Culture Brain Golden Fighter Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Müdes Prügeln
ein Testbericht von sinfortuna2005-09-13 19:25:05vom 13.09.2005Empfehlung: nein
Vorteile: Ganz brauchbare Optik, grundsolide Soundkulisse, nicht gerade leicht...Nachteile/Kritik: Wirkt steril und irgendwie leblos, null Identifikation mit Spielfiguren, träge Steuerung, wenig variantenreiche Kämpfe, keine beeindruckenden Animationen oder sonstige Spezialeffekte, langweilt schnell
Irgendwann Anfang der 90er Jahre kam „Golden Fighter“ für das Supernintendo bei uns auf den Markt, somit praktisch in der Blütezeit jener 16-Bit-Konsole aus dem Hause Nintendo. Wie der Titel unschwer vermuten lässt wird bei diesem Modul tatsächlich gekämpft, ja um ehrlich zu sein eigentlich fast nur. Von den reinrassigen Prügelspielen à la „Street Fighter“ unterscheidet es sich in erster Linie dadurch, dass der Bildschirm von links nach rechts scrollt und wir somit nicht ganz so stark eingeengt sind wie vergleichsweise bei den sogenannten Beat’em Ups. Was auf den ersten Blick für mehr Abwechslung spricht, entpuppt sich (zumindest in diesem Fall) schnell als Trugschluss, denn mit der Klasse von Ryu, Ken & Co. aus der Street-Fighter-Serie kann „Golden Fighter“ bei weitem nicht mithalten, ja es liegen Welten dazwischen, leider. Möglicherweise wollten die Entwickler dieses Spiels leicht und locker im Fahrwasser des großen Vorbilds mitschwimmen und so schnell Kasse machen, doch die Rechnung ging nicht auf, schätze ich, denn diese Version wurde hierzulande sicherlich alles andere als berühmt und dies hat mehrere Gründe, über die ich kurz ein paar Worte verlieren möchte.
In erster Linie enttäuscht ganz eindeutig die Spielbarkeit, viel zu wenig variantenreich laufen die Kämpfe ab, auch taktische Überlegungen wie Ausfallschritte, Blocken und Konterattacken spielen eher eine untergeordnete Rolle. Darüberhinaus – und dies ist bei einem Fighting-Game nahezu unverzeihlich – kommen die Protagonisten rund um Sheng Long erschreckend farblos rüber, die Identifikation mit den einzelnen Figuren, ganz gleich ob Freund oder Feind, fällt dementsprechend gering aus. Und das ist wirklich ein böser Lapsus. Die Manöver jedes einzelnen Kämpfers lassen sich zudem bequem an einer Hand abzählen, nichts Spektakuläres wird uns hier geboten, ganz im Gegenteil, lediglich Faustschläge, Tritte, Fußfeger und eine Spezialattacke (Hurrican-Kick). Das Spieltempo ist nicht besonders hoch, die Steuerung einen Tick zu lahm, überraschende Momente sind ein Fremdwort, die Langzeitmotivation sehr gering, unter dem Strich bleibt somit wirklich nicht viel Lobenswertes übrig.
Erstaunlicherweise ist es am Ehesten noch die Präsentation von „Golden Fighter“, welche uns vielleicht noch etwas länger als nur wenige Stunden bei der Stange bleiben lässt. Denn phasenweise dominieren in der Tat kräftig-bunte Farben das Spielgeschehen, des weiteren sind die Figuren angenehm groß ausgefallen und die jeweiligen Hintergründe (wenn auch nicht überwältigend) zumindest nicht hässlich. Die Animationen hingegen sind schon ein echter Schwachpunkt, ziemlich steif und fast schon steril kommt das Kampfgeschehen rüber, die Akteure wirken trotz ihrer annehmbar großen Statur irgendwie blass oder sogar leblos. Die Soundkulisse ist gar nicht einmal so schlecht, wahrscheinlich einen Tick besser als die grundsolide (wenn auch unspektakuläre) Optik, phasenweise schleicht sich tatsächlich so etwas wie eine stimmungsvolle Spielatmosphäre ein, doch lange hält dieser Zustand regelmäßig nicht an, wofür allerdings der Soundtrack nicht verantwortlich sein dürfte. Auch die Soundeffekte sind im großen und Ganzen gut gewählt und gar nicht einmal so abwechslungsarm, wie ich es angesichts der ansonsten etwas sterilen Atmosphäre befürchtet hatte.
Trotzdem muss ich „Golden Fighter“ leider als misslungen bezeichnen, denn der Funke will sowohl im Solo- als auch Zweispielermodus einfach nicht überspringen, schon nach sehr wenigen
Stunden kommt meines Erachtens gezwungenermaßen große Langeweile auf und nur echte Fans dieses Genres beißen sich noch etwas länger an diesem Spiel fest, alle Anderen streichen sicherlich schnell die Segel. Der Schwierigkeitsgrad ist insgesamt nicht gerade niedrig ausgefallen, Anfänger und Gelegenheitsspieler dürften aller Voraussicht nach ziemlich lange darauf warten, mehrere Erfolgserlebnisse hintereinander verbuchen zu dürfen, schätze ich. Allein die halbwegs solide Optik und die annehmbare Soundkulisse reichen eben nicht aus, um ein gutes Kampfspiel zu kreieren, es gehört einfach noch mehr dazu, um etwas Bemerkenswertes zustande zu bringen, speziell im Hinblick auf das Gameplay. Meine Wertung im Hinblick auf den Spielspaß kann daher mit gerade einmal 39% nur sehr mäßig ausfallen.
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Produktbeschreibung Culture Brain Golden Fighter
Technische Daten und ProdukteigenschaftenKampfspiel für das Supernintendo
Allgemeine Informationen Culture Brain Golden Fighter
gelistet seit: 05.09.2005
Hersteller: Culture Brain weitere Culture Brain Sonstige KonsolenspieleBewertung durch unsere Mitglieder