Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS)
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Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS)
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Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS)

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS)

Platz 9 in der Kategorie "Krankheiten / Krankheitsbilder".
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Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

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Indigo

Das ADS-Syndrom: ein Modetrend der Pharmaindustrie?

ein Testbericht von 2005-03-21 08:09:27 vom 21.03.2005
Empfehlung: ja
Das ADS-Syndrom: ein Modetrend aus der Pharmaindustrie?

Vor einigen Tagen habe ich im ORB Fernsehen die Sendung VISITE gesehen. Einer der redaktionellen Berichte behandelte die Thematik "Das ADS-Syndrom bei Erwachsenen."

Ich werde in meinem beruflichen Alltag regelmäßig mit dieser Problematik bei Kindern und Jugendlichen konfrontiert und erlebe gegenwärtig sozusagen den Ritalin-Boom hautnah.

Für den nicht so im Thema stehenden Leser kurz zwei Erklärungen. ADS heißt Aufmerksamkeits-Defizit-Störung, ein Syndrom meint den Zusammenschluss mehrerer Krankheitssymptome und Ritalin ist das zur Zeit wohl meist verordnete Medikament.
Auf der Erscheinungsebene sprechen wir häufig von Hyperaktivität.

Scheinbar sitzen inzwischen in jeder Schulklasse mehrere ADS-Kinder und selbst in Kindergärten wird das Phänomen besorgt beobachtet. Eltern sind beunruhigt, wandern vom Hausarzt zum Facharzt und erhalten zum Schluss Ritalin für das Kind. Und schon funktioniert das Kind zuhause und in der Schule wieder.

Die Pharmaindustrie freut sich, hat sie doch ein neues und umsatzträchtiges Feld entdeckt. Ärzte werden geschult und die Werbekampagne nimmt ihren Lauf. Viel zu oft wird Ritalin auch von ungeschulten und diesbezüglich nicht so qualifizierten Ärzten verordnet, weil die Eltern gezielt nach Ritalin fragen, sehr viel über ADS gelesen haben und auf diesem Wege allen Überforderungen wieder gerecht werden können.

Bis heute existiert jedoch keine gesicherte Diagnostik zu ADS, wodurch der Marktanteil von Ritalin sicherlich nicht eingegrenzt wird. Die Pille fürs Familienleben und die Schulzeit befreit Eltern, Lehrer und Schüler von vielen psychosozialen Konflikten.

Eltern tragen den Klassenlehrern in der Sprechstunde vor, dass ihr Kind das ADS-Syndrom habe, erwarten diesbezüglich eine besondere Sensibilität und das Kind selbst verweist bei einem Konflikt mit dem Klassenlehrer selbstverständlich auch auf seine Erkrankung.

So berichten Lehrer, die Schüler aufgrund von Unterrichtsstörungen ermahnen, dass die Schüler antworten, sie können nichts dafür, sie hätten ADS. Eltern zeigen natürlich für ihre Sprösslinge Verständnis, verlangen auch eine zunehmende Rücksicht der Lehrer und halten eine Beurteilung des Verhaltens ihrer Kinder für ungerecht. Schließlich sind die Kinder krank!

Keine Elternzeitschrift, keine Illustrierte und kein Fernsehsender spart die ADS-Syndrom-Thematik aus. Ritalin wird zur legal verordneten Droge und die Pharmaindustrie freut sich.

Die Frage nach den Ursachen rückt in den vernebelten Hintergrund.

Die Fernsehsendung VISITE stellt einen Mann vor, der gerade von seiner Freundin verlassen wurde. Der Mann ist unkonzentriert, kann seinen Haushalt nicht organisieren, fängt Sachen an, die er abbricht und der Mann braucht dringend Hilfe. Der Mann geht zum Arzt. Der Arzt diagnostiziert ADS und verordnet Ritalin. Ergo gibt es das ADS-Syndrom auch bei Erwachsenen.

Wir können darauf warten, dass Ritalin in Altenpflegeheimen zum Standardfrühstück gereicht wird.

Indigo wünscht eine etwas kritischere Betrachtung und ansonsten guten Appetit!
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Kommentare
Hofo_M
Hofo_M, 03.10.2005
Dein BEricht war für mich leider weniger hilfreich. Ich selbst leide an ADHS und habe auch einen Sohn, der an ADHS leidet. Bei meinem Sohn zeigt Ritalin die gewünschte WIrktung. SEine SChulnoten haben sich um 2 Noten gebessert und auch sein Sozialverhalten
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Dotty

........ADS oder vielleicht:" Man ist was man isst!" ?

ein Testbericht von 2003-10-03 15:51:01 vom 03.10.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: Genial wenn man Herausforderungen liebet....
Nachteile/Kritik: kann aber auch mehr als anstrengend sein!
Hier kommt nur ein kleiner Teil dessen was ich über ADS denke und zu wissen meine! Also meine ganz persönliche Anschauung und Erfahrung!
Sicher auch nicht das Ei des Columbus, aber ganz verkehrt wird es auch nicht sein.


Für ADS gibt es scheinbar keine genaue Diagnose, keine einheitliche Erklärung und keine allgemein gültige Hilfe!
Ich habe mich mit diesem Thema viel, und sehr intensiv auseinandergesetzt, da mein Ältester (10 Jahre) ein Paradebeispiel für ein ADS-Kind mit Hyperaktivität ist.
Meine Tochter (5 Jahre) wurde auf anraten des Kindergartens entsprechend untersucht................Diagnose ADS mit Hyproaktivität ( also das Gegenteil vom dem nicht zu bremsenden Wirbelwind.) Sie war, muss ich jetzt schreiben, zu sehr in sich gekehrt und ihre Konzentration war kaum auf äußere Reize zu lenken.

Ich fühlte mich mehr als nur Überfordert, als ich damit Konfrontiert wurde.----- Ärzte , Psychologen und Therapeuten sind doch eigentlich die Fachleute, die einem den richtigen Weg zeigen sollten! Aber als Mutter konnte ich mich nicht überwinden dem Glauben zu schenken, obwohl ich im ersten Moment erleichtert war: “Es wurde einem das Schuldgefühl genommen Versagt zu haben! Das man seine Kinder verkehrt erzogen hätte!“

Die ganzen Informationen, die ich dann aus vielen verschiedenen Büchern in meinen Kopf gepackt habe, das was Fachleute sagten und alles was mir die Medien anboten............................. löste in mir die totale Verunsicherung aus! Ich konnte und wollte weder dem einem noch dem anderen glauben!

Ich habe dann auf mein Bauchgefühl gehört! Meine Kinder sind keine kranken Kinder, sie sind individuell ! Alle haben ihre eigenen Stärken, die man herausfinden muss und natürlich fördern. Ich stelle es mir so vor, das die sogenannten ADS-Betroffenen einen nächsten Schritt in der Evolution getan haben . Ihre Begabungen sollen ihnen die Grundlage für ein zukunftweisendes Leben geben. Schon jetzt sind die Menschen mit starken Fähigkeiten gefragt! Wer kennt nicht in seiner Umgebung eine liebenswerte „Chaos – Person“( Aber dennoch sehr erfolgreich in einem bestimmten Bereich!) , die einem manchmal den letzten Nerv raubt! Mal wieder was vergessen, hört einfach nicht zu, wieder eine neue verrückte Idee und dann fehlt die Ausdauer um sie umzusetzen. Die Phantasie und Kreativität verbraucht so viel Energie, das sie nicht ausreicht sich eine Ordnung zu schaffen im Handeln, Denken und Reagieren! ( Retalin soll das angeblich können )

Geht das nicht anders! Welche Möglichkeiten hat man sonst?
Wie wäre es mit einem Menschen , der einen kleinen Plan erstellt ( für Tage, Wochen oder länger), und zwischendurch an dies und jenes erinnert?
Ohne zu gängeln! Freiraum lassen !
Ist sicher nicht Jedermanns Sache, aber man kann es ja ausprobieren.
Ich hab noch was ausprobiert!
Jetzt möchte ich zu dem Grund kommen warum ich zu Anfang schrieb : „Sie war zu sehr in sich gekehrt!“

Dadurch, das mein Großer auch verschiedene Allergien ( auch auf Nahrungsmittel) hat, erzählte mir seine Sportlehrerin von einer möglichen Hilfe durch eine Ernährungsumstellung. Diese sollte sich auch im Verhalten bemerkbar machen!

Ganz zum Schluss des Textes werde ich diese „Diätform“ noch erläutern!

Am dritten Tag nach Beginn der Diät, konnte man die erste Veränderung bei meinen Kindern „sehen“! Alle drei hatten immer starke Ränder unter den Augen (Schlafmangel war es aber nicht), die waren bei meiner Tochter und meinem Jüngsten wie weggewischt, bei meinem Großen kaum noch zu sehen!
Der vierte Tag brachte mir eine positive Bestätigung. Es war ein Montag und an diesem Tag hatte meine Süße, wie immer eine Stunde mit der Sprachtherapeutin! „Was haben sie mit dem Kind gemacht?“ Wurde ich erstaunt gefragt.“ Sie hat richtig mitgemacht, in ganzen kompletten Sätzen gesprochen, voll dabei! Hat sogar richtige Späße gemacht!“
Am folgenden Donnerstag, bei der Ergotherapie : Fast die identische Aussage! Ich hatte bewusst vermieden, der Therapeutin von der Diät zu informieren. Ich wollte eine uneinvorgenommene Meinung! Es war wie ein riesengroßes Geschenk ! Endlich waren wir auf dem richtigen Weg!
Die Entwicklung meiner Tochter ist einfach phantastisch! Und sie hat ihre tolle Kreativität behalten, und kann ihren Ideenreichtum zum größten Teil umsetzen.
Bei meinem Wirbelwind waren die folgenden Veränderungen nicht so extrem, aber dennoch spürbar. Wenn ich ihm etwas sagte, reagierte er fast immer sofort, nicht erst wenn ich ihn dazu zwang mich anzusehen! Hausaufgaben machen liebt er noch immer nicht (wer tut das schon) aber er kann sie jetzt zügig hinter einander machen! Es gibt zwar noch vieles was besser laufen sollte, aber ich denke das es bei ihm länger dauern wird, weil ja schon recht viele Jahre in dem er zu lernen ( auch im Sozialverhalten) hatte vergangen sind, wo ihm aber die Möglichkeit nicht gegeben war! Er hat viel aufzuholen!
Diese Ernährung mache ich mit meinen Kindern mit. Sogar ich habe positive Veränderungen erlebt: Ich brauche weniger Schlaf, habe keinen Heißhunger auf „wer weiß was“, plötzlich habe ich das Gefühl viel schneller und klarer Dinge zu erfassen und Verblüffenderweise sind meine wirklich starken Beschwerden während meiner Periode wie Weggezaubert!
Mein Nesthäkchen hat sich, abgesehen von den Augenringen, nicht verändert.................... ich habe jedoch herausgefunden, das er keine Pilze essen darf. Er ist dann sehr reizbar, schläft sehr unruhig mit Alpträumen und nässt sich wieder ein!

Ich bin Mittlerweile davon überzeugt das ADS uns nicht betrifft, sondern das die Ernährung die Symptome hervorgerufen hat. Vielleicht könnte es ja auch eine Hilfe für DICH oder auch für DEINE Familie sein!?

Zur Ernährungsumstellung: Mir wurde erklärt das bestimmte Nahrungsmittel im Magen-Darm-Bereich die Zotten „verkleben“ und dadurch die richtige Verdauung und Verwertung der Nahrung nicht mehr Möglich ist. Eine unnötige Belastung für den Körper. Es kommt zu negative Reaktionen auf einige Nahrungsmittel- und Zusätze, die aber im Grunde keine Allergien sind. Es ist dann einfach nur zu viel- wie ein kleinmaschiges Sieb(was doch die Maschen kommt ist OK) was sich füllt , zu schnell, oder mit „Großem“ , und dann überläuft! Alles was über den Rand geht, gelangt in den Körper, aber nicht entsprechend in einzelne Komponente zerlegt. ((((( ich hoffe ich habe es so richtig erklärt))))
Um das Sieb frei zu bekommen muss man es leeren...
Und das geht so:

Kein Getreide in jeglicher Form (Glutenfrei)
Kein Hühnereiweiß inklusive des Ei `s
Keine Milch und Milchprodukte
Keine Hefe
Keine Schokolade
Kein Schweinefleisch
Vorerst das Obst meiden was am häufigsten gegessen wurde
Keine Fertigprodukte
Und natürlich die Nahrungsmittel wo man eine Unverträglichkeit vermutet

An denn ersten fünf Tagen folgende Nahrungsmittel:
Kartoffel, Reis, Reismilch, Mais( Maismehl, Gemüsemais,)Möhren, Kohlrabi, Broccoli, Olivenöl, Distelöl, Putenfleisch, Rindfleisch , Agavendicksaft( zum süßen )
Salz, als streichfett Florasoft , Cornflakes ohne Malz , ( Als Brotersatz gibt es im Reformhaus ein Knusperbrot, wie ein Knäckebrot, Namens : Fette Crocanti und Reis, Mais Waffeln.)
Das umzusetzen geht besser als man denkt, und eine Änderung zeigt sich recht schnell, wenn dies die richtige Form der Ernährung ist( fast vergessen, es ist auch möglich das sich in der ersten Tagen (2.-6.) die „Symptome“ verstärken—eine art Entzugserscheinung--).
Ab dem 6. Tag werden jeden Tag zwei zusätzliche Nahrungsmittel hinzu genommen, eines Morgens , eines Mittags(aber nicht die oben genannten verbotenen..)
Und immer genau beobachten ob es vertragen wird, es kann eventuell am Verhalten festgestellt werden( aufgedreht ,weinerlich, aggressiv , schlecht gelaunt usw.) oder auch eine Körperliche Reaktion (Kopf- oder- Bauchweh, Durchfall, Ausschlag, Müdigkeit, Erbrechen, usw.)
Stellt man so etwas fest, streicht man dieses Nahrungsmittel.
Nach vier bis fünf Wochen sieht der Speiseplan schon recht passabel aus. Am besten geht man in eine Rotationsdiät über! Hier ein Beispiel:
Tag 1.
Reis, Putenfleisch, Broccoli, Tomate, Sesam, Sesamöl, Birne- und Saft, Reismilch-Pudding,
Tag 2
Kartoffeln, Fisch, Gurke, Zucchini, Mangold, Senf, Mandeln, Mandelöl, Mandelmilch, Banane, Bananenchips, Hagebuttentee
Tag 3.
Mais, Rindfleisch, Möhren, Aubergine, Avocado, Soja, Sonnenblumenöl, Sonnenblumenkerne, Trauben – Saft, Rosinen

Es geht darum erst nach drei Tagen ein Nahrungsmittel doppelt zu nehmen....... also am Tag 4 darf wieder Putenfleisch gegessen werden oder Birne als Frucht.
Und immer möglichst ausgewogen, damit keine Mangelerscheinungen auftreten. Um so mehr Nahrungsmittel ausgetestet sind, um so besser kann man sie auf drei Tage verteilen...............(natürlich kann man Salz nur alle drei Tage verwenden )

Und man wird recht erfinderisch in der Küche!


Was noch ganz interessant ist, das in den asiatischen Ländern ADS nahezu unbekannt ist und die Ernährung hat dann doch Ähnlichkeit mit dieser Diät!
ADS in den USA scheint fast jeden zu betreffen( etwas übertrieben), und wie sieht da die Ernährung aus.......... Fertigprodukte ohne ENDE!


Sollte man dann irgendwann der Meinung sein, man hat alles getestet( inklusive Gewürze, Kräuter, )
Kann man versuchen die Verbotenen Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, aber bitte dann nur eines. Fängt man mit Getreide an dann eine Sorte, nicht ein Körnermix. Bei Milch ,nicht gleich Butter und Joghurt, eins nach dem anderen. Ein Hühnerei zu testen kann recht heftig sein!
Man sollte auch auf solche Dinge wie Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, Farbstoffe, zugesetztes Vitamin C im Auge behalten.

Wir haben jetzt auch entdeckt das einige Allergien verschwunden sind! Hätte ich vor einem halben Jahr meinen Sohn Erdbeeren, Erdnüsse, Weintrauben, Orangen nur in ganz kleiner Menge zu essen erlaubt, hätte er einen allergischen Schock gehabt, mit Atemnot, Panicattacken, Erbrechen und Fieberschüben.
Er hat keine Probleme mehr damit!
Kirschen darf er nicht essen, wie auch Salbei............................ dann dreht er so auf, das man ihn am liebsten in sein Zimmer verbannen würde!

Ich könnte hier jetzt noch endlos weiter schreiben, was ich alles entdeckt habe, aber es ist wahrscheinlich so, das die Nahrungsmitteltunverträglichkeiten so
Variieren wie die Auswirkungen!

Sollt der eine oder andere noch Fragen haben, einfach mailen!
Sicher kommt dadurch eine gute Ergänzung für meinen Beitrag zustande!

Ich würde mich freuen, besonders wenn mir noch jemand ein Tipp geben kann, oder auch ganz anderer Meinung ist!
und noch ein Sorry von mir, weil ich so manchen Gedankengang nicht ganz zu ende gebracht habe............ADS liegt in der wohl in der Familie
...
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Kommentare
oxalife
oxalife, 20.10.2007
Durchaus interessant, die Sache mit der Diät scheint ziemlich kompliziert auf den ersten Blick, denoch ein sehr hilfreicher und informativer Bericht, so etwas habe ich bezüglich ADS noch nie gehört danke für deine Erfahrungen liebe Grüße oxalife
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janie22

Meine Erfahrungen mit der Krankheit

ein Testbericht von 2003-02-26 14:39:55 vom 26.02.2003
Empfehlung: nein
Also Betroffe war ich richtig froh, dass ich die Kategorie hier gefunden habe! Ich selbst habe ADS, bin aber noch nicht in Behandlung, weil ich mich immer darum gedrückt habe (Bin blöd oder???)

ADS = Aumerksamkeitdefizitssyndrom.

Ich finde, ADS kann je nach Schwere der Krankheit sehr schlimm für die Betroffenen sein. Wie schwer die Krankheit bei mir zugeschlagen hat, weiß ich nicht. Ich habe ja keine Vergleichsmöglichkeiten.

Vor 2 Jahren war ich beim Arzt, weil ich starke Konzentrtions- und Gedächtinisstörungen hatte. Die Veranlassung zum Arzt zu gehen hatte ich, weil ich kurz vor den Abiturprüfungen stand und ich große Probleme hatte, den Stoff ersten in meine Kopf zu bekommen und auch ihn dort zu behalten.
Auch schon als Kind hatte ich diese Probleme, welche ich aber nie als so schlimm empfand wie zu diesem Zeitpunkt. Ich sah mein Abitur wirklich in Gefahr, weil ich viele schlechte Noten bekam. Und das wo ich einen IQ von 135 habe. Man möchte glauben, dass ein Mensch mit solch einem IQ auch etwas damit anzufangen weiss. Aber ich schrieb in sehr vielen Fächern schlechte Noten.

Aber kommen wir wieder zum Arzt. Ich dachte damals, die Probleme hingen mit der Migräne zusammen, die ich oft hatte und auch immer noch habe. Aber wie ich nun weiss hatte die Migräne damit nichts zu tun.
Mein Hausarzt sachickte mich also zum Neurologen, der meine Hirnströme messen sollte um heraus zu finden, ob das Prblem physiologisch ist oder nicht. Dieser konnte aber nichts feststellen und schickte mich zum Psychologen.
Dieser offenbarte mir nun, dass ich ADS habe und dass die Krankheit gut in den Griff zu bekommen ist. Ich würde Medikamente bekommen und bestimmte Therapiemaßnahmen mitmachen müssen ... auf welche mein Psychologe damals nicht näher einging. Das Problem an der Sache war nur, dass meine erste Sitzung er in einem halben Jahr sein sollte. Zu dem Zeitpunkt konnte ich aber nicht kommen und wollte einen neuen Termin ausmachen. Dieser wäre wieder erst ein halbes Jahr später gewesen :-(

Da habe ich mir gesagt, dass ich auch selbst damit klar komme. Mein Abitur habe ich geschafft und somit hatte ich keinen Grund wieder inzugehen :-(


Aber nun sind die Symptome wieder sehr stark und ich bin mitte im Studium.

Und nun will ich euch etwas über die Symptome erzählen:


Ich habe wie gesagt, starke Konzewntrationsstörungen. In den Vorlesungen bekomme ich kaum etwas mit, was dauerhaft in meinem Kopf hängen bleibt. Also muss ich mir alles in schwerstarbeit zu Hause selbst aus den Skripten ausarbeiten.
Ich lasse sehr schnell ablenken. Ich kann zum Beispiel nicht in Ruhe fernsehen, wenn irgendjemand Geräusche macht oder etwas sagt. Dann kann ich mich nich auf den Film konzentrieren und ich bekomme nichts mehr mit. So ist es bei allem was ich mache.

Ich habe auch kein Liueblingshobbie, weil meine Interessen sich dauernd ändern. Ich springe von´dem einen zum anderen. Ich habe nicht lange Spass an etwas. Egal was es ist, ich verliere sehr schnell die Lust daran.

Ich habe einen extrem starken Bewegungsdrang. Ich muss immer etwas zu tun haben, sonst ist mir langweilig. Also bin ich immer zappelig und spiele dauernd an etwas herum. Ich habe immer ein Gefühl im Bauch, dass irgendetwas fehlt, das sich irgendetwas tun, essen oder haben möchte. Aber icxh weiss nie was es ist. Ich kann nachts nur schlecht einschlafen. Meist brauche ich zwischen einer halben und einer Stunde um endlich in das Land der Träume zu gleiten. Aber daran habe ich mich im Laufe der Jahre gewöhnt. Dafür habe ich tagsüber dauernd Phasen in denne ich auf der Stelle einschlafen könnte. Egal wie leang ich in der Ncht geschlafen habe, ich bin tagsüber dauernd müde. Leider verträgt sich das mit meinem Bewegungsdrang nicht so. Deshalb fühle ich mich immer irgendwei unwohl und unausgefüllt.

Auch mein Gefühlsleben leidet stark unter der Krankheit. Ich schwanke dauernd zwische Euphorie, Aggression und Depression. Meine Mitmenschen und auch ich leiden oft stark darunter. Sehr oft habe ich das Gefühl einfach heulen zu wollen und ich weiss nicht warum. Ich bin eifach nur unglaublich traurig - ohne Grund. Ich kann einfach keine Kritik vertragen und auch gute Ratschläge lösen bei mir Aggressionsverhalten aus. Ich kann es nicht vertragen, wenn ich nicht meinen Kopf durchsetzen kann. Um es genau zu sagen, ich bin oft wie ein kleines Kind.
Ich finde es ja schön manchmal kindisch zu sein, aber das ist mir zu extrem. Und ich kann nichts dagegen tun. Ich komme gegen meine Gefühle nicht an und kann sie nicht beherrschen. das verstehen viele Leute nicht. Ich sehe es aber auch nicht ein, jedem meine Krankheit auf die Nase binden zu müssen. Es geht keinen was an und ich will auch nicht alles auf die Krankheit schieben.

Ich bin auch sehr uneigenständig. Ich kann schlecht Entscheidungen selbst treffen. Entweder tu ich es und mache in meiner Impulsivtät wieder das falsch oder ich habe dauernd zweifel und überlasse die Entscheidungen lieber anderen.

Ich lerne auch ungern neue Menschen treffen und viele die ich kennenlerne haben Probleme mit meiner Impulsiven Art. Ich sage auch immer was mir in den Kopf kommt. Ich denke nicht über die Folgen nach, sonder ich sage es einfach. Ich schffe es auch nicht über etwas vorher nachzudenken. Es rutscht mir einfach raus. Genau das handelt mir auch oft bei anderen Menschen Minuspunkte ein. ICh wirke in den Augen anderer taktlos, schlecht erzogen und ohne Manieren.

Naja ... es gibt noch einiges mehr, aber mir fällt im Moment auch nicht mehr ein.

Wer mehr über die Krankheit erfahren möchte der schaut mal bei www.adhs.de vorbei. Dort kann man viel über die Krankheit erfahren.

Zu den Bahndlungsmethoden kann ich nicht viel sagen, da ich mich erst wieder um einen Termin gekümmert habe und mein Behandlung erst demnächst beginnt. Eins kann ich aber sagen ... ich werde wahrscheinlich Ritalin bekommen - ein Medikament welches leider aber auch starke Nebenwirkungen hat. Ich hoffe aber dass es sich wenigsten lohnt.

Vielleicht halte ich euch während meiner Behandlung noch auf dem Laufenden.

Bis dahin wünsche ich euch ein schönes Leben und viel Spass bei YOPI!


Liebe Grüße Janie!
...
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Kommentare
Hofo_M
Hofo_M, 03.10.2005
Bin auch von ADHS betroffen und habe mich in vielen Punkten in Deinem Bericht wieder erkannt. Ich befinde mich nun seit über 2 Jahren in psychotherapeutischer Behandlung, allerdings weiß ich erst seit etwa 2 Monaten definitiv, dass ich ADHS habe. Ich kann
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mbumr

ADHS eine Krankheit mit vielen Leiden für die Familie

ein Testbericht von 2003-01-11 20:06:31 vom 11.01.2003
Empfehlung: ja
ADHS eine AUFMERKSAMKEITS-DEFIZIT-HYPERAKTIVITÄTS-STÖRUNG

Man ist das ein schweres Wort werdet ihr denken, aber dafür gibt es ja die Abkürzung ADHS!
Aber was ist das eigentlich für eine Krankheit????

Die Ursachen für diese Krankheit sind noch nicht eindeutig geklärt!
Im Gehirn wird ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel von Botenstoffen ( Erläuterung siehe Bericht Allergien)festgestellt, auch genannt NEUROTRANSMITTRN wie DOPAMIN, NORARENALIN und SOROTONIN.
Vor allem aber scheint die Struktur vom Frontalhirn zum tiefer liegenden Hirn gestört zu sein!

Man geht davon aus, das gar nicht die organischen Veränderungen im Hirn schuld für diese Reaktionen sind sondern eher Psychische Prozessen!
Es spricht ja auch so viel dafür das Körper, Psyche und Geist eine Einheit bilden!

Auch haben Forschen festgestellt das 50 % der Patienten durch genetische Belastungen an ADHS leiden!
Auch Allergien spielen eine Rolle.
Auslöser können aber auch Alkohol und Nikotin in der Schwangerschaft sein!


Den Begriff Hyperaktiv kennen wir wohl alle....wenn man ein Kind sieht, das sich eigentlich nur bewegt und manchmal auch geistesabwesend wirkt!
Aber auch der Zappelphillip und die leicht abzulenkenden Kinder leiden oft an ADHS!

Kinder mit ADHS haben es meist nicht leicht ...Ihre Noten in der Schule sind eher schlecht, da sie ja meist abgelenkt sind und in der Klasse stören! Aber sie sind nicht unintelligenter als normale Kinder sie sind nur meist falsch betreut oder unterfordert!

Aber wann ist ein Kind nun krank und wann nur einfach unglaublich lebenswillig????
Eine schwere Frage und man kann wirklich schlecht sagen, wann ein Kind an ADHS leidet und wann nicht, da gibt?s dann nur eine Lösung: eine Blutuntersuchung kann darüber Aufschluß geben!

Wie schon gesagt haben es die Kinder nicht leicht, und das beginnt schon im Kleinkindalter....anfangen tut es dann wenn die Kinder ständig Langeweile haben und Spielzeug wie Lego und Playmobil sind wenig beliebt, da diese Sachen Ausdauer und Planung erfordern.
Aber auch kann die Mutti schon was merken einem man darauf achtet ob kuscheln und schmusen auf Ablehnung stößt oder dem Kind immer wieder die selben Sachen passieren..wie Stürze an der selben Stelle oder Kopfstoßen und und und....

Aber nicht nur die Kinder haben es schwer auch die Eltern sind nicht zu beneiden!
So gibt es immer wider Spannungen untereinander, da man keine Minute ruhe hat nach der Arbeit!
Es kommt auch oft durch die Kinder ( wo man aber nicht den Kindern die schuld für geben sollt) zur Scheidung und zum Ehekrach!

Wie bekommt man Hilfe???

Zuerst sollte man mit dem Arzt sprechen, der leitet einen dann schon an die richtigen Experten, diese hören sich geduldig die Probleme an und Diagnostizieren....
Dabei ist das allein schon eine große Hilfe für die Eltern, da sie sich mal alles von der Seele reden können und das wirkt schon als kleine Entlastung!

Wird dann wirklich ADHS festgestellt, so wird eine lange Therapie notwendig!
Das sieht dann ungefähr so aus:
Heilpädagogik, Psychomotorik, Ergotherapie, Verhaltenstherapie und /oder eine medizinische Behandlung..wovon ich aber zuerst mal abraten würde, da das Mittel doch sehr lange eingenommen werden müsste und da kann es schon zur Sucht führen und das ist ja nicht Sinn und zweg der Sache unsere Kinder ruhig zu stellen!

Ein Paar kleine Tipps von mir für euch:

· Nehmt euer Kind wenn es ADHS hat, so wie es ist und liebt es genauso wie jedes andere
· Last euch viel Zeit zum Spielen und geht auf das ?motzen ? der Kinder mit Humor ein
· Nicht ständig schimpfen und strafen..sie wissen schon was sie tun können es nur nicht richtig umsetzen, aber auch nicht zu früh SELSTSTÄNDIKEIT erwarten
· Bei Streit einfach weggehen und 10 Minuten warten, dann hat sich das Kind beruhigt und wird schon wieder lustig sein!
· Musik und Tanz fördert diese Kinder und sie lieben meist Rollenspiele
· Nicht vor die Playstation oder den Fernseher setzen , das fördert nur die Reize und die können nicht so schnell verarbeitet werden!


Ja nun bin ich auch mit meinem Latein am Ende!

Aber ich denke wenn man den richtigen Arzt hat und auf die Regeln und Wünsche eingeht wird das schon werden, wichtig ist nur wirklich das Kind so viel Liebe zu geben, wie bei jedem anderen Kind auch.....

Ich habe diesen Bericht geschrieben, da mein Bruder mit 4 Jahren ADHS hat und man wirklich nicht viel tun kann!
Ich weiß noch wie ich als ich es noch nicht wusste immer mit ihm geschimpft habe und er konnte doch eigentlich nichts dafür!
Diese Krankheit ist echt schlimm und so unerforscht, das es schon weh tun!
Ich wünsche keinem diese Krankheit und wer sie hat, dem wünsche ich eine Verständnisvolle Familie die einen fördert und liebt!!!

Melli
...
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Luckybrina

Das ADS-Buch

ein Testbericht von 2002-05-19 12:03:56 vom 19.05.2002
Empfehlung: ja
ADS = Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom

Man unterscheidet zwischen zwei Hauptarten des ADS: mit und ohne Hyperaktivität

Kinder, die ADS mit Hyperaktivität haben, sind meist sehr intelligent, können sich aber schlecht konzentrieren, sind auffällig, besonders in der Schule...


Kinder, die ADS ohne Hyperaktivität haben, sind oft verträumt, scheinen nicht über ihr Verhalten nachzudenken,...

ADS erkennen kann allerdings nur ein Kinderpsychologe oder ein Kinderarzt, der sich lange mit diesem Thema befaßt hat. Leider ist auch heute noch den wenigsten Menschen bekannt, das es sich bei ADS nicht um einen Erziehungsfehler, sondern eine ernstzunehmende Krankheit. Das Kind merkt selbst, daß es anders als andere Kinder ist, und tut sich oft sehr schwer, steht sich selbst im Weg, ... da kann den Eltern nur ein Fachmann helfen.


Leider bin ich Laie auf diesem Themengebiet und kenne die Probleme mit solchen Kindern nur an Fällen aus meinem Bekanntekreis.

Das ADS-Buch ist jedoch eine Hilfestellung, daß es auch mir möglich machte, insbesondere die Tochter meiner Freundin besser zu verstehen.

Es erklärt die Verhaltensmuster der betroffenen Kinder, gibt die Meinung der Kinder aus deren Sicht wider (sehr gut beschrieben, wie das Kind sich fühlt!), zeigt Berichte von Fachärzten und anderen betroffenen Eltern, Verhaltenstipps usw.

Auch die medikamentöse Behandlung und deren mögliche Vermeidung wird durchgesprochen und hilft besonders den Eltern zu verstehen, was ihr Kind durchmacht.

Wirklich eine gute Hilfe für alle betroffenen Eltern, Angehörige und Familienmitglieder, um dem ADS-Kind beistehen zu können und es zu verstehen!
------------------------------------------------ ------
Das A. D. S.- Buch. Aufmerksamkeits- Defizit- Syndrom. Neue Konzentrations-Hilfen für Zappelphilippe und Träumer.
Gebundene Ausgabe - 319 Seiten (1999)
Oberstebrink Verlag; ISBN: 398044936X
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Kommentare
janie22
janie22, 26.02.2003
Ein guter Tip. Ich habe ADS bin aber leider noch nicht in Behandlung, weil ich mich bisher immer gedruumlckt habe. Aber ich habe mich mal wieder um eine Termin gekuumlmmert :-
schnekuesschen
schnekuesschen, 31.03.2006
Klasse Bericht...LG Sandy
ochsenfrosch43
ochsenfrosch43, 22.03.2007
jetzt hab ich doch noch ein paar unbewertete Berichte bei dir gefunden. Liest du gegen? Würde mich sehr freuen - LG Jens
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kristel

Hilfe für hyperaktive Kinder

ein Testbericht von 2002-05-12 13:00:38 vom 12.05.2002
Empfehlung: ja
Durch eine Bekannte meiner Mutter bin ich auf ein Mittel aufmerksam geworden, daß auf natürlicher Basis Hyperaktivität bei Kinder bekämpfen soll. Ich fragte mich, was das sein kann, wo doch schon so viel(Mittel vom Homöopathen) versagt hat? Meine Mutter war so überzeugt davon, was ihr die Bekannte erzählte, daß sie kurzentschlossen eine Dose des Mittels gekauft hat. Es handelte sich dabei um ein Pulver mit Orangengeschmack, das sich aus Vitaminen, Mineralstoffen und vorallem Traubenzucker zusammensetzt. Der Gedanke an Traubenzucker gefiel mir gar nicht, da mein Kind gerade darauf die glatten Wände hochging. Aber ich dachte, ein Versuch wäre es ja wert.
Nach ein paar Tagen der Einnahme, wobei ich sagen muß, daß mein Kind es sehr gerne in Multivitaminsaft aufgelöst trinkt, stellte ich fest, daß es bedeutend ruhiger und ausgeglichener wurde. Bis heute trinkt er 1 mal täglich sein Super Kid von Fitline und ich muß sagen, es wirkt tatsächlich. Bei uns geht dieses Getränkepulver nie aus, obwohl es relativ teuer ist: 450 g 40,- Euro, aber ich finde, wenns hilft ist mir für mein Kind nichts zu teuer!
...
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Chris_ONeal
Chris_ONeal, 12.05.2002
pffff
die_leserin
die_leserin, 12.05.2002
Was nuumltzt es dir, wenn du so viele Berichte schreibst? Schreibe lieber bessere, sprich formuliere sie noch mehr aus...
janie22
janie22, 26.02.2003
Ein schoumlner Bericht! IOch selbst habe ADS und ich finde den Bericht wirklich gut :-
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zweithirn

Das ADS-Buch / Ast-Claus, Elisabeth; Hammer, Petra-Marina

ein Testbericht von 2002-04-28 21:50:23 vom 28.04.2002
Empfehlung: ja
Immer wieder habe ich in der Zeitung und in den restlichen Medien von ADS gehört und dachte mir immer nicht viel dabei und habe mir die dümmsten Vorurteile angenommen.
Aber dann kam meine Freundin mit dem Buch und noch mehr Infos an und meinte sie müsse darüber einen Vortrag halten.
Und nun kann ich ihn halten, denn das Thema wurde auch für mich interessant.


Das A*D*S-Buch

Wie gesagt kam meine Freundin mit dem Buch an und sie hatte es sich von einer Bekannten ausgeliehen.
Die Autoren sind Elisabeth Aust-Claus und Petra-Marina Hammer und wurde vom Oberstebrink Verlag GmbH verlegt.
Man kann es bei Amazon.de für 19,80 Euro bestellen und hat die ISBN: 3-9804493-6-X.


Wie sieht das Buch aus ?

Es ist ein normal gebundenes Buch und hauptsächlich mit weißem Cover. Vorne ist ein Kind abgebildet das eine gelbe Blume im Mund hat und davor geht diagonal ein gelber Streifen lang mit der schwarzen Aufschrift: " Neu: Das OptiMind-Konzept für Eltern, Lehrer, Therapeuten"
Dann als Überschrift " Das A*D*S-Buch" und etwas kleiner darunter " Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom"
und zum guten Schluss unter dieser Überschrift den Kommentar " Neue Konzentrations-Hilfen für Zappelphilippe und Träumer ". Auch wurde das Buch von Kinderärzten und Eltern empfohlen, wie man es auch an dem kleinen Siegel unten rechts erkennen kann. Und mit dieser Beschreibung müsstet ihr das Buch eigentlich in jedem Buchladen finden. Jedenfalls vom Aussehen.


In welche Kategorie gehört das Buch ?

Dieses Buch ist eindeutig ein Ratgeber und Informationsbuch. Man erhält viele nützliche Tipps und Informationen.


Wie fängt es an ?

Wenn man das Buch aufschlägt und die ersten zwei Blätter überschlägt ( Überschrift und Impressum )
kommt man zu dem Vorwort der beiden Autorinnen.
Sie wenden sich in einer netten Art, die einen animiert weiter zulesen, an jeden der dieses Buch lesen könnte. Eltern, Kinder, Erzieher, Ärzte und Therapeuten und vielen mehr.
Und es wird schon deutlich wie viel Informationen und Tipps aus diesem Buch geholt werden können.


Das Inhaltsverzeichnis :

Im Prinzip gibt es zwei Inhaltsverzeichnisse, einmal auf Seite Acht den Leitfaden für Ungeduldige. Hier kann man nachschauen, was einen Interessiert. ADS - Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen oder doch eher das OptiMind- Konzept. Oder interessiert es mich mehr was für die Eltern, Ärzte o.ä. im Buch geschrieben wird.
Dann ab Seite Neun bis Elf gibt es das normale und ausführliche Inhaltsverzeichnis.


Wie viele Kapitel gibt es denn ?

Insgesamt sind es Elf Kapitel, wobei ganz langsam in die Materie eingeführt wird, so dass es sogar von Kindern verstanden werden kann.
Kapitel Eins beschäftigt sich mit den typischen Verhaltensweisen von ADS - Kindern und den verschiedenen Erscheinungsformen.
Beim zweiten Kapitel werden die ADS- Formen mit und ohne Hyperaktivität an Hand von Max ( dem Zappelphilipp ) und Jule ( der Träumerin ) erklärt.
Dazu kommen noch viele weitere Beispiele von anderen Kindern.
Noch viel mehr Informationen über Ursache von ADS und die Folgen erfährt man dann in den Kapiteln von drei bis fünf.
Ab dem sechsten Kapitel wird dann das OptiMind-Konzept für ADS - Kinder vorgestellt.
Indem man eine vernünftige und logische Hilfe findet für ADS- Kinder und der Familie.


Was ist besonderst an dem Buch ?

Ich habe es selber gemerkt, wie unwissend ich war und doch schon eine Meinung zu dem Thema hatte, die sich jetzt fast um 180 ° Grad gedreht hat.
Es wird deutlich das ADS kein Erziehungsfehler der Eltern ist, sondern eine neurobiologische Krankheit. Und zwar funktionieren bei ADS- Kindern und auch Erwachsen die Transmitter nicht richtig ( vereinfacht ausgedrückt ) und es kann nicht immer korrekt die Information übertragen werden und unwichtige Reize werden nicht von wichtigen Reizen unterschieden, so dass eine ständige Reizüberflutung vorhanden ist.
Aber näheres und konkreteres sowie besser erklärt findet ihr in dem Buch.
Auch das die Probleme von allen Seiten beleuchtet werden finde ich gut, da häufig solche Bücher doch sehr einseitig sind, hier werden fast alle Seiten beachtet. Wie ADS für das Kind selber ist, wie das Kind auf die Eltern und Geschwister wirkt, auf Lehrer und Therapeuten.

Klasse ist auch die Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels.
Auch räumt das Buch mit Vorbehalten gegenüber Ritalin & Co auf. Denn es wurde mittlerweile schon bewiesen das Ritalin zwar ein Stimulanz ist, aber nicht süchtig macht wie es immer behauptet wird und auch nicht die Persönlichkeit verändert. Sondern nur den gestörten Informationsaustausch verbessert und damit das Kind konzentrierter und bewusster arbeiten und leben lässt.


Was ist noch so gut bei dem Buch ?

Eindeutig die Bilder und Diagramme sowie Darstellungen von Sachverhalten.
Immer wieder werden Beispiele von Kindern eingebracht und ihre Zeichnungen oder Ergebnisse von Test und noch viel mehr.

Auch das Stressbarometer oder die Fragebogen nach den Richtlinien können hier Eltern bzw. Lehrern / Erzieher weiter helfen, wenn sie einen Verdacht auf ADS bei einem Kind haben.
Auch erhalten sie Tipps, an wen sie sich wenden können.
Denn heute wird ADS auf der einen Seite noch viel zu oft diagnostiziert ( festgestellt bei der Vorsorgeuntersuchung und Ritalin verschrieben, das war es dann ) und auf der anderen Seite zu wenig ( sie haben ihr Kind nicht gut erzogen, mehr auch nicht ).


Tipps für Kids ?

Findet man in diesem Buch auch, es wendet sich auch immer wieder an den Leser und die Tipps für ADS- Kinder kommen auch von ADS-Kindern die damit gelernt haben mit ihrer Krankheit zuleben.
Wie sie zum Beispiel ihre Termine in einem Monatsplaner organisieren. Überhaupt wie die Kinder alles besser durchplanen können um leichter klar zu kommen. Wie sie am besten in der Schule klar kommen und vieles mehr, können hier Kinder erfahren.


Was ist im elfte Kapitel ?

Das elfte Kapitel ist besonderst für Eltern und Kind interessant, denn hier finden die Eltern Checklisten mit denen schon frühzeitig ADS erkannt werden kann, bzw. ob ADS überhaupt in Frage kommt. Denn die eigentliche Diagnose ADS kann nur ein Fachmann stellen, nach vielen Test ( Fragebogen, Untersuchungen u.v.m. ). Ein Kind das ADS hat kann in einem Test für sich selber herausfinden, ob es eher ein Zappelphilipp oder ein Träumer ist.
Und viele Pläne mit denen sich das Leben für die Familie mit einem ADS- Kind leichter gestalten lassen.


Mein Fazit:

Ein wirklich sehr wertvolles Buch, das jeden Cent wert ist. Ich selber habe es innerhalb von zwei Tagen durch gelesen und war überrascht, was ADS alles für Folgen haben kann.
Auch das Ritalin & Co doch sehr positive Medikamente sind, im Gegensatz zu dem was immer in der Klatschpresse steht und wie wertvoll Teamarbeit sein kann.
Auch wußte ich bis dahin nicht, das ca. 8 % aller Kinder ADS haben und das heißt ca. 2 Kinder in jeder Klasse haben ADS und damit ist es kein kleines Problem.
Auch ist mir nun deutlich das ADS keine neumodische Krankheit ist sondern schon seit Ewigkeiten gibt z. Beispiel beim Struwwelpeter vom Frankfurter Nervenarzt Heinrich Hoffmann.
Ich kann dieses Buch nur jedem weiterempfehlen, der in seinem Leben mit Kindern und gerade mit ADS- Kindern zu tun hat. Denn nach dem man dieses Buch gelesen hat, versteht man sie viel BESSER ...

Und damit noch ein schönes WE Zweiti
...
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Kommentare
janie22
janie22, 26.02.2003
Ein sehr schoumlner Bericht! IOch selbst habe ADS und ich finde den Bericht wirklich gut :-
Miyuki
Miyuki, 21.08.2003
Hallo, habe selbst ADS im Erwachsenenalter. Vor kurzem habe ich mir auch das Buch geholt - sehr interessant.
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FrauNeedle

Mein Zappelphillip

ein Testbericht von 2002-04-22 18:42:48 vom 22.04.2002
Empfehlung: nein
Mein Sohn ist jetzt 5 Jahre alt und bekommt zur Zeit Ergotherapie. Falls ihr jetzt fragt, was ist denn Ergotherapie? Darüber schreibe ich noch einen gesonderten Bericht, das würde hier sonst zu einem Roman werden. Heute ist mein Bericht über ADS dran.

Was ist ADS?
ADS heißt Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.
Das heißt, Kinder (auch Erwachsene) haben eine Störung der Informationsverarbeitung im Gehirn. Um euch das etwas näher zu bringen, möchte ich euch meine Geschichte erzählen.

Es geht um meinen Sohn Lando. Er war schon immer etwas spät entwickelt, das heißt, er fing später an zu krabbeln, zu laufen und zu sprechen. Alles nicht weiter wild, dachte ich mir - der eine früher, der andere später.
Er war schon immer ein Zappelphillip, nie konnte er sich lange mit etwas beschäftigen, immer wieder mußte er eine Pause einlegen, um erstmal herumzurennen. Er war immer sehr laut, eckte überall an und fiel ständig hin. Einfach eine wilde Hummel, dachte ich mir.
Mit 3,5 Jahren fing er an zu stottern, so schlimm und so lange, daß ich ihn in Behandlung einer Logopädin gab. Das Stottern hatte sie schnell weg, mit vereinzelten Buchstaben hatte er weiterhin große Schwierigkeiten. Da bei Lando alles noch so babyhaft aussah, ließ ich ihn nocheinmal vom Kinderarzt untersuchen. Auch führte ich weitere Gespräche mit der Logopädin und wir kamen zu der Erkenntnis, daß seine Grob- und Feinmotorik weit zurück ist, also genau das, was ich schon seit langem erzählt hatte, wurde nun endlich auch von Fachleuten bestätigt. Ich habe schon lange gesagt, mit meinem Sohn stimmt etwas nicht. Als Mutter von 4 Kindern bilde ich mir ein, ein Urteil darüber abgeben zu können.

Da der logopädische Unterricht bei Lando nichts mehr brachte, wurde uns empfohlen, eine Ergotherapeutin aufzusuchen. Schon nach kurzer Zeit war ihr klar, daß Lando eine Entwicklungsstörung hatte. Jetzt wurde mir endlich erklärt, warum er überall aneckt, sich stößt oder fällt. Ihm fehlt der Bezug zu seinem Körper. Er weiß zwar, daß er zwei Arme hat, er weiß aber nicht, wo sie aufhören. Na gut, das so nebenbei....

In vielen Gesprächen erzählte ich immer wieder, wie sehr zappelig er ist. Er kann sich auf nichts richtig konzentrieren. Er malt immernoch Krikelkrakel, fängt vieles an und bringt nichts zuende. Ich habe manchmal das Gefühl, daß er selbst im Schlaf noch sehr unruhig ist, denn warum wird er wohl sonst noch ständig wach? Ich habe erzählt, daß das ziemlich stark meine Nerven angreift. Ständig ist er laut und zappelig. Wer das nicht selbst erlebt, denkt meist, hier fehlt nur die strenge Hand der Erziehung, aber glaubt mir, ich zeige Grenzen!

Heute, nach einem halben Jahr Ergotherapie hatte ich mal wieder ein ausführliches Gespräch mit der Therapeutin. Sie sagte mir, daß alles dafür spricht, daß Lando am ADS leidet...

Es gibt angeblich zwei unterschiedliche Arten von ADS - mit oder ohne Hyperaktivität.

ADS mit Hyperaktivität heißt:
- Das Kind ist ein richtiger Zappelphillip
- Es ist laut und unkonzentriert
- Es ist impulsiv
- Es ist unberechenbar

ADS ohne Hyperaktivität heißt:
- Das Kind ist ein wahrer Träumer
- Es ist ständig in geistiger Abwesenheit
- Es lebt in einer Traumwelt
- Es ist eher sehr leise

Bei meinem Sohn ist eindeutig klar, daß er nicht hyperaktiv ist! Auf ihn trifft beides zu. Er ist der laute Zappelphillip, der in einer Traumwelt lebt. Im Kindergarten paßt er sich an, braucht viel Konzentration und ist eher ein leises Kind. Zu Hause läßt er dann alles Aufgestaute und "Aufgesparte" heraus, ist genau das Gegenteil - laut und unkontrolliert.

Eines ist jedoch bei ADS-Kindern klar:
Sie haben es sehr schwer im Leben, weil ihre Mitmenschen sie nicht verstehen und richtig auf sie eingehen können. Sie geben stets ihr Bestes, doch wegen ihres ADS schaffen sie es meist nicht, etwas zu Ende zu bringen ohne Hilfe. Sie können ihre Ziele nur erreichen, wenn "starke" Bezugspersonen sie unterstützen.

ADS-Kinder haben eine individuelle Entwicklung ihrer Begabungen. Nur weil sie an diesem Syndrom leiden, heißt es noch lange nicht, daß sie nicht intelligent sind. Im Gegenteil, meist durch dieses Defizit entwickeln sie andere Begabungen umso besser.

Das Gehirn eines "gesunden" Menschen filtert alle Eindrücke, die von außen kommen nach Wichtigkeit, sortiert es nach Themen und schickt es zur Weiterverarbeitung in die "Fachabteilung". Bei ADS-Personen ist das anders. Sie haben eine andere Art, Informationen aufzunehmen, zu sortieren und abzuspeichern. Die Aufnahmefilter für Informationen und die Verarbeitungzentrale im Gehirn sind nicht optimal. Deshalb ist bei ihnen gezieltes Handeln sehr schwierig.

Dadurch entstehen Lernschwierigkeiten, die sich spätestens in der Schule richtig bemerkbar machen. Sie haben durch die Lernschwierigkeiten ständig Negativ-Erfahrungen und verlieren dadurch wiederum immer mehr an Selbstbewußtsein. Daher ist es sehr wichtig, dem Kind mit viel Unterstützung und sehr viel Lob die Positiv-Erfahrungen zu vermitteln. So stärkt man das Selbstwertgefühl des Kindes.

ADS-Kinder müssen öfter, länger und härter Trainieren, um zu Erfolgserlebnisse zu kommen. Das schaffen sie aber nicht alleine. Sie müssen immer wieder angespornt werden und zwar von allen Bezugspersonen, die um das Kind herum sind.

Ich wünsche allen ADS-Personen viele Erfolgserlebnisse, damit sie Spaß im Leben haben.

Diesen Bericht schrieb ich vor knapp einem Jahr auf ciao und dem alten Yopi. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass mein Sohn kein ADS hat, aber Hyperaktivität konnte noch nicht ganz ausgeschlossen werden. Er bekommt weiterhin Ergo und macht sehr gute Fortschritte.

FrauNeedle
...
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Kommentare
25188
25188, 22.05.2002
sehr interessant
campino
campino, 22.04.2002
Ich gehe mal davon aus, Du ergaumlnzt den Beitrag um das Ende...
Indigo
Indigo, 31.10.2002
ich empfehle meinen beitrag zum gleichen Thema und meine das nicht als Eigenwerbung. Mein Beitrag waumlre der Kommenatr zu Deinem, doch will ich ihn hier nicht rein kopieren.
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Derberni

Kinder mit Gewalt anpassen!

ein Testbericht von 2002-03-22 20:45:43 vom 22.03.2002
Empfehlung: nein
Kinder, die auffälliges Verhalten zeigen, kaum in der Lage sind, ihre Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum zu bündeln, zappelig sind, werden heute gerne auch hyperaktive Kinder genannt. Es gibt sie überall, sie werden auch ADS-Kinder (oder HKS, ADHS) genannt und die Medien sind voll von Berichten über diese neue Spezies. Meist werden sie mit Medikamenten vollgestopft, um sie ruhig zu stellen, denn es gibt ein Mittel für diese Kinder. Es heißt Ritalin, und soll unseren Kinder helfen, konzentrierter zu sein. Die Nachfrage ist enorm, und der Umsatz steigt.

Hier kommt mein kritischer Bericht über eine medikamentöse Behandlung eines gesellschaftlichen Problems:


Das Medikament Ritalin ist eine zentrale Stimulanz und ist verschreibungspflichtig. Es enthält den Wirkstoff: Methylphenidat-HCl und ist in Deutschland in Tabletten zu 10 mg und zu 20mg (Ritalin SR) erhältlich.
Für Ritalin muss der Arzt ein besonderes Rezept ausstellen, da Ritalin der Verordnung zur Verschreibung von Betäubungsmitteln (BtMVV) unterliegt.


Kinder, die an ADS leiden, also hyperaktiv sind, bekommen in Deutschland immer häufiger dieses Medikament verschrieben, denn es soll die Ablenkbarkeit reduzieren,
die Fähigkeit, Aufgaben abzuschließen, verbessern,
Hyperaktivität und Ruhelosigkeit reduzieren
und die Impulsivität abschwächen.

Ritalin beeinflusst den Stoffwechsel des Gehirns. Hyperaktive Kinder leiden nämlich, so die gängige Theorie, an einer Stoffwechselstörung im Gehirn, dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS).

In den Hirnregionen, in denen die Aufmerksamkeit und die Motorik gesteuert werden, soll der Botenstoff Dopamin fehlen. Demnach ist die Datenverarbeitung im Gehirn gestört. Warum das so ist, das ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Eben sowenig weiß man, was bei der Einnahme von Ritalin im Gehirn tatsächlich passiert und warum man Kinder, die an ADS leiden, mit einem aufputschenden Mittel so weit beruhigen kann, daß sie dem Unterrichtsgeschehen folgen und ihre Aufmerksamkeit bündeln können.


Ritalin enthält wie gesagt als wirksamen Inhaltsstoff das zur Wirkstoffgruppe der zentralen Stimulanzien gehörende Methylphenidat.

Diese Stimulanzien beeinflussen über das Gehirn das vegetative Nervensystem, indem sie die körpereigenen Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin freisetzen.
Methylphenidat wird beim hyperkinetischen Syndrom oder ADS bei Kindern eingesetzt. Bei dieser mit bestimmten Verhaltensauffälligkeiten einhergehenden Verhaltensstörung liegen möglicherweise Störungen in den Nervenzellen vor, die Dopamin freisetzen.

Von Nervenzellenendigungen freigesetzte Botenstoffe binden kurz an spezielle Rezeptoren auf einer anderen Zelle und lösen so bestimmte Wirkungen in der Zelle aus. Nach der Bindung an die Rezeptoren, werden die Botenstoffe wieder in die ursprüngliche Nervenzelle aufgenommen. Zentrale Stimulanzien hemmen diese Wiederaufnahme der Botenstoffe: So sorgt Methylphenidat dafür, dass mehr Noradrenalin und Dopamin im Gehirn zur Verfügung stehen. Die Wirkungsdauer ist 3-4 Stunden. Stimulanzien bewirken im Körper eine erhöhte Leistungsbereitschaft:

Die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu und Müdigkeit, sowie körperliche Abgeschlagenheit werden unterdrückt.

Schön und gut, wenn Ritalin so einen positiven Einfluß haben kann, wieso wird es immer wieder neu diskutiert, wieso gibt es so widersprüchliche Aussagen zu den Nebenwirkungen?


Nebenwirkungen:

An dieser Stelle möchte ich etwas Aufklärung betreiben.
Daß Ritalin kaum Nebenwirkungen hat, das entspricht nicht der Wahrheit. Nur in Deutschland sieht die Sache etwas anders aus. Vergleicht man den Beipackzettel des Herstellers Novartis
zu Ritalin aus den USA mit dem aus Deutschland, dann kommt Erschreckendes ans Tageslicht: In Deutschland bekommt der Patient nicht einmal die Hälfte der Informationen, die die Patienten in den USA erhalten. Nach meiner Recherche sind
folgende Nebenwirkungen bekannt:

Bei Kindern und Erwachsenen

Häufig:

Besonders zu Behandlungsbeginn treten Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, sowie Magenbeschwerden auf.
Bei Kindern werden Übererregbarkeit, Müdigkeit, Traurigkeit, Ängstlichkeit, Weinerlichkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Gewichtsverlust beobachtet.
Mundtrockenheit, Durchfall und Verstopfung können auftreten.

Selten:
In Einzelfällen können so genannte psychotische Reaktionen (z.B. Halluzinationen), unkontrollierte Bewegungen/Zuckungen z.B. des Gesichts auftreten.
Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen z.B. in Form von Blutbildveränderungen sind möglich.
Bei Erwachsenen wurden häufig Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel und Geräuschempfindlichkeit beobachtet.
Es kann zu Herzjagen, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Herzschmerzen sowie Blutdruckveränderungen kommen.
Gelegentlich Unruhe, Übererregbarkeit, Aggressivität, Verfolgungsideen und Angst
Entzündungen der Mundschleimhaut
Überempfindlichkeitsreaktionen
Selten
So genannte psychotische Reaktionen (z.B. Halluzinationen) sowie vermehrtes Träumen sind möglich.
In Einzelfällen wurde eine Entzündung oder der Verschluss von Hirngefäßen beobachtet.


Wo liegt das Problem?

ADS ist wahrscheinlich das am gründlichsten erforschte psychische Kinderleiden und Ritalin das am häufigsten untersuchte Kinder-Pschychopharmakum. Dennoch sind noch viele Fragen offen.


In einer Pressemitteilung vom Oktober 2001 weist die Drogenbeauftragte, Marion Caspers-Merk, auf den von 1993 bis 2000 um das 13,6-fache gestiegenen Verbrauch des Wirkstoffs Methylphenidat-HCl, welches in Medikinet und Ritalin enthalten ist.

Und genau hier beginnt das Problem:

ADS ist ein sehr unscharfes Störungsbild und keine echte Diagnose. Nur ein Bruchteil der Kinder, die Ritalin einnehmen wurde tatsächlich das Fehlen von Dopamin nachgewiesen.
Ein Kinderarzt/Psychologe kann unter normalen Umständen gar nicht in der Lage dazu sein, diese Diagnose zu stellen, denn diese ist sehr aufwendig und dauert mehrere Tage. Die aufwendige Magnetresonanzaufzeichnung des Gehirnstoffwechsels, mit dem das Fehlen von Dopamin nachgewiesen wird, ist kaum in einer Kinderarztpraxis realisierbar. Die Gefahr ist sehr groß, daß Ritalin auch Kindern verabreicht wird, welche aus ganz anderen Gründen verhaltensauffällig werden. Viele Kinder zeigen in ihrer Schullaufbahn auffälliges Verhalten, sei es aus Pupertätsgründen, aus sozial oder individueller Schädigung. Auch unterforderte Hochbegabte Kinder zeigen diese dem ADS-Bild entsprechende Verhaltensweisen.
Vor Behandlungsbeginn mit Ritalin muß der Arzt differntialdiagnostisch verschiedene organische und psychische Krankheiten und Störungen des Sozialverhaltens ausschließen, weil diese anders behandelt werden müssen. Des weiteren ist nach Entwicklungsrückständen und schulischen Lernstörungen, die häufig mit diesem Verhaltensmuster kombiniert auftreten, zu forschen, um gezielt fördern zu können. Und das ist leider selten der Fall!

Wie ist es zu erklären, daß eine neurophysiologische Störung plötzlich in solchen Größenordnungen Grundschüler erfasst? Hat die Medizin bisher geschlafen, wurden Kinder in ihren Ausbildungsmöglichkeiten behindert, weil niemand ihr Leiden diagnostizieren konnte? Oder ist es viel mehr so, dass Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom eine Diagnose ist, die in Mode gekommen ist?

Zu befürchten ist letzteres. Für viele Kinder und für noch mehr Erwachsene ist ADS eine bequeme Erklärung. Für ein bestimmtes Verhalten ist ein Etikett gefunden worden. Das beruhigt die Eltern, entlastet die Kinder und schafft den Lehrern Luft. Denn niemand muss sich mehr für das auffällige Verhalten verantwortlich fühlen.

Dank der neurophysiologischen Erklärung bekommt das auffällige Verhalten den Status einer Krankheit und lässt sich folglich mit einem Medikament in den Griff bekommen. Inwieweit die Hyperaktivität eines Kindes mit der Struktur des Unterrichts zu tun haben kann, mit den immer schneller werdenden Abläufen täglicher Handlungen, mit der permanenten Ruhelosigkeit und Überforderung auch aller Erwachsenen, muss nicht mehr reflektiert werden.

Damit scheint das Problem gelöst zu sein!
Die Realität sieht aber anders aus:

Als alleinige Therapie taugt das Medikament nämlich nicht. Es hat keinen heilenden Effekt, sondern lindert nur die Symptome. Zusätzlich zur Behandlung mit Ritalin muß der Arzt unbedingt eine Verhaltenstherapie durchführen. Ein Medikament allein kann in der Regel keine Probleme lösen. Es kann nur, in mehr oder weniger begrenzten Umfang, Voraussetzungen schaffen, die es dem Kind, seinen Eltern und Lehrern ermöglichen, an der Problemlösung zu arbeiten, bzw. eine Verhaltensänderung herbeizuführen.

Pädagogisch-psychotherapeutische Hilfen, in denen die Beratung der Eltern einen wesentlichen Teil ausmachen sind angebracht.

Nur leider müssen viele Betroffene in Deutschland teilweise mehrere Jahre auf einen geeigneten Therapieplatz warten.
Eine Therapie ist außerdem relativ aufwendig und teuer. Eine Pille ist preiswerter- man bekommt sie sofort-
und sie wirkt gleich!
...
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paelzer

Wenn Kinder nie zur Ruhe kommen

ein Testbericht von 2002-03-09 23:10:30 vom 09.03.2002
Empfehlung: ja
Fast jedes zehnte Kind leidet unter Hyperaktivität: Aufmerksamkeit und Konzentration sind gestört. Dieses so genannte Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom lässt sich heute mit Verhaltenstherapie und Medikamenten behandeln.
Immer mehr Kinder können sich nicht konzentrieren. Es fällt ihnen schwer, sich ausdauernd mit einer Sache zu beschäftigen, sie lassen sich schnell ablenken, sind ausgesprochen sprunghaft und ungeduldig. Viele Eltern bekommen schon im Kindergartenalter erhebliche Probleme mit ihrem hyperaktiven Sprössling: Der Zappelphilipp kann nirgendwo ruhig sitzen, schmeißt ständig etwas
um, verwickelt sich täglich in Raufereien und zieht sich ständig Beulen und Blutergüsse zu.
Spätestens in der Schule kommt es zu ernsthaften Schwierigkeiten: Die Leistungen sind schlecht, der Unterricht wird gestört, dauernd gibt es Ärger mit den Lehrern. Die Störung bleibt nicht ohne Folgen für das noch wenig ausgeprägte Selbstwertgefühl. Das Kind fühlt sich oft abgelehnt - häufige Zurückweisungen ziehen es in eine Abwärtsspirale aus Wut, Frust und Kummer, die schließlich zu trotziger Abwehr und völliger Leistungsverweigerung führen kann.
Natürlich kommt es gleichzeitig zu großen Spannungen in der Familie, die Eltern fühlen sich hilflos und überfordert. Der Teufelskreis aus Ermahnungen und Vorwürfen kann schließlich sogar zur kindlichen Depression führen.

Neue Erkenntnisse belegen, dass das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom eine genetisch bedingte Erkrankung ist. Betroffenen Kindern mangelt es an Botenstoffen im Gehirn, die dafür sorgen, Informationen richtig zu verarbeiten und die Wahrnehmung zu koordinieren. Das hyperaktive Kind befindet sich ständig in einer Art Alarmzustand. Diese Erscheinung lässt sich mit Medikamenten behandeln: Der Wirkstoff Methylphenidat bringt die Botenstoffe wieder auf ein normales Niveau, die Kinder beruhigen sich, werden ausgeglichener und zugänglicher. Damit steigt ihre Chance, auch einmal positive Rückmeldungen zu bekommen, sie werden gelobt, erzielen Erfolgserlebnisse und steigern ihr Selbstwertgefühl.

Die medikamentöse Behandlung macht allerdings nur Sinn, wenn auch tatsächlich ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom vorliegt. Um das festzustellen, ist eine sorgfältige Diagnose erforderlich, spezialisierte Kinderärzte oder Kinderpsychiater müssen das Kind untersuchen und mehrere genau definierte Symptome über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr feststellen.

Die Diagnose ist deshalb so wichtig, weil Unruhe, Konzentrationsstörungen oder Aggressionen auch die Folge von Überforderung und seelischer Not sein können. Nicht selten sind Kinder heute frühzeitig auf sich allein gestellt, überforderte Eltern ziehen kaum noch Grenzen, der Fernseher ersetzt die Erziehung. Schon die Drei- bis Fünfjährigen sitzen im Durchschnitt jeden Tag 76 Minuten vor der Glotze -meistens allein. Erzieher und Kinderärzte betrachten die Bilderflut mit Sorge. Denn in den meisten Kindersendungen herrscht das Chaos - endlose Comic-Episoden schleppen sich unmotiviert von Kampf zu Kampf. Wer sich täglich durch dieses Programm zappt, kann leicht zum Zappelphilipp werden.

Aber auch wenn die Diagnose "genetisch bedingte Aufmerksamkeitsstörung" steht, ist es mit Medikamenten alleine nicht getan. Denn auch hierbei gehen Experten davon aus, dass soziale Einflussfaktoren die Symptome verstärken. Eltern brauchen Unterstützung und Beratung, damit sie an ihr Kind glauben und es immer wieder ermuntern. Besonders wichtig sind eine strukturierte Umgebung, klare Tagesabläufe und feste Regeln. Die Behandlung sollte in jedem Fall durch Verhaltens- oder Familientherapie ergänzt werden.

Tipps für betroffene Eltern
· Loben Sie Ihr Kind, so oft es geht! Hyperaktive Kinder brauchen besonders viel Bestätigung.
· Sorgen Sie für feste Regeln!
· Ein Kind braucht Fixpunkte: Das fängt beim Aufstehen an - auch Mahlzeiten und Bettruhe sollten möglichst immer zur gleichen Zeit
stattfinden.
· Seien Sie eindeutig! Ziehen Sie rechtzeitig Grenzen, treffen Sie klare Entscheidungen.
· Verbannen Sie ablenkende Dinge!
· Richten Sie für Ihr Kind einen Platz ein, an dem es ungestört lernen oder Hausaufgaben machen kann.
· Räumen Sie dort alles weg, was ablenkt: Comics, Game-Boy oder Pokemon-Karten. Entfernen Sie den Fernseher ganz aus dem Kinderzimmer.

Ich habe dies absichtlich so ausführlich beschrieben, um einen Einblick in diese Umfangreiche Problematik zu geben. Wir haben selbst ein „ADS“-Kind. Wir haben allerdings aus Prinzip auf den Einsatz von Medikamenten verzichtet und es nur mit einer Therapie versucht, was Gott sei Dank bisher hervorragende Verbesserungen im Verhalten des Kindes gebracht hat.
Aber letztendlich muss jeder für sich entscheiden: Medikamente ja oder nein.
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Kommentare
Ilenia
Ilenia, 09.03.2002
Und wo sind die Erfahrungen ? Das wirkt auf mich, wie ich es in jedem Lehrbuch uumlber ADS nachlesen kann.
Jakini
Jakini, 12.06.2002
Der Bericht macht mir Hoffnung in Bezug auf meine mittlere Tochter, die sehr wild ist. Oft habe ich gehoumlrt, sie waumlre unerzogen und verwoumlhnt, kann gut sein, sie ist ein Folgekind, das erste Kind nach dem Tod des Bruders. Doch ich binmir siche
Miyuki
Miyuki, 21.08.2003
Leider setzt ADS sich oft ins Erwachsenenalter fort - ich bin 27 amp habe erst vor einem halben Jahr meine Diagnose bekommen. Ich habe vor kurzem eine Therapie begonnen, bekomme aber auch gleichzeitig Equasym - gleicher Wirkstoff wie Ritalin.
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Produktbeschreibung Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS)

 
Allgemeine Informationen Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS)
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Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) im Vergleich
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