c.h.r.i.s meint: Ich kenne diese Situationen nur zu gut. Deswegen kann ich auch gut in dieser Kategorie mitreden.
Wenn die Eltern ihre Bestrafungen aussprechen, dan... Testbericht über Bestrafungen lesen
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26 Testberichte über Bestrafungen
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Strafen müssen nicht sein !, 20.01.2005
Also ich schaue mir viele Sendungen zum Thema Kindererziehung im Fernsehen an, z.B. die Supermamas (RTL 2) oder die Nany (RTL). Ich bin selbst Mutter einer 5-jährigen Tochter und mir graust es, wenn ich die Sendungen sehe. Meine Grundeinstellung ist eigentlich, daß ein Klaps auf den Hintern noch keinem geschadet hat. Aber ich habe meine Tochter von Anfang an so erzogen, daß sie auch auf Worte hört. Ein Brüllen oder sonstiges ist bei uns nicht notwendig. Ein Hilfsmittel ist vielleicht, daß ich meiner Tochter, auch wenn ich nicht so viel Zeit habe - ich arbeite Vollzeit und übe einen Nebenjob aus- viel erkläre und sie für "voll" nehme. Sie hilft mir liebend gerne in der Küche und ich lasse sie schon einige Sachen selbst machen, sprich ich behandle sie nicht wie "ein Baby", sondern wie einen vollwertigen Menschen, der selbstverständlich auch seine Grenzen hat.
Ich finde, daß Kinder mit solch einer Erziehungsmethode gar nicht erst so mißraten wie die im Fernsehn gezeigten. Kinder sollten zum einen von Anfang an ihre Grenzen kennen und zum anderen auch zur Selbstständigkeit erzogen werden.
Bei uns zu Hause gibt es keine Schimpfwörter (auch wenn sie genug im Kindergarten lernt)oder Kraftausdrücke.
Beim Zubettgehen muß man nur konsequent sein und was meiner Erfahrung nach vielleicht auch hilfreich ist: Schon als Baby soll das Kind im eigenen Bett schlafen - so gibt es keine Probleme beim Einschlafen bzw. Schlafen im eigenen Zimmer !
Ich könnte so viel über das Thema schreiben, aber dann wird es ein Buch und kein Testbericht.
Mein Fazit: Behandelt Eure Kinder als vollwertige Menschen und nehmt Euch die Zeit für Erklärungen. Wenn Ihr Euch über etwas geärgert habt, lasst den Ärger nicht an Euren Kindern aus - sie können nichts dafür.
Schlagen ist keine Lösung, sondern bringt nur mehr Probleme ohne das Problem zu lösen.
Bestrafungen?Wie sollte ein Kind bestraft werden?, 19.02.2004
Strafe, ein hartes Wort!Ich bin Mutter 2er Kinder, Tochter 19, Sohn 10!Der großen kann ich ja nicht mehr viel verbieten, sollte sie mich nerven, dann stelle ich mich einfach stur, wenn sie etwas von mir will und das reicht dann meistens schon aus, damit sie zur Besinnung kommt. Nun aber zur *Bestrafung* eines Kindes!Also, Schläge kommen bei uns nicht vor, das ist eine Bestrafung, von der ich überhaupt nichts halte, denn es hinterlässt körperlichen Schmerz und davon sollte JEDER Abstand halten, uns schlägt ja auch niemand, wenn wir etwas verbockt haben. Wenn mein Sohn mir querkommt, und das kommt echt häufig vor, stelle ich ihn entweder auf Igno oder er erhält ganz einfach Verbote!!!Diese Verbote sehen bei uns so aus: gestrichen werden zum Beispiel der Fernsehapparat, die Playstation, der PC oder je nach Ausmaß alles auf einem mal!Und, wahrlich, das hilft!Wir wohnen ländlich, allein kann mein Sohn keine Geschäfte aufsuchen, ich muß ihn dann immer fahren. Wenn er es mal wieder zu bunt getrieben hat, stelle ich mich stur und fahre ihn eben nicht zum nächsten Geschäft, obwohl er doch gerade *heute* so gern etwas kaufen würde, ich lasse ihn dann nörgeln, verweise ihn aber dann in sein Zimmer oder nach draußen und sage ihm, daß ich mir seine Nörgelei nicht anhören will.Meine Erziehung geht auch dahin, daß ich viel erkläre, wenn etwas falsch gemacht wurde, Kinder müssen erklärt bekommen, was sie denn nun *verbrochen* haben und weshalb es nicht gut ankommt und sie eine *Strafe* erteilt bekommen.Meine Frage: was soll ein klaps auf den Po denn bringen? Da kommen doch nur die Aggressionen der Eltern durch, also wenn man sich nicht anders *wehren* kann, dann hat man seinen *Beruf* als Mutter oder Vater nicht verdient!
Verhauen - NEIN, einen Klaps auf den Po - machmal angebracht, 10.11.2003
Ich denke jeder Elternteil hat seine eigene Vorstellung von Erziehung und auch von Strafen, die ab einem bestimmten Alter einfach ein Muss sind. Jeder legt die Strafen anders aus, was auch in Ordnung ist, da es kein Patentrezept für "allgemeine" Strafen gibt, da jedes Kind sowieso anders ist. Ich kann hier eigentlich auch nur für mich sprechen und wie ich die Erziehung meines Kindes handhabe.
Mein Sohn ist jetzt 5 Jahre alt, ein sehr wohlerzogenes Kind, was ich aber auch auf meine strenge Erziehung zurückführe.
Ich bin selbst eigentlich sehr streng von meinen Eltern aufgezogen worden, besonders von meiner Mutter. Natürlich gab es oft mal eine Backpfeife oder wurde auch der Kochlöffel geschwungen, was ich heute allerdings verstehen kann, da ich ein sehr eigenwilliges und bestimmt kein leichtes Kind war. Ich habe durch diese Erziehung keine Nachteile oder seelische Störungen davon getragen, ganz im Gegenteil, ich bin heute froh, dass meine Mutter mir nicht alles durchgehen ließ. Also damit will ich eigentlich nur sagen, ich habe durch meine Erziehung keinerlei Nachteile empfangen, sondern ich hatte wirklich eine schöne Kindheit.
So nun zurück zu meinem Sohn. Ich habe schon sehr früh angefangen meinem Sohn seine Grenzen zu zeigen. Das Wort "Nein" kannte er schon als Kleinkind (1 Jahr). Und auch als er größer wurde war es sein ständiger Begleiter. Ich denke je früher man damit anfängt, desto schneller wird es von den Kinder realisiert, was man eigentlich will. Natürlich wurde dieses "Nein" wesentlich energischer ausgesprochen als die übrigen Worte und ich muss sagen, mein Sohn kapierte sofort wenn Mama etwas energischer sprach. Ich habe nie gebrüllt oder sonstiges, nur die Stimme etwas fester werden lassen.
Dann kam die Phase des Krabbelalters, da reichte mein "Nein" auch noch und dann endlich konnte mein Kleiner auf seinen eigenen Beinchen stehen. Da reichte das "Nein" dann bald nicht mehr. Man kann ja einigermassen verstehen, das die Knirpse dann nur noch rumlaufen wollen, aber das ist auch ein Alptraum für uns Eltern. Ich denke jeder der ein Kind hat wird mich da verstehen, man ist eigentlich nur noch permanent am hinterher rennen und aufpassen, schon fast wie eine Vollzeit-Beschäftigung. Mein Sohn hat dann ganz oft mein "Nein, komm zurück" ignoriert. Ich habe mir dann überlegt, was ich dagegen tun kann, ohne ihn jetzt mit irgenntwelchen "handgreiflichen" Bestrafungen dahin zu bringen, wo ich ihn haben wollte. Also jedesmal wenn mein Sohn mal wieder meine Worte ignorierte, musste er auf meinem Schoss sitzen und sich eine Runde langweilen. Nicht zu lange Max. 2 Minuten, dass reichte schon. Was soll ich sagen, es wirkte. Er kam zwar nicht gleich zurückgestürmt wenn ich ihn gerufen habe, aber er blieb stehen und drehte sich rum, um nachzuschauen was ich wohl diesemal wieder wollte. Also hatte ich mit dieser Methode doch den gewünschten Effekt erzielt.
Die Trotzpahse kam dann mit 3 Jahren. Die Hölle sag ich nur. Es wurde alles ignoriert was Mama sagte. Das sah ich mir ein paar Tage an und dann war Schluss. Der ausschlaggebende Punkt war ein Ausflug in ein großes Einkaufszentrum. Ich hatte gerade etwas zu Essen geholt und sagte zu meinem Sohn, er soll bitte hinter mir stehen bleiben, damit ich das Essen schnell abstellen kann. Er "Ja Mama". Ich stellte das Essen ab, diese Aktion dauert vielleicht 5 Sekunden, und drehte mich wieder rum, mein Sohn war verschwunden. Ich bin wie eine Irre ca. 10 Minuten rumgerannt und habe meinen Sohn gesucht. Natürlich gingen mir die schrecklichsten Gedanken durch den Kopf, Entführung, Verlaufen usw. Meine Suche führte mich auch ins Toys R Us. Na da sass mein Sohn seelenruhig in einem Spielauto und fuhr durch die Gegend. Viele wären jetzt wahrscheinlich überglücklich zu ihrem Kind gerannt und hätten mal nichts gemacht, ausser vielleicht ein Ermahnung. Nicht so ich, ich habe meine Sohn geschnappt und habe ihm einmal auf den Po gehauen und dann gleich danach hab ich ihm auch erklärt warum. Er war so erschrocken und verstand wohl auch meine Angst, da die mir noch im Gesicht anzusehen war. Mein Sohn hat soetwas nie wieder gemacht und ich würde im Nachhinein genauso handeln.
Von diesem Tage an wurde ich auch wesentlich strenger mit meinem Kind. Das soll nicht bedeuten, das er für jeden Mist einen Klapps bekam, dass war wohl eher die Ausname. Diese Strafe gab es wirklich nur bei Dingen, die gefährlich werden könnten, z.B. einfach über die Strasse rennen ohne zu schauen. Ansonsten habe ich mir andere Sachen ausgedacht.
- ganz klassisch Fernsehverbot
- 5 Minuten hinsetzen und langweilen (wirkt immer noch)
- Zimmer aufräumen oder es wird einfach mal ausgeräumt (die Sachen werden natürlich nicht weggeschmissen, wäre ja verrückt)
- Freunde dürfen mal nicht zu Besuch kommen oder bei uns schlafen
- der Satz "Wenn ich kommen muss, ist aber was los" wirkt ware Wunder
Ich denke es gibt 100 von Möglichkeiten ohne Schläge auszukommen, man muss wirklich ausprobieren, aber wenn garnix mehr Hilft würde ich Eltern die ihrem Kind mal eine auf den Po hauen nie verurteilen. Ich finde es unmöglich das sich Fremde in die Angelegenheiten einer elterlichen Personen einmischen und solche Personen dann noch Anzeige erstatten. Wenn man sieht, dass das Kind verprügelt wird, kein Thema, da würde ich auch einschreiten, aber ein Klapps auf den Hintern, also bitte, das ist in jedem Fall zu verantworten. Ich stell mir nur die Situation vor (schon etliche Male gesehen), ich mit meinem Kind in einem Laden, mein Kind möchte unbedingt etwas haben und ich sage nein. So das Kind fängt an zu schreien, schmeisst sich auf den Boden und strampelt mit den Beinen. Ich würde meinem Sohn eine kurz Warnung zukommen lassen und wenn diese Gehabe nicht sofort aufhören würde, dann wäre der Klapps auf den Po vorprogrammiert. Ich muss sagen mein Sohn hat soetwas noch nie gemacht, aber ich denke er weiss auch warum.
Ich verlange von meinem Sohn bestimmt kein 100 % Gehorsam, nein auf keinen Fall, aber ich verlange Respekt und Höflichkeit. Ich denke das die Wörter "Bitte" und "Danke" einfach sein müssen. Ich sage ja auch bitte wenn ich etwas von ihm möchte. Wenn wir zu Besuch sind, ein "Hallo" und "Tschüss" sind ein Muss. Man muss keinen Kniefall von seinem Kind erwarten, aber eine gewisse Höflickeit verlange ich.
Ich möchte hier nochmals in aller Deutlichkeit bemerken, ich halte nichts von Verprügeln, ins Gesicht schlagen (furchbar), ein Kind einsperren, den Satz "Ich hab Dich nicht mehr lieb" wird nie über meine Lippen kommen. Aber wenn es die Situtaion erfordert vertrete ich die Meinung, kann ein Klapps nichts Schaden.
Pro: Hilft bei Erziehung, sollte aber doch nicht die Regel sein, wenn dann nur in Massen... Kontra: Auch andere Verbotsstrategien ausprobieren
Wie toll ich doch erzogen worden bin ..., 18.10.2003
" Wir meinen es doch nur gut mit dir" Hört man es doch fast täglich hören.
Doch frag ich mich machmal, was Eltern mit "gut" meinen ?
Zwar habe ich keine Kinder, jedoch kenne ich mich mit diesem Thema bestens aus.
Denkt man nicht , das wenn man einen bestraft das man dann den selben Fehler nicht mehr macht?
Das man dann lieb ist ? Vieleicht dann auch gut hört??
Was ist bestrafen und für was dient es denn?
( Vieleicht kann mir einer diese Fragen Beantworten).
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Wie worde ich Erzogen .. oder wie hat man es versucht?
Sicher nicht auf eine gute Weise und darum will ich euch davon erzählen.
Niemals würde ich je mit meinen Kindern so umgehen.
**** Der Tag an dem ich zu spät kam *****
Ja es gibt Tage, da kann man nicht pünklich sein. Aber muss man dann angeschrien werden??
Wieso ??
Sind die Eltern denn auch immer pünklich?.
Es war ein Sommertag wie jeder andere auch. Ich sollte um 10 Zuhause, kam stattdessen um 10:15 an.
Nicht mal ein Hallo , schön das du da bist kommt!
Nein eher ein betontes "Wo warst du ? Hab ich nicht gesagt du sollst um 10 Zuhause sein?"
Was für ein Ton , als wäre ich 10 Stunden weggewesen und nicht 15 Minuten.
" Los in dein Zimmer, heute bekommst du kein Essen".
Was für ne Art sollte das sein?? Wieso musste ich ins Bett ohne Abendessen?? ..
Das war es wenn ich zuspät nachhause kam.
Entweder ich durfte ohne Essen ins Bett, oder direkt in mein Zimmer, oder am nächsten Tag nicht raus.
***** Der Tag an dem ich schlechte Noten nachhause binge*****
Ja da gabs ab und an auch mal Tage .. da schrieb ich schlechte Noten, obwohl ich gelernt hatte. Und als ich dann auch noch Sitzen blieb find die Hölle an.
Kein tröstendes Wort wie " Och Schatz, beim nächsten mal wierds besser".
Nein, wieder so ein netter Satz " Willste putze werden,dann mach weiter".
Auch dieses wurde bestraft mit knapp 2 Wochen Hausarest und Sommerferien durch lernen.
Aber es kommt nicht mal einer "Was habt ihr auf, soll ich euch helfen?"
**** Ich mag doch kein Gemüse ****
Von klein an mochte ich kein Gemüse und besonders kein Paprika.
Wieder mal sitzte ich vor dem Teller und will nicht Essen.
Anstatt zu sagen "Ist okay ,dann lass es stehen" kommt " Du bleibst so lange hier sitzten bis du aufgegessen hast".
Da saß ich machmal kanpp 3 Stunden am Tisch.
Und wenn ich das dann immer noch net gegessen hatte, so wurde ich von meinem Vater gezwungen.
Der hat mir das immer in den Mund gestopft, bis ich geheult hatte.
**** Wenn das Zimmer nicht aufgeräumt war ****
Ja .. dann ging es Rund. Ich hatte immer ne gewisse Zeit das Zimmer auf zu räumen. Ca. 2 Stunden , wenn es dann nicht aufgeräumt war. Holte meine Mutter nen Blauen Sack , stopfte alles da rein und warf es weg.
**** Wenn man was runter fiel ****
Ja, beim vorbei gehen kann doch mal was runter fallen, wehm ist das nicht passiert??
Wieder mal heißt es " Du bekommst kein Taschengeld, bis das die Sache abbezahlt ist" (und was soll man sagen 2 DM waren ja nicht viel im Monat).
Ja dann gab das liebe TV verbot und so.
**** Als ich meine Mom zur Weißglut brach *****
Ja, das kam schon öfters vor.. da lief mir meine MOM immer mit nem Kochlöffel hinterher und hat mit den Arsch versolt. Und wenn dieser Löffel dann noch kaput ging, war ich es auch noch Schuld.
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Ja das waren mal so kleine Bestrafungen .. wo ich sagen kann diese haben nicht wirklich geholfen .. eher nur hass gebracht und genau das gegenteil was sie erreichen wollten.
Wie würde ich meine Kinder erziehen´?
Ja gute Frage, bestimmt nicht wie ich erzogen worden bin.
Ich hatte ja schon regelrecht Angst vor meine Eltern. Sogar als ich meinen Freund Kennenlernte hatte ich Angst vor meinen DaD, sodass ich meinen Freund vorschlug uns nicht bei mir Zuhause zu Treffen. Da er da sehr komisch in der Sache ist.
** Erziehung **
Ich würde wenn es zuspät kommt erstmal nach dem Grund Fragen und nicht direkt bestrafen.
Wenn es schlechte Noten schreibt, mich mit ihm hin setzen und lernen.
Wenn es kein Gemüse will, dann muss man es nich essen.
Sachen die kaput gehen nicht vom Taschengeld abziehen (sofern es nicht mit Absicht war).
Und erst recht KEINE GEWALT , KEIN SCHLAGEN ODER ÄHNLICHES.
Liebe im ruhigen Ton sprechen .. kann machmal mehr helfen als man denkt.
Da war nun mein Thema zum "Bestrafen".
Mfg, Julia
17.10.03
PS: Sorry für mein komisches Deutsch und meine Rechtschreibfehler.
Pro: Wenn es helfen sollte..... Kontra: Dann aber ohne Gewalt
als Tochter einer gelernter Kindergärtnerin (heute auch Erzieherin genannt), darf ich mir einer sehr durchdachten Erziehung sicher sein und wenn ich sage, dass ich mich nie eines Klapses erinnere, dann stimmt das zu 100 %. Nun, als baldige Mutter und schon seit ein paar Monaten "erzwungener Pause" habe ich viel Zeit, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Ich glaube, dass Bestrafung ein sehr wichtiger Erziehungsaspekt ist. Doch sollte man weg von der Vorstellung, dass es dazu Schläge braucht. Es gibt viel effektivere Möglichkeiten, einem Kind begreiflich zu machen, dass er zu weit gegangen.
Da wir uns als ehemalige Hundebesitzer auch mit vielen Familien angefreundet haben und man ja auch in der eigenen Familie immer wieder auf Eltern mit Kinder in jedem Alter stößt, ist mir folgendes am meisten aufgefallen:
1. Es gibt keine Regeln
2. Stehen Regeln fest, werden sie nicht durchgesetzt
Für Kinder sind gewisse Grenzen unverzichtbar. Etwa im 2. Lebensjahr verlangen Kinder immer öfter negative Bestätigung. Das heißt, dass sie Dinge tun, von denen sie wissen, dass sie es eigentlich lassen sollten. Dabei müssen sie immer wieder darauf hingewiesen werden, dass sie eben das nicht tun sollen. Negative Bestätigung eben. Die Kinder wollen einen nicht mit ihrem Verhalten ärgern, es ist einfach wichtig, dass sie verinnerlichen können, was man NICHT tut.
Läßt man Kindern vollkommenen Freiraum fällt diese negative Bestätigung weg. Sie erlernen nicht, was man nicht macht.
In der Erziehungswissenschaft kursieren millionen Erziehungskonzepte. Einige schlaue Wissenschaftler haben sich nun endlich hingesetzt und diese zu einem knappen stichpunktartigen Erziehungsgerüst zusammengesteckt.
Man nennt dies entwicklungsfördernde Erziehung. Diese besteht aus "nur" 5 Punkten:
Liebe
Achtung
Kooperation
Struktur
Förderung
Der Aspekt der Bestrafung fällt in den 4. Punkt der Struktur. Hier ist es wichtig, dass man konsequent Grenzen setzt, Regeln und Rituale einführt und diese auch mit Klarheit und Verläßlichkeit durchführt.
Beispiel:
Ein Kind geht mit 5 Jahren gegen 19.30 Uhr ins Bett, bekommt eine gute Nacht Geschichte vorlesen und soll dann schlafen. Seit 2 Wochen versucht das Kind jeden Abend dieses Ritual nach hinten zu verschieben. Immer wieder muss es dennoch um halb 8 ins Bett und plötzlich haben die Eltern die Nase voll und lassen es einfach gewähren.
Dieses Verhalten verwirrt das Kind. Es wollte seine Grenzen austesten und hat gewonnen. Das heißt, dass alle Regeln, die von den Eltern aufgestellt werden, potentiell angreifbar sind. FAZIT: Das Kind macht was es will.
Ist nun Mamas Geburtstag und das Kind darf zur Feier des Tages bis halb 9 wach bleiben, wird das vorher mit dem Kind besprochen, es freut sich, dass es länger aufbleiben kann und geht am nächsten Tag wieder um halb 8 ins Bett. Das ist für das Kind nachvollziehbar. Es sieht, dass die Regeln auch Ausnahmen haben, grundsätzlich aber weiter gelten.
Ich halte es demnach für viel wichtiger Regeln konsequent durchzusetzen, als das Kind zu schlagen. Meist erreicht man damit ohnehin nichts. Mal abgesehen von einer kurzen Phase, die Kinder meist mit etwa 2 durchleben, in der gar nichts mehr wirkt, sondern nur provoziert wird, erreicht man mit Geduld und einem klaren Verhalten viel mehr. Kinder sind sehr verständig. Sie möchten lernen, alles über die Welt erfahren und geliebt werden. Hält man sich von Beginn an, an das gleiche Konzept, bestraft man eher mit Fernsehentzug, keine Gute-Nacht-Geschichte oder einem früheren Zeitpunkt, an dem das Kind ins Bett muss, ist damit viel zu erreichen. Hört es nicht, gibt es eben keinen leckeren Nachtisch und keine extra Runde spielen auf dem Spielplatz.
So haben uns zumindest unsere Eltern erzogen und ich kann nicht sagen, dass wir misslungen sind. Differenzen wurden sehr früh ausdiskutiert, so dass wir immer das Gefühl hatten, auch eine Stimme zu haben und dann wurden Kompromisse geschlossen.
FAZIT:
Manchmal rutscht einem sicher die Hand aus. Soweit muss es meist aber gar nicht erst kommen. Mit Feingefühl und klaren Grenzen (die natürlich zu bestimmten Anlässen durchlässig sind und je älter das Kind wird, ausgeweitet werden) läßt sich bei den meisten Kindern viel erreichen.
Pro: Bestrafen ja, aber nicht mit Schlägen... Kontra: Ohne Strafe geht es nicht.