Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt
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Platz 1 in der Kategorie "Hellenthal". Typ: sonstiges / Hellenthal-Rescheid ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4.0 von 5)

Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

little_maryann

Von Zwergen, Hunt und Frosch

ein Testbericht von 2004-08-23 11:38:46 vom 23.08.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Arbeitsbedingungen des letzten Jahrhunderts hautnah, interessant, lehrreich ...
Nachteile/Kritik: nichts, für Leute mit Platzangst
Endlich große Ferien, und wir hatten so viel vor. Wir wollten in diesem Jahr das Moseltal erradeln und danach Südfrankreich unsicher machen, aber………. mein Menne hat noch einige Stellen offen und so konnten wir uns nicht ins Ausland absetzen. Damit es für Nico (10 Jahre) aber auch zuhause nicht allzu langweilig wird, hatten wir ihm Tagestouren versprochen. In meiner Tageszeitung gibt es eine geniale Serie namens Sommertour. Hier wird täglich ein Ausflugstipp gegeben und so einige davon haben wir schon übernommen.
Gestern nun sind wir vom linken Niederrhein in die Eifel gefahren. Unser Zielort hieß Hellenthal, das liegt etwa 25 Kilometer von Monschau entfernt. Die Informationen in der Tageszeitung waren recht umfangreich und so machten wir uns so zeitig auf den Weg, dass wir zur Führung um 14 Uhr pünktlich da waren. Wir benötigten etwa 1,5 Stunden bis Hellenthal und fragten uns dann durch bis Ortsteil Rescheid.
Auch war der Hinweis auf vernünftige Kleidung und festes Schuhwerk hervorragend, denn 90 Minuten unter Tage bei 8 Grad und 98 % Luftfeuchtigkeit hätten in T-Shirt und Sandalen keinen wirklichen Spaß gemacht.
Das Besucherbergwerk liegt etwas außerhalb von Hellenthal-Rescheid, ist aber durch relativ gute Beschilderung leicht zu finden. Laut Zeitung hält auch eine Buslinie dort, falls man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist.
In der näheren Umgebung des alten Grubenhauses befindet sich ein großer Platz, auf dem man bequem parken kann und in der Nähe des Einstiegschachtes ist noch ein kleinerer Ausweichparkplatz ausgewiesen.
Im Jahr 1993 wurde das Besucherbergwerk erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

Im Grubenhaus, das 1999 neu erbaut worden ist, befindet sich in der oberen Etage ein etwa 100 qm großes Museum, in dem neben verschiedensten Mineralien, auch alte Arbeitsgeräte und auch ein „Hunt“ ein alter Schienenwagen, mit dem geschlagenes Erz aus dem Berg geschafft wurde, ausgestellt ist. Hier im Grubenhaus beginnt auch die Führung in den Berg

Zuerst dachte ich „ da kommt ein Koch“ aber weit gefehlt, es war unser Führer. In einer Arbeitskluft, die meiner Meinung mehr in eine Küche, als in ein Bergwerk passte, stand ein Mann vor uns und erzählte uns, dass wir nun „einfahren“ Vom Grubenhaus ging es einige Schritte auf den Wald zu und schon stoppten wir das erste Mal um etwas wie einen alten gemauerten Brunnen anzusehen. Oben drauf lag ein Gitter und beim reinschauen, konnte es einem schon ganz anders werden, so tief war das. Am Grund sah man rötlich Wasser fließen und wer die Hände über den Schacht hielt, bekam eine Ahnung davon, welche Temperatur uns da unten erwartete.
Weiter ging es zum Einstieg in die Grube, neben der, seit einiger Zeit ein metallener Förderturm steht.
Über dem Einstieg selbst, steht ein Haus, das zum Einen aus der Kaue( einem Umkleideraum für die Bergleute) und ansonsten einem großen Treppenhaus besteht , das den Zugang zum tiefen Stollen in 43 Metern Tiefe ermöglicht.
Bevor wir das Haus betraten, machte unser Führer darauf aufmerksam, das alle Leute mit Sextanerblase besser noch mal oben das stille Örtchen aufsuchen sollten, weil unten gäbs kein Klo. Über die erste Treppe ging es hinunter in die Kaue. Als in diesem Bergwerk noch geschlagen wurde, haben sich die Bergleute hier umgezogen. Dabei kam auch die Sprache auf die Farbe der Arbeitskleidung. Nix Koch…zum besseren sehen der Leute wurde die weiße Kleidung gewählt.
Nach einigen Erklärungen seitens unseres Führers, wem das Bergwerk wann gehörte, wie die Erzmine ausgebeutet wurde und einigen anderen Dönekens, machten wir uns nach dem präzisen Anpassens der Grubenhelme auf den Weg in den Berg.

Unsere Gruppe umfasste mit Führer 16 Personen. Während der ersten Meter im tiefen Stollen machten mindestens 12 davon drei Kreuze ob der Helme. Trotzdem wir die Köpfe einzogen, schrabbte der ein oder andere mit Helm an der Felsdecke entlang. Innerhalb des Stollens sorgen einige Deckenlampen für ausreichend Licht um sich die Felsstrukturen und verschiedenen Gesteinsschichten anzusehen. In unregelmäßigen Abständen hängen beleuchtete Schautafeln, die Erklärungen abgeben. Plötzlich hielt unser Führer an und zeigte auf eine kleine Öffnung links im Stollen. Vom Hauptstollen ab, war dort eine Nebenstrecke in den Berg getrieben worden. Keiner von uns konnte sich vorstellen, wie man darin arbeiten sollte. Unser Führer erklärte, dass die Bergleute nach der Größe ausgewählt wurden. Sie durften nicht größer als 1,50 Meter sein. Die gezeigte Nebenstrecke war 50 Zentimeter breit und 90 Zentimeter hoch und darin bewegten sich die Bergleute auf Knien oder liegend und trieben so den Stollen immer weiter. Bei ihrer harten Arbeit im Berg trugen die Bergleute Mützen aus Filz, wie Zipfelmützen von Gartenzwergen. In der Mütze war oberhalb des Kopfes ein Loch, aus dem die Luft entwich, wenn sie damit die Decke berührten. So merkte der Mützenträger wenn er zu nah an die Decke kam. Der Führer erklärte auch warum die Stollenhöhe nur so gering war. Wenn aus dieser geringen Höhe ein Stein auf den Bergmann fiel, dann war die Verletzungsgefahr bei weitem nicht so groß, wie bei hohen Stollen.

In einem anderen, vom Hauptstollen abgehenden Seitenarm, versammelte unser Führer die ganze Truppe in einem nischenartigen Stollen. Und plötzlich ging das Licht aus.
Einzig ein winziges Licht kam von einer messingfarbenen Metallfunzel, die an der Stollenwand hing. Die kleine Öllampe, von den Bergleuten „Frosch“ genannt, hatte irgendwie die Form eines Kleeblattes und von ihr ging wirklich nur ganz wenig Licht aus. Unter diesen Lichtverhältnissen haben die Bergleute früher gearbeitet. Sie kamen im Dunkeln zur Arbeit, bei teilweise Wegen von zwei Stunden, arbeiteten 10 Stunden bei diesem Büchsenlicht unter Tage und gingen im Dunkeln wieder nach Hause. Da erzähl mir heute mal noch einer was von Winterblues ;-))
In diesem Bergwerk wurde Bleierz gefördert. Die Männer brachen das Gestein und schafften es an die Oberfläche und die Frauen arbeiteten 12 Stunden über Tage und klaubten (sortierten von Hand) das Bleierz. Am Ende des Tages hatten sie soviel verdient um ein drei Kilogramm schweres Brot zu kaufen.
Ca. 750 Meter weit sind wir in dem tiefen Stollen in eine Richtung gelaufen, haben fossile Versteinerungen gesehen und viel über das Leben der Bergleute gehört. Es war eine Fülle von Informationen und wenn ich alles aufschreiben wollte, wäre ich Tagelang beschäftigt

Eine Menge Information findet man auch im Netz unter www.grubewohlfahrt.de
Die Zeiten der Führungen sind täglich um 11.00, 14.00 und 15.30 Uhr und für Gruppen nach Vereinbarung.
Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder 2,50 Euro und Familienkarten kosten 12 Euro.

Unser Fazit: Wir hatten einen tollen, interessanten Tag und die Anreise hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich habe jedenfalls ne gnadenlose Hochachtung vor den Menschen, die da unten gearbeitet haben um ihre Familie und sich zu ernähren und kaum älter als 40 Jahre wurden.
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Kommentare
Cheris
Cheris, 23.08.2004
Schoumlner Ausfuumlhrlicher Bericht.
Iris8
Iris8, 25.08.2004
klingt ja nicht schlecht, das kannte ich bisher noch nicht. LG Iris
kasmodiah
kasmodiah, 23.08.2004
eigentlich macht man ja viel zu wenig ausfluumlge. ich sollte auch mal wieder wo hin. gruszlig, kasmodiah
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Informationen zu Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt

Technische Daten und Produkteigenschaften
Hellenthal-Rescheid
Allgemeine Informationen Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt
gelistet seit: 20.08.2004
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Produktbewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Kategorie: Kultur 
Typ: sonstiges 
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