Casio PV-S660 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Endlich Platz in der Handtasche!
ein Testbericht von stefbl2004-01-20 19:14:43vom 20.01.2004Empfehlung: ja
Vorteile: leichte Bedienung, gute Ausstattung, ordentlicher Speicher, dem Einsteiger-Palm überlegen...Nachteile/Kritik: schlechte Bedienungsanleitung, Deckel nicht befestigt, Hintergrundbeleuchtung erlischt von Haus aus nach 30 Sekunden
Da mein Terminkalender immer voller und mein Terminplaner entsprechend immer dicker wird, machte ich einige Wochen vor Weihnachten einmal die Aussage, dass ich mir wohl über kurz oder lang einen Palm oder einen anderen Handheld anschaffen müsste. Zufällig hörte diese Aussage auch mein Freund – pardon – das Christkind - und gab gleich in den himmlischen Gefilden eine Bestellung auf. Pünktlich zum Heilig Abend wurde mir schließlich unter dem Tannenbaum ein flaches, rechteckiges Päckchen überreicht, das – tataaaaa – den Casio PV-S660 enthielt. Seit diesem Tag ist mein Umgang mit Terminen aller Art revolutioniert – und ich habe endlich wieder etwas mehr Platz in meiner Handtasche. Was der PV-S660 von Casio alles kann und warum er eine echte Bereichung ist – darum soll es nun nachfolgend in meinem Bericht hier gehen.
*** Das Produkt und die Kaufentscheidung ***
Handheld, Pocketviewer, Organizer und wie immer man sie nennen möchte – der Markt ist inzwischen voll mit entsprechenden Angeboten aller Preis- und Leistungsstufen. Marktführer ist allerdings nicht die Firma Casio, sondern Palmone – gleichnamiger Hersteller der sogenannten Palms, der bekanntesten aller PDAs. So nahm mein Freund natürlich vor dem Kauf des Casio PV-S660 auch diverse Palm-Angebote unter die Lupe, entschied sich aber dennoch für einen Casio, da dieser im Vergleich zu Palm-Einsteigermodellen nicht nur über mehr Speicher, sondern auch über eine Hintergrundbeleuchtung verfügte. So handelt es sich beim Casio PV-S660 um eine mobile Datenbank mit insgesamt 6 MB Speicher, wobei 1 MB für das Betriebssystem zur Verfügung steht.
Da es sich beim PV-S660 schon um ein etwas älteres Modell handelt, liegt er preislich im Vergleich zu manch anderem Organizer durchaus im Rahmen – rund 80-90 Euro müssen – je nach Geschäft – für das gute Stück aktuell investiert werden. Zum Pocketviewer gehört außerdem noch ein Stift für das Touch-Screen-Display sowie ein Kabel zum Anschluss an der seriellen Schnittstelle des PCs. Im Lieferumfang ist aber auch eine CD mit zusätzlicher Software enthalten sowie eine Gebrauchsanweisung, die aber eher dürftig ist.
Betrieben wird der PV-S660 übrigens mit zwei ganz normalen AAA-Batterien, die ich jedoch bei häufigerem Gebrauch durch aufladbare Akkus ersetzen würde. Ein Datenverlust muss bei leerer Batterie nicht gefürchtet werden, die Daten bleiben dort, so sie sind. Nur die Uhrzeit muss nachgestellt werden.
*** Bedienung ***
Bedient wird der PV-S660 über Touchscreen mittels eines kleinen beigefügten Stiftes, den man ganz einfach seitlich am Organizer befestigen kann. Wer das nicht möchte, der findet unter dem großen Display auch Knöpfe, mit denen man sich z.B. in Listen nach unten scrollen kann. Ich gebe der Bedienung per Stifteingabe aber einen deutlichen Vorzug, da alles andere schlicht und ergreifend viel zu umständlich ist. Besonders einfach ist es, wenn man z.B. Adressen eingeben möchte: Dazu erscheint an der unteren Seite des Bildschirms die Abbildung einer ganz normalen PC-Tastatur, wo man sich durch Antippen von Buchstabe zu Buchstabe hangeln kann. Nur bei den ersten Gehversuchen mit dem PV-S660 artet dies in eine schwierige Feinarbeit aus, schnell hat man sich an diese Art der Bedienung gewöhnt. Effektiv geht dies wesentlich besser und schneller als die
Schrifterkennung bei einem Palm. Ein auf dem Organizer enthaltenes Programm bietet auch noch die Möglichkeit, auf dem Display gemachte handschriftliche Notizen zu machen, dies ist vor allem praktisch, wenn man sich z.B. ganz fix eine Telefonnummer notieren oder eine kleine Skizze machen möchte. Darauf werde ich aber später noch genauer eingehen.
Das Schwarz-Weiß-Display des PV-S660 ist ausreichend groß, ca. zehn Zentimeter Höhe und eine Breite von rund 6 Zentimetern sorgen für ausreichend Navigationsfläche und Übersichtlichkeit. Die Hintergrundbeleuchtung kann per Stift-Tip auf einen kleinen Stern eingeschaltet werden, wonach sie dann – je nach zuvor erstellter Einstellung – 15 oder 30 Sekunden in Betrieb bleibt (wenn man sie nicht schon vorher wieder ausgeschaltet hat). Hier findet sich auch schon eines der wenigen Defizite des PV-S660, denn die maximale Zeit von 30 Sekunden für die Hintergrundbeleuchtung ist meines Erachtens etwas kurz gefasst. So kann es passieren, dass man gerade bei eher schlechten Lichtverhältnissen dabei ist, eine Adresse einzugeben, das Licht wieder ausgeht, man noch nicht fertig ist und man das Licht erneut einschalten muss. Diesem Problem hat sich glücklicherweise bereits jemand angenommen und mit Hilfe eines Betriebssystempatches kann man die Zeit für die Hintergrundbeleuchtung dann auch noch verlängern. Allerdings braucht man die Hintergrundbeleuchtung wirklich nicht oft, die Kontrastdarstellung auf dem Display ist so gut, dass man auch bei Schummerlicht noch genügend sieht. Erwähnenswert ist auch das geringe Gewicht des Pocketviewers: Mit gerade mal 140 Gramm fällt er in der Handtasche zudem nicht weiter auf.
Für die ersten Schritte mit dem PV-S660 bietet sich natürlich ein Blick in die Bedienungsanleitung an. Dies ließ ich jedoch sehr schnell wieder bleiben, da das beigefügte Heft nicht nur mit mageren Informationen aufwartet, sondern wichtige Details schlicht und ergreifend gar nicht erst anspricht. Gerade mal die absoluten Basics werden hier erläutert – und das auch so oberflächlich, dass man sich lieber selbst in die Funktionen des Pocketviewers einarbeitet. Wer einigermaßen mit einem PC umgehen kann, der wird sich hier auch nicht weiter schwer tun, denn eigentlich erklärt sich die Bedienung mehr oder weniger von selbst. Programme werden durch simples Antippen gestartet, danach ist schlichtes Learning-by-Doing angesagt. Schnell hat man so die wichtigsten Einstellungen vorgenommen (Datum, Uhrzeit etc.) – und kann danach loslegen, sich mit den vorhandenen Programmen zu befassen. Auch hier gilt: Der Umgang damit ist wirklich einfach. Man muss sich nur grundsätzlich einmal an die Arbeit mit einem entsprechenden Gerät gewöhnen, schon erklärt sich alles andere quasi von alleine.
*** Die Programme ***
Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt – zu dem zum PocketViewer gehörenden Programmen. Acht Stück hat der PV-S660 davon von Haus aus im Angebot, Erweiterungen und Ergänzungen sind jederzeit möglich – zumal die dazugehörige CD auch noch jede Art von erdenklichem Schnickschnack bereithält. Direkt aufgespielt sind so das Programm „Pocket Sheet“ (die PocketViewer-Variante von Excel), ein Terminplaner, ein Adressverzeichnis, das Programm Memo (ein Schreibprogramm), Quick-Memo (für handschriftliche Notizen), einen Ausgaben-Manager (eine Art Finanzprogramm) sowie einen Währungs-Umrechner. Auch zwei Karten-Spiele sind bereits vorhanden. Besonders interessant finde ich auch die Möglichkeit, dass es auf dem Organizer einen passwortgeschützten Geheim-Bereich gibt, in dem man nochmals Adressen, Termine, Notizen etc. anlegen kann, die nicht jeder sehen soll. Auf vier der beigefügten Programme – nämlich den Terminplaner, das Adressbuch, Memo und Quick-Memo – möchte ich nachfolgend noch etwas näher eingeben. Außen vor lassen muss ich z.B. Angebote wie „Pocket Sheet“, da ich auch am PC eigentlich sehr selten mit Excel arbeite und auch auf dem PocketViewer ein solches Programm kaum brauchen werde.
*** Der Terminplaner ****
Der Terminplaner des PV-S660 ist eigentlich nichts anderes als ein Terminkalender in Papierform, allerdings schöner und übersichtlicher. Zunächst einmal kann man sich seine Termine in beliebige Kategorien aufteilen (z.B. Privat, Beruflich, Sonstiges) - und sich per Alarm-Signal auch noch an ausgewählte Termine erinnern lassen. Gleich bei der Eingabe kann man seine Termine kategorisieren – zum Beispiel nach Termin, Erinnerung, ToDo-Liste. Bei Geburtstagen z.B. kann man die Eingabe gleich so anlegen, dass sie automatisch für jedes Jahr gilt – und man im nächsten Jahr nicht alle Geburtstage noch einmal neu eintragen muss. Darüber hinaus kann man sich seinen Terminkalender noch in den unterschiedlichsten Formen ausgeben lassen – in Tages- Monats- oder Wochenform, seine ToDo-Listen auf seinen Blick etc. So ermöglicht der elektronische Terminplaner eine bessere Form der Übersichtlichkeit, als jeder Terminbuch-Papier-Terminplaner sie noch nicht mal im Ansatz leisten könnte. Dies habe ich auf jeden Fall sehr zu schätzen gelernt.
Von jedem Programm, das man im Organizer geöffnet hat, kann man übrigens parallel zu einer Uhrzeit-Anzeige und zu einem Taschenrechner wechseln – ohne z.B. seinen Termin schließen zu müssen. Auch dies ist ausgesprochen praktisch.
*** Das Adressverzeichnis ***
Im Adress-Verzeichnis kann man ebenfalls seine Kontakte in verschiedene Kategorien speichern – und nach ABC-Sortierung oder Kategorie ausgeben lassen. Sehr gut finde ich, dass es bei jedem Kontakt gleich mehrere Eingabefelder gibt – z.B. sowohl für die Telefonnummer zuhause als auch für die im Büro. Ein Doppeltip mit dem Stift auf den jeweiligen Namen reicht aus, schon wird der komplette Kontakt angezeigt. Es ist ungewöhnlich, auf dieser Art und Weise nach einer Telefonnummer zu suchen, wenn man diese sonst immer nur in Papierform vorliegen hatte. Man gewöhnt sich aber doch sehr schnell daran.
*** Memo und QuickMemo ***
Diese beiden Programme benutze ich für Notizen aller Art – mal in getippter ordentlicher Form im Memo-Programm – oder handschriftlich als Quick-Memo. Auch diese beiden Programme bestechen durch eine einfache Bedienung und eine große Übersichtlichkeit. Will man eine Notiz wieder löschen, so ist das auch kein Problem. Allerdings muss man jeden Lösch-Vorgang noch einmal bestätigen, um sicher zu gehen, dass man nichts falsches löscht.
*** Die Synchronisation mit dem PC ***
Einer der großen Vorteile eines jeden PDAs ist die Tatsache, dass man seine Daten auf den PC überspielen kann bzw. von dort auch wieder auf den Organizer. Der PV-S660 macht hier natürlich keine Ausnahme. Das dazu erforderliche Programm nennt sich PC-Sync, ist auf der beigefügten CD enthalten und lässt sich ganz einfach auf dem PC installieren. Danach muss man den PocketViewer nur noch an die serielle Schnittstelle hängen und der zügige Daten-Austausch kann beginnen.
Was ich als sehr praktisch erachte, ist dass man z.B. seine Kontakte auch über dieses Programm eingeben und dann auf den PocketViewer überspielen kann. Denn es ist doch einfacher, eine Adresse in den PC zu geben als auf der Mini-Display-Tastatur im PocketViewer zu schreiben. Ist eine Adresse auf dem PC vorhanden und ebenfalls auf dem PocketViewer, dann wird diese übrigens im Falle einer Synchronisation nicht doppelt angelegt, die neuere Info ersetzt die ältere. Nur bei Konflikten (z.B. die gleiche Adresse im PV und auf dem PC eingetragen, nur mit unterschiedlicher Hausnummer) geht der PV auf Nummer Sicher und legt einen doppelten Eintrag an. Etwas Schade, dass die Software einen nicht auf den Konflikt aufmerksam macht, wie dies Lotus Notes zum Beispiel tut. Die Doublette kann man dann aber auch wieder problemlos direkt auf dem PV oder am PC löschen.
Die Synchronisation zwischen PocketViewer und PC geht dabei übrigens rasend schnell vonstatten. Selbst große Datenmengen sind in kürzester Zeit übertragen.
*** Vorteile und Nachteile auf einen Blick ***
Nachdem ich den PV-S660 von Casio jetzt schon eine Weile in intensiver Benutzung habe und auch nicht mehr missen möchte, will ich zum Schluss meines Berichtes noch einmal die Vorteile und die Nachteile des Geräts auf einen Blick gegenüber stellen.
Für den PV-S660 sprechen demnach meines Erachtens die durchdachte Auswahl an Programmen (nicht zu viel, nicht zu wenig), die einfache Bedienung, die einfache Synchronisation, die Möglichkeit, den PV sogar mit Outlook zu synchronisieren, der für ein Einsteiger-Modell schon recht große Speicher, die Erweiterbarkeit durch andere Programme, das geringe Gewicht, die vorhandene Hintergrundbeleuchtung sowie ein Preis, der sich im Vergleich zu anderen Geräten ähnlicher Natur noch im Rahmen halten.
Defizite hat der PV-S660 jedoch bei der mickrigen Gebrauchsanweisung, der Tatsache, dass die Hintergrundbeleuchtung von Haus aus auf maximal 30 Sekunden einstellbar ist und bei seiner Abdeckung. Diese ist nämlich nicht oben am Gerät befestigt, sondern muss komplett abgenommen und dann auf der Rückseite des Gerätes wieder befestigt (oder einfach an die Seite gelegt) werden. Praktischer fände ich da, wenn man die Abdeckung einfach nur umklappen müsste. Dann bestünde auch nicht die Gefahr, dass sie mal verloren geht.
Womit der PocketViewer natürlich nicht mithalten kann, sind die aber eher schon als Mini-PCs zu bezeichnenden modernen PDAs (z.B dem Tungsten von Palm oder den Clié von Sony). Ein Vergleich mit diesen Geräten wäre aber auch alles andere als fair, da sie in einer ganz anderen Preisklasse angesiedelt sind. Im direkten Vergleich zum Palm Zire, der etwa genauso viel wie der PV-S660 kostet, liegt das Casio-Modell jedoch weiter vorne – vor allem wegen dem besser ausgestatteten Speicher.
*** Zusammenfassung und Fazit ***
Der intensive Umgang mit dem PV-S660 hat mich überzeugt: Für einen gerade noch akzeptablen Preis bekommt der Verbraucher hier ein intelligentes Gerät mit vielen Funktionen, dass sich jedoch nicht im Schnickschnack verliert, nicht unübersichtlich und entsprechend einfach zu bedienen ist. Auf meinen mobilen Begleiter, der ideal für Pocket-PC-Einsteiger ist, möchte ich auf jeden Fall nicht mehr verzichten müssen.
stefbl, 20. Januar 2004
(Erstveröffentlichung bei ciao am 6. Januar 2004)
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Produktbeschreibung Casio PV-S660
Technische Daten und ProdukteigenschaftenDatenbank 6MB (+4MB) mit PC Synchronisation