Alter Botanischer Garten
1821 wurde der Alte Botanische Garten angelegt und liegt heute jenseits der Marseiller Straße als ein Teil von „Planten un Blomen“ (Siehe hierzu meinen Bericht „Planten un Blomen“).
Hier gibt es verschiedene Schaugewächshäuser und Sondergärten, sowie einen japanischen Garten und mehrere Mittelmeerterrassen.
Die Gesamtfläche der Schaugewächshäuser beläuft sich auf 2800m2, davon 2450m2 unter Glas mit einer maximalen Höhe von 13 Metern.
Eine technische Besonderheit macht es möglich dass im Inneren der Gewächshäuser keine Pfeiler oder sonstige tragende Elemente stehen müssen. Die Glaskuppenkonstruktionen sind an Hohlkastenprofile außerhalb aufgehängt.
Die Gewächshäuser sind in Gruppen zusammengestellt um eine Freilandfläche mit mehreren Wasserpflanzenbecken.
In dem größten Tropenhaus des Botanischen Gartens wachsen unter vielen anderen Mangroven, Bananenstauden, verschiedene Riesenbambussorten, Zuckerrohr, Palmen und diverse Farne.
Der Garten unterteilt sich in fünf Teil- und Themenbereiche:
Das „Tropenhaus“ hat eine Gesamtfläche von ca. 800m2 und ist somit das Größte von allen. Hier findet man gleich im Eingangsbereich ein Becken mit verschiedenen Schildkrötenarten. Tagsüber stößt man hier auf tropische Temperaturen von 18 bis 25 Grad Celsius mit einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90%. Man kann hier ziemlich gut ins schwitzen kommen *smile*
Man findet hier tropische Pflanzen aus allen Regionen der Erde.
Wunderschön zusammengestellt mit Lianen, krautigen Bodengewächsen und einer Unmenge exotischer Bäume und Pflanzen.
Meines Erachtens fehlen hier eigentlich nur noch die Affen LOL
Im „Cycadeenhaus“ sind ausgewachsene und heranwachsende Palmenfarne (lat. Cycadophyta) zu bestaunen.
Diese Pflanzenart entwickelte sich vor etwa 200 Millionen Jahren und war damals eine der Hauptnahrungsquelle der Pflanzenfressenden Dinosaurier.
Nebenbei wird der so genannte „falsche Sago“ aus dem Stamm der Palmenfarne gewonnen. Es handelt sich hier um ein Verdickungsmittel aus weißlicher, glasiger, gekörnter Stärke. Dienlich zum Andicken von Suppen und zum Herstellen süßer Fruchtgrützen. Es ist geschmacksneutral und sehr nahrhaft. Der Deutsche Sago wird aus Kartoffelstärke hergestellt und ist aber mit dem echten Sago nicht zu vergleichen.
Palmfarne wachsen sehr langsam und erreichen ein extrem hohes Alter. Dem Namen irrtümlich handelt es sich bei Palmenfarnen weder um Palmen noch um Farne. Ganz im Gegenteil sind sie verwandt mit dem Ginko Baum und den Nadelholzbäumen.
Im „Subtropenhaus“ sind die Bestände geografisch geordnet: Mittelmeerraum, Afrika, Australien, Asien und Amerika.
Hier findet man alles von Ölbäumen, Eukalyptusarten, Lorbeerbäumen, Myrtearten, subtropischen Nadelhölzern, Palmen, Baumfarne, Feigenbäumen über Kaffee-, und Teesträucher bis hin zu verschiedenen Zitrusgewächsen.
Das „Farnhaus“ zeigt, wie der Name schon erraten lässt, eine Vielzahl verschiedener Farnarten.
Hier herrschen ähnliche Temperaturen wie im Tropenhaus, allerdings mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 bis 100%.
Durch das Farnhaus gelangt man in das
„Sukkulentenhaus“.
Sukkulenten (lat. succulentus > succus > sugere = saugen) bezeichnet alle Pflanzen die fähig sind in ihren Wurzeln, Stämmen oder den Blättern große Wassermengen zu speichern und damit lange und extreme Trockenperioden zu überstehen. Als Beispiel seine hier Kakteen oder Agaven genannt.
Eine „Warenkundliche Schausammlung“, welche dem Universitätsinstitut für Angewandte Botanik gehört, ist ebenfalls im Alten Botanischen Garten zu finden.
Hier kann man in zehn Räumen anschaulich die wichtigsten Pflanzen und pflanzlichen Rohstoffe aller Erdenländer, mit Schwerpunkt auf tropische und subtropische Gebiete, sehen. Es wird gezeigt wie diese als Nahrungs-, und Genussmittel, für Kleidung und für technische
sowie medizinische Zwecke genutzt werden.
Diese Sammlung ist in ihrer Vollständigkeit in Deutschland einmalig!
Der komplette Alte Botanische Garten steht nebenbei unter Denkmalschutz.
Öffnungszeiten des Alten Botanischen Gartens:
Sommerhalbjahr 9 – 16:45 Uhr
Winterhalbjahr 9 – 15:45 Uhr
Neuer Botanischer Garten
Im Juli 1979 wurde der Neue Botanische Garten der Universität Hamburg in Klein Flottbek eröffnet.
Er ist etwa 25h groß mit etwa 16000 Pflanzenarten.
Passend zum Thema findet man vor seinem Eingang eine 2,80 Meter große Bronzestatue. Sie trägt den Namen „Adam plündert sein Paradies“ und wurde 1982 von Waldemar Otto geschaffen.
Die Teile des Neuen Botanischen Gartens sind thematisch gegliedert in GEO (Pflanzengeographie), SYS (Pflanzensystematik) und MEN (Pflanze und Mensch).
Man findet in den drei Abteilungen u.a. den „Nutzpflanzengarten“ mit Getreide, Kohlgewächsen, Leguminosen (Hülsenfrüchte) und Solanaceen (Nachtschattengewächse) bis hin zu verschiedenen Zwiebelarten.
Kleingärten mit allem was wir aus dem heimischen Garten kennen, eine Giftpflanzenabteilung, einen Iris-, und Rosengarten, einen der größten Araukarienwälder Deutschlands (chilenische Nadelbäume), Mittelmeerpflanzen, Arzneipflanzen, einen Bauerngarten und dazu ein Reetdachhaus, ein kleiner Nadelbaumwald, eine Frühlingswiese und riesige Rhododendronbüsche.
Der Weiteren eine Abteilung Deutscher Wald, Heide-, Moor- und Strandflora, Steppen- und Wüstenpflanzen, die Flora Chinas in deren Mitte ein chinesischer Pavillon steht (1988 gestiftet von Hamburgs Partnerstadt Shang-hai), einen Japangarten und eine Abteilung über Nordamerikas Pflanzenwelt.
Ebenso zu besehen sind ein Rollgewächshaus, ein Duft- und Tastgarten, ein wunderschöner Orchideegarten, ein Bambusgarten und ein Cafépavillon.
Im so genannten „Alpinum“ finden sich Hochgebirgspflanzenarten und im
„Tertiärgarten“ gibt es verschiedene Gesteinsarten zu sehen.
Im Zentrum des Neuen Botanischen Gartens findet man das „System“.
Es handelt sich hierbei um eine Art systematischen Stammbaum welcher stammesgeschichtliche Entwicklungen und Relationen verdeutlicht.
Zu seinem Fuße steht ein mit Reet gedecktes Torhaus in dem Schautafeln hängen welche den Systemaufbau verdeutlichen sollen.
Diverse Führungen, Ausstellungen, Vorträge und Seminare werden das ganze Jahr über gehalten. Wer näheres dazu wissen möchte sollte auf der Seite http://www.bghamburg.de/veranstaltungen/fuehrungen .asp vorbei schauen.
Neben dem Garten befindet sich das Universitätsinstitut für Allgemeine Botanik zu dem auch eine Reihe Gewächshäuser gehören die der Pflanzenaufzucht dienen.
Hier ist nur das Gewächshaus für tropische Pflanzen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Öffnungszeiten des Neuen Botanischen Gartens:
Sommerhalbjahr 9 – 20 Uhr
Winterhalbjahr 9 – 16 Uhr Führungen finden von Mitte April bis Mitte September sonntags ab 10 Uhr statt.
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Gruß
Asmodina
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