Dual CS 650 RC

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Produktbeschreibung

Dual CS 650 RC

gelistet seit 03/2005
Hersteller Dual, http://www.dual-phono.de
dual-phono-gmbh
weitere Dual Plattenspieler

Tests und Erfahrungsberichte

  • Nach 25 Jahren immer noch ein Top-Plattenspieler

    • Ausstattung:  sehr gut
    • Klangqualität:  sehr gut
    • Bedienkomfort:  sehr gut
    • Verarbeitung:  gut
    • Design:  sehr gut
    • Besitzen Sie das Produkt?:  ja

    Pro:

    super Klang, solide Verarbeitung, langlebig, tolle Ausstattung, halt noch ein \"echter\" Dual

    Kontra:

    Ersatzteilversorgung, Tonabnehmer nicht genormt, Alter des Gerätes (Wartung)

    Empfehlung:

    Ja

    Und wieder einmal gibt’s heute einen Bericht aus meiner kleinen „Vorstellungsreihe“ einiger alter HiFi-Klassiker. Wie einige vielleicht schon wissen, bin ich schon seit fast 25 Jahren HiFi-Fan und benutze auch heute noch einige hochwertige Geräte aus meiner Anfangszeit. Und manche HiFi-Geräte der 70er und 80er Jahre werden unter „Kennern“ immer wieder gelobt, da sie oft moderneren Geräten überlegen sind. Somit bleiben manche Modelle nahezu zeitlos, auch wenn man sie natürlich nicht mehr neu bekommt. Aber der Gebrauchtmarkt boomt mehr denn je.

    Diesmal geht’s um einen Plattenspieler, den Dual 650 RC (auch als Dual CS 650 RC bekannt). Viele Musikfreunde sind auch heute noch auf einen Plattenspieler angewiesen. Z.B. wenn eine umfangreichere Schallplattensammlung noch vorhanden ist, man Interesse an Liedern oder Alben hat, welche die CD-Industrie leider aus dem Programm genommen hat (Stichwort: Plattenbörsen, eBay, Second-Hand-Laden), oder wenn man auch heute noch zu den Vinylsammlern gehört. Für mich persönlich treffen alle dieser genannten Punkte zu.

    Für die jüngeren Leser: Schallplatten, das waren die Vorgänger der heutigen CDs. Große, (meist) schwarze Scheiben mit einem Loch in der Mitte. Zum Abspielen benötigt man einen Plattenspieler. Ein älteres Gerät dieser Gattung stelle ich heute hier vor.


    WARUM - UND WOZU - EIN GEBRAUCHTES HIFI-GERÄT?

    Gerade bei Plattenspielern und Kassettendecks stellt sich immer wieder die Frage (sofern man noch darauf angewiesen ist und Bedarf an einer Neuanschaffung hat), neu oder gebraucht? Fakt ist, dass die Nachfrage beider Gerätetypen auf ein Minimum gesunken ist, seit die beiden Tonträgerformate durch neuere (CD, MD, MP3) verdrängt wurden – und somit lohnt es sich für die Hersteller nicht mehr, heute noch hochwertige Plattenspieler oder Kassettendecks zu produzieren. Die paar Geräte, die man heute noch bekommt, sind zu einem großen Teil dürftigst verarbeitet und klingen bei weitem nicht mehr so gut wie frühere Modelle. Eine Alternative (bei Plattenspielern) ist ein wirklich gutes Neugerät, aber so eins kann sich Otto Normalverbraucher meistens nicht leisten. Man hat hier für sehr viel Geld zwar sehr guten Klang, aber dafür sind die Geräte meist nur noch sehr spartanisch ausgestattet (nur noch Halbautomatik, manchmal ist es sogar schwierig, die Geschwindigkeit umzustellen). Deswegen ist die Alternative des Gebrauchtkaufs immer wieder sehr populär, schaut nur bei eBay, da gehen bestimmte HiFi-Veteranen weg wie warme Semmeln. Speziell auch Dual-Plattenspieler, denn das war ehemals ein sehr beliebter Traditionshersteller.


    DER PLATTENSPIELER „DUAL CS 650 RC“

    Ein Gerät, das man durchaus öfter mal bei eBay findet, ist der Dual-Plattenspieler 650 RC, bzw. absteigende Modelle dieser 600er-Reihe, welche sich hauptsächlich nur im Bedienungskomfort voneinander unterscheiden, das Laufwerk ist gleich. Ich gehe hier speziell auf das 650er-Modell ein, da ich dieses besitze. Die klanglichen und teils auch technischen Eigenschaften treffen auch auf seine „kleineren Brüder“ (626, 622, 606) zu.
    Die erste 600er-Reihe kam Mitte der 70er Jahre auf den Markt (601, 604, 621) und wurde sehr populär. Selbst 30 Jahre später gehen diese Veteranen bei eBay noch zu recht hohen Preisen weg. Parallel gab es die 500er und die 700er-Reihe. Bei den 500er-Modellen handelte es sich um riemengetriebene Geräte, die 600er hatten Direktantrieb (Ausnahme: 601), die 700er auch, waren aber noch hochwertiger verarbeitet als die 600er – und kosteten im Schnitt das Doppelte, was sogar heute bei eBay immer noch nicht anders ist. Diese drei „Klassen“ lösten damals die äußerst populäre 1200er-Reihe mit dem veralteten Reibradantrieb ab.

    Der hier vorgestellte 650 RC war das Spitzenmodell der zweiten 600er-Generation, welche 1979 auf den Markt kam und bis Mitte 1981 produziert wurde. Insgesamt war er der drittgrößte Dual-Plattenspieler aus dem damaligen Produktprogramm, somit kann man das Gerät schon in die angehende Oberklasse einordnen (noch besser waren lediglich die Modelle 714 Q und 731 Q). Quasi ein Nachfolger des erfolgreichen 621er-Modells und Vorgänger des 627 Q, welcher für viele schon zur "Plastik-Ära" zählt.

    Meistens wird dieser Plattenspieler, den ich nun schon seit 1993 besitze (übernommen aus Familienbesitz), von mir nach wie vor mehrmals in der Woche benutzt, da ich eine große Schallplattensammlung habe und lieber gute, handgemachte Musik weit abseits von Ketchup-Song und Konsorten höre.


    DIE OPTIK

    Obwohl dieses Gerät mittlerweile ca. 25 Jahre alt ist, passt es optisch eigentlich in jede moderne Anlagenkombination. Viele verbinden Dual vielleicht mit einem etwas altbackenen Design. Das war bei der wohl populärsten 1200er-Serie Anfang der 70er noch der Fall, mit Konsolen in braunem Nussbaum oder weißem Schleiflack. Als die 500er bis 700er-Serien auf den Markt kamen, wurde nicht nur die Antriebstechnik, sondern auch die Optik völlig neu entwickelt, so dass die meisten der folgenden Geräte ein recht zeitloses, modernes Design haben.
    Die Konsole des 650 RC ist wahrscheinlich aus einem Sperrholz, welches mit schwarzem Kunststoff überzogen ist. An der Gerätefront ist eine elegante Blende aus Alu angebracht, wahlweise in Bronze oder Silber erhältlich. An dieser befinden sich mehrere Bedienungstasten, ebenfalls aus Alu, auf die ich später noch mal eingehe. Diese Alu-Blende mit der Frontbedienung gab es damals nur bei den größten Modellen – und erstmals in dieser Baureihe.
    Des weiteren verfügt das Gehäuse über eine leicht bräunlich getönte Kunststoffhaube, die man nach oben aufklappen kann.
    Das Laufwerk ist eine Einheit für sich, welche „federnd“ in die Konsole eingesetzt ist, so etwas nennt man Subchassis-Prinzip, welches damals bei höherwertigen Spielern sehr beliebt war.
    Der Plattenteller hat einen Durchmesser von 30 cm, ist also genau so groß wie eine LP. Dementsprechend steht die LP nicht über und kann somit auch bei geschlossener Haube abgespielt werden.


    DIE BEDIENUNG (CHASSIS)

    Kommen wir erst mal zum Laufwerk (Chassis). Wenn man von oben nach unten darauf schaut, finden wir links unten neben dem Plattenteller zwei kleine „Rädchen“ aus Alu. Mit dem größeren der beiden kann man die Abspielgeschwindigkeit wählen. Entweder 33 Umdrehungen per Minute (Langspielplatten) oder 45 (Singles).
    Mit dem kleineren Rädchen daneben kann man die Geschwindigkeit noch mal fein variieren, um +/- 10 %. Pitch-Funktion nennt sich das. Ursprünglich war das dazu gedacht, um die Tonhöhe anzugleichen, wenn man parallel zur wiedergegebenen Platte ein Instrument spielt – so steht’s noch in der Bedienungsanleitung. Heute ist diese Funktion viel mehr im DJ-Bereich populär. Der DJ gleicht die Geschwindigkeit so an, um die nächste Platte im selben Tempo in das aktuelle Lied zu mixen.
    Als Hilfe dient ein rotes Leuchtstroboskop am rechten Rand des Plattentellers. Der Tellerrand hat zahlreiche silberfarbene Striche, und das Stroboskop leuchtet dagegen. Sieht man nun während der Wiedergabe rote sich nicht bewegende Striche, so ist die Abspielgeschwindigkeit korrekt.
    Kommen wir nun zur rechten Seite des Chassis. Unter dem Tonarm finden wir das sogenannte Antiskating-Rädchen. Am Tonarmlager befindet sich noch ein Einstellrädchen für die Auflagekraft – sowie das Gegengewicht, das auch noch verstellt werden kann. Mit all diesen Einstellmöglichkeiten kann man z.B. die Auflagekraft verändern oder den Tonarm optimal ausbalancieren. Vor allem ist das notwendig, wenn mal das Tonabnehmersystem gewechselt werden sollte.
    Als nächstes finden wir ein weiteres Alu-Rädchen. Wenn wir dieses betätigen, schaltet sich der Plattenspieler am Ende der Plattenseite nicht ab, sondern startet die Plattenseite erneut automatisch. Im Prinzip ist das nichts anderes als die Repeat-Funktion heutiger CD-Player.
    Dann gibt es noch den Tonarmlift in Form eines Hebels. Der Tonarm wird so erhöht, dass er nicht auf der Platte aufsetzt – und dementsprechend kann er wieder gesenkt werden. Das ist eine wichtige Bedienungshilfe, wenn der Tonarm manuell auf die Platte gesetzt werden soll. Man vermeidet dadurch Beschädigungen der Platte und der Nadelspitze.


    DIE FRONTBEDIENUNG

    Kommen wir nun zu einer damals absoluten Neuheit im Dual-Programm: die Frontbedienung. Man kann den Plattenspieler also auch bei geschlossener Haube bedienen (vorausgesetzt es liegt eine Platte auf dem Teller). An der Frontblende des 650 befinden sich vier Alu-Tasten. An der linken Seite ist der Power-Knopf, welcher die Stromzufuhr ein- und ausschalten lässt. Ist das Gerät eingeschaltet, leuchtet eine grüne „Stand By“-Leuchtdiode auf. Während der Wiedergabe einer Platte leuchtet diese nicht mehr, dafür leuchtet das rote Stroboskop. An der rechten Seite sind noch weitere drei Tipptasten:
    START: Der 650 RC ist ein Vollautomat. Drückt man die Start-Taste, so fährt der Tonarm automatisch zur Einlaufrille der Platte und senkt sanft ab, so dass die Wiedergabe beginnt. Durch die gewählte Drehzahl „weiß“ das Gerät automatisch auch die Plattengröße, so dass diese wie bei früheren Modellen nicht separat eingestellt werden muss. Hat man aber nun eine Maxi-Single (30 cm, aber 45 statt 33 UpM), so muss der Tonarm manuell aufgelegt werden (Tonarmlift verwenden!). Gleiches gilt für die selteneren 25-cm-Platten.
    Im Plattenteller befindet sich ein Fühlstift. Dieser verhindert, dass bei nicht aufgelegter Platte die Nadel auf dem Plattenteller aufsetzt. Denn dadurch würde diese beschädigt.
    STOP: Hiermit beendet man die Plattenwiedergabe vorzeitig, der Tonarm wird automatisch in „Ruheposition“ zurückgeführt.
    LIFT: Der schon erwähnte Tonarmlift kann nicht nur über den Hebel bedient werden, sondern auch über die Tipptaste. Ideal als „Pausenfunktion“ wie bei CD-Playern bekannt.

    Diese Frontbedienung fand man zur damaligen Zeit nur bei den größeren Dual-Modellen. Jedoch wurde das in den beiden nachfolgenden Modellreihen (z.B. 627, 630, 741) zum Standard im Dual-Programm (bis etwa Mitte der 80er Jahre).

    Eine weitere Besonderheit hat speziell dieses Modell noch: Diese gerade erwähnten Frontbedienungs-Funktionen sind sogar fernbedienbar. Allerdings nur in Verbindung mit dem passenden Dual-Vollverstärker aus dem damaligen Produktprogramm – über eine Systemfernbedienung. Daher auch der Zusatz „RC“, steht für „remote control“, was auf deutsch „Fernbedienung“ heißt.


    TONARM UND TONABNEHMER

    Diese Generation (egal welches Modell) war damals erstmals mit einem völlig neuartigen Tonarm ausgestattet, dem ULM-Tonarm. Das steht für „ultra low mass“, ultra-leichte Masse. Der Tonarm bzw. Tonabnehmer ist leichter als die Vorgänger. Dadurch sollte der Abrieb des Vinyls und der Nadelspitze geschont werden, außerdem sei dieses vorteilhafter, wenn wellige bzw. verzogene Schallplatten verwendet werden.
    Die Tonabnehmer wurden von der Fa. Ortofon hergestellt.
    Dieses System hat nun einen großen Nachteil. Dieser Tonabnehmertyp wird seit mehr als 10 Jahren schon nicht mehr gebaut. Leider lässt sich in den ULM-Tonarmen nicht ohne weiteres ein Standard-Tonabnehmer einbauen. Dafür bräuchte man wieder einen speziellen Halbzoll-Adapter, aber heute sind diese entsprechend knapp, da die Ersatzteilversorgung leider eingestellt wurde. Mit etwas Glück findet man bei eBay so einen Adapter, oder auch ein gebrauchtes ULM-Tonabnehmersystem als Ersatz.
    In meinem Gerät ist immer noch das erste System, es klingt immer noch gut, lediglich habe ich bisher zweimal die Nadel erneuert. Mit der Nadel erneuert man auch automatisch den Nadelträger, sprich den unteren Teil des Tonabnehmers. Da dieser Teil immer mit der Nadel als komplette Einheit getauscht wird, altert bzw. verschleißt der Tonabnehmer nicht so schnell. Außerdem ist das Austauschen dieser Einheit denkbar einfach!
    Die Nadel hat dazu auch einen klappbaren Nadelschutz. Wenn man diesen herunterklappt, empfehlenswert ist das beim Putzen oder beim Transport des Gerätes, natürlich auch beim Austausch der Nadel, ist die Nadelspitze vor Beschädigungen geschützt.
    Bei der Nadel handelt es sich um den Typ DN 155 E, den es mittlerweile nicht mehr im Original zu kaufen gibt, aber als Nachbau ist diese Nadel immer noch überall erhältlich, zumindest über den Internetversand. Kostenpunkt: ca. 35 – 40 Euro. Normalerweise kann so eine Nadel um die 300 – 500 Spielstunden „schaffen“, danach sollte sie ausgetauscht werden, auch wenn sie noch ordentlich klingt. Eine rechtzeitige Erneuerung schont die Platten.


    TECHNISCHE DATEN

    Antriebsart: elektronisch geregelter Direktantrieb, d.h. die Achse des Plattentellers ist zugleich Motorachse. Sprich kein Riemen oder Reibrad, welche wiederum verschleißanfällig sind. Bei neueren Plattenspielern hat sich jedoch der Riemenantrieb durchgesetzt. Viele ziehen diesen vor, da der Motor weiter vom Teller entfernt ist und dementsprechend weniger Fremdgeräusche (Brummen, Rumpeln etc.) einstreuen können. Ich muss sagen, dass mir so etwas noch nie bei meinem direktgetriebenen Gerät aufgefallen ist, er läuft sehr ruhig.
    Plattentellergewicht: 1,4 kg
    Gesamtgleichlauffehler: DIN +/- 0,05 %, WRMS +/- 0,03 %
    Rumpel-Fremdspannungsabstand: 50 dB
    Rumpel-Geräuschspannungsabstand: 75 dB
    Empfohlene Auflagekraft (Standard-Tonabnehmer): 15 mN, 1,5 p
    Übertragungsbereich: 10 Hz – 28 kHz


    DER KLANG

    Klanglich ist das Gerät meiner Meinung nach sehr gut. Er liefert einen warmen, klaren, sehr angenehmen Klang und kann durchaus mit modernen CD-Playern mithalten. Manche Aufnahmen klingen (mit diesem Gerät) als Schallplatte sogar besser als die CD-Versionen (ich kaufe sogar manchmal aktuelle Alben als LP). Fremdgeräusche wie Brummen, Schleifen oder Rumpeln habe ich nicht festgestellt, im Gegensatz zu vielen anderen Plattenspielern. Ich hatte davor schon mal einen anderen HiFi-Plattenspieler (Japaner aus den 80ern, schon wesentlich mehr Plastik), welcher klanglich dem Dual unterlegen war. Auch sonst habe ich bisher noch keinen klanglich besseren Plattenspieler bewusst gehört. Natürlich schwören nun viele Vinylfans auf deutlich teurere Modelle wie z.B. Thorens, Pro-Ject, Rega und wie sie alle heißen (und selbst Dual hatte noch ein paar höhere Modelle wie z.B. den 721), aber diese Käuferschicht spreche ich mit diesem Bericht auch weniger an. Und für den Hobby-DJ ist trotz der vorhandenen Pitchfunktion doch eher der Technics 1200/1210 o.ä. zu empfehlen. Aber ansonsten ist dieser Dual (bzw. einer seiner kleinen Brüder) sicherlich eine gute Wahl, wenn man einen Plattenspieler mit gutem Klang und dazu noch was Solides für die nächsten Jahre haben möchte.


    DIE ALTERNATIVEN

    Von Dual gab es eine Fülle verschiedener Modelle, sicher sind manche noch ältere oder kleinere Modellreihen nicht weniger empfehlenswert, vor allem die Vorgängerreihe ist nach wie vor sehr beliebt – allerdings auch wiederum noch 3 bis 5 Jahre älter. Man muss beim Gebrauchtkauf natürlich bedenken, dass die wirklich empfehlenswerten Plattenspieler meistens schon über 20 Jahre alt sind und somit auch schon viele Stunden gelaufen haben. Das bedeutet wiederum Verschleiß und Fehleranfälligkeit, vor allem wenn man die Vorgeschichte des ersteigerten Gerätes nicht kennt. Lange Standzeit (z.B. auf dem Dachboden) kann auch bewirken, dass mechanische Teile verharzen und erst mal wieder gereinigt, geölt oder geschmiert werden müssen. Dann ist natürlich der Zustand der Nadel bzw. des Tonabnehmers wichtig. Man sieht schon, man kann zwar auf dem Gebrauchtmarkt ein hochwertiges Gerät bekommen, andererseits ist das ganze auch ein Risiko.
    Für einen gut erhaltenen 650 RC zahlt man bei eBay nicht unbedingt wenig. Um die 100 Euro sollte man schon einplanen. Wer den ganzen automatischen Kram nicht braucht, kann auch genau so gut auf ein kleineres Modell zurückgreifen und hier teilweise eine ganze Menge sparen. Die Wahrscheinlichkeit, z.B. einen 606 bei eBay zu finden, ist noch deutlich höher.
    Ich gehe jetzt nur auf die Alternativen der hier vorgestellten 600er-Modellreihe ein, da sich die Laufwerke nicht unterscheiden, sondern die Unterschiede nur im Bedienungskomfort (und Design der Konsole) liegen.

    626: Ähnlich wie der 650, nur nicht fernbedienbar, ohne Plattensensor (Fühlstift) und ohne zusätzlichen Ein-/Aus-Schalter. Wird bei eBay zu ähnlichen Preisen gehandelt.
    622: Auch noch ein Vollautomat, allerdings Steuerung über einen mechanischen Hebel und Bedienung nur bei geöffneter Haube möglich. Hier könnte man schon einiges sparen.
    606: Das „Basismodell“, ein Halbautomat, aber ansonsten gleiche Qualität. Teilweise kann man dieses Gerät recht günstig bekommen (der ältere 604 wird mehr nachgefragt wegen der universelleren Einbaumöglichkeit für Tonabnehmer).


    DIE BEDIENUNGSANLEITUNG

    ... falls sie bei einem Gebrauchten überhaupt noch dabei ist. Sie ist mehrsprachig, leicht zu verstehen und in Form zweier DIN A 4-Broschüren. Eine für den Plattenspieler, und die andere noch mal separat für den Tonabnehmer.


    ANSCHLÜSSE

    Ich möchte noch erwähnen, dass mein Plattenspieler schon standardmäßig Cinch-Stecker hatte. Viele 70er-Jahre-Geräte haben nämlich noch die 5-poligen DIN-Stecker, somit müsste man einen speziellen Adapter kaufen, um das Gerät auch an modernen Verstärkern betreiben zu können.
    Das Cinch-Kabel ist leider fest mit dem Gerät verbunden, was nicht so gut ist, wenn das Kabel mal defekt sein sollte. Gerade die Cinch-Stecker machen nicht gerade den hochwertigsten Eindruck. Man kann sie natürlich abschneiden und bessere anlöten.
    Außerdem muss der Verstärker einen speziellen Phono-Eingang haben. An AUX, CD oder TAPE kann man diesen Plattenspieler ohne einen speziellen Vorverstärker nicht anschließen. Also auch nicht an die Soundkarte!


    FAZIT

    Meiner Meinung nach ein sehr guter Plattenspieler, auch für die kommenden Jahre (Jahrzehnte?), der Deine alten Vinylschätzchen wirklich originalgetreu und in einem angenehmen Klang wiedergibt. Stellt klanglich so manchen CD-Player in die Ecke! Dazu noch ein wirklich robust und solide verarbeiteter Plattenspieler (die Nachfolgeserien aus den 80ern machten auf mich optisch schon einen billigeren Eindruck, z.B. fiel das Subchassis weg, und das Alu wurde vom Kunststoff verdrängt). Natürlich vorausgesetzt, man ergattert ein wirklich gepflegtes und technisch einwandfreies Gerät, was bei Gebrauchtgeräten in diesem Alter natürlich so eine Sache ist.
    Klanglich ist dieser Dual natürlich kein (z.B.) Thorens-Klassiker, aber auf jeden Fall ist er weitaus mehr als „alltagstauglich“.
    Natürlich ist die sehr üppige Ausstattung (Bedienungskomfort etc.) auch sehr nützlich.
    Wer aber lediglich nur noch seine letzten Schätze auf CD archivieren und danach nie mehr Platten hören will, dem empfehle ich als kurzfristige Anschaffung nicht so einen teuren Spieler. Lieber ein einigermaßen gutes (max.) 10-Euro-Gerät (davon gibt’s auch immer genug), nach dem Konvertieren wieder weiterveräußern. Sicher noch besser als ein Plastikbomber aus dem Kaufhaus.
    Mit dem Tonabnehmersystem bin ich ja eigentlich klanglich sehr zufrieden, nur ist es halt ein Nachteil, dass dieses nicht genormt ist und nicht so einfach durch ein anderes Modell ersetzt werden kann. Denn Adapter und gebrauchte ULM-Systeme sind leider sehr rar geworden, Nadeln dagegen dürften noch ohne Probleme zu bekommen sein.
    Überhaupt ist eine Ersatzteilversorgung so gut wie gar nicht mehr vorhanden, aber das mag bei anderen Herstellern oft nicht anders zu sein. Geht mal mit einem Plattenspieler in die Werkstatt, die Techniker könnten Euch ganz erstaunt angucken mit solch einem „Fossil“.
    Trotz der letzten beiden Minuspunkte gebe ich diesem Plattenspieler die vollen 5 Sterne.

    Ich hoffe, noch einigermaßen auch eigene Erfahrungen eingebracht zu haben. Leider sah ich mich gezwungen, diese etwas zu "neutralisieren", denn ich habe mir schon mal Auktionen für dieses Gerät angesehen, und was fand ich da? DIESEN Bericht, 1:1 übernommen, und das finde ich natürlich nicht so schön. Es werden also nicht nur innerhalb dieser Plattformen Berichte "geklaut", sondern auch darüber hinaus.
    Ich möchte hiermit Anbieter dieses oder eines ähnlichen Modells bitten, NICHT diesen (meinen) Berichtstext für ihre Angebote zu verwenden, da er schließlich mein geistiges Eigentum ist.

    Erstveröffentlichung von mir unter gleichem Benutzernamen bei ciao.de in 03/2003

Dual CS 650 RC im Vergleich

Hersteller Dual dual-phono-gmbh
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