Bei meinen Reisen in der Vergangenheit habe ich meinen Mietwagen immer bei Alamo, einem der günstigsten Anbieter in den USA gebucht. Leider war ich mit der Zeit nicht mehr so zufrieden. Zufall oder nicht, mit der Zeit kamen mir die Autos bei gleichem Preis immer schlechter ausgestattet vor, zum Beispiel 2002 in der Kategorie Intermediate (Mittelklasse) ein Mitsubishi Lancer ohne Tempomat und nur mit einer dreistufigen Automatik. Auch nervig die teilweise Inkompetenz des Personals. Das Personal bei amerikanischen Autovermietern gilt als schlecht bezahlt, deshalb versuchen sie ständig einem ein Upgrad auf eine höhere Wagenklasse und zusätzliche Versicherungen zu verkaufen, wofür sie Provisionen erhalten. Auch die Gutschrift der Bonusmeilen auf mein SkyMiles Konto klappte bei Alamo nicht, auf Beschwerden wurde überhaupt nicht reagiert.
Aus den vorgenannten Gründen hatte ich mich entschieden, es in diesem Jahr mal mit einem anderen Anbieter zu versuchen. Verschiedentlich positive Aussagen führten mich zu einem im Deutschland weniger bekannten Vermieter – Dollar Rent A Car.
Die Buchung:
Grundsätzlich gibt es für alle Mietwagenbuchungen in Nordamerika zwei Wege: Man kann den Wagen direkt beim Vermieter oder über einen deutschen Reiseveranstalter buchen. Die Reiseveranstalter bieten hier Komplettpakete an, die im Gegensatz zu den Vermietern alle Versicherungen, Steuern und Gebühren enthalten. Je nach Anmietzeit, Bundesstaat und Abholstation liegen die Preise hierfür bei bis zu 200 Dollar pro Woche und sind vorab meist nicht zu ermitteln. Unter dem Strich sind deshalb die Paketpreise entscheidend günstiger.
Dollar Rent A Car wird derzeit in Deutschland von den Veranstaltern ADAC – Reisen und Meiers Weltreisen angeboten und können in jedem Reisebüro gebucht werden. Der Preis ist hier vorab zu zahlen und man erhält ein Voucher zur Abholung des Wagens.
Direkt kann man unter www.Dollar.com oder unter der kostenlosen Reservierungsnummer 0800 186 0615 (Dollar Rent A Car Systems United Kingdom) buchen. Die Bezahlung erfolgt hier mit Kreditkarte.
Speziell für Reisende aus deutschsprachigen Ländern hat Dollar unter www.dollarretacar.de einen besonderen Service. Hier werden Paketpreise analog zu denen der Deutschen Reiseveranstalter angeboten.
Die Preise:
Ein Preisvergleich gestaltet sich aus den schon genannten und noch zu erwähnenden Gründen recht schwierig.
Die Preise und Mietbedingungen bei den Reiseveranstaltern unterscheiden sich nur minimal. Deshalb dient als Beispiel die Anmietung eines Autos der Kategorie I2 (Intermediate 2 – türig), Abholstation McCarran International Airport, Las Vegas, Nevada bei ADAC – Reisen, für den Sommer 2003.
Es werden zwei verschiedene Pakete angeboten: Super Saver und Fully Inclusive.
Die eingeschlossenen Leistungen bei Super Saver:
- Fahrzeugmiete
- Unbegrenzte Freimeilen
- Alle lokalen Steuern eingeschlossene Leistungen (Sales Tax)
- Flughafengebühren (Airport Fees)
- Eventuelle Zuschläge einzelner Städte oder Bundesstaaten
- LDW – Haftungsbefreiung (entspricht in etwa unserer Kaskoversicherung)
- Zusatzhaftpflichtversicherung über 1,535 Millionen Euro
- ADAC – Tourset
- Straßenatlas
Die zusätzlich eingeschlossenen Leistungen bei Fully Inclusive:
- Gebühren für alle zusätzlichen Fahrer über 25 Jahren
- Insassenunfall- und Gepäckversicherung
- Erste Tankfüllung
- Telefonkarte (ca. 7 Minuten von den USA nach Deutschland)
Für das angegebene Beispiel kostet das Auto im Paket Super Saver 242 Euro pro Woche (4-7 Tage) und 50 Euro pro Verlängerungstag. In der Hochsaison sind 272 Euro pro Woche und 57 Euro pro Verlängerungstag.
Im Paket Fully Inclusive sind 260 Euro pro Woche und 63
Euro pro Verlängerungstag fällig. In der Hochsaison sind es entsprechend 301/65 Euro.
Die Leistungen im Paket Super Saver sind völlig ausreichend, zumal bei Anmietung in Kalifornien und Nevada die Gebühr für einen eventuellen Zusatzfahrer erst gar nicht erhoben wird. Das Fully Inclusive Paket kann man sich also getrost sparen.
Einwegmieten kosten abhängig von der Entfernung zwischen Übernahme- und Rückgabestation zwischen 50 und 500 Dollar und sind vor Ort zu zahlen.
Insgesamt kostet der Wagen nur 6 Euro pro Woche mehr als bei Alamo ist aber zwei bis vier Euro billiger als bei National oder Avis. Insgesamt also ein akzeptabler Preis.
Wie schon erwähnt beziehen sich die Preise bei direkter Buchung unter www.dollar.com oder der Hotline nur auf die Fahrzeugmiete inklusive unbegrenzter Freimeilen. Alle anderen Leistungen wie Steuern und Versicherungen sind extra zu bezahlen. Da diese Preise je nach Bundesstaat und Anmietstation unterscheiden sind sie auch nicht vorab zu erfahren. Generell gilt jedoch, dass die Paketpreise günstiger sind. Die Preisangaben sind in Dollar und ändern sich ständig, so das eine aussagekräftige Angabe hier nicht möglich ist.
Im Gegensatz zu anderen Anbietern bietet Dollar unter www.dollarrentacar auch Pakete analog zu denen der deutschen Reiseveranstalter an. Die Preise sind in Euro unterliegen aber wegen der Anpassung der Währungskurse auch ständigen Veränderungen. Bei meiner Abfrage (ca. sechs Monate vor Reiseantritt) für den fraglichen Zeitraum betrug der Preis 445 Euro pro Woche und war damit ähnlich hoch wie bei ADAC – Reisen.
Auf welchem Weg man letztendlich richtet sich nicht zuletzt nach dem Buchungszeitraum und persönlichen Vorlieben. Da ich wegen der verfügbaren Flugpreise meine Tickets etwa sechs Monate vor Reiseantritt buche, bestelle ich meinen Mietwagen im Reisebüro meist gleich mit. Das hat den Vorteil, dass man den Paketpreis für den ganzen Zeitraum garantiert hat. Bei kurzfristiger Buchung ist wohl eher die direkte Buchung zu empfehlen aber ein Vergleich der Preise und der Verfügbarkeit kann vor allem wegen der Währungsschwankungen sicher nicht schaden.
Die Fahrzeuge:
Dollar Rent A Car ist eine Tochtergesellschaft von Daimler – Chrysler und bietet deshalb in den USA hauptsächlich Fahrzeuge der Marken Chrysler, Dodge und Jeep an. In einigen Kategorien sind auch Fahrzeuge anderer Hersteller aus den USA, Japan oder Korea im Angebot. Generell kann man in den USA nur eine gewünschte Kategorie nicht aber ein bestimmtes Automodell buchen. Deshalb sind alle Angaben nur Beispiele. Grundsätzlich verfügen alle Fahrzeugklassen über Automatikgetriebe, Servolenkung, Radio und Klimaanlage. Bei höheren Fahrzeugklassen kommen noch Extras wie Tempomat und andere hinzu.
Ausgewählte Fahrzeugklassen bei Dollar:
- Kategorie E2/E4 Economy z.B. Daewoo Lanos
- Kategorie I2/I4 Intermediate z.B. Dodge Status
- Kategorie F2/F4 Full Size z.B. Dodge Intrepid
- Kategorie P4 Premium z.B. Chrysler Concorde
- Kategorie L4 Luxury z.B. Chrysler 300 M
- Kategorie CV Convertible z.B. Chrysler Sebring
- Kategorie 8V Passenger Van z.B Chevrolet Astrovan
- Kategorie XF Sport Utility z.B. Jeep Cherokee
Die Fahrzeugübernahme:
Dollar verfügt über ein dichtes Netz an Vermietstationen an allen wichtigen Flughäfen der USA und ist im Gegensatz zu den meisten Anbietern auch in vielen Innenstädten und Hotels vertreten.
Am McCarran International Airport wird man mit einem kostenlosen Shuttle – Bus zur Vermietstation gebracht, die Fahrzeit liegt unter fünf Minuten. Üblicherweise ist der Busfahrer beim Ein- und Ausladen des Gepäcks behilflich, erwartet aber zurecht ein kleines Trinkgeld. Der Abfahrtspunkt ist gut ausgeschildert und liegt nur wenige Schritte vor dem Ankunftsterminal.
Die Anmietstation ist etwas kleiner als gewohnt, die Abfertigung ging aber ungewohnt schnell. Zur Ausfertigung des Mietvertrags muss wie gewohnt das Voucher, der Führerschein und die Kreditkarte als Kaution vorgelegt werden. Der Angestellte erwies sich als sehr kompetent, er erkannte sofort das mein Voucher alle nötigen Versicherungen enthält, auch machte er keinen Versuch mir ein Upgrade aufzuschwatzen. Man muss sich nur noch entscheiden ob man die erste Tankfüllung kauft, das Fahrzeug vollgetankt oder leer zurückgibt. Ich entscheide mich üblicherweise, es vollgetankt zurückzugeben, da dies die preisgünstigste Variante ist zumal die Mietstation keine fünf Kilometer von den Hotels am Las Vegas Strip entfernt ist. Im Office bekommt man nur den Mietvertrag ausgehändigt, die Fahrzeugübergabe erfolgt durch einen Angestellten auf dem Parkplatz.
Auf dem Parkplatz angekommen war weit und breit kein Fahrzeug der Kategorie Intermediate zu sehen. Der Angestellte bestätigte mir, dass tatsächlich kein Fahrzeug in meiner gebuchten Kategorie und auch nicht in der nächst höheren Kategorie Full Size vorhanden sei. Er empfahl mir ein SUV vom Typ Suzuki XL 7. Wenn ich nicht zufrieden bin könnte ich am nächsten Tag wiederkommen und den Wagen problemlos umtauschen. Das Auto verfügte tatsächlich über eine Top – Ausstattung und fuhr sich dann auch problemlos, so das ich von meinem Umtauschrecht keinen Gebrauch machen musste. Bei der Anmietung erhält man ein Formular mit Skizzen des Fahrzeugs worauf man eventuelle Mängel vermerken kann. Nach einer kurzen Begutachtung konnte ich keine Mängel am Auto entdecken. Vor der Ausfahrt wird das Formular dann abgegeben, man erhält eine Kopie. Nun wird nur noch die Identifikationsnummer gescannt und in den Mietvertrag eingetragen. Alles in allem hat der Vorgang etwa 15 Minuten gedauert, eine rekordverdächtige Zeit.
Die Fahrzeugrückgabe:
Die Rückgabe des Fahrzeugs nach drei Wochen problemloser Rundreise mit 4300 gefahrenen Meilen ist dann wohl die einfachste Sache der Welt. Nach der Einfahrt auf das Gelände von Dollar war sofort ein Angestellter zu Stelle, hat die Fahrzeugnummer gescannt und die Quittung ausgedruckt. In der Zwischenzeit hatte ich noch nicht mal das Gepäck ausgeladen.
Die Rückfahrt zum Terminal erfolgt wiederum mit dem kostenlosen Shuttle. Man muss dem Fahrer nur die Airline angeben und wird direkt vor der jeweiligen Abfertigung abgesetzt.
Die Mietbedingungen im Überblick:
- Mindestalter aller Fahrer: 19 Jahre
- Zuschlag für Fahrer von 19 – 24 Jahren: 20 Dollar / Tag
- Zuschlag für zusätzliche Fahrer: 6 Dollar / Tag ( Kalifornien, Nevada frei)
- Mindestmietdauer: 4 Tage
- Kaution: Kreditkarte, Bar oder Reiseschecks
- Kindersitze: 5 Dollar / Tag
- Fahrgebiete: Mexiko, Yukon, Alaska nicht erlaubt
Fazit:
Das Angebot von Dollar Rent A Car hat mich überzeugt. Schnelligkeit und Service waren besser als bisher bei anderen Vermietern, das Fahrzeug viel größer als gebucht und ohne Probleme. Die insgesamt 18 Euro Mehrpreis gegenüber Alamo sind dann wirklich kein Dollar zu viel.
Im nächsten Jahr werde ich wieder Dollar buchen und vergebe bis dahin 5 Sterne, in der Hoffnung hier keine Eintagsfliege erwischt zu haben.
...
Die Planungen für den Sommerurlaub in den USA laufen auf vollen Touren, die Route wird nochmals besprochen und dann geändert, neue Gesichtspunkte ergeben sich, also beginnt der Kreislauf wieder von vorne...
Aber halt: fehlt da nicht noch etwas? Richtig, einen Mietwagen sollten wir schon haben, wenn wir durch die Lande fahren wollen. Also untersuchen wir die einschlägigen Kataloge, vergleichen die Preise und stellen zweierlei fest: erstens unterscheiden sich die Preise nur wenig und zweitens wird just in der Zeit, zu der wir unterwegs sein wollen, ein Hochsaisonzuschlag erhoben, so um die 35 EURO pro Woche.
Sollen wir diesmal direkt über das Internet buchen ? Da gibt es zwar sehr günstige Angebote, aber man kauft sich damit auch immer das Versicherungsproblem ein. Die nötigen Versicherungen verteuern das Ganze dann nicht unerheblich.
Also in den sauren Apfel gebissen und den Zuschlag gezahlt? Nein, so schnell geben wir nicht auf. Und siehe da, das Netz der Netze hält doch noch etwas für uns bereit: unter der Adresse www.dollarrentacar.de bietet der Autoverleiher Dollar seine Benzinkutschen speziell für Kunden aus Deutschland und Österreich an.
Na, da schauen wir doch mal etwas näher hin...
Die Seite hält verschiedene Optionen für uns bereit: wir können uns die Fahrzeugflotte ansehen (natürlich immer nur ein Beispiel für die jeweilige Kategorie), wir können uns über Preise und Reservierung informieren. Insbesondere die enthaltenen Leistungen sind interessant: unbeschränkte Meilenzahl, Vollkasko-Versicherung und Haftpflichtversicherung sowie alle Flughafengebühren und Steuern sind im Supersparpaket enthalten. Das Super-Inklusive-Sparpaket enthält noch zusätzlich die erste Tankfüllung und eine Versicherung, die Schäden mit unterversicherten Gegnern abdeckt sowie die Möglichkeit, zusätzliche Fahrer anzugeben. Außerdem können wir uns eine Liste der möglichen Abholstationen für jeden Bundesstaat ansehen.
Jetzt wollen wir aber endlich mal die Preise wissen.
Um diesem Ziel näher zu kommen, verwenden wir die bereitgestellte Eingabemaske mit dem Titel „Express-Reservierung“. Wir geben die gewünschte Abholstation ein und ergänzen das Abholdatum sowie das Rückgabedatum. Die Frage nach der etwaigen Uhrzeit ist schon etwas schwerer zu beantworten - wer kann denn heute schon wissen, ob unser Flug pünktlich sein wird. Da es wohl nur darauf ankommt, festzustellen, ob die Rückgabe tageszeitlich vor oder nach der Abholung erfolgen wird, peilen wir die Zeiten grob über den Daumen. So, jetzt noch flugs die gewünschte Wagenkategorie (Intermediate) ausgesucht und ab geht die Post.
Nach kurzer Wartezeit erscheint das Angebot auf dem Bildschirm, und zwar für beide Varianten (Superspar und Super-Inklusiv, siehe oben). Der verlangte Preis entspricht in etwa den Katalogpreisen der deutschen Reiseveranstalter. Bis auf einen kleinen Unterschied: es wird kein Saisonzuschlag erhoben. Das sind pro Woche etwa 35 gesparte Euros - dafür kann man schön essen gehen.
Also flugs auf „Reservieren“ geklickt...
Die „Reservieren“-Seite informiert uns darüber, dass das Angebot nur für Kunden mit einem deutschen oder österreichischen Führerschein gültig ist, dass für alle Buchungen eine Vorauszahlung erforderlich und die Reservierung nicht übertragbar ist. Groß wird hervorgehoben: „Ihre Kreditkarte wird mit ... belastet“. Wir geben die Rechnungsanschrift ein und lassen uns mit „World Pay PLC“ verbinden, über den die sichere Kreditkartentransaktion abgewickelt wird. Die Eingabemaske ist leicht verständlich und damit schnell erledigt.
Wir haben das
Auto gebucht. Und weil das so schön war, buchen wir gleich noch ein Auto dazu (wir verbringen einen Teil des Urlaubs im Westen und einen anderen im Süden der USA und benötigen daher zwei Mietwagen).
Nach wenigen Tagen bringt uns der Postbote tatsächlich die Gutscheine mitsamt einigen mehr oder weniger interessanten Unterlagen vorbei (mehr interessant für Neulinge, weniger interessant für „alte Hasen“). Wir werden darüber informiert, dass wir bei Abholung die erste Tankfüllung zu einem Preis, der in etwa dem Marktpreis entspricht, erwerben müssen und dafür dann das Auto mit leerem Tank zurückgeben dürfen. Na ja, wollten wir eigentlich nicht, aber was soll´s.
Endlich ist er da, der Tag der Abreise. Unser Flug verläuft (fast) planmäßig, wir kommen sehr pünktlich in Phoenix an. Die freundliche Dame am Dollar-Schalter in der Ankunftshalle informiert uns, dass wir direkt mit dem Dollar-eigenen Bus zur Station fahren und dort unser Auto in Empfang nehmen können.
Das Büschen fährt fast direkt vor der Türe ab, wir müssen auch nicht lang darauf warten. Ganz angenehm bei den Temperaturen (Juli in Phoenix, um die 40°C). Die Fahrt (wir sind übrigens die einzigen Fahrgäste...) dauert auch nicht sehr lange, mehr als zwei Meilen sind das sicher nicht.
Die Mietwagenstation ist dann etwas kleiner als von Alamo oder Avis gewohnt, aber wenn wir unser Auto kriegen, sind wir ja schon zufrieden. Nach Erledigung der Formalitäten werden wir zu einem weißen Chevrolet Cavalier geführt - unser Gefährt für die nächsten drei Wochen. Ein kurzer Rundgang um das Auto folgt, um eventuelle Schäden festzuhalten und einen Blick auf die Reifenprofile zu werfen. Die hintere Stoßstange ist leicht beschädigt, wahrscheinlich hat einer unserer Vormieter beim Laden des Kofferraums nicht aufgepasst und einen Schrankkoffer auf die Plastikstange geknallt ;-).
Beinahe wäre alles problemlos verlaufen - wenn nicht der Angestellte beim Hinterlegen der Kreditkartennummer (Kaution) plötzlich auf die Idee gekommen wäre, uns mitzuteilen, dass wir noch zusätzlich eine Gebühr bezahlen müssen, die für die drei Wochen etwa 90 US-$ betrage. Der Flughafen hätte diese Gebühr erst kürzlich eingeführt und deswegen sei sie in unserem Paket noch nicht enthalten.
So haben wir aber nicht gewettet. Auf dem Gutschein steht „inklusive ALLER Flughafengebühren“, also auch dieser. Zwei Männer, zwei Meinungen. Was bleibt mir anderes übrig, wir unterschreiben (unter Protest), schließlich sind wir müde und wollen ins Hotel. So ein 24h-Tag kann ganz schön aufreibend sein...
Wir werden noch eindringlich darauf hingewiesen, dass wir das Auto unbedingt bei der Station zurückgeben müssen, nicht bei der Rückgabestelle am Flughafen. Offenbar ist die nur für größere Vermieter zuständig.
Am nächsten Tag schicke ich sofort eine Beschwerde-e-mail (gut, wenn man sein ibook dabei hat und Mitglied bei AOL ist) an die Dollar-Zentrale in Großbritannien, die Europa betreut und somit meinen Gutschein ausgestellt hat. Umgehend wird mir der Empfang bestätigt und eine weitere Bearbeitung meines Falles zugesagt. Sollen sie mal bearbeiten, wir jedenfalls fahren jetzt erst mal in Richtung Grand Canyon.
Das Auto ist angenehm zu fahren, die Klimaanlage effizient, der Platz für die Passagiere ausreichend. Und der Spritverbrauch hält sich in Grenzen, so etwa 7 Liter auf 100 km, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Und um es gleich zu sagen: wir hatten die ganzen drei Wochen kein Problem mit dem Auto, auch nicht nach Fahrten über dirt- oder gravelroads. Nur ein wenig schmutzig ist der Cavalier geworden, am Ende war er eher braun als weiß.
Tja, wie geht es nun mit meiner Beschwerde weiter? Ich habe nach einigen Tagen mal wieder meine Post kontrolliert und fand dann tatsächlich ein neues Schreiben von Dollar vor, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich innerhalb von 21 Tagen Antwort auf meine Beschwerde bekommen würde. Na fein, da sind wir schon längst im Süden und haben Phoenix hinter uns gelassen...
Etwa drei Wochen später sind wir wieder in Phoenix und geben das Auto zurück, vollgetankt natürlich, wie üblich. Hier hat sich keiner dafür interessiert, was uns Dollar UK gesagt hat...
Die Rückgabe ging schnell und unbürokratisch vonstatten - bis auf das Problem mit den zusätzlichen Gebühren. Der Angestellte besteht darauf, unsere Kreditkarte zu belasten und ich bestehe darauf, dies Belastung rückgängig zu machen. Weil wir auch nicht unendlich viel Zeit haben, behält zunächst der Angestellte recht. Aber das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen...
Der Flug nach Atlanta dauert gute 3 Stunden und drei Zeitzonen, so dass wir zwar gegen 10 Uhr abfliegen, aber erst gegen 18 Uhr ankommen, jeweils Ortszeit. Und auch in Atlanta haben wir ein Auto von Dollar gebucht.
Wir müssen wohl irgendeinen Wegweiser übersehen haben, jedenfalls erklärt uns der Dollar-Bus-Fahrer, der uns am Straßenrand aufliest, dass die Haltestelle ganz woanders sei und wir eigentlich hätten dorthin gehen müssen. Aber mitgenommen hat er uns trotzdem und ein Trinkgeld hat er dann auch bekommen.
Der Dollar-Wagenpark ist recht eng, aber es stehen etliche nette Autos herum. Einer davon wird gleich unser Begleiter für die letzte Woche sein und uns quer durch Georgia tragen. Auch hier geht alles relativ schnell, man will auch keine zusätzlichen Gebühren von uns haben. Im Handumdrehen erhalten wir eine Parkplatznummer und werden freundlich gebeten uns zum Auto zu begeben.
Ist das wirklich der richtige Parkplatz? Haben wir die Nummer auch richtig verstanden ? Natürlich, sie ist ja auf einem Zettel notiert. Also hat der Angestellte einen Fehler gemacht. Auf dem uns zugewiesenen Platz steht nämlich kein Intermediate-Car, wie wir gebucht hatten, sondern ein ausgewachsener Fullsize-Car der Marke Dodge Intrepid. Schön wäre er ja schon, aber halt nicht bestellt. Also nochmals schnell ins Büro und gefragt. Es hat schon alles seine Richtigkeit, wir haben ein kostenloses Upgrade bekommen und dürfen jetzt eine Woche lang den Luxus dieses Straßenkreuzers genießen. Der Luxus beginnt schon beim Kofferraum: sehr groß und geräumig im Gegensatz zu dem des Cavalier in Arizona.
Der obligate Rundgang offenbart keine Mängel, wir können uns in den Verkehr Atlantas stürzen. Meine Frau (sie fährt, ich suche die Straßen aus) ist ganz angetan von der Sanftheit des Fahrens, auch ich genieße den Platz und den Sitzkomfort. Leider steigt mit dem Luxus auch der Benzinverbrauch an, und zwar deutlich. Unter 11 Liter auf 100 km kommen wir jetzt nicht mehr weg...
Probleme haben wir während unserer Fahrten durch Georgia mit Ausflügen nach South Carolina keine, wir können das Auto in demselben Zustand wieder abgeben in dem wir es übernommen hatten, nur mit ein paar Meilen mehr auf dem Tacho.
Die Rückgabe erfolgt problemlos und schnell. Ach ja: hier in Atlanta hatte man uns bei der Anmietung doch tatsächlich frei gestellt, die erste Tankfüllung zu erwerben. Wir wollen das Auto aber lieber mit vollem Tank zurückgeben - kein Problem.
Was ist nun aus meiner Beschwerde geworden ? Es folgen noch ein paar e-mails, die Standpunkte werden abgeklärt und schließlich teilt man mir mit, dass die Belastung meiner Kreditkarte rückgängig gemacht wird.
Mittlerweile ist dies auch schon geschehen, das Geld ist wieder auf meinem Konto und der Kunde ist zufrieden.
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