Der siebte Schrein (Legends 1) - Robert Silverberg
Der siebte Schrein (Legends 1) - Robert Silverberg
Der siebte Schrein (Legends 1) - Robert Silverberg
Platz 453 in der Kategorie "Medien & Unterhaltung Bücher - A-E". Novellen und Stories berühmter FantasyautorInnen, Teil 1. Broschiert - 447 Seiten - Heyne Erscheinungsdatum: 2000 ISBN: 3453171985 ...mehr
Der siebte Schrein (Legends 1) - Robert Silverberg Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Erstklassige Sammlung für Fantasy-Neulinge und -Fans
ein Testbericht von mima0072003-04-12 21:36:21vom 12.04.2003Empfehlung: ja
Vorteile: exzellente Geschichten...Nachteile/Kritik: nur die 1. Hälfte des bandes
Seit vielen Jahren besitzt Robert Silverberg nicht nur als ausgezeichneter Schriftsteller einen guten Namen, sondern auch als Herausgeber interessanter Anthologien. Mit "Legends" veröffentlichte er 1998 die zweifellos wichtigste Sammlung von Fantasy-Erzählungen der letzten Jahre. Die Anthologie "Far Horizons", die er im Jahr darauf folgen liess, versammelt ebenfalls Kurzromane bekannter Autoren, nur eben diesmal aus dem Fach Science Fiction.
Beide Sammlungen eignen sich nicht nur für Fans des jeweiligen Genres, die wieder mal etwas Neues von ihrem jeweiligen Lieblingsautor lesen möchten, sondern auch als exemplarischer Einstieg in das jeweilige Genre. Abgesehen davon handelt es sich bei den Kurzromanen, die hier zum ersten Mal publiziert werden, um meist erstklassige Geschichten, die selbst höchsten Ansprüchen genügen.
Inhalt (nicht unbedingt in der Reihenfolge des Buches)
Jeder Kurzroman wird mit einem Porträt des Hintergrundes, vor dem er spielt, vorgestellt. Dieser Hintergrund besteht in der Regel aus einem zugehörigen Zyklus wie etwa dem Erdsee-Zyklus von Ursula LeGuin. So erfährt der Neuling, dem das jeweilige Universum bislang unbekannt war, das Wichtigste, was er zum Verständnis des jeweiligen Textes wissen muss.
In fast allen Fällen wurde dem Text eine Karte des jeweils interessierenden Territoriums beigefügt. Einzige Ausnahmen sind hier die Beiträge von King, Pratchett und McCaffrey. Die Karten und die Erläuterungen bieten selbst dem Fan noch etwas, der dachte, er habe schon alles über einen Zyklus gewusst. Ich stelle die einzelnen Geschichte in der Reihenfolge ihrer Anordnung im Buch vor. Ich setze die Kenntnis des jeweiligen Zyklus' voraus, auf den in Klammern hinter dem Storytitel verwiesen wird.
Stephen King: Die kleinen Schwestern von Eluria (Der Dunkle Turm)
Der Revolvermann gelangt in eine scheinbar verlassene Stadt, wird von Mutanten überwältigt und von den sog. "kleinen Schwestern" gepflegt. Mit kleinen Häppchen der Erkenntnis steigert King das Grauen, das nun folgt: Der Gunman ist in die Hände von weiblichen Vampiren gefallen und muss zusehen, wie ihnen einer der Lazarettgenossen nach dem anderen zum Opfer fällt. Er ist der nächste...
Orson Scott Card: Der grinsende Mann (Die Legenden von Alvin Maker)
Dies ist eine Fabel um einen intelligenten Bären, um Davy Crockett, den berühmten Trapper, und den habgierigen Müller. Alvin Maker und sein Gefährte, der Farbige Arthur Stuart, sind auf der Durchreise, doch Alvin findet Gelegenheit, mit seiner Gewitztheit dem Müller das Handwerk zu legen und noch ein paar andere Menschen (und Bären) glücklich zu machen. - Sehr kurzweilige und humorvolle "tall tale" aus einem Alternativuniversum, in denen die USA ganz anders aussehen.
Robert Silverberg: Der siebte Schrein (Majipoor)
In dieser Detektivgeschichte begibt sich der oberste Herrscher der Welt Majipoor mit seinen engsten Beratern in die Ruinenstadt Velalisier, die vor 20.000 Jahren die Hauptstadt der Piurivar-Gestaltwandler war. Pontifex Valentine will den Mord an einem seiner Archäologen aufklären. Der 7. Schrein ist die verbotene und bewachte Grabstätte eines früheren Pontifex, der den Schrein einst öffnen wollte. Valentine bekommt es mit uralten Mythen zu tun, die den Weg in eine gemeinsame Zukunft von Piurivar und Menschen blockieren. - Eine stimmungsvolle und lebendige Story, mit der Silverberg den Leser auf die Folter spannt.
Tad Williams: Der brennende Mann (Die Chronik von Osten Ard)
Williams erzählt
eine reichlich deprimierende Geschichte aus den Tagen vor dem Beginn der Handlung seines Bestsellers "Der Drachenbeinthron". Die Story rankt sich um den Engelsturm, der die alte Burg des Hochhorstes überragt. Wie sich zeigt, herrschen an den Wurzeln des Turms immer noch die uralten Kräfte der Elben (Sithi) Ineluki und seines Bruders. Breda, die Stieftochter des neuen Herrn der Burg, Lord Sulis', erzählt von ihrer unglücklichen Romanze zu einem Soldaten, der es auf das Leben ihres Stiefvaters abgesehen hat. - Ein zäher Stoff, der Tiefpunkt der Anthologie.
George R.R. Martin: Der Heckenritter (Das Lied von Eis und Feuer)
Wesentlich erhebender ist da schon die merkwürdige Erfolgsstory eines umherziehenden Ritters, der das Glück gepachtet zu haben scheint. Bei einem Turnier der Sieben Königreiche gerät er ohne Absicht mitten hinein in die Ränke, die sich zwischen den Herrschergeschlechtern abspielen. Doch viel Feind, viel Ehr! Heckenritter Dunk mag ja nicht der Hellste sein, aber er ist seinem Rittereid, den Jungen und Unschuldigen beizustehen, treu - das bringt ihn zwar fast um, hat aber auch etwas Gutes. - Eine verwickelte Geschichte, so ulkig und überraschend erzählt, dass man die ganze Zeit nicht aus dem Grinsen herauskommt - erste Sahne.
Raymond E. Feist: Der Holzjunge (Die Midkemia-Saga)
Feist erzählt eine Episode aus den Anfängen des Spaltkrieges gegen die Tsurani. Der Holz sammelnde Diener der Tsurani-Invasoren, Dirk, verfolgt die Mörder, die seine Familie umbrachten. Als er auf den Haupttäter Drugen trifft, befindet sich dieser in Gesellschaft des von Dirk geliebten Mädchens Anika. Drugen und Anika sterben im Kampf, und Dirk schafft die Leichen zu den Soldaten der Menschen. - Ein klassisches Drama mit unglücklicher Liebe und allem, stimmungsvoll und spannend erzählt.
Das Fazit wird im Bericht über den 2. band "Das Meer und kleine Fische" gezogen.
Michael Matzer (c) 2000/2003ff
Info: Legends. New Short Novels, 1998, Teil 1; Heyne 2000, München; aus dem Englischen übertragen von Joachim Körber; 447 Seiten; , ISBN: 3453171985
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