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Das Mitglied ist nicht mehr auf Yopi.de aktiv. Keine Ent-Täuschungein Testbericht von Anonym1142005-04-16 18:46:16 vom 16.04.2005 Empfehlung: ja Vorteile: fesselnd, interessante Charaktere...Nachteile/Kritik: vielleicht etwas weniger stark als Sakrileg oder IlluminatiWAS IST EIN METEOR? Spontan würde ich sagen, dass es sich um Gestein von anderen Planeten handelt. Das stimmt aber nicht ganz. Das Wort „Meteor“ stammt aus dem Griechischen und steht für „Himmels-“ bzw. „Leutchterscheinung“. Das führt einen schon näher an die richtige Bedeutung. Denn ein Meteor ist ein Leuchten, das dadurch entsteht, wenn ein kosmischer Kleinkörper (Meteorid) in die Erdatmosphäre eindringt. Sternschnuppen sind übrigens Meteore. Der Name Meteor ist also nicht ganz richtig gewählt, denn in diesem Roman geht es um einen Meteor. Während der deutsche Titel recht kurz und plakativ ist, fällt der des Originals nicht ganz so griffig aus: „Deception Point“ heißt soviel wie Täuschungspunkt oder Punkt der Täuschung. DIE HANDLUNG: Zwei Themen sind in diesem Roman zentral. POLITIK: Es geht um die höchste Ebene, um das Präsidentschaftsrennen in den USA. Der Amtsinhaber liegt in den Umfragen hinter seinem Herausforderer zurück. Der hat nach geheimen Informationen durch seine Assistentin die NASA-Karte gespielt: Er will die Finanzen der Weltraumbehörde drastisch kürzen, die NASA notfalls schließen, um Gelder für die Bildung zu gewinnen. Eine Gradwanderung. Denn einerseits gehört die Pionierarbeit der NASA zum amerikanischen Stolz. Andererseits ist die Bildung eines der wichtigsten Themen, die Zukunft der Kinder zu sichern hat höchste Priorität. Doch dann verkündet der Präsident eine sensationelle Botschaft: Die NASA hat einen Meteor entdeckt und darin Spuren außerirdischen Lebens im arktischen Eis gefunden, so sagt er, nachdem er die Entdeckung vorher geheim gehalten hat. Für seinen Konkurrenten scheint das der Todesstoß. Doch nun beginnen erst die eigentlichen Verwicklungen: Denn allmählich wird klar, dass hinter den Kulissen Leute ihre Fäden gezogen haben. Es ist zunächst unklar, wer die entscheidenden Spielzüge macht. Aus der Außensicht des Lesers, der möglicherweise sowieso daran glaubt, dass in der Politik nicht alles mit rechten Dingen zugeht, werden alte Vorurteile bestätigt. Da sind zwar zunächst zwei Politiker, die sich auf der politischen Bühne zwar bekämpfen, die aber zugleich den Eindruck der wohlmeinenden, fast väterlichen Führungspersönlichkeiten wecken wollen. Doch der Leser bekommt Einblicke in das, was hinter der schönen Fassade passiert. Teilweise kennt man das zwar von dem einen oder anderen Skandal. Doch in diesem Machtspiel ist die Täuschung auf allerhöchster Ebene immens. Durch die Nachricht über die Entdeckung des Meteors und von Fossilien außerirdischen Lebens wird zwar niemandem geschadet. Die Mission ist aber so ausgelegt und abgesichert, das über Leichen gegangen wird. DIE WISSENSCHAFT: Der Präsident hat Experten aus verschiedensten Wissenschaftsbereichen geladen, um die Echtheit des Meteors zu bestätigen. Ihnen gelingt es, schlüssig nachzuweisen, dass es sich tatsächlich um ein Gestein aus dem Weltall handeln muss und auch die Fossilien werden als versteinerte außerirdische Lebensform identifiziert. Eine Sensation – gleich auf verschiedensten Wissenschaftsgebieten! Doch dann entdecken die Experten, dass das Wasser rund um den Meteor Meeres-Salz enthält. An sich ist das bei Schmelzwasser nicht der Fall. Noch merkwürdiger erscheint eine andere Spur im Wasser. Dort schwimmt etwas, das definitiv nicht in einer festen Eisscholle sein kann. Das Gestein, so stellt sich heraus, wurde von unten ins Eis eingesetzt. Das spannende daran ist, dass die Wissenschaft, die in vielen Bereichen als absolut zuverlässlich gilt, tatsächlich auch zu falschen Schlussfolgerungen verleiten kann. Fakt und Fiktion liegen nun ganz dicht beeinander, die scheinbar schlüssige Beweiskette, durch bestätigt wurde, dass es sich (angeblich) um einen Meteor handelt, reißt. Neue Ansätze führen nun Stück für Stück zum wahren Hintergrund dieser Entdeckung. Und da vermischen sich dann auch Wissenschaft und politische Machtspiele. Einige Ansätze aus dem wissenschaftlichen Bereich sind schon etwas kompliziert. Erst recht, wenn man über sie auf Englisch liest und somit evtl. Fachbegriffe noch schwieriger verstehen kann. Andererseits erklären die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse Rachel Sexton, einer Frau, die nicht Wissenschaftlerin ist, recht verständlich. So kann man auch als Leser diesen Teil mitverfolgen. Das Thema Wissenschaft ist spannend umgesetzt und sollte auch Leute, die an wissenschaftlichen Theorien normalerweise kein Interesse haben, nicht abschrecken. DIE HAUPTFIGUREN: RACHEL SEXTON: Dan Brown hat eine Figur mit charakterlichen Brüchen in den Mittelpunkt gestellt. Einerseits kommt sie „aus gutem Haus“ (ihr Vater, Senator Sexton, ist Präsidentschaftskandidat und dicht davor, ins Weiße Haus einzuziehen), ist selber intelligent und arbeitet in einer hohen Position für den Nachrichtendienst. Andererseits hat sie ein schlechtes Verhältnis mit ihrem Vater, gibt ihm die Mitschuld am Tod ihrer Mutter und fühlt sich auch sonst recht allein (gelassen). Zusätzlich gerät sie in die Zwickmühle als sie zu einem Gespräch mit dem Präsidenten geladen wird. Soll sie den Konkurrenten ihres Vaters treffen? Will dieser sie als Sextons Tochter ausnutzen? Sie lässt sich auf die Ungewissheit ein, fliegt auf den Wunsch des Präsidenten in geheimer Mission, um den NASA-Chef zu treffen und erfährt in der Arktis von dem Meteor und den darin eingeschlossenen Fossilien. Auch sie muss zunächst zugeben, dass die Beweise lückenlos und überzeugend sind. Das gibt sie per Bildtelefon auch den Mitarbeitern des Präsidenten bekannt. Doch sie ist auch die erste, die an dieser scheinbar schlüssigen Argumentation zu zweifeln beginnt, sie ist diejenige, die mit ihrer Fähigkeit, schnell das Wesentliche zu erkennen und daraus neue Schlussfolgerungen zu ziehen, entscheidend dazu bei zu enthüllen, was wirklich hinter dem Meteor steckt. Gerade nachdem ich Dan Browns Erfolgsromane „Sakrileg“ und „Illuminati“, beide mit der sympathischen Hauptfigur Robert Langdon, beide aber mit einem sehr ähnlichen Strickmuster, gelesen habe, ist es wohltuend, mal einen anderen Charakter im Mittelpunkt zu sehen. Rachel Sexton ist eine interessante Figur, eben wegen der Gegensätzlichkeiten, die in ihrem Charakter stecken. Als Frau kann ich mich – zumindest teilweise –mit ihr identifizieren, Männer können sie als durchaus interessante Frau betrachten. MICHAEL TOLLAND: Ihn habe ich bisher noch gar nicht erwähnt: Er ist der smarte Filmer, ein Wissenschaftler, der vor allem massenwirksame Meeresreportagen produziert. Der Präsident bittet ihn, die Geschichte des Meteors für die breite Öffentlichkeit zu erklären – was ihm auch wunschgemäß gelingt. Tolland ist nicht nur der Fernsehstar sondern auch ein Frauentyp. Auch wenn er schon vergeben war. Seine Frau, seine große (Jugend-)Liebe, ist aber gestorben. Klar, dass es zwischen ihm und Rachel funkt, auch wenn Dan Brown das eher dezent in den Hintergrund stellt. Vielleicht ist Tolland ein bisschen zu schön und gut. Trotzdem ist auch er ein Charakter, den man mögen kann. SENATOR SEDGEWICK SEXTOR: Eitel und selbstverliebt erfüllt er Klischees, die man von einem Politiker haben kann. Er sieht zwar gut aus, kann seine Politik auch überzeugend „verkaufen“. Doch hinter den Kulissen nimmt er illegal Geld von Privatunternehmen, die anstelle der NASA die Weltraumforschung übernehmen wollen. Sedgewick hat seine Frau im Stich gelassen, nach ihrem Tod den trauernden Ehemann gespielt und dann das Erbe bei Spekulationen aus dem Fenster geworfen. Mir kommen bei der Figur Sexton zu viele Klischees zusammen, er ist im großen und ganzen schlecht. ZACH HERNEY: Wie heißt der Präsident der USA? George W. Bush!? Nicht ganz richtig, zumindest nicht in diesem Brown-Roman: Hier heißt der erste Mann im Weißen Haus Zach Herney. Zunächst ist er derjenige in der Defensive. Sein Gegenkandidat und Gegenspieler Sexton kommt besser bei den Wählern an und versucht mit klaren Argumenten nächster US-Präsident zu werden. Doch Herney scheint zumindest ein aufrichtiger Politiker zu werden. So macht es den Eindruck, als ob er sich dafür entscheidet, unabhängige Wissenschaftler, die besten auf ihrem jeweiligen Fachgebiet, in die Arktis zu schicken, um dort die Echtheit des Meteors zu überprüfen. Inwiefern dieses Bild des aufrechten Politikers der Wahrheit entspricht, das muss sich biszum Ende des Romans zeigen. GABRIELLE ASHE: Sextons rechte Hand ist eine junge Collegeabsolventin, die den Senator und seine politischen Ziele schon lange bewundert hat und selbst auch den Ehrgeiz besitzt, in der großen Politik mitzumischen. Ein Glücksfall für sie, dass ihr jemand geheime Informationen aus dem Weißen Haus zuspielt. Sie überprüft die Angaben und kann damit punkten. Richtig wird sie auf die Probe gestellt, als sie heraus findet, dass Sexton ihr gegenüber nicht mit offenen Karten gespielt hat und dass sie möglicherweise auch von ihrem Informanten missbraucht wurde, um so Sexton und seinen Wahlkampf gegen die NASA zu steuern. Doch Gabrielle Ashe gibt nicht auf. Auch sie gehört zu den starken Charakteren dieses Romans. Einerseits wird sie als gutaussehend beschrieben, eine Tatsache, die ihr sicher auch geholfen hat, einen Job im engsten Stab des eitlen Senators Sexton zu bekommen. Andererseits ist sie tatsächlich clever, nimmt die Sache in die eigenen Hände und versucht die Wahrheit über den Wahlkampf und die Geschichte des Meteors heraus zu finden. SOGWIRKUNG: Für mich ist das immer ein sehr entscheidender Punkt. Es gibt Romane, die man am liebsten in einem Stück durchlesen möchte. Und andere, die als optimale Einschlaflektüre dienen: Man muss nur ein oder zwei Seiten lesen, schon ist man in den tiefsten Träumen. Dieser hier gehört zu den Romanen mit großer Sogwirkung. Das liegt an den Figuren, das liegt an der Handlung. Einerseits ist das, was in der Geschichte geschieht, recht abstrus, dass eine hochrangige amerikanische Stelle Persönlichkeit (vorsichtig, keine falschen Schlussfolgerungen ziehen!) ein derartiges Täuschungsmanöver startet – egal ob aus politischen, wissenschaftlichen oder sonstigen Motiven. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass an derart hochrangigen Stellen alles getan wird, um Macht zu bekommen oder die eigene Macht beizubehalten. Zur Sogwirkung dieses Romans trägt schließlich auch bei, dass Brown mit den Erwartungen des Lesers spielt. Er ist einem immer wieder einen Schritt voraus, bringt Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hätte. MEINE AUSGABE: Wie gesagt, mich hat’s ins englischsprachige Original verschlagen. Amazon bietet preiswerte Taschenbuchausgaben an. So habe ich für „Deception Point“ nur 4,80 Euro gezahlt. Die ISBN-Nr. ist die 0-6710-2738-7. Meine Ausgabe ist 558 Seiten dick und 2001 bei Pocket Books erschienen, einer Unterabteilung des Verlags Simon & Schuster, 1230 Avenue of the Americas, New York. Die Aufmachung ist typisch amerikanisch: Auf dem Cover sieht man den Eisberg (samt Meteor) vor einem weißlich wirkenden Meer und einem dunklen Himmel, Autorenname und Titel sind plastisch hervor gedruckt. Das Papier ist recht billig, schon wenn ein Hauch von Feuchtigkeit dran dringt, wellt es sich. Es ist nicht ganz leicht, diese Original-Ausgabe zu lesen, weil auch der eine oder andere speziellere Ausdruck fällt – und das sag ich auch vor dem Hintergrund, dass ich Englisch studiert habe. Wer gut Englisch versteht, der sollte sich die Originalsprache ruhig vorknüpfen, allen anderen kann ich die deutsche Übersetzung anraten FAZIT: Ich kann nur empfehlen, Deception Point / Meteor von Dan Brown zu lesen. Auch hier ist ihm ein wirklich fesselnder Roman mit interessanten Charakteren gelungen. Einiges von dem, was er an Machtspielen und Intrigen beschreibt, mag in ähnlicher Form wirklich passieren. Von mir gibt es für dieses Buch die Bestwertung und eine Empfehlung. ... |
Baby1, 25.12.2006
Lieben Gruss Anita
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| 1-1 von 1 Bücher Importe, Fremdsprachige Literatur - D, E, F | |||||
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Allgemeine Informationen Dan Brown: Deception Point
EAN: 9780593055076
ISBN: 0593055071
gelistet seit: 02.03.2005
Hersteller: Brown, Dan weitere Brown, Dan Bücher Importe, Fremdsprachige Literatur - D, E, F Bewertung durch unsere Mitglieder
| Details Schlagworte: Englische Belletristik / Roman, Erzählung;Englische Bücher / Belletristik / Kriminalroman, Thriller; Kurztitel: Brown, D: Deception Point Erscheinungsjahr: August 2005 Ausgabeformate: Gebundene Ausgabe Zusätze: Englisch Hersteller / Verlag: Transworld Publ. Ltd UK Unverbindliche Preisempfehlung: 26.39 |





















