Denon DCD-1015

Denon-dcd-1015
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Produktbeschreibung

Denon DCD-1015

gelistet seit 09/2003
Hersteller Denon, http://www.denon.de
denon-deutschland-division-of-d-m-germany-gmbh
weitere Denon CD-Player

Tests und Erfahrungsberichte

  • Besser verarbeitet als so mancher Player von heute

    • Klangqualität:  sehr gut
    • Bedienkomfort:  durchschnittlich
    • Ausstattung:  sehr gut
    • Verarbeitung:  sehr gut
    • Besitzen Sie das Produkt?:  nein

    Pro:

    gute Verarbeitung, Klang, kompatibel mit CD - R, heute erschwinglich (gebraucht), Pitchfunktion

    Kontra:

    einige Funktionen nur von der FB aus steuerbar, spielt keine CD-RW, nur 20 Titel programmierbar

    Empfehlung:

    Ja

    Heute möchte ich mal einen etwas älteren, aber immer noch hervorragenden CD-Player vorstellen: den Denon DCD-1015. Natürlich ist er heute nicht mehr im Handel, aber ich kann ihn sehr als gutes Gebrauchtgerät empfehlen. Er ist wesentlich besser verarbeitet als die meisten Modelle von heute.


    WARUM - UND WOZU - EIN GEBRAUCHTES HIFI-GERÄT?

    Bei zahlreichen Gerätetypen im HiFi-Bereich kann man sich durchaus die Frage stellen, ob ein Gebrauchtgerät vielleicht eine Alternative zum Neugerät sein könnte. Bei fast jedem Gerätetyp, den es seit Jahrzehnten schon gibt oder mal gab (Verstärker, Receiver/Tuner, CD-Player, Plattenspieler, Kassettendeck etc.) war früher die Verarbeitung wesentlich besser, die klanglichen Eigenschaften waren es häufig auch. Auch beim CD-Player kann dies überlegenswert sein, jedoch ist hier zu beachten, dass solche Geräte auch Verschleißteile haben (Laser). Manche Leute möchten nicht so viel Geld für einen CD-Player ausgeben, oder das Gerät sollte optisch zur schon betagten Anlage passen. Aber nicht jeder CD-Player der ersten Generationen ist heute noch alltagstauglich.


    DER DENON DCD-1015

    Der DCD-1015 war Mitte der 90er Jahre im Handel, er kam 1994 auf den Markt und war mindestens bis 1996 im Handel erhältlich. Ich kaufte dieses Gerät im November 1995, weil ich mittlerweile doch einen zweiten CD-Player benötigte (bis dahin reichte noch einer, da ich die meiste Musik auf Kassetten hatte). Ich zögerte lange mit dieser Anschaffung. Immerhin kostete dieses Gerät knapp 800 DM (umgerechnet 400 Euro).
    Dabei handelte es sich um eins der höheren Modelle, die damals im Denon-Programm waren (angehende Oberklasse). Dieses Gerät hatte damals schon mindestens den Standard in der Wiedergabe, den man heute von einem guten CD-Player erwarten sollte. Z.B. einen so genannten Alpha-Prozessor (der wurde auch in späteren Modellen eingesetzt) und zwei 20-Bit-Linearkonverter, was damals nur in den Spitzenmodellen zu finden war.

    Vorher hatte ich lediglich einen einzigen CD-Player besessen, und zwar den Yamaha CDX-510 aus den 80ern. Der DCD-1015 machte im Vergleich zu diesem schon einen wesentlich ausgereifteren Eindruck, und daher kam der auch in meine Hauptanlage, während der alte Yamaha vorläufig an meine zweite Anlage angeschlossen wurde. Nach vier weiteren Jahren wurde der Yamaha ausgemustert, danach kam der Denon zu meiner Zweitanlage im Arbeitszimmer. Mittlerweile hatten wir auch schon das Internet-Zeitalter, weswegen ich nun häufiger im PC-Arbeitszimmer war als noch Mitte der 90er. Somit wurde der Denon bald zu meinem "Arbeitstier", ich schätze dass er wohl um die 8000 Betriebsstunden auf dem Buckel hatte, als ich ihn Ende 2003 in den wohlverdienten Ruhestand schickte.


    AUSSEHEN UND VERARBEITUNG

    Das Gerät war in der Farbe Schwarz erhältlich, was prima zu meinen übrigen Anlagenkomponenten passte. Ob das Gerät auch in Silber erhältlich war, kann ich jetzt nicht garantieren, ich habe eine solche Ausführung jedenfalls nicht gesehen. Es ist jedoch möglich, denn das Kassettendeck DRS-810 (zeitgleich im Programm) gab es auch in beiden Ausführungen. Die schwarzen Denon-Komponenten findet man jedenfalls deutlich häufiger (Schwarz war ja in den 90ern die Trendfarbe).
    Die Abmessungen sind 434 x 120 x 288 mm, so dass das Gerät problemlos in eine übliche Anlagenkombination passt. Obwohl meine favorisierte Marke Yamaha ist und ich auch noch einige Komponenten von Akai und Philips hatte, sah das Gerät in meiner HiFi-Kette sehr gut aus und war nicht irgendwie besonders auffällig. Mit seinem Gewicht von 4,2 kg braucht sich der Denon auch nicht zu verstecken.

    Das Gerät hat eine recht solide Verarbeitung, was für die 90er Jahre schon eher ungewöhnlich ist. Natürlich ist er nicht mehr so massiv gebaut wie die Geräte von vor 20 Jahren (z.B. meine Verstärker), aber heute dominiert der Kunststoff leider bei HiFi-Geräten. Immerhin sind beim Denon noch einige Gehäuseteile aus Metall (Gehäusedeckel, Frontplatte). Auch die CD-Schublade macht einen massiven Eindruck, was man nicht zuletzt beim Öffnen und Schließen hören kann.


    DAS DISPLAY

    Der CD-Player hat ein blaues dimmbares Display. Hier wird, wie üblich, die Titelnummer und die bereits abgespielte Zeit angezeigt (man kann noch wählen zwischen verbleibender Zeit des Titels und der ganzen CD sowie der Gesamtspielzeit der CD). Im Gegensatz zu den meisten aktuellen Geräten wird sogar noch der Index angezeigt, der auch per Fernbedienung direkt angefahren werden kann. Zur Erklärung: Bei manchen CDs (allerdings selten) sind einige besonders lange Musikstücke noch in einzelne Indizes, also "Abschnitte", unterteilt. Beispiel ist das Stück "Leave" von R.E.M. aus dem Album "New Adventures In Hi-Fi", dieses beginnt mit einem langsamen instrumentalen Intro (Index 01), das "Hauptlied" hat den Index 02. Diese Index-Anzeige habe ich ansonsten bei keinem anderen CD-Player gesehen.


    BESONDERE FUNKTIONEN

    Unter dem Display befindet sich eine Zehnertastatur für Titel-Direktwahl. Eine solche ist bei moderneren "besseren" CD-Playern inzwischen Standard.

    Rechts neben dem Display befinden sich großflächige Tasten für die üblichen Bedienungsfunktionen "Play", "Stop" und "Pause". Darunter sind noch ein paar kleinere Tasten: Sprung zum nächsten Titel bzw. Titelanfang, Displayauswahl (Restzeitanzeige oder normale Anzeige) sowie Wiederholung der ganzen CD oder des aktuellen Titels (Repeat-Funktion). Darunter befindet sich der 6,3mm-Kopfhörerausgang (mit Lautstärkeregler für den Kopfhörer).

    Wer jetzt intensiv gelesen hat, hat wohl einen Nachteil festgestellt. Man kann am Gerät keinen schnellen Vor- oder Rücklauf (Search-Modus) aktivieren, sondern nur den Sprungmodus (Skip-Modus). Um in den "Genuss" einer solchen Funktion zu kommen, muss man schon die beiliegende Fernbedienung zur Hand nehmen. Gleiches gilt, wenn man eine Titelreihenfolge programmieren will (leider nur max. 20 Titel, was für heutige CDs, die gern auch mal eine Spielzeit von über 70 Minuten haben, etwas wenig ist), auch das geht nur per Fernbedienung. Ich persönlich finde dies nicht ganz so gut gelöst. Bei den meisten anderen CD-Playern kann man den Search-Modus auch direkt am Gerät vornehmen.

    Die Fernbedienung liegt gut in der Hand. Sie hat natürlich ebenfalls eine Zehnertastatur. Man kann sogar (nur) über die Fernbedienung die Lautstärke regeln. Das ist z.B. dann empfehlenswert, wenn der Verstärker über keine Fernbedienung verfügt (so wie meine Verstärker, ich verwende nämlich ausschließlich Klassiker aus den frühen 80ern). Außerdem gibt es (per Fernbedienung) weitere Zusatzfunktionen wie Zufallswiedergabe (Random), automatische Leerstellenvergabe (das ist noch ein Relikt aus der Zeit, als man CDs noch auf analoge Kassetten überspielt hat, wegen des Titelsuchlaufs in moderneren Kassettendecks), oder auch die "Auto Edit"-Funktion, die eine CD-Länge in zwei möglichst gleich lange Hälften teilt, ohne dass ein Titel "auseinander gerissen" wird. Hilfreich war das, wenn man beispielsweise ein ca. 60 min. langes Album auf eine C60-Kassette überspielen wollte. Jedoch eignet sich das nicht fürs Überspielen eines kompletten Albums eines Interpreten, denn da kommt es doch meistens darauf an, dass auch auf der Kopie die originale Reihenfolge der Titel eingehalten wird. Ich habe diese Funktion somit nie verwendet.

    Ein besonderer Leckerbissen ist die Pitch-Funktion, die auch nur per Fernbedienung ansteuerbar ist. Man kann hiermit die Abspielgeschwindigkeit eines Titels entweder verringern oder beschleunigen (+/- 12 %). Bekannt ist dieses noch von älteren Plattenspielern (z.B. Dual, Sony) sowie noch aktuellen DJ-Plattenspielern (Technics und Nachbauten). DJs kommen also hier auch auf ihre Kosten, wenn sie z.B. ein Lied so angleichen möchten, damit sie es mit gleicher BPM-Zahl in ein anderes Lied einmischen können.
    Diese Funktion hatte ich auch schon mal benutzt, wenn ich bei einer Kassettenaufnahme etwas "mogeln" wollte. Wer auch noch mit Kassetten gearbeitet hat (ich bin ab 2000 so langsam auf CD-R umgestiegen), kennt das Problem sicher auch noch: man will ein Lied ans Ende einer Kassettenseite aufnehmen, muss aber darum bangen, dass das verbleibende Band für dieses Lied nicht mehr ausreicht. Also konnte hier schon mal die Abspielgeschwindigkeit ganz leicht angehoben werden, vielleicht passte es ja noch!

    Wie man sieht, sind an diesem Gerät so einige Funktionen vorhanden, die man heute meistens nicht mehr bei aktuellen Modellen findet. Negativ finde ich nur, dass einige wichtige Grundfunktionen wie Vor-/Rücklauf oder Programmierfunktion nur über die Fernbedienung möglich sind und nicht am Gerät selbst.


    ANSCHLÜSSE

    Dieser CD-Player verfügt bereits über einen digitalen Ausgang in optischer und koaxialer Form, so dass auch mit diesem schon älteren Modell digitale Überspielungen auf CD oder MD möglich sind (bzw. der Anschluss an einen digitalen Verstärker). Ebenfalls findet man auf der Geräterückseite die Anschlüsse fürs Cinch-Kabel (Verbindung zu herkömmlichem Verstärker) und fürs Netzkabel.


    KOMPATIBILITÄT MIT VERSCHIEDENEN CD-TYPEN

    Wer selbst gebrannte CDs (CD-R) besitzt, sollte sich den Kauf eines gebrauchten CD-Players besonders gut überlegen, denn je älter der CD-Player ist, desto unwahrscheinlicher ist, dass das Gerät diesen CD-Typen erkennt (bzw. korrekt abspielt).
    Dieser Denon DCD-1015 bietet vollste Kompatibilität mit CD-R (trotz seines "alten" Baujahres). Dies ist für mich besonders wichtig, da ich von der analogen Kompaktkassette komplett auf CD-Aufnahme umgestiegen bin und somit mein Bestand an CD-Rs sehr groß ist. Meine "eigenen" CDs werden sogar blitzschnell erkannt von diesem Gerät - auch billige oder minderwertige Rohlinge! Jedoch waren letztgenannte (z.B. Bestmedia, Princo, Platinum, No Name) die ersten, die mit der Zeit mit diesem Gerät eine hörbare Verschlechterung aufwiesen (meist in Form von Kratz- und Flattergeräuschen). Die gleichen CDs liefen z.B. in meinem Yamaha CDX-890 (etwa gleichwertig, etwas jünger) absolut einwandfrei.
    Im letzten Nutzungsjahr (8. Jahr) begann dieses Flattern und Kratzen auch bei den meisten anderen (Marken-) Rohlingen. Die CDs waren einwandfrei, spielten in meinem Yamaha CDX-890 und dem kleineren CDX-493 (wurde Nachfolger meines Denon) auch weiterhin tadellos. Daher ist dieses Problem auf die überdurchschnittlich hohe Betriebsstundenzahl des Denon (ca. 8000 Stunden) zurückzuführen (Verschleiß des Lasers). Dies war auch der Grund, weshalb der Yamaha CDX-493 (jüngeres Gebrauchtgerät) Ende 2003 den Denon bei mir ablöste. Sonst hätte ich ihn sicher heute immer noch, denn ich war bis dahin 100% mit dem Denon zufrieden!

    Leider nimmt er keine CD-RWs an. Darüber braucht man sich auch nicht zu wundern, denn 1994 gab es dieses Format noch nicht. Und aufgrund ihrer Beschaffenheit sind CD-RWs noch problematischer als CD-Rs vor allem in älteren Laufwerken. Meistens können erst CD-Player ab Modelljahr 2000 (aber auch nicht alle) CDs dieses Formats lesen. Mich hat es kaum gestört, da ich CD-RWs nur selten einsetze, für temporäre Aufnahmen. Mittlerweile verfügen aber auch beide Anlagen über einen RW-kompatiblen Player.

    Mit diesen Gerät lassen sich auch ohne Adapter die älteren 8cm-Single-CDs noch verwenden, ein Format, das sich damals nicht durchgesetzt hat.


    DIE KLANGQUALITÄT

    Die Klangqualität finde ich sehr gut. Bei diesem Gerät kommen die Höhen besonders klar zur Geltung, der Klang macht einen kräftigen Eindruck. Ich habe schon einige Testberichte auf anderen Plattformen zu diesem Gerät gelesen, da wurde der Klang oft als "zu grell" bewertet. Diese Ansicht kann ich nicht unbedingt teilen. Ich finde diese Eigenschaft durchaus gut - auch damals beim Hören von Kassetten hat mir die Höhenarmut vieler Aufnahmen schon nicht gefallen. So ist die Musik wenigstens sehr klar und lupenrein hörbar. Es kommt aber auch darauf an, was für Musik man überwiegend hört. Bei mir ist das vor allem Popmusik, und zwar vorwiegend Oldies, wo noch richtige Instrumente zum Einsatz kamen.


    DIE BEDIENUNGSANLEITUNG

    Die Bedienungsanleitung ist in Form eines etwas dickeren Heftes im DIN A4-Format, und zwar in 8 Sprachen. Die (deutsche) Verständlichkeit der Anleitung ist völlig OK, auch von der Rechtschreibung her. Das meiste kennt man sowieso, wenn man schon mal CDs gehört hat, aber für die vielen Sonderfunktionen kann die Anleitung durchaus mal hilfreich sein.


    Abschließend noch ein paar TECHNISCHE DATEN (wen's interessiert)

    • ALPHA-Prozessor
    • Lambda S.L.C.: 2 x 20 Bit Digitalfilter mit 8fach Oversampling
    • Kopfhörerausgang regelbar
    • Synchroner Aufnahmestart CD/Kassette (in Verbindung mit Denon Kassettendeck)
    • Dynamikumfang: 100 dB
    • Geräuschspannungsabstand: 112 dB
    • Kanaltrennung: 105 dB
    • Klirrfaktor: 0,0025%


    FAZIT UND PERSÖNLICHES URTEIL

    Das Gerät ist grundsolide verarbeitet und nimmt trotz des Alters jede CD-R an (vorausgesetzt es ist noch in einwandfreiem Zustand, also kein schwächelnder Laser oder so etwas). Klanglich braucht sich das Gerät auch vor heutigen nicht zu verstecken, im Gegenteil. Und man muss bedenken, dass das Gerät bei mir im täglichen Einsatz war; es ist also nicht so, dass ich nur hin und wieder mal eine CD höre. Ich stelle schon hohe Ansprüche an ein HiFi-Gerät, und diese wurden mit dem Denon DCD-1015 voll erfüllt.

    Dass das Gerät "nur" 8 Jahre lang einwandfrei lief, beurteile ich nicht als negativ, schließlich lief es ca. 1000 Stunden im Jahr, diesen normalen Verschleißprozess muss man auch berücksichtigen. Bis auf diese späteren Verschleißerscheinungen hatte ich nie Probleme mit diesem Gerät.

    Ich empfehle das Gerät jedem, der noch mal was Grundsolides für die nächsten Jahre haben will und nicht die Möglichkeit braucht, wiederbeschreibbare CDs abzuspielen. Von diesem Gerät werdet Ihr sicher nicht enttäuscht sein: Verarbeitung, Langlebigkeit, Klang und Sonderfunktionen. Es wird öfter mal z.B. bei eBay angeboten. Man kann sich ja unter Umständen auch beim Verkäufer erkundigen, ob das Gerät oft oder weniger oft benutzt worden ist. Bei seltener bis "normaler" Benutzung dürfte dieses genannte Verschleißproblem eher noch nicht auftreten (und Original-CDs wurden von meinem Gerät noch weiterhin fehlerfrei abgespielt). Heute dürfte dieses Modell gebraucht für ca. 50 bis 70 Euro zu haben sein.

    Ich war stets bestens zufrieden damit, Punktabzug gibt's nur wegen der fehlenden CD-RW-Tauglichkeit und der Tatsache, dass einige wichtige Funktionen nur über die Fernbedienung möglich sind.

    Erstveröffentlichung von mir bei ciao.de

Denon DCD-1015 im Vergleich

Hersteller Denon denon-deutschland-division-of-d-m-germany-gmbh
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