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Biostar M7NCG 400 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
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Schnell, doch labil
ein Testbericht von saighdiuir2005-01-12 19:11:39vom 12.01.2005Empfehlung: nein
Vorteile: Preis, OC-Fähigkeit, Schnelligkeit
...Nachteile/Kritik: Lieferumfang, arge Probleme mit dem Arbeitsspeicher
Das M7NCG 400 von Biostar ist ein mATX-Mainboard für Sockel-A-Prozessoren (Duron, Athlon, Athlon XP). Die 400 in der Bezeichnung steht für die Unterstützung des FSB 400, so daß auch die letzten beiden XP-Prozessoren mit diesem Front Side Bus voll unterstützt. Auch wenn es bei manchen Händlern und Biostar selbst nicht angegeben ist, unterstützt das Board auch DDR400-RAM (PC3200) im DualChannel-Modus.
Der Preis liegt bei ca. 63 EUR. Beim Kauf sollte man darauf achten, ein Board der Revision 7.x zu erwerben. Alle Vorgänger bieten erheblich weniger Einstellungsmöglichkeiten im Bios.
► EINSATZGEBIET ◄
Das Board ist für den Einsatz in kleinen Gehäusen gedacht, z. B. neumodischen Minitowern. An entsprechenden Boards im mATX-Format mangelt es im allgemeinen, da die Nachfrage nicht besonders hoch ist. Leistungsfähige Versionen, die auch FSB 400 unterstützen, gibt es zu gut wie nicht.
Der relativ neue Nforce-2-IGP-Chipsatz sollte das ändern. Zudem wird die Graphik hier gleich mitgeliefert, so daß die Hersteller in der Lage sind, ein hochintegriertes Board anzubieten, das zudem dank Nforce auch sehr gute Leistung bringt. Alles in allem also die Basis für einen günstigen, schnellen und platzsparenden PC.
► LIEFERUMFANG ◄
Neben dem Board liefert Biostar nicht besonders viel mit. Ein Handbuch mit den wichtigsten Informationen ist enthalten, erstaunlicherweise sogar in Deutsch, wobei die Qualität der Übersetzung jedoch start zu wünschen übrig läßt. Um einige Sätze zu verstehen, muß man schon ein bißchen Phantasie mitbringen.
Eine CD mit den notwendigen Treibern und IDE-Kabel befinden sich im Karton. Schmerzlich vermißt habe ich die passende Blende für das Gehäuse. Es geht zwar auch ohne, sieht aber nicht sehr hübsch aus. Auch die entsprechenden Kabel, um alle USB-Anschlüsse des Boards zu nutzen, sind leider nicht enthalten. Erfreulicherweise hat Biostar aber Norton Internet Security und Norton Ghost (Vollversionen) mitgeliefert.
► VERARBEITUNG & DESIGN ◄
Das Design ist gewöhnungsbedürftig. Auf einer roten Platine sind Komponenten in allen möglichen Farben aufgebracht: quietschbunt, aber dafür auch unverwechselbar. An der Verarbeitung habe ich nichts auszusetzen; die ist ebenso gut wie bei jedem anderen Board, das ich bisher in Beschlag hatte.
► LEISTUNGSDATEN ◄
Wo es am Lieferumfang hapert, wird dafür bei der Leistung draufgelegt. Zwar verfügt das Board nur über zwei direkte USB 2.0-Anschlüsse, dafür glänzt es mit einem Firewire-Anschluß. Daneben bietet es einen LAN-Anschluß, einmal AGP (8x), dreimal PCI und für mATX erstaunlichen drei RAM-Steckplätzen (bis 3 GB Ram). Durch integrierte Graphik und Sound (mit drei Ausgängen) kommt man zunächst auch ohne entsprechende Karten aus. SATA wird nicht unterstützt; es bleibt also bei den üblichen Anschlüssen (zweimal ATA/133, einmal für Floppy).
Die relativ umfangreiche Ausstattung ist für mATX-Boards üblich. Was die Platine von anderen wesentlich unterscheidet, ist die bereits erwähnte Unterstützung von FSB 400 und der schnelle Chipsatz.
► EINBAU ◄
Der Einbau gestaltet sich wie beim jedem Board. Besonderheiten sind mir nicht aufgefallen. Prozessor und RAM werden idealerweise vor dem Einsetzen ins Gehäuse installiert.
► BIOS ◄
Wenn es ein Argument für dieses Board gibt, dann ist es das BIOS. Ein absoluter Traum mit wirklich allen Einstellungsmöglichkeiten, um an der Leistung des Systems herumzubasteln: Multiplikator, FSB bis von 100 bis 250 (!) MHz, Vcore
sowie die kompletten Einstellungsmöglichkeiten für den Arbeitsspeicher. Zudem kann man die CPU mit vorgegebenen Prozentzahlen unabhängig vom FSB heruntertakten, z. B. auf 50%. Auf diese Weise läßt sich Strom sparen, wenn der Rechner eine Zeitlang nur für einfache Aufgaben benutzt wird.
Mir ist aufgefallen, daß nach dem Einbau des Boards das System wesentlich kühler lief (über 10°C) als mit dem alten MSI-Board. Das ergab sich nicht nur aus der Temperaturanzeige des BIOS, sondern auch aus der geringeren Erwärmung des Gehäuses. Das Phänomen kann ich mir nicht recht erklären, da das System mit voller Leistung lief und ein automatisches Heruntertakten der CPU beim Athlon-XP nicht vorgesehen ist.
► PRAXIS ◄
Zunächst gab es keinerlei Probleme. Windows ließ sich nach der Inbetriebnahme sehr schnell installieren. Der Datendurchsatz lag laut AIDA bei 2800 (Read) und 1200 (Write) MB. In Verbindung mit einem XP 3200+ sind das sehr gute Werte. Die Performance war erheblich höher als mit meinem alten Board.
Leider nahm das Ganze letztlich ein ungutes Ende. Schon nach einigen Stunden Betrieb traten die ersten Fehlermeldungen auf. Manchmal schaltete der Bildschirm ab, manchmal startete der PC einfach neu. Mit den üblichen Maßnahmen wie Austausch von Komponenten, BIOS-Update und Herabsetzen des FSB ließ sich nichts erreichen.
Schließlich wollte Windows gar nicht mehr. Hinzu kam, daß auch die Neuinstallation fehlschlug, da bestimmte Dateien auf der CD nicht gefunden werden konnten. Nach einigen Minuten Google-Suche stieß ich auf Einträge, die von ähnlichen Problemen berichteten. Im Endeffekt stellte sich heraus, daß Boards mit dem o. g. Nforce-Chipsatz arge Probleme mit bestimmtem Arbeitsspeicher haben. Ich selbst verwende Infineon PC3200-RAM, auch mit Corsair soll es aber diese Konflikte geben.
Biostar gibt aber auch nicht an, welche RAM-Module kompatibel sind. Da ich nicht bereit war, für ein 60 €-Board meinen teuren Ram zu verkaufen, um anderen Arbeitsspeicher in der Hoffnung zu erwerben, daß es dann funktionieren würde, habe ich die Platine wieder an den Händler zurückgeschickt.
► FAZIT ◄
Der Lieferumfang des Boards ist nicht berauschend, aber die Leistungsmerkmale sind schon bemerkenswert. Das BIOS ist der absolute Clou an dem Produkt. Für eine solche OC-Fähigkeit muß man normalerweise sehr viel mehr als 60 € aufwenden. Auch die Leistung im Betrieb ist dank Nforce2 sehr überzeugend.
Schwachpunkt ist die RAM-Kompatibilität. Der Hersteller selbst macht auf seiner Homepage keine Angaben. Eines der angebotenen BIOS-Updates für die Platine soll laut Biostar Probleme mit dem Arbeitsspeicher beheben, so daß das Problem wohl bekannt ist. Solange es keine Angaben darüber gibt, welche Module funktionieren, ist der Kauf ein hohes Risiko. Folglich kann ich das Produkt momentan nicht empfehlen.