Ich möchte heute meine Erfahrung als insulinspritzende
Diabetikerin niederschreiben.
Begonnen habe ich im Dezember 1999 in einem Rehabillitationszentrum in Alland. Wobei ich sagen muß, daß ich schon vorher 5 Jahre Diabetes hatte und mit Tabletten behandelt worden bin, die aber ihre Wirkung aufgegeben haben.
Ich hatte die Wahl zwischen 2 Methoden:
1. Mischinsulin
Das bedeutet: 2 mal am Tag (1/2 Stunde vor dem Frühstück und eine halbe Stunde vor dem Abendessen)eine Mischung aus Langzeitinsulin das den ganzen Tag über wirkt und einem Kurzzeitinsulin, das den Blutzucker nach dem Essen senken soll.Man hat allerdings den Nachteil das man seine Mahlzeiten fix einhalten muß, und auch keine Mahlzeiten auslassen darf.
2. Basis-Bolus oder funktionelle Insulintherapie (BBIT oder FIT)
Bei dieser Methode, für der ich mich entschieden habe, spritzt man morgens und abends ein langwirkemdes Insulin, das den Bedarf über den Tag deckt.Und zu den Mahlzeiten spritzt man ein kurz wirkendes Insulin (Wirkungsdauer ca. 3-5 Stunden). Der Vorteil ist, das man sich an keine fixen Essenszeiten halten muss, und auch mit den Broteinheiten variieren kann.Ich kann zum Beispiel die Nachmittagsjause auslassen, ohne dass es auf den Zucker auswirkungen hätte.
Allerdings muß man vor jeder Mahlzeit den Blutzucker messen, manches mal auch zwischendurch.Wenn der Blutzucker zu hoch ist, kann ich ihn mit dem kurz wirkenden Insulin korrigieren. z.B. wenn der Blutzucker auf 250 mg/dl ist, kann ich mit 3 Einheiten Insulin korrigieren, und ich erreiche nach einer kurzen Zeit wieder einen normalen Wert.
Die Vorteile sind: Hypos können auf diese Weise sehr gut vermieden, beziehungsweise gleich bemerkt werden.
Ich muß mich nicht mehr an fixe Essenszeiten halten.
Ich habe somit mehr Freiheiten.
Nachteile: häufiges Blutzuckermessen (ca. 6 mal am Tag)
häufigeres Insulinspritzen.
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Trotz Diabetes in die Ferne reisen !
ein Testbericht von egonman2002-04-12 12:58:51vom 12.04.2002Empfehlung: ja
Viele Diabetiker verzichten auf Grund ihrer Krankheit auf Fern-Reisen . Doch mit der nötigen Vorsorge und Disziplin muss das nicht sein , vorausgesetzt , der Stoff-Wechsel ist stabil eingestellt . Wichtig ist außerdem vor dem Reise-Antritt eine kompetente Beratung , die unter anderm auf die individuelle Insulin-Therapie , die Zeitverschiebung oder Aufbewahrung des Insulins eingeht . Je nach Therapie und Diabetiker-Typ muss die Zeitumstellung bei Lang-Strecken-Flügen nämlich unterschiedlich kompensiert werden . Verlängert sich der Tag
(zum Beispiel bei Flügen nach Westen) , wird mehr Insulin benötigt , verkürzt er sich (bei Flügen die nach Osten gehen) , braucht man weniger .
Grundsätzlich gilt , mindestens alle drei Stunden den Blut-Zucker zu messen und gegebenenfalls mit Normal-Insulin zu korrigieren . Dabei lieber etwas höhere Blut-Zucker-Werte zulassen , als eine Unter-Zuckerung , eine Hypoglykämie , zu riskieren . Bei Flügen gehört das Insulin grundsätzlich ins Hand-Gepäck , weil im Fracht-Raum Temoperaturen unter dem Gefrier-Punkt herrschen , was dem Insulin nicht bekommt . Das verträgt das Hormon genauso wenig wie Temperaturen über 40 Grad Celsius oder direkte Sonnen-Einstrahlung .
Ob nun am Strand , im heißen Auto oder in den Tropen , immer muss das Insulin vor der Hitze geschützt werden . Dabei können Behälter aus Styropor (zum Beispiel Warm-Halte-Boxen für Baby-Flaschen) Thermos-Flaschen und Kühl-Boxen sehr helfen . Aber den direkten Kontakt mit den Kühl-Akkus sollte man vermeiden , sonst kann das Insulin gefrieren . Im Winter muss das Insulin vor dem Gefrieren geschützt werden . Beim Ski-Fahren sollte man es direkt am Körper getragen werden , ebenso die Mess-Utensilien .
Die Blut-Zucker-Messungen sollten am besten bei Raum-Temperatur durchgeführt werden .
Im Ausland kann es durchaus sein , eine Legitimation in Englisch vorzuweisen , die den Behörden glaubhaft versichert , dass das Mitführen von Ein-Weg-Spritzen und Insulin-Ampullen auf Grund einer notwendigen Therapie erforderlich ist . Nicht das man in den Verdacht kommt man spritzt sich irgend was anderes .
Diabetiker sollten immer mehr Insulin als nötig bei sich haben , das gleiche gilt auch für die Ein-Weg-Spritzen und die Mess-Utensilien . Außerdem sollte man als Patient die Herkunft des Insulins kennen (ob zum Beispiel : Human- , Schweine- , oder Rinder-Insulin) und genauso sollte man über die Insulin-Zusammensetzung Bescheid wissen . So könnte im Notfall im Urlaubs-Land der nötige Ersatz beschafft werden .
Hoffe das diese Tipps ein kleines bisschen helfen können einen unbeschwerten Urlaub verbringen zu können . Was aber trotz allem das wichtigste ist , man sollte sich mit seinem behandelnden Arzt besprechen und seinen Rat einholen . Dann fühlt man sich noch sicherer und man ist so sehr gut gerüstet für die schönsten Wochen im Jahr den Urlaub . So ausgerüstet und gut beraten kann eigentlich auch bei einem Urlaub in fernen Landen nicht sehr viel passieren . Wünsche alle davon betroffenen trotz ihres Handikaps einen sehr schönen erholsamen Urlaub !