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![]() "Wissenschaft hat etwas faszinierendes an sich ...ein Testbericht von rider-of-apocalypse2005-05-09 20:13:57 vom 09.05.2005 Empfehlung: ja Vorteile: s. Text...Nachteile/Kritik: s. Text(Mark Twain) Es ist schon einige Wochen her, da weckte ein Roman mit dem Titel WELT IN ANGST meine Interesse, da sich die Inhaltsangabe auf dem Einband sehr vielversprechend anhörte und ich mit den Büchern des Autoren, MICHAEL CRICHTON bisher auch ausschließlich positive Erfahrungen gemacht habe. Einzig der Umstand, dass dieser Roman bisher nur als (nicht ganz billige) gebundene Ausgabe erhältlich ist, hielt mich lange Zeit davon ab, den Roman auch zu kaufen. Mein Geburtstag bescherte mir dann aber unter anderem einige Gutscheine einer hiesigen Buchhandlung und so zögerte ich nicht mehr allzu lange und der Roman WELT IN ANGST von MICHAEL CRICHTON fand den Weg in meine Bibliothek. Am gestrigen Sonntag habe ich nun den Roman ausgelesen und so folgt hier nun mein entsprechender Beitrag: °°°°°°°°°°°°°°°°°°° ALLGEMEINES °°°°°°°°°°°°°°°°°°° MICHAEL CRICHTON veröffentlichte seinen Roman WELT IN ANGST im Jahre 2004 unter dem Originaltitel WORLD OF FEAR, das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe datiert aus dem Jahr 2005. Die deutschsprachige Ausgabe des Romans erschien im Verlag Karl Blessing, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House und ist aufgrund des recht großen Erfolgs (der Roman findet sich seit längerem auf einem der vorderen Plätze in den Bestsellerlisten) nahezu überall im Buchhandel zu finden (eine Bestellung von Büchern stellt ohnehin kein Problem dar), wo die gebundene Ausgabe (eine Taschenbuchausgabe wird noch einige Zeit auf sich warten lassen) für 24,90 € verkauft wird. Titel: Welt in Angst Originaltitel: World of Fear Autor: Michael Crichton Jahr: 2004 Jahr (deutschsprachige Ausgabe): 2005 Verlag: Karl Blessing Verlag ISBN: 3-89667-210-X Seitenzahl: 600 Preis: 24,90 € °°°°°°°°°° INHALT °°°°°°°°°° Der schwerreiche George Morton ist einer der größten Förderer der von Nick Drake geführten Umweltschutzorganisation NERF, die sich auf zwei wichtige Ereignisse vorbereitet. Zum einen plant NERF eine medienwirksame Klimaschutzkonferenz mit zahlreichen Teilnehmern und Pressevertretern, zum anderen arbeitet NERF auch an der Klage eines kleinen Inselstaats gegen die amerikanische Umweltschutzbehörde, für die George Morton einen Betrag von 10 Millionen Dollar in Aussicht stellt. Als George Morton jedoch feststellt, dass ein größerer Betrag, den er NERF zur Verfügung gestellt hat, an eine ominöse Scheinfirma in Costa Rica weitergegeben wurde und vieles auf Kontakte zu militanten Umweltschützern hindeutet, wird er mißtrauisch und nachdem er mit John Kenner, einem Mitarbeiter des Nachrichtendienstes NSIA, der für die Bekämpfung von Terrorismus im Inland zuständig ist, zusammentrifft, beschließt er, die zugesagten Millionen zunächst zurückzuhalten und beauftragt seinen Anwalt, Peter Evans, der ebenfalls im Umweltschutz engagiert ist, ein entsprechendes Schriftstück aufzusetzen. Nur kurze Zeit nachdem Nick Drake von Mortons Plan die zugesagten Millionen zurückzuhalten erfährt, findet man das Wrack von Mortons Ferrari an einem Baum in der nähe eines Abhangs und einige Tage später wird auch eine verstümmelte Leiche angespült, die anhand von Kleidung und Schmuck als George Morton identifiziert wird. Während NERF nun um die zugesagte und zurückgehaltene Spende kämpft, kommt es bei Peter Evans und anderen Vertrauten Mortons zu Einbrüchen und es scheint, als würden sie überwacht. Gemeinsam mit John Kenner entdeckt Peter Evans auch bald den mutmaßlichen Grund für die Einbrüche, den George Morton hat eine Liste mit Koordinaten hinterlassen und schnell führt diese Spur Evans, Kenner sowie einige weitere Vertraute und Mitarbeiter Mortons in die Antarktis. Hier müssen sie feststellen, dass offenbar die militante und radikale Umweltschutzorganisation ELF beabsichtigt, einen riesigen Teil des Schelfeises abzusprengen und so einen riesigen Eisberg zu schaffen, der die Theorie vom dramatischen Abschmelzen der Polkappen untermauern soll. Unter Gefährdung ihres Lebens können Evans, Keller und das übrige Team den Anschlag jedoch knapp verhindern. Die Liste der Koordinaten zeigt jedoch, dass auch weitere Anschläge geplant sind und es scheint, als sollen diese Anschläge der nur kurz bevorstehenden, von NERF organisierten Klimaschutzkonferenz zu mehr Publicity und Glaubwürdigkeit verhelfen - es bleibt also nur wenig Zeit, auch die Ziele der mutmaßlich übrigen Anschläge zu ermitteln und sie zu vereiteln ... °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° ANMERKUNGEN ° °°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Obwohl schon die Story, so wie ich sie in meiner Inhaltsangabe kurz angerissen habe, ausreichend Stoff für einen spannenden Thriller bieten würde, ist es tatsächlich aber nicht nur der Kampf gegen den Ökoterrorismus, der die Handlung des Romans bestimmt, sondern vielmehr der Umweltschutz im allgemeinen, wobei innerhalb dieser Thematik der Schwerpunkt der Story in der Theorie der globalen Erwärmung liegt. Aus diesem Themenkomplex schuf Michael Crichton nun einen Thriller, der nicht nur von der ersten bis zur letzten Seite absolut fesselnd geschrieben ist und auch einer recht hohen Glaubwürdigkeit nicht entbehrt, sondern auch zahlreiche Informationen und vor allem auch Gedankenansätze und Kritik enthält. Vergleichsweise häufig ist zu hören/lesen, MICHAEL CRICHTON würde in seinem Roman WELT IN ANGST zu einem Stil neigen, der dem Dozieren gleicht, dieser Auffassung kann ich mich allerdings nicht anschließen. Gerade die Ausführungen über die Umweltproblematik, die er mit Statistiken, Forschungsergebnissen und ähnlichem untermauert, machen für mich einen nicht unerheblichen Reiz des Romans aus und tragen meines Erachtens auch wesentlich zum hohen Realitätsbezug der Geschichte bei (am Ende des Romanes findet sich übrigens ein mehrere seiten umfassender Quellennachweis). Bei oberflächlicher Betrachtung des Romans könnte möglicherweise leicht der Eindruck entstehen, MICHAEL CRICHTON würde jede Form von Umweltschutz ablehnen oder zumindest den Umweltschutz generell in Frage stellen, was allerdings keineswegs der Fall ist. Vielmehr zeigt der Autor auf, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, beabsichtigt oder unbeabsichtigt beeinflußt werden können und wie durch bloße Polemik und sorgfältige Auswahl herangezogener Forschungsergebnisse eine Überzeugung geschaffen werden kann, der jeder wissenschaftliche Beweis fehlt. Hier scheint mir auch die Frage durchaus berechtigt, wie langfristige, künftige Klimaentwicklungen als bewiesen gelten können, wenn es nicht möglich ist, das Wetter über einen kurzen Zeitraum hinweg korrekt vorherzusagen und Klima letztlich nichts anderes ist, als über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtetes Wetter. Für seine Ausführungen zieht MICHAEL CRICHTON dafür Quellen heran, deren Erkenntnisse von Umweltschützern scheinbar gerne ignoriert, als von der Industrie beeinflußt oder schlicht falsch angesehen werden und die beispielsweise belegen (?), dass zwar der Meeresspiegel tatsächlich ansteigt, dies allerdings seit 6000 Jahren, dass eine globale, einheitliche Erwärmung nicht existent ist und n Orten, in denen die Temperaturen meßbar gestiegen sind, hierfür eher die Urbanisierung verantwortlich ist und einiges derartiges mehr, also den von Umweltschutzorganisationen aufgestellten/vertretenen Thesen widersprechen/entgegenstehen. Dabei stellt er auch fest, dass Computermodelle/-simulationen zwar eine Theorie untermauern, niemals aber beweisen können, vor allem aber auch, dass es eine absolut neutrale Wissenschaft nicht gibt/geben kann, so lange Forschungsprojekte von Interessengruppen finanziert werden, also nicht absolut unabhängig durchgeführt werden können. Darüber hinaus kritisiert MICHAEL CRICHTON auch, die Auffassung, der Mensch könne die Natur managen, obwohl er sie häufig nicht einmal versteht und weite Teile der Natur (beispielsweise die Meere/Tiefsee) bis heute nicht einmal annähernd vollständig erforscht sind. Gleichzeitig sagt er auch, dass der Mensch kein Beobachter, Manager, Bewahrer oder was auch immer der Natur ist, sondern ein wesentlicher Bestandteil selbiger, dessen Eingriffe nicht zwangsläufig auch negative Auswirkungen haben, wohl aber haben können. Ein weiterer, im Roman kurz angerissener Aspekt ist auch die Frage, ob wir (im Sinne von die Menschen) ein Grundbedürfnis nach Angst haben, oder ob die Angst der Menschen nicht ein wichtiges Instrument ist. Betrachtet man die jüngere Vergangenheit, so wurde von der Öffentlichkeit, der politischen Führung oder wem auch immer Angst geschürt. Ob nun Angst vor Überfremdung (bis zum Ende des zweiten Weltkrieges und auch nicht ausschließlich in Deutschland) , der kommunistischen Bedrohung (was auch immer man darunter verstehen wollte oder sollte), einem Atomkrieg oder eben nun der befürchteten/prophezeiten Klimakatastrophe, eine generelle Angst ist tatsächlich immer existent gewesen und muss dabei nicht einmal zweifelsfrei wissenschaftlich bewiesen sein. Weitere Fragen, die der Autor in seinem Roman aufwirft sind beispielsweise die, ob es mit zunehmender Industrialisierung tatsächlich auch eine Zunahme von Naturkatastrophen gegeben hat, warum zwar immer wieder vom Aussterben von Arten berichtet wird, nur sehr selten aber von der deutlich häufigeren Entdeckung bisher unbekannter Arten, ... Erfreulicherweise stellt MICHAEL CRICHTON seine Ausführungen, obwohl sie belegt sind, nicht als absolute Wahrheit dar, sondern lediglich als eine Alternative zu den häufig zu hörenden (und lesenden) Ausführungen. Seine wesentlichen persönlichen Standpunkte legt er dabei am Ende des Buches in einem mehrseitigen Abschnitt dar und vielen dieser Standpunkte, Anregungen und Vorschlägen kann ich mich absolut anschließen. Insgesamt ist also das Zitat von Mark Twain, das sich im Buch vor dem Vorwort/der Einleitung und in meinem Beitrag in der Überschrift und meiner Einleitung findet, das zentrale Thema des Romans. Auch sonst habe ich in WELT IN ANGST von MICHAEL CRICHTON nur wenig Anlass für Beanstandungen finden können. Der Roman ist von der ersten Seite an spannend geschrieben und beinhaltet auch im weiteren Verlauf neben unerwarteteten Wendungen auch eine permanente Steigerung dieser Spannung. Die recht zahlreichen wissenschaftlichen Aspekte sind ausnahmslos in einer auch für Laien verständlichen Form dargestellt/erklärt und der Autor bediente sich einer flüssig zu lesenden Sprache und einem sehr angenehm zu lesenden, absolut kurzweiligen Stil. Wechsel des Ortes und/oder der agierenden Personen(gruppen) erfolgen kapitelweise, wobei die zahlreichen Kapitel des in sieben Teile untergliederten Romans logisch und zweckmäßig gewählt sind und mit einer Angabe des Ortes sowie des Datums (ohne Jahresangabe) und der Urzeit eingeleitet werden. Diese Gliederung sollte jedem Leser helfen, sich in der Story jederzeit problemlos zurechtzufinden. Einzig einige der Charaktere könnte ich hier ein wenig beanstanden, da beispielsweise die Figur des John Kenner unglaubwürdig perfekt, ein Schauspieler sehr klischeehaft, George Morton übertrieben moralisch, Peter Evans viel zu naiv... dargestellt wird. Störte mich die klischeehafte Darstellung des Schauspielers noch sehr wenig, da dieser wohl für die Masse derer steht, deren Spenden und Engagement wohl lediglich der Beruhigung des eigenen sozialen Gewissens und der eigenen Publicity dient, so empfand ich viele der übrigen Charaktere als etwas zu sehr überzeichnet. Dieses kleinere Manko ging beim lesen in der spannenden und glaubwürdigen Story und der Fülle an Informationen und Gedankenansätzen aber so weit unter, dass es mich nie wirklich gestört hat. °°°°°°°°°°°°°°°° LESEPROBE °°°°°°° °°°°°°°°° ... "... Wenn ich es richtig verstehe, wird globale Erwärmung durch die Zunahme so genannter Treibhausgase, wie zum Beispiel Kohlendioxid ausgelöst, die Wärme in der Erdatmosphäre einschließen, so dass sie nicht mehr in den Weltraum entweichen kann. Verstehen Sie das auch so ?" "Ja", sagte Evans, froh, dass er nicht selbst mit einer Definition hatte aufwarten müssen. "Dieser Theorie zufolge" fuhr Jennifer fort, "wird also die eigentliche Erdatmosphäre wärmer, genau wie in einem Treibhaus. Und diese Treibhausgase wirken sich auf den ganzen Planeten aus. Wir wissen, dass Kohlendioxid, das Gas, das uns allen Sorgen bereitet, weltweit gleich stark angestiegen ist ..." Sie zog eine weitere Grafik hervor. "Und diese Auswirkungen sind vermutlich überall auf der Welt gleich. Deshalb heißt es ja auch globale Erwärmung", sagte Jennifer. "Ja ..." "Aber New York und Albany liegen nur einhundertvierzig Meilen voneinander entfernt. Mit dem Auto eine Fahrt von drei Stunden. Bei beiden Städten sind die Kohlendioxidwerte identisch und doch wurde die eine Stadt deutlich wärmer und die andere unwesentlich kälter. Ist das ein Beweis für globale Erwärmung ?" ... °°°°°°°° FAZIT °°°°°°°° I ch kann nicht ganz verstehen, warum der Roman WELT IN ANGST von MICHAEL CRICHTON hier überwiegend auf nicht allzu positive Resonanz gestoßen ist, denn ich habe diesen Roman von der ersten bis zur letzten Seite mit Begeisterung gelesen. So folge ich auch nicht dem sich hier abzeichnenden Trend, sondern spreche ausdrücklich eine uneingeschränkte Empfehlung aus und urteile mit SEHR GUT ! ... |
Tooob, 09.05.2005
Also mit deinem Bericht hast du gerade mein Interesse geweckt! Die Story scheint sehr spannend zu sein! Ich habe zwar noch kein Buch vond iesem Autor gelesen, aber wird vielleicht mal Zeit!
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![]() +++ Globale Erwärmung? +++ein Testbericht von GAWOnline19832005-03-15 18:30:09 vom 15.03.2005 Empfehlung: neinAllgemeines ------------ ----------- Mein Vater sollte mich eines Sonntags am Bahnhof in Darmstadt ab und da ich gerade das Autorenduo Douglas Preston und Lincoln Child entdeckte, musste ich dringend noch in den Buchladen. Schließlich hatte ich gerade „Relic. Museum der Angst“ ausgelesen. Es musste also Nachschub her. Während ich zielgerichtet auf die Regale zusteuerte, stöberte mein Vater ein wenig. Und da stieß er auf „Welt in Angst“ von Michael Crichton. Mir sagte der Name erst etwas, als ich erfuhr, dass er die Romanvorlagen zu den Filmen „Enthüllung“ und „Jurassic Park“ lieferte. Mein Vater kam noch nicht dazu, das Buch zu lesen. Da ich durch die Bänderriss-Operation aber immer noch ans Haus gefesselt bin, da ich nicht Autofahren darf und das Lernen etwas auf die lange Bank schiebe, habe ich zwischenzeitlich genug Zeit zum Lesen. Und so begann ich am Donnerstagabend mit der Lektüre des Wälzers „Welt in Angst“. Weiter unten werde ich euch berichten, ob sich meine Erwartungshaltung hinsichtlich dieses Buches erfüllt hat und mich aus diesem Grund mit der Geschichte und den Personen, die eine Rolle spielen, auseinandersetzen. Ich freue mich im Übrigen immer sehr über Rückmeldungen von Lesern meines Berichtes, die das vorgestellte Werk bereits kennen und bereit sind, ihre Meinung mit mir zu teilen. Ansonsten danke ich euch fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren meines Berichtes! :) ----------------------- Kurzinhalt --- -------------------- Geheimnisvolles ereignet sich in den Vereinigten Staaten. Raketen werden gekauft. U-Boote klargemacht. Der Millionenerbe George Morton, der die Umweltorganisation NERF unterstützt, scheint etwas zu wittern. Etwas Großes ist im Gange. Und kurze Zeit später verunglückt er mit seinem Wagen. Die Leiche wird nicht gefunden. ----------------------- Inhalt ----------------------- Globale Erwärmung und Umweltschutz überhaupt sind Themen, die uns alle angehen. Das denkt auch der Millionenerbe George Morton, der die Umweltorganisation NERF mit mehreren Millionen unterstützt. Solange er nicht richtig nachhakt, scheint alles in bester Ordnung zu sein. Seine aktuelle Spende von zehn Millionen Dollar gilt der Vanutu-Klage. Die Bewohner der Insel Vanutu wollen Klage gegen die Umweltschutzbehörde der Vereinigten Staaten einreichen, da der Meereswasserspiegel zu steigen droht und sie in ihrer Existenz gefährdet sind. Doch was Morton nicht ahnen kann, ist das Geheimnisvolles in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern vorgeht. Ökoterroristen haben es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht, auf ihre Art etwas zu tun. Sie kaufen hunderte von Raketen, machen U-Boote startklar und noch vieles mehr. Viele Menschen müssen dafür ihr Leben lassen. Doch welchen wahnwitzigen Plan verfolgen sie? George Morton verunglückt eines Abends betrunken mit seinem Wagen. Die Leiche wird erst Tage später gefunden. In der Zwischenzeit merken aber auch sein Anwalt Peter Evans und seine Assistentin Sarah, dass etwas nicht stimmt. Bei ihnen wird eingebrochen und die Wohnung verwüstet, bei Morton stehen alle Safes offen. Auf einmal erinnert Evans sich an den letzten Satz von Morton, dieser führt sie zu einer Buddha-Statue, die ein Geheimnis birgt. Auf einmal liegt die Sicherheit der Welt in ihren Händen. Unterstützt werden die von John Kenner, Professor und angestellt bzw. beurlaubt am Institut für Risikoanalyse. Doch sie müssen sich beeilen, da die Zeit äußerst knapp ist. ----------------------- Meine Meinung ----------------------- Zugegeben, hätte mein Dad dieses Buch nicht ausgewählt, hätte ich es mir wohl nicht gekauft. Die Geschichte, die präsentiert wurde, klang recht spannend, doch eigentlich war es nicht so mein Metier. Aber andererseits gefiel mir auch „Der Schwarm“ von Frank Schätzing sehr gut und ich dachte irgendwie, dass „Welt in Angst“ in die gleiche Richtung gehen würde. Doch man hat es hier mit Terroristenplänen zu tun – vielleicht war ich auch einfach zu gutgläubig. Aber da ich im Moment sowieso durch die Bänderriss-Operation gehandicapt bin und das Lernen irgendwie hinten anstellen, dachte ich mir, dass ich auch einmal mit diesem Schmöker beginnen könnte. Am Anfang herrschte bei mir jedoch nur Verwirrung. Zu schnell wurden mir die Ereignisse abgespult, zu viele Personen präsentiert. Ich wusste eine Zeitlang einfach die Namen nicht richtig zuzuordnen. Ein ermordeter Doktorand in Paris, der an einem Wellenexperiment mitarbeitete wird ermordet. Raketen werden gekauft. Ein U-Boot wird geliehen. Und meist kommen die Menschen, die mit diesen Geschäften in Berührung kamen, kurze Zeit später gewaltsam ums Leben. Natürlich bilden diese kurzen Kapitel zu Beginn nur den Auftakt zu dem 600 Seiten starken Werk, doch mir verging zunächst erst einmal die Lust. Da es an dem Abend sowieso schon spät war, beschloss ich, den Roman erst einmal beiseite zu legen und zu schlafen. Vielleicht würde er ja noch besser werden und ich könnte mich am nächsten Tag besser konzentrieren. Endlich gerieten die Ereignisse dann ein paar Seiten später in ruhiges Fahrwasser und Michael Crichton pendelt sich bei einer Personengruppe ein. Alles dreht sich dann erst einmal um die Millionenerben George Morton, seine Assistentin Sarah und Anwalt Peter Evans sowie die Umweltschutzorganisation NERF, wobei dort Nicholas „Nick“ Drake im Mittelpunkt steht. Nun hatte ich wenigstens Personen, auf die ich mich konzentrieren konnte. Und zudem eine Handvoll, so dass die Sprünge sich zwischen ihnen in Grenzen hielten. Dann kommt der Leser endlich mit der Vanutu-Klage in Kontakt, die auf den ersten Seiten als Einleitung diente. Doch irgendwann während des Lesens fragte ich mich, warum der Autor diesen Aufhänger wählte, da sie doch scheinbar gar nicht so wichtig ist und auch letztendlich in der Versenkung verschwindet. In gewisser Weise dient sie natürlich als Grundidee, um Meerwasserspiegelanstieg und globale Erwärmung zu präsentieren, doch sicherlich wäre es auch anders gegangen. Die einzige Person, die aus dem vorgestellten Team um diese Klage, später noch von Relevanz ist, ist die Anwältin Jennifer Haynes. Es sind manche Unwichtigkeiten, in die sich Crichton ergeht und die mich einfach störten. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn er seine Charaktere mit etwas mehr Hintergrund ausgestattet hätte, aber nein, es muss sich alles um die Umweltthemen drehen, natürlich noch wissenschaftlich fundiert. Nun hat auch die Personenanzahl wieder zugenommen und man blickt wieder etwas weniger durch. Eine Handvoll weniger Figuren hätte es wohl auch getan, wenn Crichton sich die Zeit genommen hätte, diese besser zu beschreiben und ihnen einen Hintergrund zu geben. Doch so müssen viele in dem Buch herumwuseln. Er gibt ihnen einen Superheldencharakter, ihnen irgendwie nicht gerecht wird. Gerade der Anwalt Peter Evans wird am Anfang äußerst unbedarft hingestellt und am Ende wird er zu demjenigen, dem all die brillanten Ideen einfallen. Wo hat er auf einmal dieses Wissen her? Da hapert es leider an Details. Von einem Abenteuer ins nächste sollen sich die Romanfiguren stürzen, am besten immer dem Tode nahe und sich dann doch in letzter Minute – meist aus eigenem Antrieb – retten. Doch welcher Zivilist könnte sich wirklich in der Antarktis aus einer Gletscherspalte befreien? Sicherlich wächst eine Person in einer Notsituation über sich hinaus, doch was Crichton hier präsentiert ist meines Erachtens etwas überzogen. Mir fehlte auch irgendwie der rote Faden in dem Buch. Auf was sollte alles nun hinauslaufen? Was sollte das Ziel sein? Mir kam es eher so vor, als ob der Autor Action am laufenden Band präsentieren wollte. Man kann zwar die Brisanz der angesprochenen Themen – auch da das Buch in Deutschland im Januar 2005 veröffentlicht wurde – und die wissenschaftliche Recherche des Autors nicht von der Hand weisen, doch er hätte einen besseren Ausgleich finden müssen. Entweder ergeht er sich in den haarsträubenden und lebensgefährlichen Abenteuern seiner Romanfiguren oder er lässt John Kenner – eine neue, scheinbar allwissende Figur, die sich als beurlaubter Professor herausstellt, der zudem wunderbar kämpfen und mit Waffen umgehen kann – die Zivilisten belehren. Endlose Monologe über globale Erwärmung, die angeblich nicht vorhanden ist, müssen wir über uns ergehen lassen. Mich nervte die oberlehrerhafte Art von Kenner sehr schnell. Nicht einmal, vielleicht ein Dutzend Mal muss der Leser wissenschaftliche Vorträge über sich ergehen lassen, die das Buch auseinander reißen und die Spannung extrem herabsetzen. Und man weiß auch nicht, was man nun glauben soll, da hilft auch der Anhang des Autors nichts mehr, in dem er in Stichworten aufführt, was seine Überzeugung im Hinblick auf die globale Erwärmung ist. Man hat das Gefühl, dass er einen unbedingt davon überzeugen will, dass unsere Umweltprobleme trotz aller Medienpräsenz nicht existieren. Natürlich entstand ein Hype darum, aber ob man strikt das Gegenteil von den Berichten behaupten kann, ist fraglich. Crichton arbeitet im Text zwar auch mit Fußnoten und ich nehme ihm seine ernste wissenschaftliche Recherche durchaus ab, aber ich konnte einfach nicht warm mit dem werden, was er mir da präsentierte. Letztendlich frage ich mich auch, was die globale Erwärmung wirklich mit dem Roman zu tun hat. Sie soll wohl die Handlung unterstützen, wäre aber auch entbehrlich gewesen. Nur dann wäre ein äußerst dünnes Büchlein herausgekommen, wenn man die Passagen darüber ersatzlos gestrichen hätte. Durch diese Einschübe über die Erwärmung suchte ich immer verzweifelt nach einem roten Faden. Irgendwie wirkte die Geschichte dadurch teilweise zusammenhangslos. Der Hype um solche Romane ist momentan sowieso enorm, man nehme zum Beispiel nur „Der Zorn“ von Denis Marquet oder „Der Schwarm“ von Frank Schätzing. Aber auch schon früher beschäftigten sich die Schriftsteller mit dem Szenario einer Umweltkatastrophe und dem Überlebenskampf einzelner. Als Beispiel hierzu fällt mir „Die Wand“ von Marlen Haushofer ein, das ich im zweiten Halbjahr der dreizehnten Klasse las und das mich zutiefst beeindruckte. Auch wenn die Themen nach dem Tsunami am Ende des vergangenen Jahres brisanter sind als je zuvor, hat man das Gefühl, dass die Autoren manchmal auch diese Situation ausnutzen und der Markt etwas überschwemmt ist. Da ist natürlich nicht alles Gold was glänzt. Ich hatte zusätzlich den Eindruck, dass Michael Crichtons Name und seine vorherigen Erfolge hier zum Verkauf beitragen sollte. Und dann kommen auch wieder Szenen oder Kommentare ins Spiel, die überhaupt nicht passen. Zum einen der plötzliche Kommentar, dass Jennifer die Nichte von Kenner sei. Wow, eine Information über eine Person. Aber sagt mir das etwas über den Charakter der Betreffenden? Wohl eher nicht und so als absolut überflüssig einzustufen. Und dann sind auch wieder Handlungsstränge, die scheinbar ins Leere laufen. Ann Ganger zum Beispiel, die sich an die Fersen von Sarah heftet. Wohlhabend, um die Umwelt besorgt und Mutter zweier Söhne. Wie aber kann sie dadurch um die Welt jetten? Da haben wir übrigens noch einen Störfaktor gefunden. Die ganze Zeit ist von Umweltschutz die Rede, aber unsere werten Protagonisten düsen im Privatjet durch die Gegend und verpesten die zu rettende Umwelt. Wie soll dieses Thema zusammenpassen? Zudem hält Kenner Ann noch einen Vortrag darüber, dass sie nicht umweltbewusst genug sei, wenn sie so etwas macht. Aber bitte, wer benutzt denn die ganze Zeit Mortons Flugzeug? Kenner ja wohl. Etwas paradox wirkt der Autor an dieser Stelle. Doch darüber hinwegsehen kann ich nicht. Das schlimmste an dem Roman war im Übrigen die Szene mit den Kannibalen. Ich lasse mich jetzt nicht genauer darüber aus und verrate auch nicht an welcher Stelle, um nicht alles vorwegzunehmen. Es war aber einfach ekelerregend und einen Sinn ergaben diese Passagen für mich auch nicht wirklich. Wollte man damit den Verkauf noch mal anheizen, da Ekel doch sicherlich ein gutes Mittel dafür wäre? Nein danke, würde ich sagen. Ich verstehe, wie ein Lektor so etwas, das nicht wirklich zur Geschichte beiträgt, in einem Buch, das Umweltschutz als Thema hat, belassen kann. Umfangreich ist das Buch schließlich und als Seitenfüller hatte dies nicht genutzt werden müssen. Das Ende des Romans ist auch wieder eine Aneinanderreihung von Handlungen, die besonders viel Action bieten müssen. Und man die Hauptfiguren müssen mindestens neun Leben haben, bei dem was sie alles erleben. Alles überleben sie, sind nie lange gehandicapt und können sich schon in das nächste Abenteuer stürzen. Etwas sehr unrealistisch. Zumal sie ja wie gesagt eigentlich normalen Berufen nachgehen und zumindest teilweise in diese Sache hineingezogen wurden – nehme man die Anwälte Peter Evans und Jennifer Haynes sowie die Assistentin Sarah als Beispiel. Ich hätte jedoch mit etwas anderem gerechnet und vielleicht hätte man eine von ihnen opfern sollen, um die Handlung etwas glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Ich weiß auch nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder ob ich einfach nur fertig werden wollte, aber Aussagen wie „Der Arzt kam für sie zu spät. Sie bekam Bluttransfusionen…“. Dann öffnet sie die Augen, als ob nichts gewesen sei. Kann das logisch sein? Und einige Fragen bleiben auch offen. Was zum Beispiel hat es mit der Insel auf sich, was geschieht mit den Terroristen? Mit Nick Drake? Mit der NERF? Und die Pläne, die am Ende geschmiedet werden, wirken stellenweise lächerlich. Man denkt über Handyfunk in der Dritten Welt nach, bevor man sich um die Hungersnot kümmert. Zumindest kommt es einem so vor. Am Ende wird alles noch schnell zusammengerafft, was man tun könnte, um die Welt etwas besser zu machen. Auch irgendwie überflüssig und deplatziert. Das Buch ist im Übrigen in einige große Kapitel unterteilt, die sich wiederum in einzelne Passagen aufsplitten, die durch Ort und Datum sowie Uhrzeit gekennzeichnet sind. Die Methode ist nicht schlecht, aber manchmal etwas übertrieben, wenn sich nur die Uhrzeit ändert, alles andere aber noch gleich ist. Einen Fehler beging zudem der Verlag. Sie verraten sowohl durch die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches als auch auf dem Klappentext innen auf dem Buchumschlag bereits zuviel von der Geschichte. Nur kann man dies natürlich zuvor nicht ahnen, und liest sich selbstverständlich zur Information den Text durch. Doch sollte Morton nicht tot sein? Wie soll er dann die Katastrophe verhindern? Und die Pläne der Terroristen werden zudem auch vorweggenommen, so dass das Finale an sich keine große Überraschung mehr ist. Doch dieser Fauxpas ist nicht dem Autor selbst anzukreiden, so dass er eher weniger negativ gewichtet wird, als die übrigen Störfaktoren, die ich bereits zuvor anführte. Wer das Buch also unbedingt lesen möchte, sollte auf die Taschenbuchausgabe warten. Da die Grundidee eigentlich gelungen ist, vergebe ich noch zwei Sterne für das Buch. Die gebundene Ausgabe für knapp fünfundzwanzig Euro ist in meinen Augen jedoch einfach viel zu teuer. ----------------------- Das Buch ----------------------- „Welt in Angst“ erschien in Deutschland erstmals im Januar 2005 bei Blessing. Der Roman umfasst 602 Seiten und ist unter der ISBN 3-896-67210-X für 24,90 Euro im Handel erhältlich. Unter dem Originaltitel „State of Fear“ erschien das Buch bereits im Jahr 2004 bei HarperCollins Publishers in New York. Übersetzt ins Deutsche wurde das Werk von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, Eine Taschenbuchausgabe ist noch nicht angekündigt. ----------------------- Der Autor ----------------------- Der Autor Michael Crichton wurde im Jahr 1942 in Chicago geboren. In Harvard studierte er schließlich Medizin. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller, machte er sich auch als Regisseur einen Namen und schrieb zudem für die Serie „Emergency Room“ das Drehbuch. (Quelle: Autoreninfo in „Welt in Angst“) ----------------------- Mehr von Michael Crichton ----------------------- 1. Andromeda 2. Endstation 3. Der große Eisenbahnraub 4. Der dreizehnte Krieger (Schwarze Nebel, Die ihre Toten essen) 5. Congo 6. Die Gedanken des Bösen 7. Jurassic Park 8. Nippon Connection 9. Enthüllung 10. Lost World / Vergessene Welt 11. Twister - die andere Seite der Natur 12. Airframe 13. Timeline - Eine Reise in die Mitte der Zeit 14. Beute 15. Welt in Angst (copyright by Laura Thoma, März 2005) ... |
Tiger, 22.03.2005
Jetzt weiszlig ich, daszlig ich dieses Buch mit Sicherheit NICHT lesen werde. Da ist quotDer Schwarmquot doch tausendmal besser, nicht?
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Lies den Bericht nochmal durch, an manchen Stellen hast Du wohl umformuliert und dabei einen Teil zu korrigiere
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![]() Land unterein Testbericht von linnie2005-02-10 08:36:23 vom 10.02.2005 Empfehlung: ja Vorteile: interessante Thematik, die jeden Leser etwas angeht, beim Lesen kann man noch dazulernen, das Buch fesselt einen fast sofort und regt zum Nachdenken an, die Thematik ist aktueller denn je...Nachteile/Kritik: Spannungseinbrüche durch die ewigen Klimadiskussionen, überzeichnete und dadurch künstlich wirkende Charaktere, manchmal verliert Crichton sich zu sehr in DetailsIn Paris wird ein junger englischer Physiker ermordet, dessen Fachgebiet die Erforschung von Meereswellen und speziell Tsunamis ist. In Malaysia werden riesige Kavitationsgeneratoren verkauft, die mit Hyperschall arbeiten. Kurze Zeit später holt in Shad Thames ein amerikanisch aussehender Mann einhundertfünfzigtausend Meter dünnen Führungsdraht ab, der für Panzerabwehrraketen eingesetzt werden kann. In Tokio lässt sich der geheimnisvolle John Kenner vorführen, wie per Internet gezielt Extremisten verfolgt und überprüft werden. In Kanada möchte ein angeblicher Erdölgeologe ein U-Boot mieten, um Messgeräte in großer Meerestiefe aufzustellen. All diese Vorgänge hängen miteinander zusammen, doch wie? Der Multimillionär George Morton möchte mit einer Spende von insgesamt zehn Millionen Dollar die sogenannte Vanutu-Klage unterstützen, bei der der pazifische Inselstaat Vanutu die Umweltschutzbehörde der USA verklagen will. Denn die USA sind bekanntlich der größte Umweltsünder weltweit und rufen daher die globale Erwärmung hervor, die die Erdgletscher abschmelzen lassen wird, wodurch Vanutu überflutet würde. Doch dann erfährt Morton, dass ein Teil seines Geldes fehlgeleitet wurde, er wird misstrauisch. Allerdings bleibt ihm nur noch wenig Zeit zum Handeln, denn bei einem Autounfall in seinem neuen Ferrari verunglückt Morton tödlich. Seine Assistentin Sarah Jones und sein Anwalt des Vertrauens, Peter Evans, sind geschockt. Kurz darauf werden ihre beiden Wohnungen durchsucht und verwüstet und auch in George Mortons Haus wird eingebrochen, seine sämtlichen Safes stehen offen. In diesem Moment erinnert sich Evans an den letzten Satz, den Morton vor seinem Tode zu ihm gesprochen hat, dieser führt Sarah, ihn und den ominösen Wissenschaftler Kenner zu einer Liste mit geografischen Orten. Doch gefährliche Leute sind ihnen auf der Spur und sie planen Furchtbares, ein Wettlauf mit der Zeit beginnt ... In typischer Crichton-Manier muss der Leser nicht lange warten, bis die Geschichte ins Rollen kommt und man völlig in der Erzählung versinkt. Zu Beginn des Romans werden so viele Handlungsebenen eröffnet, dass man lange nicht ahnt, wie diese zusammenhängen, weitergeführt und miteinander verknüpft werden. Auch die Guten und die Bösen haben sich uns noch nicht offenbart, sodass man im Dunkeln tappt und auf die Katastrophe wartet. Der Einstieg ist nicht gerade rasant, macht allerdings Lust auf mehr und fesselt den Leser schnell an die Story. Nach George Mortons Auftauchen wird sofort klar, dass er eine zentrale Rolle einnehmen wird, doch dauert es recht lange, bis Crichton aufklärt, welches Unglück der Menschheit droht. Die Rollen der Guten und der Bösen werden schon auf den ersten einhundert Seiten verteilt, ungewiss ist lange Zeit lediglich, was die Bösen im Detail planen, doch voreilige Leser, die den Fehler gemacht haben, zuvor den Klappentext zu lesen, wissen längst, was die Extremisten vorhaben und worauf das Buch hinauslaufen wird. Um sich diese Spannung zu bewahren, kann ich nur dringend dazu raten, sämtlichen Text auf dem Buchumschlag zu ignorieren und den Umschlag am besten weit weg zu legen! Baut Crichton zu Beginn mehrere Handlungsebenen auf, so führt er diese schnell zusammen, sodass sich die Geschichte danach linear weiterentwickelt und es keine Sprünge zwischen verschiedenen Handlungssträngen mehr gibt. Mehrere Katastrophen sind im Laufe des Buches zu verhindern, sodass eigentlich kaum Ruhepausen auftauchen dürften, doch leider nimmt Crichton immer wieder selbst Tempo aus seiner Geschichte heraus. Kaum ist ein Unglück abgewendet, kommen Sarah, Peter Evans und Kenner zur Ruhe und haben Zeit, sich auf die nächste Schreckensnachricht einzustellen. Überbrückt wird diese Zeit meist durch wissenschaftliche Diskussionen rund um die globale Erwärmung. Genau an dieser Stelle sehe ich das größte Problem des Buches, denn es baut auf dem Thema der globalen Erwärmung auf und spielt mit dem Wissen und vor allem dem Unwissen der Leser. Der informierte Leser findet seine Identifikationsfigur in John Kenner, der die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben scheint, während der unwissende Leser sich hervorragend wiederfindet im skeptischen Peter Evans oder später im Schauspieler Ted Bradley. Kenner ist derjenige, der seine uninformierten Begleiter durch wissenschaftliche Belege von der Nichtexistenz der globalen Erwärmung zu überzeugen versucht. Diese wiederum spielen ihm mit ihrer Skepsis und Unwissenheit immer wieder Bälle zu, die Kenner freudestrahlend aufgreift. In zu vielen Szenen spielt er besserwisserisch seine Informationen aus, die der Leser bereits nach der ersten Diskussion aufgenommen hat. Manchmal habe ich mich gefragt, ob Crichton seine Leser für dumm verkaufen will, denn zu häufig wiederholen sich die wissenschaftlichen Diskussionen, in denen Crichton in der Person des Kenner mit seinem Wissen beeindrucken möchte. Schon in den zahlreichen Wortgefechten zwischen Kenner und Evans habe ich mich gefragt, wie ein 28jähriger Staranwalt wie Evans so verstockt sein kann, dass er mehrfach über die aktuelle Klimaproblematik belehrt werden muss, bevor er endlich einsieht und versteht, dass die globale Erwärmung vielleicht doch nicht so dramatisch existent ist, wie er bislang gedacht hat. Doch kaum hat Kenner sein erstes Opfer überzeugt, taucht das nächste in Form des naiven Schauspielers Bradley auf. Diese zahlreichen Diskussionen gehen uns nicht nur relativ schnell auf die Nerven, sondern sie sorgen auch für einen abrupten Spannungsabfall, weil die eigentliche Erzählung unterbrochen wird, um dem Leser erneut etwas über die aktuelle Klimaforschung zu erzählen. Positiv zu nennen sind die Zitate, die jede wissenschaftliche Aussage begleiten und auch unter den Temperaturgraphen und anderen Bildern zu finden sind. Hierdurch weist Crichton auf seine intensive thematische Vorbereitung zu diesem Buch hin. Rein fachlich kann er also auf publizierte Artikel bauen, die ich zwar nicht kontrolliert habe, die ich ihm aber durchaus glaube, weil ich in letzter Zeit selbst viel über dieses Thema gelesen habe. Mit seinen Aussagen zur Umweltpolitik lehnt Crichton sich hier zwar sehr weit aus dem Fenster, stützt sich aber immerhin auf wissenschaftliche Beweise, die er zu diesem Zwecke auslegt. Obwohl Michael Crichton in einem Nachwort nochmals seinen Standpunkt zu umweltpolitischen Themen deutlich macht, kann man diesen mehr als nur zwischen den Zeilen auch aus dem Buch selbst herauslesen. Über diese Einstellung kann man diskutieren, aber sie steht hier nicht zur Debatte. Sprachlich und stilistisch ist sich Crichton wie immer treu geblieben, denn kurze Kapitel reihen sich aneinander, immer nur kurze Szenen in knappen Sätzen sind zu lesen, bevor der nächste Schnitt kommt und eine neue Situation beschrieben wird. Wie auch schon in „Timeline“ verliert sich Crichton allerdings etwas zu häufig in wissenschaftlichen Erläuterungen. Die Charakterisierungen haben mich einmal mehr nicht wirklich überzeugt. Keiner der Charaktere ist authentisch, alle wirken völlig künstlich, da sie entweder zu perfekt oder zu fehlerhaft sind. Da ist beispielsweise John Kenner, der alles zu wissen scheint und zu jeder Aussage das passende Paper zitieren kann. Darüber hinaus ist er natürlich erfolgreicher Wissenschaftler vom MIT (Massachusetts Institute of Technology), der auch hervorragend mit Waffen umgehen kann und eine Nichte hat, die als Anwältin an der Vanutu-Klage mitarbeitet und ebenfalls perfekt informiert ist über umweltpolitische Fragen. Auch sie zeigt im Dschungel im Kampf mit Rebellen erstaunliche Fähigkeiten, die ich einer Anwältin an sich nicht ohne Weiteres zutraue. Alle auftauchenden Frauen sind selbstverständlich hübsch, so auch die große blonde Sarah, die überaus sportlich ist. Peter Evans stellt den jungen Lieblingsanwalt des steinreichen George Morton dar, der es zwar früh zu etwas gebracht hat, aber dennoch nicht viel über das Thema Klima zu wissen scheint und auf diesem Gebiet auch schwer belehrbar sein muss. In den umweltrelevanten Diskussionen zeigt sich Evans uneinsichtig, doch später hat auch er von Kenner gelernt. Während er Sarah anfangs noch zur Last fällt, mutiert Evans im weiteren Verlauf des Buches gleich zum zweifachen Lebensretter. Das wirkt leider alles wenig realistisch, sodass es lange dauert, bis einem die Charaktere ans Herz wachsen und man mit ihnen mitfiebert, wenn sie wieder gegen die Extremisten kämpfen und in aussichtslose Lagen geraten. Ein leidlich gutes Bild kann man sich auch nach etwa 550 Seiten nur von sehr wenigen Personen machen. Im Kampf gegen die Bösen greift Crichton ähnlich wie Dan Brown in „Meteor“ ein wenig in die Trickkiste, denn Sarah, Peter und John meistern schier ausweglose Situationen; so erwartet man das von wahren Helden. Gerade aber diese rasanten und gefahrvollen Szenen sind es neben der faszinierenden Klimathematik, die das Buch ausmachen und dazu führen, dass es mitzureißen versteht. Ein anderes wichtiges Thema, das Crichton aufgreift, ist die gezielte Manipulation der Menschen durch die Medien, wie sie gerade in den USA nicht unüblich ist. In "Welt in Angst" wird der Bevölkerung die nahende Klimakatastrophe vorgespielt, damit sie spendet und der stattfindenden Klimakonferenz besondere Aufmerksamkeit schenkt. Doch in Wahrheit ist alles ganz anders oder aber zumindest nicht halb so schlimm. Die interessante Thematik rund um das Klima, das jeden Menschen etwas angeht, genau wie der Umweltschutz, aber eben auch die fragwürdige Politik von Umweltschützern machen das Buch zu einem interessanten Leseerlebnis, bei dem man durchaus noch etwas lernen kann. Durch die im Anhang befindliche kommentierte Bibliografie ermöglichst Crichton seinen Lesern weitere Recherchen anhand der ausgewählten Literatur. Auf diese Weise verpackt Michael Crichton sein angelesenes Wissen in eine spannende Geschichte, wobei er sich manchmal allerdings in zu vielen Details zur Klimaproblematik verliert. Dennoch wird das Buch dadurch zu etwas mehr als bloßer Unterhaltungsliteratur, da die Geschichte in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken anregt. Insgesamt gefällt das Grundkonzept des Buches äußerst gut, und ganz ungewollt hat Crichton sich ein Thema herausgesucht, wie es aktueller nicht sein könnte. Die Geschichte ist spannend, leidet allerdings ein wenig unter den Spannungseinbrüchen durch die wiederkehrenden Erörterungen zu Umweltfragen. Die Charakterisierungen bleiben etwas zu sehr an der Oberfläche und zeichnen sich durch recht viele Übertreibungen aus, die die Figuren künstlich wirken lassen, nichtsdestotrotz kann man sich von den Hauptcharakteren ein recht gutes Bild machen. Punkten kann Crichton durch seine ausführliche Literaturrecherche, die ihm dieses interessante Buch erst ermöglicht hat. So ist Michael Crichton mit "Welt in Angst" sicherlich kein Meisterwerk gelungen, aber doch ein spannendes und vielleicht auch lehrreiches Buch. Michael Crichton: Welt in Angst Originaltitel: State of fear Karl Blessing Verlag ISBN: 389667210 24,90€ 603 Seiten Dieser Bericht wurde geschrieben für das Onlinemagazin www.buchwurm.info ... |
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Allgemeine Informationen Michael Crichton: Welt in Angst
gelistet seit: 07.02.2005
Hersteller: Crichton, Michael weitere Crichton, Michael Belletristik Romane & Erzählungen - W Bewertung durch unsere Mitglieder
| Details ISBN: 389667210X Hersteller / Verlag: Blessing Karl Verlag |






















