Bikedrive-Kurbeln“ ; sollen Fahrradfahren effizient und ergonomisch machen !
Solange die „Pedal-Kurbel“ nach vorne zeigt , kann die Beinkraft das Fahrrad antreiben , am meisten , wenn waagrecht steht . Denn dann ist der wirksame Hebelarm am längsten . Jeder kennt das vom Anfahren . Steht die „Pedal-Kurbel“ dagegen senkrecht , kann man keine Kraft mehr in Antrieb umsetzen . Die „Kurbel“ steht im so genannten Totpunkt , der mit Schwung überwunden werden muss . Vor Jahren schon versuchte Shimano mit den ovalen Biopace-Ketten-Blättern den Radfahrern die schwäche des oberen und untern Totpunkts zu nehmen . doch das ovale Kettenblatt brachte nicht den gewünschten runden Tritt , sondern warf neue Schwierigkeiten auf . Die Produktion wurde 1992 wieder eingestellt .
Zu dieser Zeit hatte der österreichische Ingenieur Gerhard Hilber bereits das Patent für ein neues „Kurbel-System“ angemeldet , das unter dem Namen Bikedrive auf der IFMA 1998 erstmals als serienreifes Produkt vorgestellt wurde . Das Geheimnis von Bikedrive ist eine Stahl-Feder zwischen „Kurbel“ und Ketten-Blatt-Stern , die als Energie-Speicher funktioniert . die Feder wird bis zur waagrechten „Kurbel-Lage“ durch Zusammendrücken gespannt und gibt die gespeicherte Kraft am unteren Totpunkt wieder zurück . Da der Widerstand der Feder geringer ist als der Antriebs-Widerstand , drückt sich nach dem oberen Totpunkt zuerst die Feder etwas zusammen , die „Kurbel“ kommt schneller in eine Lage mit wirksamerer Hebel-Arm-Länge , der Totpunkt wird schneller überwunden .
Deshalb passt Bikedrive auch besser zur Biomechanik des menschlichen Beines als ein normaler „Kurbel-Trieb“ . Denn in angewinkelter Stellung kann das Bein am wenigsten Kraft aufs Pedal bringen - diese Stellung fällt mit dem oberen Totpunkt der „Kurbel“ zusammen . Am kräftigsten ist das Bein kurz vor der Streckung , etwa in der Mitte zwischen waagrechter „Pedel-Kurbel“ und unterem Totpunkt . Bikedrive vermindert somit die Phasen-Verschiebung zwischen dem Kraft-Maximum des menschlichen Beines und der günstigsten Stellung der „Pedal-Kurbel“ . In der Summe soll mit Bikedrive nicht nur der runde Tritt verbessert , sondern auch Antriebs-Energie eingespart werden , fünf Prozent beim Normalfahrer und bis zu zwanzig Prozent beim Radsportler . Soweit die Theorie .
Die Praxis bringt recht unterschiedliche Reaktionen . Das österreichische ELK-Team und das niederländische Fuji-Team führen ihre letzten Erfolge auf Bikedrive zurück . Bei Sportlern wurde beim Fahren mit Bikedrive eine geringere Belastung gemessen : geringere Lactatwerte und geringere Sauerstoff-Aufnahme im Blut . Das spricht für eine Einsparung an Antriebs-Energie .Bei einem Testivent hatte man die Gelegenheit , Bikedrive zu testen . Während einige meinten , ohne Bikedrive hätten sie Steigungen nicht so leicht bezwungen , spürten andere keinen Unterschied . Um den Unterschied zu erfahren müsste man im heimischen , bekannten Gelände auf einem Rad fahren , mit und ohne Bikedrive , dann merkt man den Unterschied . Denn Menschen sind abhängig von der Tagesform , Wetter und Stimmung .
Wie stark Bikedrive wirkt , hängt zudem von der Kraft ab , mit der getreten wird . Sportler berichten , dass sie mit Bikedrive bei gleicher Kraft einen Gang schwerer treten können als gewohnt .
Im Umkehrschluss heißt dies , dass Bikedrive vor allem am Kraft-Maximum wirkt , da wo am Limit gefahren wird , im sportlichen Wettbewerb , an Steigungen und beim Anfahren . Auswahl und Einstellung der Feder-Härte spielen deshalb eine entscheidende Rolle . Drei verschiedene Federn werden angeboten . Ist die Feder zu weich , entsteht ein leicht schwammiges Tritt-Gefühl . Deshalb wurden die härteren Einstellungen als angenehmer empfunden . Die Testfahrer mit Knie-Probelmen blieben auch auf längeren Steigungen beschwerdefrei . In der Schonung der Knie-Gelenke liegt der Vorteil von Bikedrive für Alltags- und Freizeit-Fahrern , die sehr häufig in zu schweren Gängen fahren .
Meiner Ansicht ist ein Fahrrad mit Bikedrive ausgerüstet zu empfehlen , man kommt besser in Fahrt und auch bei Steigungen ist die Anstrengung nicht ganz so groß . Und wie schon beschrieben die Knie-Gelenke werden außerdem geschont , das sind doch Vorteile die man als Radfahrer (meine jetzt nicht die Radsportler , die werden bestimmt schon mit der besten Technik ausgerüstet sein) nicht außer acht lassen sollte . Kann nur allen Fahrrad-Freunden empfehlen Bikedrive mal auszuprobieren und dann selber Entscheiden ob es was bringt .
Wünsche viel Spaß dabei !
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