Boca SR5002T Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
°*° WER AM FALSCHEN ENDE SPART.....°*°
ein Testbericht von liskailonka2003-03-28 09:53:22vom 28.03.2003Empfehlung: nein
Vorteile: Befriedigende Bild- und Klangqualität, nette Optik, zu haben für € 69....Nachteile/Kritik: Mangelhafte Fernbedienung,schlechtes Handbuch, umständliches programmieren nur über die mangelhafte Fernbedienung möglich da kein OSD vorhanden.
Der Receiver meiner Nachbarin (eine technische Niete, aber eine nette *lach*), hat mich heute wieder zur Weißglut gebracht und deshalb diesen Bericht. Meine Nachbarin hat sich diesen Receiver vor zwei Monate bei MediaMarkt (wieso verkaufen die eigentlich so einen alten Mist?) gekauft und seitdem sitze ich alle vier bis fünf Tage vor diesem Gerät und stelle alle Frequenzen und Sendeplätze neu ein. Grund: mangelhafte Fernbedienung/Speicherung.
TECHNISCHE DATEN
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Der Boca SR 5002-T ist ein Analogreceiver (Bild und Ton) und hat folgendes zu bieten:
* 500 Speicherplätze für TV- oder Radioprogramme
* Eingänge Sat.-Antenne: (1)
* Scartbuchsen für TV und Decoder (2)
* Hauptschalter: bewirkt Standby
* Maße: Breite 27 cm; Höhe 7 cm; Tiefe 19 cm
* Frequenzanzeige an LNC anpaßbar: Ja.
Lieferumfang: Receiver, 1 Kabel für terrestrischen Empfang (30 Zentimeter), 1 Scartkabel (35 Zentimeter), Fernbedienng, keine Batterien, veraltete Frequnezliste, schlechtes Handbuch auf 6 Seiten A4.
QUELLE: Handbuch + Karton.
OPTIK
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Über das Aussehen dieses Receivers darf man nicht meckern; zwar nicht gerade eine Augenweide, dafür aber klein und kompakt. Am Gerätefront befinden sich drei Knöpfe; An/Aus, Programmplatz rauf und Programmplatz runter. Eine Anzeige für den Standby-betrieb gibt es allerdings nicht.
BEDIENUNG
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Der Receiver kommt völlig ohne OSD aus und kann somit nicht mehr mithalten mit neueste Technik. Sämtliche Informationen über Frequenz, Sendeplatz und sonstige Funktionen werden komplett über das Display in grüner Schrift angezeigt. Obwohl der Hersteller im Handbuch erwähnt, das alle Sendeplätze bereits programmiert sind, so wird man schnell eines Besseren belehrt, denn dies stimmt nicht. Die Sender sind nur so über die 500 Programmplätze verstreut wie man es gerade lustig fand. Eine logisch Anordnung ist nicht vorhanden. ARD lag auf Platz 15, dann einige Plätze nichts und dann auf Platz 27 fand ich RTL II. Somit mußte der Receiver komplett neu programmiert werden: das erste mal habe ich vier Stunden dafür gebraucht. Ein automatischer Sendersuchlauf ist nicht vorhanden und so muß man Hunderte von Frequenzen über die Fernbedienung eintippen. Da die mitgelieferte Frequenzliste nicht stimmt, mit den tatsächlichen Frequenzen, ist es also eine Art von Zahlenpuzzel ehe man überhaupt die Frequenzen rausgefunden hat.
Gott sei Dank, war ich so clever direkt beim ersten Mal die gefundenen Frequenzen auf zu schreiben; meine Nachbarin bringt es tatsächlich fertig alle 4 bis 5 Tage die ganze Programmierung durch einander zu setzen und ich muß ihr den Receiver neu programmieren. Heute war wieder mal so ein Tag und ich habe die Schn... jetzt so gestrichen voll von den Receiver, das ein Testbericht her muß.
Die Programmierung ist der reinste Horror; hat man einmal die richtigen Sendefrequenzen auf einem Blatt Papier gesammelt braucht man "nur" noch die Plätze zu programmieren. Ich lege die Plätze immer in der Reihenfolge ab, wie sie auch in den Fernsehzeitschriften erscheinen; zuerst ARD, ZDF und dann die restlichen Plätze. Für jeden Programmplatz braucht man bei diesen Receiver sechs Schritte und durch eine eingebaute Sperre erlischt die Eingabefunktion bereits nach zwei Sekunden. Man muß sich also beeilen um die Frequenzen ein zu geben, diese zu Speichern und dann auf den Programmplatz unter zu bringen. Mittlerweile habe ich den Trick zwar
raus, aber bei der geringsten Verzögerung bei der Eingabe, war die ganze Arbeit umsonst.
Die Fernbedienung ist sehr klein (etwas größer wie eine Kreditkarte) und die Tasten sind zu klein; eigentlich sind es eine Art Striche. Die Tasten liegen sehr nah an einander; dadurch drückt man sehr oft zwei oder drei Tasten gleichzeitig. Auch liegen die Tasten für die Programmierung mitten im Ziffernblock und somit ist es eigentlich schon vorprogrammiert, daß man die Frequenzen und Sendeplätze durch einander wirft. Auch die Kindersicherung, die eben dies verhindern soll, funktioniert nicht; ein falscher Tastendruck und schon ist alles dahin. Eigentlich ist die Fernbedienung schuld, daß man dieses Gerät nur schwer bedienen/programmieren kann und ist als mangelhaft zu werten.
BILD
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Für einen Analogreceiver, reicht die Bildqualität gerade noch aus. Bei schlechtem Wetter ist die Bildqualität aber schlecht zu nennen; viel Störungen und weiße Flecke, sowie Störgeräusche sind die Folge. Zwar hängt die Bildqualität auch von der Schüssel ab, aber da ich die gleiche Schüssel mitbenutze und selber perfektes Bild habe mit meinem Receiver von Grundig, lege ich hier die Schuld deutlich beim Receiver.
TON
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Der Receiver besitzt eine Rauschunterdrückung; beim Fernsehen funktioniert diese befriedigend - beim Radio-Empfang ist der Klang durchaus gut zu nennen. Auf jeden Fall ist der Klang beim Radio-Empfang wesentlich besser als beim Fernseh-Empfang.
FERNBEDIENUNG
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Die Fernbedienung ist von billigster Qualität und hat, laut Hersteller, eine Reichweite von fünf Meter; tatsächlich ist die Reichweite nur zweieinhalb bis drei Meter. Wer also den Receiver nicht direkt unter seine Nase stehen hat, ist gezwungen immer auf zu stehen um den Sender zu wechseln; der Batterieverbrauch ist obendrein sehr hoch und so merkt man fast täglich, wie sich die Reichweite verringert.
ABSCHLIEßEND
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Em pfehlen werde ich dieses Gerät nicht; sogar als Zweit-receiver (im Schlafzimmer oder so) ist er nicht geeignet. Die mitgelieferten Kabel (Scart, terrestrisch) sind zu kurz (35 Zentimeter)und müssen durch den Käufer ersetzt werden. Bild und Klang können gerade mal so überzeugen; auch durch das angeschlossene Video werden Bild und Klang nicht spürbar besser wahrgenommen.
Das Handbuch wirkt wie eine ausgedruckte Übersetzung von Babelfish.com; kaum zu verstehen, unvollständig und kompliziert. Außerdem werden sehr viele technische Details und Listen augführt, die nicht mal für dieses Modell geeignet sind und verwirren somit noch mehr. Der Programmiervorgang wird nur halb beschrieben und die Schritte der Programmierung stehen in der falschen Reihenfolge.
Meine Nachbarin hat in meinen Augen einen Fehlkauf getätigt; mein Grundig STR 7100 kostete € 99 gegenüber die € 69 für den Boca SR 5002 T und ist etwa gleich lange auf dem Markt. Trotzdem ist mein Grundig wesentlich besser (vor allem die Fernbedienung) und deshalb hatte ich meiner Nachbarin auch zu diesen geraten; sie wollte aber Geld sparen und hat sich den Boca SR 5002 T gekauft. Ich werde sie irgendwie überzeugen müssen, sich wieder schnell von diesem Gerät zu verabschieden und sich einen vernünftigen Receiver zu kaufen, denn ich habe wirklich keine Lust mehr alle fünf Tage rübergehen zu müssen und 90 Minuten lang, den Receiver neu zu programmieren nur weil man wieder alles durcheinander gesetzt hat über die mangelhafte Fernbedienung (obwohl meine Nachbarin dann immer für mich Abendessen kocht *lach*).
Der Receiver bekam in 1999 von Stiftung Warentest die Note 2,6 (befriedigend); ich würde eher mangelhaft benoten.
Der Service ist auch als Mangelhaft zu sehen. Wir haben zweimal versucht die Hotline (Herstellersitz ist in den USA, Service-Hotline in Frankfurt) anzurufen, um Hilfe bei der Programmierung zu erhalten, und konnten niemanden erreichen; es ging einfach niemand an den Apparat.
In diesem Sinne - Wer am falschen Ende spart, ist selber Schuld.