Canon i9100
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Canon i9100

 Tintenstrahldrucker
Platz 259 in der Kategorie "Tintenstrahldrucker". Papierzufuhr: für 100 Blatt / Papierformat: A3+; A4; A3; Ledger; B4; B5; A5; Letter; Legal; DL; Com 10; Ledger+ / Druckgeschwindigkeit farbig: 6 ppm / ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4.0 von 5)

Canon i9100 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

kathala

(K)eine digitale Dunkelkammer

ein Testbericht von 2004-07-11 15:50:45 vom 11.07.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Gute Auflösung auf hochwertigem Papier, Geschwindigkeit...
Nachteile/Kritik: Farbwiedergabe mit Fremdtinte, Installation
**Intro**
Meine Überzeugung als Fotograf widersetzte sich lange dem Kauf eines „Fotodruckers“: Mitte der 90er hatte ich ein solches Gerät zu einem recht bedeutenden Preis erstanden und die Fotos lagen qualitativ nur geringfügig unter Nicéphore Niepce’s erster belichteter Asphaltplatte von achtzehnhundertirgendwann…

Langsam wurden die Drucker aber besser und nachdem ich heute fast nur noch digital arbeite, kam ich langfristig nicht umhin, mir einen zu kaufen, der (wie ich hoffte) fotogleiche Ergebnisse liefert. Meine Maßstäbe waren mindestens sechs Druckfarben und Druckgröße bis A3 (entspricht etwa 30x40 cm).
Da gab es, als ich ihn im Herbst 2003 kaufte, im Preissegment des i9100 praktisch auch nur einen Konkurrenten, den Stylus 2100 von Epson, der etwas teurer ist und geringfügig weniger Auflösung bringt. Also entschied ich mich für den Canon.


**Installation**
Die eigentliche Installation unter WindowsXP macht keine Probleme, ist allerdings über Dichteabgleich und ähnliche Spielchen etwas langwierig (eine Testseite wird gedruckt mit verschiedenen Mustern in verschiedenen Varianten, der Anwender wählt das jeweils beste einer Kategorie aus und tippt dessen Nummer in ein Menü). Vor allem muss diese „Optimierung“ nach jeder Installation erfolgen und die Werte sind immer dieselben. Das kostet Tinte, Papier und Zeit.

Außerdem ist kein Druckerkabel (USB; paralleles Interface gibt es nicht, auch kein FireWire wie beim Epson) dabei. Habe ich nicht zufällig irgendwo eins liegen oder kann es mir mit dem Scanner oder der externen Festplatte teilen, muss ich erst sehen, ob ich irgendwo eins bekomme und kann den Drucker noch nicht einmal installieren wenn er denn da ist. Man sollte außerdem meinen, ein Listenpreis von 600 Euro umfasst ein USB-Kabel zu 2,34 €?!


**Farbmanagement**
Um die Farben eines Digitalkamera- oder Monitor-Bilds auf dem Papier korrekt wiederzugeben, muss der Drucker dieselben Einstellungen verwenden wie Digitalkamera und Monitor, das ICC-Profil nämlich muss dasselbe sein. Ich fotografiere im AdobeRGB-Standard, darauf sollten auch der Monitor und Photoshop abgestimmt sein – und eben der Drucker.
Das ist in Windows theoretisch zwar machbar, davon erzählt aber der Installations-Assistent von Canon nichts und wählt natürlich prompt das falsche ICC-Profil. Der erste Druck wurde dann schon mal enttäuschend.
Die Einstellung von Hand zu ändern, funktioniert aber nur manchmal, wenn Windows Lust hat dazu. Sonst stürzt es ab. Und außerdem muss man erst mal wissen, dass es diese Funktion gibt und wo… und dass es eben am ICC liegt, wenn die Farben bescheiden sind.
Das Farbmanagement ist ein technischer Kniff, der Komplexität bringt, dafür Profis aber exakte Reproduktionen gestattet. Da ein Drucker wie der i9100 zumindest auf Semipros zielt, ist auch nichts daran auszusetzen, das Farbmanagement damit manuell durchzuführen. Die Anleitung und der Druck-Assistent implizieren aber, das sei alles gar nicht nötig und man könnte das Gerät einstecken und losdrucken.


**Handling im Alltag**
Der Praxiseinsatz des Druckers ist generell unkompliziert. Ich arbeite mit Notebook, sodass ich alle Komponenten nur anschließe, wenn ich sie benötige – der Drucker wird also meist erst eingesteckt, wenn Photoshop schon gestartet ist, was auch keine Probleme macht. Fehldrucke wie schwarze Streifen, was andere Anwender beschreiben, hatte ich bisher (nach ca. 100 Fotoabzügen) keine.
Lediglich die Vorschau-Software von Canon ist unkomfortabel zu handhaben, da sie zwar einen Eindruck bietet, wie groß ein Bild gedruckt wird, nicht aber, wo oben und unten ist im fertigen Druck. So kommt es vor, dass ich beim Druck mehrerer Bilder auf ein Stück Papier öfter mal den gleichen Bereich überdrucke, weil rechts und links bekanntlich Ansichtssache sind.


**Geschwindigkeit**
Ich drucke auf dem Canon nur Fotoabzüge, für Texte verwende ich einen SW-Laser; Farbtexte oder Grafiken drucke ich nur sehr, sehr selten. Für ein Foto ist die Geschwindigkeit gut; für Inkjet-Maßstäbe ohnehin, aber auch Laser-Verwöhnte werden zufrieden sein.


**Tinte**
a) Verbrauch
Für meine Erwartungen ist der Verbrauch sehr hoch. Ich habe den ersten Tintensatz mitprotokolliert und komme auf ca. 50 A4-Fotos, bevor alle Tanks (+/- fünf Bilder Unterschied in den verschiedenen Farben, mehr bringt die „sparsame“ Einzeltanktechnik nicht) leer wurden. Eine Grafikseite mit viel Weißflächen braucht weniger Tinte, das ist klar. Trotzdem kostet eine Foto-Seite so ein bis zwei Euro allein für die Tinte! Ich will nicht meiner Dunkelkammer nachtrauern, aber da wird ein echtes Foto schon fast billiger.

b) Fremdtinte
Tinte anderer Hersteller wird problemlos akzeptiert. Die Farben aber sind Glückssache. So hatte ich nach dem Wechsel der PhotoMagenta von Canon zu GGComp plötzlich nur noch rosa Bilder; nachdem ich auch alle anderen Tinten von Canon gegen GGComp ersetzt hatte, wurde es noch schlimmer. Ich kaufte also wieder eine Original-Canon PhotoMagenta, seither sind die Bilder grün. Lösung: das GGComp-Schwarz ist grünstichig!
Ein Satz Tinten von Pelikan sieht etwas besser aus, allerdings lieferte Pelikan bisweilen nur die vier Standardfarben und keine PhotoCyan/Magenta.
Nach diesen Eskapaden, die sich auch durch die manuelle Farbanpassung direkt im Druckmenü nicht kompensieren ließen, kaufte ich wieder Originalfarben von Canon.

Das Ergebnis verwundert mich, da die Abweichungen wirklich sehr gravierend sind. Das müsste einem anspruchsvollen Hersteller auffallen. Außerdem werden die Tinten von renommierten Zeitschriften als gut befunden, teilweise besser als die Originale.
Eine Theorie am Rand: erkennt der Drucker, dass es keine Originaltinten sind und liefert absichtlich (Software gesteuert) Falschfarben? Kann ich mir nicht vorstellen, aber vielleicht?!

Gesetzt den Fall, die Farben stimmen: die GGComp-Tinten bleichen sehr schnell aus. Und wenn ich sehr schnell sage, kann man schon fast zusehen, wie aus dem grünen Abzug (der eigentlich blau, rot oder was auch immer sein sollte) ein hellbrauner wird. Das freut mich vor allem für die Abzüge, welche ich – als Erinnerung für die Ewigkeit – verschenkte. Oder, wie Jim Steinman schrieb, >die Ewigkeit beginnt heut Nacht
**Bildqualität**
Meine Abzüge hängen unter anderem zu Hause an der Wand. Dort hängen Abzüge von Dias und SW-Negativen, ausbelichtete digitale Fotos aus dem Labor und seit einiger Zeit i9100-Drucke. Unterschiede gibt es bei normalem Betrachtungs-Abstand keine. Erst wenn man näher hinsieht, erkennt man einen Unterschied zwischen einem hochwertigen Dunkelkammer-Abzug eines feinen SW-Negativs und dem 20x30-Druck eines Bilds mit sechs Megapixel. Belichtungen digitaler Bilder (auf echtem Fotopapier) und Drucke aber sind nicht zu unterscheiden – wenn die Farbe stimmt, jedenfalls. Die Bilder des i9100 liegen auf hohem Niveau.

Die Wirkung ist aber zu großem Teil eine Sache des Papiers. Die Qualität des gedruckten Bilds (die Druckfeinheit einerseits und Wirkung als echtes Foto und nicht nur billiger Druck auf Schreibpapier andererseits) variieren stark mit dem verwendeten Papier. Ich arbeite am liebsten mit Ilford-Papieren in der 280g/qm-Klasse. Das sieht aus wie echtes Fotopapier, fühlt sich so an, hat eine wundervolle Farbwiedergabe und Detail-Auflösung – und, nebenbei, fühlt sich auch beim Zerreißen an wie ein echtes Foto. Wenn hier von Auflösung die Rede ist, so meine ich nicht die 4 8000 dpi des Druckers, sondern wie fein die einzelnen Druckpunkte auf dem Papier zu einer Farbfläche zerfließen. Bei manchen Papieren kann man nach dem Trocknen nämlich Pünktchen zählen, bei anderen zerfließt alles zu einer Farbsoße – beides nicht soo toll!
Papiere anderer Hersteller lieferten mitunter nur mittelmäßige oder gar schlechte Ergebnisse. Mein Ranking:
1. Platz: Ilford (*schwelg*)
2. Platz: Ferrania und Pelikan (sehr gut im allgemeinen Eindruck)
3. Platz: Tetenal (gröbere Auflösung, vor allem in den mittleren Tiefen; dafür sehr gleichmäßige Wiedergabe der Helligkeiten im Bild und feinen Nuancen in den Lichtern – diese stehen 1. & 2. nicht nach)
Abgeschlagen: GGComp und einige Billigangebote von Aldi etc. (Oberfläche, Farbwirkung, Auflösung,…)

Die Farbechtheit der Drucke mit den Original-Tinten ist gut, allerdings sind meine ältesten Drucke auch erst ein halbes Jahr. Einige davon stehen allerdings direkt unter einem Dachfenster nach Westen, hinter Plexiglas, und zeigen keinerlei Farbverschiebungen oder Ausbleichen. Daran können sich die (geschützt gehängten) GGComps ein Beispiel nehmen.

Textseiten (reines Schwarz) werden interessanterweise auf meinem Laser mit 600 dpi aber feiner als auf dem Inkjet mit 4 800 dpi. Abgesehen davon ist der Laser natürlich schneller, wenn nur Text rüber soll, auch bei nur 2 MByte RAM und seriellem Interface.


**Résumée**
Ich würde heute vielleicht den Epson kaufen. Warum? Der Canon ist gut, wirklich gut. Aber für den Epson werden pigmentierte Tinten angeboten, die erstens noch ein wenig besser und haltbarer sind, und vor allem: es gibt Schwarzweiß-Tinten. Damit sind Ausdrucke von Schwarzweiß-Abzügen mit einer leichten Warm- oder Kalt-Tendenz möglich, ganz wie bei der Arbeit mit echtem Fotopapier in der Dunkelkammer. Versucht man das mit einem Farbdrucker (auch einem sechsfarbigen wie dem Canon), so ergeben sich Farbstiche und völlig falsche Tonungen, schlimmstenfalls noch mehrere in einem Bild, auch mit den Original-Tinten. Das ist kein i9100-Phänomen, sondern eine Frage der Tinten bzw. eben der Farbtinte.

Für Farb-Fotografen aber ist der Canon sicher zu empfehlen und meine (hohen!) Erwartungen hat er bisher durchaus erfüllt.
Lediglich die Software sollte ergonomischer und überschaubarer sein. Hier entsteht ein etwas billiger Eindruck von peppigem Layout, hinter dem die Funktionalität zurück tritt. Ideal wäre ein schlicht aufgebautes Schritt-für-Schritt-Programm, wo ich Papierart, Druckgröße, Randlosen Druck, Farbeinstellungen und all das wähle und zum Schluss eine orientierte Vorschau bekomme.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Geschwindigkeit:Geschwindigkeit von Canon i9100  Tintenstrahldrucker: 5,0 sehr schnell
Benutzerfreundlichkeit:Benutzerfreundlichkeit von Canon i9100  Tintenstrahldrucker: 3,0 mittelmäßig
Support / Service:schlecht
Installation:mittelmäßig
Treiber:stabil
Treiber-Update:sehr selten
Druckqualität:Druckqualität von Canon i9100  Tintenstrahldrucker: 4,0 gut
Betriebskosten:Betriebskosten von Canon i9100  Tintenstrahldrucker: 2,0 hoch
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Produktbeschreibung Canon i9100

Technische Daten und Produkteigenschaften
Tintendrucker A3+ 6.0ppm 4800dpi USB
Allgemeine Informationen Canon i9100
EAN: 4960999185217
gelistet seit: 22.09.2003
Hersteller: Hersteller: CanonCanon, www.canon.de
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