher Titel eines zukünftigen Beitrages bei Yopi zu den Erfahrungen mit gerade jener Reparatur könnte sein ´"Service und Qualität bei AUDI? Fehlanzeige!!!"
*Preis*
Der von mir gezahlte Preis ist sicher nicht repräsentativ, aber man kann ein gepflegtes Modell mit ca. 40-50000 km ab ca. 15.000 Euro bekommen, das Hardtop (wiederholt schon bei ebay angeboten) wird nochmals 800 bis 1000 Euro kosten, aus meiner Sicht aber eine Investition, die sich lohnt.
Und, was erhält man dafür?
Ein gut verarbeitetes vollwertiges Cabrio mit vier Sitzplätzen, wo nichts klappert oder scheppert, viel Komfort, ein gutes Sicherheitspaket und viel, viel Fahrspaß - da konnte ich in den vergangenen Monaten genug Sonne tanken für die nun etwas kältere Jahreszeit!
Technische Daten und ProdukteigenschaftenNeben verschiedenen Cabriolet-Varianten anderer Audimodelle war von 1991 bis 2000 auch ein Mittelklassemodell mit dem Namen "Audi Cabriolet" erhältlich.