Platz 318 in der Kategorie "Kinderfahrzeuge". Typ: Rutscher / Rutschfahrzeug.
-Flüsterreifen.
-Hartgummispoiler.
-Softsitz.
-für innen und außen geeignet. ...mehr
Meine Tochter hat es geschafft! Sie macht das, wovon ihr Vater, zumindest manchmal, träumt. Sie fährt einen BMW. Im Alter von einem Jahr. Wie kam es nun dazu?
Die meisten kennen sicherlich das schon legendäre Kinderspielzeug „Bobby Car“ der Firma BIG. Als unsere Tochter im Juni ihren 1. Geburtstag hatte, wollten wir, also ihre Eltern, dieses schenken lassen, zumal wir beide damit aufgewachsen sind und unsere Kleine schon bei Bekannten „probegefahren“ war. Wir baten also die Tante meiner Freundin, ein Rutschauto zu schenken. Nun sagte die Tante nicht nur zu, sondern ihr Mann hat auch einen Job bei BMW. Als Maries großer Tag da war, fiel sie natürlich sofort über die größte Kiste her. Und, zu unserer Überraschung befand sich nicht der Klassiker darin, sondern das Pendant von BMW, der BMW BABY RACER II.
Prinzipiell ist der Baby Racer tatsächlich ein Bobby Car, da das Fahrwerk und die Lenkung Lizenzprodukte sind. Die Karosserie und ein paar Kleinigkeiten weisen aber deutlich darauf hin, das es sich um ein BMW-Produkt handelt.
Die Fahreigenschaften sind für Kinder im Alter von 1- 4 oder 5 Jahren prima! das Rutschauto hat einen niedrigen Schwerpunkt, so das es nur in Extremfällen kippen kann. Allerdings sitzen die Kinder beim Babyracer etwas 6-8 cm höher, was bei unserer Tochter anfangs für Frust sorgte, dann sie kam nicht mit den Beinen auf den Boden, was beim Bobby Car schon ging. Inzwischen hat sich das aber gelegt. Der Sitz ist gepolstert (im Gegensatz zum Original Bobby Car) und Ergonomisch geformt.
Wie sieht der Baby Racer nun aus? Die Karosserie orientiert sich am BMW Z3, hier ist vor allem das Heck ganz gut getroffen. Es gibt ihn nur in den Farben blau-metallic (mit orangenem Sitz) oder rot (mit blauem Sitz). Allerdings gibt es in den USA eine Firma, die das Babyauto „tuned“ (kein Scherz). Hier kann man Sonderlackierungen wie das M-Sport - Design ordern, Gummireifen aufziehen und den Sitz mit Echtleder überziehen lassen. Verschiedene Kunststoff-Applikationen weisen auf die Münchner Autobauer hin, so gibt es den berühmten Nierenförmigen Grill, ausgearbeitete Scheinwerfer und Rücklichter und das obligatorische BMW-Logo, das sich auch auf den Radkappen wiederfindet. Sogar ein stilisiertes Armaturenbrett mit Tacho und Drehzahlmesser ist vorhanden. Die Form der Karosserie ist für Kinder ideal. Da sie keine Scharfen Kanten, Ecken oder abstehende Teile aufweißt, können sogar Kinder auf- und absteigen, die mit dem Laufen noch nicht so sicher oder noch etwas zu klein sind (Unsere Tochter ist beim Absteigen von einem Bobby Car zweimal auf die Nase gefallen).
Das Lenkrad ist in den Abmessungen gut auf Kinderhände abgestimmt, griffig und sogar ergonomisch geformt, was meiner Tochter egal ist, die ergonomische Griffposition hat sie noch nicht gefunden ;-). Die Reifen sind aus Kunststoff und typisch BMW: Niederquerschnitt und seeeehr breit (Fast 3 mal so breit wie beim Bobby Car). Sie sind mit Radkappen ausgestattet, die leider nicht fest mit dem reifen verbunden sind und bei einer wilden Jagt schon mal verloren gehen können. Mit einem Tropfen Alleskleber kann Papa (oder Mama) dem aber schnell Abhilfe
schaffen, zumal die losen Radkappen auch mal für geklemmte Fingerchen sorgen können.
Was sagt nun unsere „Testpilotin“ zu ihrem fahrbaren Untersatz? Die anfängliche Skepsis (immerhin sieht der Baby Racer einem Bobby Car nicht sonderlich ähnlich) wich ziemlich schnell Begeisterung! An manchen Tagen wird kein Weg zu Fuß zurück gelegt, auch wenn sie nur mal schnell aus dem Wohnzimmer in die Küche möchte, wird gefahren. Auf- und Absteigen sind, dank der Karosserieform und ihres rasanten Wachstums, kein Problem mehr, und sogar das Lenken klappt schon ganz gut. Trotzdem sind unsere Türzargen schon teilweise verbeult, denn der Baby Racer hat, bedingt durch die sehr breiten Reifen, einen sehr großen Wendekreis, und rangieren kann unsere Marie leider noch nicht ;-). Auf jeden Fall hat sie Spaß mit dem Gefährt, und das ist doch das wichtigste! Nur die "Sonderausstattung", die Hupe, findet meine Tochter etwas zu leise *g*
Was gibt es sonst noch? In der Bedienungsanleitung wird darauf hingewiesen, das Kinder mit dem Auto nicht in der Nähe von ungesicherten Treppen, an Abhängen oder (natürlich) im Straßenverkehr spielen sollen. Des weiteren sind feste, vorne geschlossene Schuhe empfehlenswert (sonst gibt es aufgeschürfte Zehen oder Knie). Allerdings verschleißen die Schuhe aber auch schneller (Ich habe als 3 jähriger sogar Gummistiefel beim Bobby Car fahren vernichtet). Des weiteren gewährt BMW auf den Baby Racer die üblichen 2 Jahre Garantie. Allerdings sind Defekte durch Gewaltanwendung ausgeschlossen, was im Normalfall wohl „keine Garantie“ heißt, jeder wird wissen, wie manche Kinder ab und an mit ihrem Spielzeug umgehen, auch unsere Marie hat schon einmal probiert, mit ihrem Auto durch die Wand zu fahren. Bei der sehr guten Verarbeitung und den hochwertigen Materialien, die verwendet wurden, rechne ich mit keinen technischen Defekten, zumal auch das original Bobby Car quasi unverwüstlich ist.
Wie sieht nun mein Fazit aus? Fast eindeutig: Der BMW Baby Racer II ist ein hervorragendes Spielzeug und seinen Preis (ca. 80 €, erhältlich über jeder BMW-Niederlassung) auf jeden Fall wert! Es ist durchdacht in Design, Verarbeitung und verwendeten Materialien und spiegelt so perfekt das Image von BMW wieder. Und hier komme ich zu meinem einzigen Kritikpunkt: der Baby Racer ist schlicht und einfach ein WERBEINSTRUMENT für BMW! Nicht nur, das die Kinder von heute die Kunden von Morgen sind und mit dem Spielzeug schon ein massives Markenbewustsein geschaffen wird, sogar Eifersüchteleien gibt es schon, wenn Bekannte zu Besuch kommen, deren Kind „nur“ ein Bobby Car besitzt, ältere Kinder werden sicherlich auch ihren Eltern die Fragen stellen, die sich BMW wünscht: „ Papa, warum fährst du nicht genau so ein Auto wie ich???“. Die Zielsetzung, die hinter dem Verkauf des Baby Racers steht, ist, so wie bei den anderen Autokonzernen, die solche Rutschautos anbieten (Mercedes, Audi, WV und Porsche) vollkommen klar. Ein echtes Kuckucksei. Deshalb gibt es trotz der guten Qualität nicht die Topbewertung!
Aber, wie dem auch sei: „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul!“ sagt man, und der Baby Racer war ein Geschenk. Und, meine kleine Marie ist glücklich damit, und das ist und bleibt für mich das wichtigste!
Vielen dank fürs Lesen,
YetiChris
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