Die versunkene Stadt - Andreas Ciesielski
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Die versunkene Stadt - Andreas Ciesielski gebraucht & neu

Die versunkene Stadt - Andreas Ciesielski Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Brita2905

Es war einmal...

ein Testbericht von 2004-08-13 13:35:08 vom 13.08.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Worte, die berühren ,wundervolle Zeichnungen, nicht zu teuer...
Nachteile/Kritik: -
Die versunkene Stadt...

Wer kennt sie nicht, die Geschichten über Atlantis und andere Meeresstädte, die urplötzlich aus dem prunkvollen Leben gerissen wurden, um der nachfolgenden Menschheit Rätsel über Rätsel aufzugeben. Die Sage von Atlantis ist sicher die bekannteste, aber wer von Euch kennt die Geschichte von Vineta?

Ich habe erst vor einigen Wochen u.a. ein Büchlein über den Scheunen-Verlag Kückenshagen erworben, welches mich nach wie vor fasziniert und beschäftigt: "Die versunkene Stadt", auf deren "versunkenen Mauern" die Ostseestadt Barth vermutet wird... Wer von Euch kennt Barth? Wohl "nur" der Eine oder Andere: Barth ist eine zauberhafte, verträumte kleine Stadt an der Ostsee Mecklenburg-Vorpommerns: auf dem sogenannten Fischland.

Vor mir liegt nun dieses Büchlein, 28 Seiten stark, mit Kartonageeinband, im Prinzip würde man jetzt von einem Taschenbuch sprechen. Aber ein Taschenbuch weist nicht die Qualität in Bezug auf, wie dieses: Pastellfarben, der "Schutzumschlag" aus festerem Material und sehr liebevoll gestaltet: die "Deckseite" schlicht in einem einfachen Rahmen gehalten mit Namen des Autors, einer Zeichnung der im Meer versinkenden Stadt: nur die Kirchturmspitze ist noch zu erkennen, und zwei Möwen, die um selbige kreisen, dem Buchtitel und Angabe des Verlages... Das "Rückseite" erzählt in wenigen Zeilen über den Inhalt des Büchleins...

***

... Es war einmal, oh ja, viele Märchen und Sagen beginnen mit diesen Worten... Es war einmal eine große und reiche Stadt... So hier der Anfang der Geschichte.
Ja, es war einmal eine reiche, sehr prunkvolle Stadt, in der viele Menschen lebten, für die Wohlstand und Sorgenfreiheit zum Alltag dazugehörten, denn alle Bewohner gingen einer Arbeit nach und hatten genug zu Essen, lebten in Hülle und Fülle. Jeder konnte sich alles leisten, eigentlich eine wunderbare Angelegenheit. Den Einwohnern mangelte es also an nichts...
Natürlich verbreitete sich die Kunde des angenehmen frohen Lebens in die anliegenden Städte und Dörfer, in denen es ärmere Menschen gab, die sich aufmachten, um auch ein Stückchen des Wohlstandes abzubekommen...
Eigentlich eine ganz alltägliche Sache. Wo es allen Menschen gut ging, sogar die Tiere aus goldenen Näpfen fraßen, da müßte es. außer Zweifel noch ein Plätzchen für andere geben...
So zog es Fremde in die Stadt, aber sie wurden mehr als unfreundlich behandelt, denn sie waren Eindringlinge, die den Ablauf störten, die etwas vom Wohlstand erhaschen wollten...

Eines Tages kam eine kleine, dunkelhäutige Familie nach "Vineta" - ein Vater, eine Mutter und ein Sohn. Auch sie hatte vom guten Leben dort gehört und wollten gegen ehrbare Arbeit soviel Geld verdienen, um ein gutes, wenn auch bescheidenes Leben führen zu können.
Obwohl sie zu Beginn mit Widerwillen konfrontiert wurden, gelang es ihnen, sich durch ihre Arbeit und Fleiß, die sehr geachtet waren, ein kleines Häuschen, welches nur ein Zimmer hatte, oberhalb der Stadt, zu erwerben, denn ein eigenes Dach über dem Kopf kann sehr viel wert sein.

Eines Tages trafen zwei kleine Menschen aufeinander, die sehr bald eine innige Freundschaft miteinander verband: die beiden achtjährigen Jungen Hans und Jonas. Hans, ein Kind Vinetas und Jonas, der Sohn der neu zugezogenen Familie, von der ich kurz berichtet habe. Beide Kinder gingen völlig normal miteinander um und ergänzten sich in ihren Spielen: was der eine nicht konnte, das gelang dem anderen.
Eigentlich, so sollte man meinen, hätten die Erwachsenen von ihnen lernen können, aber die Bewohner Vinetas wurden noch geiziger und mißgünstiger. Natürlich konnte diese Lebensweise auf die Dauer nicht gut gehen. Vineta wurde bestraft, in dem es in einer grauenvollen Sturmnacht versank...

***

Die Geschichte ist in meinem Bericht sehr grob angerissen, denn sonst würde ich ja alles nacherzählen, was nicht Sinn und Zweck ist. Der Untergang der Stadt ist natürlich als Ende der Geschichte klar, aber nicht das, was zwischenzeitlich geschieht: was ist zum Beispiel mit den Jungen und ihren Familien. Können sie gerettet werden oder kommen auch sie in den Fluten um?

***

Eher zufällig stieß ich auf den Scheunen-Verlag, einen regionalen Verlag in Kückenshagen, nicht weit von Rostock entfernt, als ich mich über das Konzert von Arno Schmidt & Frank Seidlitz in selbigen Hallen (Kulturscheune) informierte, und wurde auf verschiedene Literatur aufmerksam.

Warum habe ich mir heute ausgerechnet "Die versunkene Stadt" herausgegriffen? Eigentlich eine wirklich gute Frage. Ich mag alte Weisen und liebe Märchen. Der Preis von 3,90 Euro erschien und erscheint mir für dieses Büchlein nicht zu hoch, denn neben der wirklich anrührenden Geschichte faszinierten mich die Qualität des Buches an sich in seiner Herstellung: sehr gutes, nicht zu dünnes Papier, angenehme Schriftgröße sowie wundervolle Zeichnungen, die dem Büchlein erst das richtige "Outfit" geben.

Was mich aber wirklich dazu bewegte, Euch heute diese Geschichte nahe zu bringen, ist die Aktualität der Geschichte. Gerade in der heutigen Zeit, in der es den meisten Menschen in den westlichen Ländern allgemein gut geht: trotz aller sozialer Einschnitte die Fürsorge der jeweiligen Staaten.
Vergleicht man mit anderen Regionen, Kontinenten weltweit, so sind unsere Ängste Lappalien, auch wenn jeder von uns zweifellos sein Päckchen, mancher sogar sein Paket zu tragen hat. Als ich die nachempfundene Sage las, fiel mir sofort auf, daß die Wortwahl völlig auf die heutige Zeit zugeschnitten ist, was mir der Autor gegenüber als absichtlich bestätigte, als ich ihn direkt ansprach.

Niemand kann die Deutschen als spendenfaul bezeichnen, aber mir fällt immer wieder auf, wie abweisend so mancher, mag es aus eigenen Problemen heraus sein, Fremden entgegen tritt, gelegentlich geht es mir ja ebenso: verschiedene Kulturen treffen aufeinander, Vorbehalte, vielleicht auch Ängste (siehe Terror usw.) tragen dazu bei.
Nehmt nur das Beispiel der afrikanischen Flüchtlinge, die wochenlang auf Aufnahme in Europa, Süditalien warteten; ihre wahre Herkunft (Sudan oder nicht) mal völlig außer Acht gelassen. Es stellte sich nun heraus, daß einiges an der "Geschichte" selbiger nicht stimmt, aber und das ist für mich persönlich von großer Bedeutung: Da wagen Menschen einen riesigen Schritt: sie zahlen sehr viel Geld, um ihren Familien und sich ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie glauben den Versprechen der Menschen, die sie eventuell sicher in eine neue Heimat bringen werden. Dann aber, wenn sie diese Reise ins Ungewisse überleben, sind sie oft sich selber überlassen: in einer völlig fremden, anderen Welt, in der es leider hauptsächlich, es ist eben so, um materielle Dinge geht. Ich denke, und da gehe ich auch von mir aus, man versäumt es häufiger, auch mal an die Menschen zu denken, die jeden Tag mit dem Hunger und somit Tod kämpfen müssen und nicht wissen, wie es morgen weitergehen soll...

Dieses Buch rüttelte mich auf eigene, liebenswerte Art und Weise gewissermaßen wach, denn überschatten die eigenen Sorgen nicht doch die vielleicht größeren anderer, fremder Menschen?

***

Der Journalist und Buchautor Andreas Ciesielski schreibt über verschiedene "Sparten": Politik, aber auch Märchen. Er ist sehr vielseitig in Bezug auf Kunst; denn der Scheunen-Verlag wurde von ihm gegründet. Desweiteren ermöglicht er kulturelle Veranstaltungen in einer echten Scheune, die auf Grund von Akustik und Gestaltung in ihren Bann ziehen!

Wenn Ihr Euch über den Scheunen-Verlag und dessen Angebote informieren wollt, so solltet Ihr via Internet folgende Seite aufrufen: www.scheunen-verlag.de. Neben dem Buchshop erfahrt Ihr auch, welche musikalischen Programme angeboten werden...


Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit, Kritiken und Kommentare,
Brita



(Copyright) Brita2905
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
antjeeule
antjeeule, 14.07.2004
...hat im Allgemeinen nachgelassen. Die Tragoumldie der Fluumlchtlinge vor der suumlditalienischen Kuumlste zeigt das wieder sehr erschreckend deutlich. Wie muumlssen sich aber auch diese Menschen vorkommen, die sich da nun eigentlich nirgends wi
Leseratee
Leseratee, 16.07.2004
Wer fuumlhrt die Menschen da hin, wo sie sich momentan befindet? Kaumlmpft nicht jeder nur fuumlr sich selbst und hat es immer schon getan?
LG Heidi
babysly2000
babysly2000, 08.06.2006
Liebe Grüße Sly
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Produktbeschreibung Die versunkene Stadt - Andreas Ciesielski

Technische Daten und Produkteigenschaften
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