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Chrysler Sebring Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Think big!
ein Testbericht von Seneca_X12002-07-22 10:34:28vom 22.07.2002Empfehlung: ja
"Built with quality and pride!" steht auf einem Aufkleber auf der hinteren linken Seitenscheibe des längsten Gross-Seriencabrios auf dem deutschen Markt. Dass in bezug auf amerikanische Autos der Slogan "Think big!" immer noch Gültigkeit hat, beweist der Sebring in eindrucksvoller Manier. Eine ausgiebige Testfahrt hat mich davon überzeugt, dass die Amis durchaus gute Fahrzeuge zu Wege bringen.
Der 4,92m lange Chrysler ist eine sehr stattliche Erscheinung und bietet mit seinem geradlinigen Design und der progressiven Front einen gefälligen Anblick. Das abgerundete Heck enthält einen Kofferraum mit immerhin 320 Litern gut nutzbarem Fassungsvolumen. Die grossen Türen dürften in engen Parklücken einige Probleme beim Ein- und Ausstieg verursachen - ver- und entriegelt werden sie mit einer (leider) vom Schlüssel separierten Fernbedienung. Das zweilagige Verdeck mit Glasheckscheibe macht einen äusserlich soliden Eindruck, ist aber nicht so dick gefüttert wie das des bereits beschriebenen Audi A4 Cabrio.
Beginnen wir mit der Fahrt. Der 2,7 Liter grosse V6 klingt angenehm kernig, wenn auch verhalten in den Innenraum. Eine veraltete Viergangautomatik mit manueller Schaltfunktion ("Autostick" genannt) treibt den Sebring vorwärts. Diese Automatik ist der einzige Nachteil, der mir antriebsseitig aufgefallen ist. Die mittlerweile nicht mehr zeitgemässe Beschränkung auf vier Gänge führt zu grossen Drehzahlsprüngen beim Herunterschalten und hinterlässt bei forcierter Gangart einen unharmonischen Eindruck. Beim sanften Gleiten hingegen überzeugt sie durch unmerkliche Schaltvorgänge. Die 149kW Leistung sind spürbar, doch verschwindet eine Menge Energie im Drehmomentwandler. Im Durchschnitt laut Bordcomputer liegt der Verbrauch bei 11,5 Litern Normal Bleifrei bei gemässigter Fahrweise. Laut Aussage des Verkäufers seien auch 9 Liter möglich, doch halte ich das für einigermassen schwierig. Der Leichtmetall-V6 ist eine gut drei Jahre alte Konstruktion und wird auch im 300M verbaut. Die Einstufung in Schadstoffklasse Euro 3 sorgt für eine jährliche Steuer von €138,--.
Die Innenausstattung des grossen Chrysler hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Die grossen Ledersessel sind sehr bequem, doch die nur teilweise elektrische Verstellung über leicht verwechselbare und zu kleine Schalterchen ist nicht besonders gelungen. Die Rückenlehne lässt sich nur manuell einstellen - nicht etwa über ein Rändelrad, sondern über das Körpergewicht. Bei gezogenem Hebel drückt man den Rücken gegen die Lehne und kippt schnell nach hinten weg, wenn man nicht aufpasst. Während der Fahrt sollte dieser Hebel also tunlichst in Ruhe gelassen werden. Die Bedienelemente liegen aus ergonomischer Sicht gut zur Hand, alles ist an gewohnter Stelle. Die Instrumente im klassischen Design sind sehr gut ablesbar und sehen einfach schick aus. Das Lenkrad enthält die Bedientasten für den serienmässigen Tempomaten. In der Mittelkonsole finden sich ein Reiserechner mit Kompass sowie die Bedienelemente für die Klimaanlage. Die Regelung derselben muss nach Gefühl erfolgen, da keine Temperaturskala auf der Einstellscheibe vorhanden ist. Die Luftverteilung erfolgt automatisch und wie bei US-Fahrzeugen üblich, zugfrei und effizient. Das ebenfalls serienmässige Radio mit Infinity-Boxen klingt sehr überzeugend, stellt aber mit seinen altertümlichen Bedienelementen aus den 80ern einen gewissen Kontrast zum Zeitgeist dar. Ein Navigationssystem wird nicht ab Werk angeboten. Das Handschuhfach ist leidlich geräumig, doch ein grosses Staufach in der Mittelarmlehne entschädigt dafür.
Die äussere Eleganz spiegelt sich im Innenraum leider nur
teilweise wieder, da das Armaturenbrett nach US-Manier "cheesy" wirkt. Die verwendeten Kunststoffe wirken speckig, das Holzimitat sieht leider mehr nach Imitat als nach Holz aus. Die hellen Teppiche des erst 3.000km alten Testwagens waren bereits stark verdreckt. Auf den hinteren Plätzen ist reichlich Raum vorhanden, doch fehlen unverständlicherweise die Kopfstützen. Seitenairbags sind auch nicht vorhanden - schlichtweg unzeitgemäß! Gurtstraffer und ein Überrollschutz sind nicht lieferbar.
Das Verdeck macht von innen einen weniger soliden Eindruck als von aussen, denn die Mechanik liegt am seitlichen Scheibenrahmen teilweise offen. Durch die nur lose verbauten Abdeckungen lässt sich die Hand in das Dachgestänge führen. Hier wirkt der Audi im Vergleich wie eine feste Burg. Die Fensterscheiben liegen an ihrer oberen Kante nur von aussen am Dichtungsgummi an - die Frage der Langzeitqualität muss auch hier unbeantwortet bleiben.
Beim Blick in das halb geöffnete Verdeck fällt die relativ dünne Isolierschicht auf, über deren Wintertauglichkeit mir aber die Erfahrung fehlt. Das Öffnen des Verdecks bedarf einer manuellen Entriegelung von zwei Spannhaken am Frontscheibenrahmen, die sich unter den Sonnenblenden verstecken. Das Dach faltet sich in eine bei geschlossenem Verdeck als Ablage nutzbare Vertiefung hinter den Fondsitzen zusammen. Wie in guten alten Zeiten muss eine Persenning montiert werden, da die Spannhaken eine Verletzungsgefahr darstellen. Das geöffnete Dach liegt zum Glück relativ flach und kompakt in seiner Höhle, so dass die Persenning wohl meistens unbenutzt im Kofferraum bleibt. Der Öffnungsvorgang dauert nur wenige Sekunden, da keine Verdeckklappe geöffnet und geschlossen werden muss - der einzige Vorteil gegenüber dem Audi.
Die Sicherheitsausstattung des Chrysler ist nach deutschen Masstäben gemessen mittlerweile ungenügend, da zusätzlich zu den fehlenden Airbags weder Traktionskontrolle noch ESP lieferbar sind. Erstere wäre auf jeden Fall sinnvoll, da der Sebring gerade bei Nässe sehr schnell mit Traktionsproblemen zu kämpfen hat. Von elektronischen Schmankerln wie Bremsassistent oder anderen aktiven Fahrwerksregelungen scheinen unsere amerikanischen Freunde weniger zu halten als von Dosenhaltern und 12-Volt-Steckdosen, denn diese sind reichlich vorhanden. Eine etwas schnell angegangene Kurve bei Nässe quittierte der schwere Chrysler mit sturem Untersteuern - typisch für einen nicht elektronisch eingebremsten Fronttriebler. Wenigstens sind die Bremsen sehr kräftig - laut Testbericht werden aus Tempo 100 nur 37,5 Meter bis zum Stillstand benötigt - ein guter Wert!
Das Fazit fällt mir nicht leicht, denn der Chrysler Sebring ist eine Ausnahmeerscheinung. Der schöne Cruiser zum sehr günstigen Preis macht einige der genannten Nachteile wett, dennoch bin ich nicht sicher, ob ich mit diesem Auto auf Dauer glücklich werden könnte. Die kurzen Wartungsintervalle von nur 12.000km und der vermutlich sehr hohe Wertverlust heben den Preisvorteil zum Teil auf, doch wer ein geräumiges und individuelles Cabrio sucht, sollte den Sebring in seine Auswahl einbeziehen. Ein Rabatt von 10% auf den ohnehin günstigen Kaufpreis von €33.700,-- zzgl. €500,-- Überführungskosten und €750,-- für eine nachzurüstende Einparkhilfe (unbedingt empfehlenswert!) war ohne Diskussionen schnell gewährt.
...
„The american way of drive“ – das neue Sebring Cabrio von DaimlerChrysler dürfte genau unter diesem Motto den europäischen Markt erobern und der hierzulande noch weitestgehend argwöhnisch beäugten Marke „Chrysler“, die viele allenfalls als Sargnagel für Jürgen Schrempp kennen (Daimler-Chrysler-Fusion – Halbierung der Aktienkurse nach nur drei Jahren), zumindest in diesem Preisessegment zu einem sehr guten Image verhelfen. Der Sebring – benannt nach eine Rennstrecke in Florida – hat wahrhaft das Zeug dazu, besticht der doch durch ein ausdrucksstarkes und elegantes Erscheinungsbild, wodurch sich der Frischluftspaß zu einem waschechten Hingucker mausert. Stolze 4,92 Meter Länge sowie eine Breite von 1,79 Metern sorgen dafür, daß zumindest im schnellen Vorbeirauschen eine kurze optische Wahrnehmung möglich ist.
Doch auch die inneren Werte können sich sehen lassen: die langestreckte Haube dieses dynamischen Viersitzers verbirgt ein Aggregat, nach dem sich so mancher PS-Enthusiast sehen wird: aus 2.736 ccm Hubraum schöpft der Sechs-Zylinder stolze 203 „Pferdchen“, die sich insbesondere auch auf einen „scharfen Galopp“ bei 5.900 U/min verstehen. Das maximale Drehmoment, das bei 4.300 U/min abgerufen werden kann, beträgt 262 Nm, durch die eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 9,9 Sekunden ermöglicht wird. Tempospitze ist bei dem großzügig angelegten Cabrio bei 210 km/h – für Deutschlands überlastete Autobahnen wohl völlig ausreichend!
Doch auch in Sachen Ökologie/-nomie vermag der Sebring zu punkten: dank modernem Motormanagement, die sich durch insbesondere High-tech wie sequentielle Mehrpunkteinspritzung auszeichnet, erfüllt der Vollaluminiummotor mit seinen vierundzwanzig Ventilen die Euro-III-Abgasnorm, was durchaus einen Steuervorteil einbringen kann. Dabei genehmigt sich der Wagen mit ordentlichen 61 Litern Tankinhalt zwischen 10,9 und 14,3 Litern, wobei in der Stadt so zwischen 13,8 und 15,2 Liter anfallen, auf der (Land-)straße hingegen sparsame 8,5 Liter ausreichen. Ohne, daß dabei dem Cabrio die standesgemäße Aussprache abhanden kommt: ein seidenweiches Laufgeräusch, das sich, ganz nach US-Manier, zum Cruisen durch die Landschaft einlädt. Komfortabel und in völlig relaxter Haltung, versteht sich!
Für den sportlich angehauchten Fahrer, für den der Griff zum Schaltknüppel erst so richtig Spaß am Steuer bedeutet, bietet sich die serienmäßig angebrachte Viergang-Autostick-Automatik die Möglichkeit, selbst die Drehzahl zu bestimmen – wenn auch nur durch Antippen des Wahlhebels, aber vielleicht ist gerade die damit verbundene Lässigkeit der „Kick“! Einziges Manko des Sebring ist seine nicht ganz so gelungene Isolation, die sich insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten, so ab den 130 km/h, dahingehend bemerkbar macht, daß der Innenraumgeräuschpegel schnell die Dezibelskala erklimmt; nichts für Leute, die auch noch bei 180 eine Stecknadel fallen hören können wollen.
Wesentlich überzeugender hingegen – auch wieder im amerikanischen Stil – das Innenleben des Cabrios. Vier Erwachsene kommen ohne weiteres in den Genuß des Open-Air-Spaßes, ohne daß sie ihr Gepäck mit dem Zug nachsenden müssen; insoweit also die amerikanische Antwort auf den CLK, 3er Cabrio oder Volvo C70 Cabrio, wobei der Sebring die absolute Spitzenposition in seiner Klasse einnimmt. So fallen insbesondere auch die Integral-Vordersitze auf, in denen die gesamte Sicherheitsgurt-Mechanik verschwindet. Somit gestalten sich neben dem An- und Abschnallen auch Ein- und Ausstieg erfreulich einfach und zügig vollziehbar.
Das Ambiente hingegen wirkt trotz des üppigen Ledereinsatzes sowie chromeingefaßter
Instrumente mit klassisch schwarzen Ziffern und Zeigern irgendwie eher nüchtern und bieder, was aber letztlich Geschmacksache des Käufers ist. Ein klarer Pluspunkt wieder das Fahrwerk, das komfortabel ausgelegt ist und es bei einem Radstand von reichlichen 2.692 Millimetern versteht, in jeder Straßenlage einen guten Kontakt zum Bodenbelag herzustellen. Um dem Fahrspaß noch zusätzlich auch die Sprünge zu helfen, läßt sich der „Striptease“ innerhalb einer normalen Rotphase an jeder Ampel erledigen. Dank innengefüttertem Verdeck sowie beheizbarer Glas-Heckscheibe muß der Sebring keinen „Winterschlaf“ halten, sondern kann auch in der naßkalten Jahreszeit seine Züge zur Schau stellen.
Eines sollten allerdings die Hinterinsassen berücksichtigen: die turbulenten Luftverhältnisse, die im open-Betrieb aufgrund der sehr weit nach hinten gelegten Plätze entstehen; die dadurch entstehende Beinfreiheit, die eingeschlaffene oder verkrampfte Beine wohl nicht zuläßt, ist auch dringend erforderlich, falls der (stolze) Besitzer eines Toupets selbigem im Eilschritt nacheilen muß.
Dafür sind Ausstattung und Sicherheit – ASB, EBV – ganz klare Boni bei Chrsylers Cabrio. Ein Premium Gold CD Sound System mit 120 Watt ist ebenso an Bord wie sechs Lautsprecher und Zentralverriegelung mit Plip. Die Karrosserieverfestigung schließlich macht sich bemerkbar, falls die vakuumunterstützten Scheibenbremsen an allen vier 205/60 R 16-Rädern mal nicht die erforderliche Kürze der Bremsstrecke zu Stande bringen.
Insgesamt kann man daher sagen, daß für die 64.900,- DM, die für einen solchen Wagen den Eigentümer wechseln müssen, sehr viel Auto geboten werden, bei dem es neben dem Frischluft-Vergnügen auch die aufmerksamen Blicke von staunenden Passanten gratis dazu gibt.
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"The american way of drive" - das neue Sebring Cabrio von DaimlerChrysler dürfte genau unter diesem Motto den europäischen Markt erobern und der hierzulande noch weitestgehend argwöhnisch beäugten Marke "Chrysler", die viele allenfalls als Sargnagel für Jürgen Schrempp kennen (Daimler-Chrysler-Fusion - Halbierung der Aktienkurse nach nur drei Jahren), zumindest in diesem Preisessegment zu einem sehr guten Image verhelfen. Der Sebring - benannt nach eine Rennstrecke in Florida - hat wahrhaft das Zeug dazu, besticht der doch durch ein ausdrucksstarkes und elegantes Erscheinungsbild, wodurch sich der Frischluftspaß zu einem waschechten Hingucker mausert. Stolze 4,92 Meter Länge sowie eine Breite von 1,79 Metern sorgen dafür, daß zumindest im schnellen Vorbeirauschen eine kurze optische Wahrnehmung möglich ist.
Doch auch die inneren Werte können sich sehen lassen: die langestreckte Haube dieses dynamischen Viersitzers verbirgt ein Aggregat, nach dem sich so mancher PS-Enthusiast sehen wird: aus 2.736 ccm Hubraum schöpft der Sechs-Zylinder stolze 203 "Pferdchen", die sich insbesondere auch auf einen "scharfen Galopp" bei 5.900 U/min verstehen. Das maximale Drehmoment, das bei 4.300 U/min abgerufen werden kann, beträgt 262 Nm, durch die eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 9,9 Sekunden ermöglicht wird. Tempospitze ist bei dem großzügig angelegten Cabrio bei 210 km/h - für Deutschlands überlastete Autobahnen wohl völlig ausreichend!
Doch auch in Sachen Ökologie/-nomie vermag der Sebring zu punkten: dank modernem Motormanagement, die sich durch insbesondere High-tech wie sequentielle Mehrpunkteinspritzung auszeichnet, erfüllt der Vollaluminiummotor mit seinen vierundzwanzig Ventilen die Euro-III-Abgasnorm, was durchaus einen Steuervorteil einbringen kann. Dabei genehmigt sich der Wagen mit ordentlichen 61 Litern Tankinhalt zwischen 10,9 und 14,3 Litern, wobei in der Stadt so zwischen 13,8 und 15,2 Liter anfallen, auf der (Land-)straße hingegen sparsame 8,5 Liter ausreichen. Ohne, daß dabei dem Cabrio die standesgemäße Aussprache abhanden kommt: ein seidenweiches Laufgeräusch, das sich, ganz nach US-Manier, zum Cruisen durch die Landschaft einlädt. Komfortabel und in völlig relaxter Haltung, versteht sich!
Für den sportlich angehauchten Fahrer, für den der Griff zum Schaltknüppel erst so richtig Spaß am Steuer bedeutet, bietet sich die serienmäßig angebrachte Viergang-Autostick-Automatik die Möglichkeit, selbst die Drehzahl zu bestimmen - wenn auch nur durch Antippen des Wahlhebels, aber vielleicht ist gerade die damit verbundene Lässigkeit der "Kick"! Einziges Manko des Sebring ist seine nicht ganz so gelungene Isolation, die sich insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten, so ab den 130 km/h, dahingehend bemerkbar macht, daß der Innenraumgeräuschpegel schnell die Dezibelskala erklimmt; nichts für Leute, die auch noch bei 180 eine Stecknadel fallen hören können wollen.
Wesentlich überzeugender hingegen - auch wieder im amerikanischen Stil - das Innenleben des Cabrios. Vier Erwachsene kommen ohne weiteres in den Genuß des Open-Air-Spaßes, ohne daß sie ihr Gepäck mit dem Zug nachsenden müssen, stehen doch stolze 230 Kofferraumvolumen zur Verfügung ; insoweit also die amerikanische Antwort auf den CLK, 3er Cabrio oder Volvo C70 Cabrio, wobei der Sebring die absolute Spitzenposition in seiner Klasse einnimmt. So fallen insbesondere auch die Integral-Vordersitze auf, in denen die gesamte Sicherheitsgurt-Mechanik verschwindet. Somit gestalten sich neben dem An- und Abschnallen auch Ein- und Ausstieg erfreulich einfach und zügig vollziehbar.
Das Ambiente hingegen wirkt trotz des üppigen Ledereinsatzes sowie chromeingefaßter Instrumente mit klassisch schwarzen Ziffern und Zeigern irgendwie eher nüchtern und bieder, was aber letztlich Geschmacksache des Käufers ist. Ein klarer Pluspunkt wieder das Fahrwerk, das komfortabel ausgelegt ist und es bei einem Radstand von reichlichen 2.692 Millimetern versteht, in jeder Straßenlage einen guten Kontakt zum Bodenbelag herzustellen. Um dem Fahrspaß noch zusätzlich auch die Sprünge zu helfen, läßt sich der "Striptease" innerhalb einer normalen Rotphase an jeder Ampel erledigen. Dank innengefüttertem Verdeck sowie beheizbarer Glas-Heckscheibe muß der Sebring keinen "Winterschlaf" halten, sondern kann auch in der naßkalten Jahreszeit seine Züge zur Schau stellen.
Eines sollten allerdings die Hinterinsassen berücksichtigen: die turbulenten Luftverhältnisse, die im open-Betrieb aufgrund der sehr weit nach hinten gelegten Plätze entstehen; die dadurch entstehende Beinfreiheit, die eingeschlafene oder verkrampfte Beine wohl nicht zuläßt, ist auch dringend erforderlich, falls der (stolze) Besitzer eines Toupets selbigem im Eilschritt nacheilen muß.
Dafür sind Ausstattung und Sicherheit - ASB, EBV - ganz klare Boni bei Chrsylers Cabrio. Ein Premium Gold CD Sound System mit 120 Watt ist ebenso an Bord wie sechs Lautsprecher und Zentralverriegelung mit Plip. Die Karrosserieverfestigung schließlich macht sich bemerkbar, falls die vakuumunterstützten Scheibenbremsen an allen vier 205/60 R 16-Rädern mal nicht die erforderliche Kürze der Bremsstrecke zu Stande bringen.
Insgesamt kann man daher sagen, daß für die 64.900,- DM, die für einen solchen Wagen den Eigentümer wechseln müssen, sehr viel Auto geboten werden, bei dem es neben dem Frischluft-Vergnügen auch die aufmerksamen Blicke von staunenden Passanten gratis dazu gibt.
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ein Testbericht von LeBaron2002-03-09 17:17:58vom 09.03.2002Empfehlung: ja
Als Fan amerikanischer Automobile war es für mich ein muss den brandneuen Chrysler Sebring unter die Lupe zu nehmen.
Den ersten Kontakt mit dem brandneuen Auto hatte ich auf dem Automobilsalon in Genf 2001, welcher jedes Jahr im März stattfindet.
Doch auf einer solchen Messe muss man das Auto mit vielen Leuten teilen und kann sich eigentlich nur einen flüchtigen Eindruck verschaffen. Da der Automobilsalon in der Schweiz stattfindet bekommt man als Information zwar ein Prospekt aber leider nur eine Schweizer Preisliste.
Der erste Eindruck war für mich recht positiv,
vor allem die ausdruckstarke Front mit einem riesigen Haifischkühlergrill wirkt imposant und erinnert ein wenig an Ferraris aus vergangenen Tagen.
Durch die schräg geschnittenen Scheinwerfer und dem geflügelten Chrysleremblem wirkt die Front zusätzlich aggressiv und einprägsam. Chrysler hat es bei der Front geschafft dem Sebring ein schickes wie zugleich unverwechselbares Gesicht zu verpassen.
Auf der Seite geht es harmonisch weiter, die Proportionen stimmen und es ist eine elegante Stufenheck Limousine entstanden. Jedoch fehlt der Seitenansicht die individuelle Note der Front, zudem sind die Radhäuser so groß ausgefallen das die Serienmäßigen 16 Zoll großen Leichtmetallräder fast etwas klein wirken.
Von der Heckansicht kann man sagen das sie zwar schön ist aber alles andere als auffällig. Insgesamt wirkt das Auto eher wie ein Produkt europäischer Designer. Amerikanische Details gibt es wenig, ja fast zu wenig.
Der Sebring mag zwar zu gefallen aber optisch fehlt das Gewisse Etwas. Meiner Meinung hatte der Vorgänger des Sebring, der Stratus mehr von diesem gewissen Etwas und war doch kein Erfolg in Deutschland.
Dem Sebring fehlt einfach das Image um in dieser Klasse ein Verkaufshit zu werden.
Auch die stattliche Länge von 4,84m sieht man dem Chrysler kaum an.
Nun gut das war mein erster Eindruck in Genf, ich wollte das Auto aber in Ruhe kennenlehrnen. Zu der offiziellen Premiere in Deutschland bin ich dann nicht gegangen da ich überzeugt war das es wieder zu viele Leute im Weg stehen.
Da ich einen Chrysler Händler in meiner Nähe gut kenne habe ich ihn nach der Premiere einfach mal gefragt ob ich den Sebring nicht für ein Wochenende haben kann. Er sagte das dies kein Problem sei, also habe ich ihn vor kurzem mal getestet.
Mein Testmodell war in Schwarz lackiert und sah darin eigentlich sehr gut aus. In dieser Farbe kommt die Front besonders gut zur Geltung auch wenn das Nummernschild etwas vom Glanz des Kühlergrills nimmt. Auch der Rest der Limousine wirkt in schwarz gehobener als in silber. Es passt einfach besser zu dem Auto.
Der Innenraum hat mich dann doch etwas enttäuscht.
Als erstes öffnet man die Türen mit billigen Klapptürgriffen. Ich frage mich warum man nicht die attraktiven Türgriffe des Chrysler PT Cruiser verwendet. Die Sitze sehen dann bequem aber etwas bieder gestaltet aus.
Bequem sind sie dann auch, das Leder kann sich ebenfalls sehen und spüren lassen aber dann gleitet der Blick durch die restliche Innenarchitektur.
Die Seitenverkleidungen zeichnen sich durch ein ausgesprochen langweiliges Design aus. Sie wirken billig und lieblos, enttäuschend wenn ich an die aufwendig gestalteten Verkleidungen meines ehemaligen Chrysler Le Baron Baujahr 1989 denke.
Auch das Plastikholz wirkt aufgesetzt und integriert sich nicht richtig in die Linie, nur die darin integrierten Schalter für die elektrischen Fenster sind gut platziert.
Es gibt in der Seitenverkleidung auch nur kleine Kartentaschen und der Türgriff ist irgendwie zu weit vorne platziert um die Türe bequem zu öffnen.
Nun schweift mein Blick auf das Armaturenbrett.
Es wirkt ebenfalls einfallslos gestaltet. Die Grundform des Brettes findet sich auch in jedem Japaner. Das Plastikholz zieht sich quer über den unteren Teil des Armaturenbrettes und über die Mittelkonsole. Leider gibt es einen Ansatzpunkt zwischen Mittelkonsole und schmale Leise quer übers Brett. An dieser stelle will die künstliche Maserung des Holzes nicht so richtig zu einander passen und lässt diese Zierverkleidung zusätzlich billig wirken.
Die zwei großen runden Instrumente werden flankiert von zwei kleinen runden Instrumenten. Die großen sind für Drehzahl und Geschwindigkeit, die kleinen für Tank und Temperatur. Zudem sind die Instrumente weiß mit schwarzer Schrift und auf alt getrimmt. Passen will dies nicht unbedingt in diesen Innenraum.
Ganz unpassend dazu präsentiert sich das kleine Display für Außentemperatur und Kompass zwischen den Lüftungsdüsen in der Mitte des Armaturenbrettes.
Die Heizung ist einfach über drei runde Drehregler in der Mittelkonsole zu bedienen. In dieser Klasse ist aber normalerweise ein Klimaautomatik mit getrennter Temperaturwahl für Fahrer und Beifahrer Standart nicht so aber beim Sebring, hier gibt es so was nicht mal gegen Aufpreis.
Selbst dem Wählhebel für das Automatikgetriebe fehlt es an Klasse.
Praktisch dagegen die Mittelarmlehne zwischen den vorderen Sitzen. Darunter versteckt sich noch ein praktisches Fach für CDs. Diese CDs braucht man auch für die serienmäßige Soundanlage. Immerhin ist ein Radio mit CD Player und Kassettendeck serienmäßig welches unter der Heizbedienung sitzt und von sechs Lautsprechern unterstützt wird. Der dabei entsehende Klang kann sich durchaus hören lassen und macht ein weiteres Aufrüsten nahezu überflüssig.
Das Platzangebot ist übrigens vorne wie hinten sehr großzügig bemessen. Die Detailverarbeitung erreicht noch nicht den Standart dieser Klasse obwohl ich zugeben muss das Chrysler hier Fortschritte gemacht hat. Die Verwendeten Materialien sind ebenfalls besser als beim Vorgänger wirken aber immer noch nicht besonders hochwertig.
Der Kofferraum dagegen kann überzeugen. Satte 453 Liter warten darauf ausgenutzt zu werden und wem das nicht reicht kann ganz einfach die Rückenlehnen umklappen. Auch gut ist das keine Scharniere der Heckklappe das Volumen beeinträchtigen. Das verwendete auskleidungsmaterial des Kofferraums ist übrigens nicht besonders gut passendes Filz. Hier ist der Sebring typisch amerikanisch.
Doch der Innenraum ist nicht alles am Sebring schließlich bin ich auch noch viel gefahren mit diesem Auto.
Hier kann der Sebring durchaus Punkten.
Ein 2,7Liter großer Sechszylinder mit 24 Ventilen treibt mit 203 PS die Vorderräder an.
Es ist ein laufruhiger Motor der sehr gut zur Automatik mit 4 Fahrstufen passt. Der Sebring zieht kraftvoll an, will aber auch gedreht werden um die volle Leistung zu entfalten.
Wer gerne spielt kann die Automatik in einer weitern Ebene auch manuell schallten nur ich halte das für eine recht überflüssige Spielerei die man nur selten braucht.
Auch auf der Autobahn hält der Sebring gut mit und läuft locker über 200km/h. Das Auto läuft dabei schön ruhig und hat auch nicht viele Windgeräusche.
Das Fahrwerk ist übrigens ebenfalls erwähnenswert. Es ist sehr aufwendig konstruiert und gar nicht typisch amerikanisch. Das Ergebnis kann überzeugen. Der Sebring glänzt mit einer guten Straßenlage auch bei engen Kurven und bietet viel Komfort. Dabei ist das Fahrwerk aber nicht zu weich abgestimmt und eben auch nicht zu hart. Hier hat Chrysler deutliche Fortschritte gemacht und zu den Europäern aufgeschlossen. Nicht mal der Wendekreis ist mit 11,2 m zu groß und auch die Lenkung vermittelt viel Fahrbahnkontakt ohne zu schwer oder zu leicht zu sein.
So bereitet der Sebring sehr viel Fahrvergnügen den man von einer amerikanischen Limousine gar nicht kannte. Das kann aber auch wieder ein Nachteil sein, es fehlt nämlich das unvergleichliche amerikanische Fahrgefühl.
An der Tankstelle gab es dann noch mal eine Überraschung. Nach zügiger Fahrt durch Stadt, Land und Autobahn verbrauchte der Sebring nur 10,5 Liter Normal Bleifrei. Für ein Auto mit 203PS und Automatik sowie 1575kg Leergewicht ein recht guter Wert.
Zu Hause studierte ich dann noch etwas die Preisliste.
53900DM/ 27558€ kostet der Sebring. Einzige Option ist Metalliclack für 850DM/ 435€.
Alles weitere vom Bordcomputer, elektrische Fahrehrsitz, Klimaanlage, Lederausstattung über Tempomat bis hin zur fernbedienbaren Zentralverriegelung ist alles im Preis inbegriffen.
Allerdings gibt es ab Werk kein Navigationssystem oder gar das elektrische Fahrstabilitätsprogramm ESP.
Immerhin bietet der Sebring neben den normalen Airbags auch Windowbags an der Seite und eine interessant Notöffnung im Kofferraum. Falls sich jemand im Kofferraum einschließt kann er ihn so von Innen öffnen. In Amerika ein geschätztes Detail.
Für genaue Ausstattungsdetails empfehle ich einen besuch bei www.chrysler.de dort kann man sich auch ein Prospekt schicken lassen.
Als Farben gibt es übrigens fast nur dunkle Töne: Schwarz, dunkelblau, Stahlblau (etwas heller), komisches Grünmetallic und silber. Innen gibt es nur Dunkelgrau.
Der Chrysler ist übrigens nur nach Steuernorm D3 eingestuft und die Versicherung kassiert auch. So ist die Haftpflichtklasse 20, Teilkasko 34 und Vollkasko 25.
Als Ausgleich gibt es 3 Jahre Garantie und einen enormen Wertverlust.
So informiert brachte ich den Sebring wieder heil zurück. Den Preis finde ich relativ günstig auch wenn ich mich mit der Innenausstattung nicht anfreunden kann. Mir hat der Stratus irgendwie besser gefallen. Aber das ist Geschmacksache. Ich glaube nicht das der Sebring den großen Durchbruch auf dem Deutschen Markt schaffen wird. Er sitzt irgendwie in der Klemme. Er ist ein gutes Auto hat aber nicht das gewisse Etwas das ein Auto haben muss um wenigstens ein wenig Anerkennung in dieser Klasse zu bekommen. Dieses Gewisse etwas hat da schon eher die Cabrio Variante des Sebring. Auch dieses Auto werde ich demnächst ausgiebig testen. Wenn es soweit ist werdet ihr hier schon erfahren.