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Epox EP-8K9A7I Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Das EPoX EP-8K9A7I
ein Testbericht von Wolf26ie2005-05-16 22:49:52vom 16.05.2005Empfehlung: ja
Vorteile: solides, stabiles Board...Nachteile/Kritik: kleine Designfehler, irreführende Verpackung
Hallo zusammen ...
ein wenig verwirrend, die Produktvielfalt von Epox. Anscheinend auf jede Marktlücke spähend, hat Epox in der letzten Zeit eine Unmenge an verschiedenen Motherboards herausgebracht. Das alles in Kombination mit einer kryptischen Typbezeichnung, da ist es schwer, die Übersicht zu behalten. Allein mit dem VIA KT400A-Chip gibt es mehrere Varianten.
8K9A7I, so die Bezeichnung für die neueste Errungenschaft in unserer Familie. Nicht das neueste Produkt aus dem Hause Epox, aber als zuverlässig bekannt, sollte es der Ersatz für ein abgerauchtes Board im BüroPC meiner Frau werden.
Dort hat ein 5 Jahre altes Board mit geplatzten ElKos den Geist aufgegeben. Also kein Einsatz als Hochleistungs-PC, sondern ein gutes, günstiges Arbeitstier, welches auch noch die aktuellen Prozessoren unterstützt.
Gesucht habe ich dann nach einem Board eines Markenherstellers (mit leichtem Hang zu Epox, da ich von dieser Firma noch nie enttäuscht wurde und der Service im Fall der Fälle einfach nur gut ist) mit VIA KT400A-Chipsatz.
Fündig wurde ich bei der Firma Reichelt (www.reichelt.de), welche ein KT400A-Board der Firma Epox für 58 Euro angeboten hat.
Features und Lieferumfang:
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Das Board unterstützt aktuelle Athlons bis zum 3000er Barton, bis zu 3GB RAM (1GB pro Slot), beim Einsatz von 400er DIMMs jedoch nur maximal 2GB, beherrscht "Suspend to RAM" (geht wirklich, hab´s selber ausprobiert), also den Sleepmode, bei dem der gesamte Desktop im Ram gespeichert wird und alle anderen Komponenten abgeschalten werden.
Onboard befinden sich (nur die wichtigsten aufgeführt):
-ein VIA-Netzwerkcontroller (10/100Mbps)
-5.1 Soundchip (AC´97Codec)
-2 RAID-fähige S-ATA-Anschlüsse (für RAID 0 oder RAID 1 sowie dem exotischen "JBOD", welches aus 2 physikalischen Platten eine große macht)
-2 normale IDE-Ports
-USB 2.0 (4Ports an der Rückseite , 4 weitere auf dem Board, wobei mir nicht ganz klar ist, ob wirklich alle Anschlüsse dem USB 2.0-Standard entsprechen, die Beschreibung ist nicht eindeutig)
-AGP-Slot mit 1,5V Versorgungsspannung ( Achtung bei älteren Grafikkarten, die brauchen 3,3Volt !!! und himmeln ein modernes Board)
-5 PCI-Slots für Erweiterungskarten
Interessant zu erwähnen ist auch die "CPU Overheating Protection" des Boards. Eine interne Schutzfunktion sorgt dafür, daß beim Erreichen von 110 Grad Celsius CPU-Temperatur das System sofort abschaltet und nur durch spezielle Schritte, welche im Manual beschrieben sind, wieder zum Leben erweckt werden kann. DIESE FUNKTION IST MÜLL !!!
Sie erzeugt für Laien eine Sicherheit, die nicht existiert. Lediglich bei nicht verbautem CPU-Kühler mag diese Schaltung Schaden abwenden, ein CPU-Kern übersteht diese Temperaturen nur Sekundenbruchteile. Bereits ein nicht angeschlossener Lüfter auf dem Kühler bewirkt aber, daß die CPU sich zu lange im kritischen Bereich über 90 Grad befindet, da der Kühlkörper das schnelle Durchschreiten von 90 bis 110 Grad verhindert.
Der Lieferumfang für dieses Board umfasst neben dem Board eine ausführliche Gebrauchsanweisung, leider nur in Englisch, eine Slotblende für die boardspezifischen Anschlüsse hinten, die TreiberCD sowie ein 80-poliges IDE-Kabel und ein Floppykabel. Kein S-ATA Kabel, kein S-ATA-Stromanschluß :-(, Keine ZusatzCD mit hilfreichen Programmen wie sonst bei Epox üblich.
Ach ja, und eine Multifunktionsverpackung, die schon nah am Schummeln liegt. Das darauf abgebildete Board befindet sich nämlich NICHT in der Verpackung. Es gibt, wie oben schon erwähnt, sehr viele Varianten dieses Boards, und abgebildet ist die Maximalvariante. Auch die Beschreibung auf
der Rückseite beschreibt diese Maximalvariante mit IEEE1394-Anschluß, POST-Port und USB 2.0. Die genaue Spezifikation des Inhaltes ist einem kleinen Aufkleber auf der Stirnseite zu entnehmen.
Auch ist der Verpackung nicht zu entnehmen, was alles als Zubehör beigelegt ist, der Bedienungsanleitung nach gibt es auch hier deutliche Unterschiede (wie z.B. Versionen mit beigelegtem S-ATA-Zubehör, Gameport-Kabel und einem Digitalanschluß für CD-Player oder DAT-Recorder.
Hat Epox solche imho billigen Taschenspielertricks wirklich nötig? Ich bin zwar nicht enttäuscht, weil ich auf diese Zusatzfunktionen verzichten kann, aber schon ein wenig verärgert, weil hier offensichtlich mit Nebelwolken gearbeitet wird.
Layout:
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Als erstes sticht auf dem Board natürlich der CPU-Sockel ins Auge. In der richtigen Position und nicht, wie es neuerdings eine Unsitte ist, um 90 Grad gedreht. Das heißt, die Kühlermontage kann relativ problemlos erfolgen, da die Halteklammer zum Spannen frei zugänglich ist. Negativ jedoch fällt auf, daß auf der gegenüberliegenden Seite, also dort, wo die Halteklammer ohne Spannung eingehängt wird, das Thema "keep-out-area" für Epox ein Fremdwort zu sein scheint.. Eine Reihe von 6 dicken ElKos sitzt so nah am Sockel, daß das Einhängen der Halteklammer zum Geduldsspiel ausartet, von der Verwendungsmöglichkeit eines 80mm-Kühlers mal ganz abgesehen. Das geht mit Sicherheit nicht. Aber was soll´s - die Möglichkeit einer Verschraubung schwerer Kühler auf dem Board hat Epox gleich auch mit weggelassen, das schränkt die Auswahlmöglichkeiten bezüglich der Möglichen CPU-Kühler nochmal massiv ein. Liebe Firma Epox - ihr wart schon mal besser !!!
Kein wirklicher Beinbruch für mich, meine beiden Standardkühler sind eh beide nur 300 Gramm leicht und entspringen der 60mm-Klasse. Nur kann ich einen von beiden (den Alpha Pal 6035) trotzdem vergessen, dessen Klammer kann ich nie und nimmer in dem schmalen Schlitz einfädeln. so bleibt mir der EKL-Blade, der allerdings wie gemacht für dieses Board scheint:mit einer Blende hin zum RAM und zu den ElKos bläst er seine Wärme frei nach oben und unten weg. Auf dem Nachfolgeboard mit KT600-Chipsatz von Epox, dem Epox EP-8KRA2+ , wäre dieser Kühler unmöglich: der um 90 Grad gedrehte Sockel würde dafür sorgen, daß die warme Abluft die direkt danebenliegenden ElKos aufheizt und für ein schnelles Ableben des Boards sorgt.
Direkt unter dem CPU-Sockel sitzt die Northbridge des Chipsatzes. Verborgen unter einem mächigen Alu-Kühlkörper wird´s der bestimmt nicht zu warm - trotz der warmen Abluft des CPU-Kühlers.
Positiv geht´s weiter, wenn ich weiter nach unten blicke. Nur 5 statt der epoxüblichen 6 PCI-Slots, und der AGP-Port dort, wo sonst der erste PCI-Slot sitzt. Das führt dazu, daß sich Grafikkarte und RAM nicht ins Gehege kommen. Ein Tausch oder ein Aufrüsten von RAM ist somit möglich, ohne die Grafikkarte vorher ausbauen zu müssen. Und 5 PCI-Slots reichen in der heutigen Zeit, da die Boards bereits Vieles mitbringen, wirklich dick aus.
Und eine weitere Unart von Epox fehlt ebenfalls. Zwischen den PCI-Slots befindet sich kein Anschluß für USB , Gameport oder Ähnliches. Also kein Grummeln im Bauch, weil erst PCI-Karten entfernt werden müssen, um an die Anschlüsse ran zu kommen.
Zum Boarddesign gehört auch die Verdrahtung der PCI-Slots und die Verteilung der Interrups. Hier hat Epox einen mutigen Weg gewählt. Theoretisch unterstützt der Chipsatz 7 Interrups. Epox läßt allerdings aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen 3 davon brach liegen und beschränkt sich auf 4. Auf diese 4 Interrups verteilen sich nun sämtliche Anwendungen, IRQ-sharing vom Feinsten!! Positiv ist anzumerken, daß Epox dieses sharing in der Bedienungsanleitung angibt.Eine derartige Dokumentation habe ich bisher noch in keinem Manual gesehen. Ohne potentielle Konflikte kann nur der PCI-Slot 4 genutzt werden, alle anderen Slots sind mehr oder weniger konfliktträchtig. Slot 1 teilt sich den IRQ mit dem AGP-Slot und dem USB-Anschluß; Slot 2 hängt mit den beiden anderen USB-Anschlüssen, dem S-ATA-Controller und dem LAN-Anschluß zusammen; Slot 3 mit Slot 5, dem Sound und dem USB2-Anschluß. Wozu diese Kombination, wenn 3 weitere IRQs vom Chipsatz unterstützt werden? Mal sehen, was da in der Praxis rauskommt.
Anscheinend ein Sparopfer, genauso wie der Wegfall der sonst üblichen POST-Anzeige. Damit ließ sich ein fehlerhafter Bootvorgang leicht ergründen - schade, daß Epox diese Anzeige auf diesem Board nicht verbaut hat.
Hmmm, das Vorhandensein des Attansic-Chips, welcher die CPU-Temperatur direkt ausliest (bei XPs und Bartons mit Thermaldiode)...
Der Chip besitzt nur einen Ein- und einen Ausgang. Epox nutzt den Ausgang für die Abschaltfunktion, die im Bios angezeigte Temperatur ist also nicht Resultat dieser Messung, sondern wird über einen weiteren Temperaturfühler ausgelesen und ist somit ungenau. Wär sinnvoller gewesen, auf die Abschaltfunktion zu verzichten und den Ausgang anders zu nutzen.
Erstaunlich auch, daß Epox alles auf relativ wenig Raum untergebracht hat. Die Platine ist um ein paar Zentimeter schmäler wie üblich, die letzte Reihe Abstandshalter wird nicht gebraucht. Dies ist vor allem für kleinere Gehäuse ein riesen Vorteil, da so alle Anschlüsse auch im eingebauten Zustand frei zugänglich sind und nicht teilweise hinter den Festplatten verschwinden.
Einbau:
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Als erstes habe ich im ausgebauten Zustand die CPU montiert. Wie nicht anders zu erwarten artete die Kühlerbefestigung in eine arge Fummelei aus.Hatte ich endlich die Klammer auf der einen Seite eingefädelt und wollte sie auf der anderen Seite hinunterdrücken, sprang sie wieder raus. Ich war schon nahe dran, einen Heatspreader (eine in der versprochenen Wirkung absolut nutzlose Kupferplatte, welche zwischen CPU und Kühler eingesetzt wird) einzusetzen, um das Die (den CPU-Kern) vor ungewollter Beschädigung zu schützen, die durch das Gefummel und Gedrücke mit dem Kühler entstehen kann, als in einem lichten Moment die Klammer doch noch einrastete.
Dies blieb allerdings die einzige negative Erfahrung beim Einbau. Der restliche mechanische Zusammenbau und Einbau in den PC verlief ohne jedes Problem und ging flott vonstatten. So kam ich dann schnell zur
Inbetriebnahme:
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Der erste Weg, nachdem alles angeschlossen und der Einschaltknopf gedrück war, führte mich ins Bios. Dies mache ich immer so, um die Temperaturen ein paar Minuten zu beobachten, bevor ich den PC endgültig hochfahre. Könnt ja sein, daß ich mit der Wärmeleitpaste oder der Kühlermontage geschlampt habe. So läßt sich ein Fehler ohne Nebenwirkungen schnell noch beheben.
Außerdem schalte ich im Bios anfänglich alles ab, was nicht primär zum Start benötigt wird und takte den Frontsidebus von RAM und CPU erstmal so weit wie möglich runter. Insbesondere, wenn ich, wie in diesem Falle auch, versuche, um eine Neuinstallation des Betriebssystems herumzukommen. Je weniger Konflikte beim ersten Hochfahren des Systems vorkommen, desto erfolgversprechender verläuft so eine Aktion.
Außerdem schalte ich im Bios eine systemverträgliche Abschalttemperatur ein, um im Falle eines Lüfterausfalles eine Zerstörung der CPU zu verhindern. Dies hat nichts mit der oben erwähnten "CPU Overheating Protection" zu tun, sondern kann im Bios separat eingestellt werden. Da eine vernünftig gekühlte CPU sowieso unter 50 Grad auch unter Volllast bleibt, sind 60 Grad hier die richtige Wahl.
Nachdem nun alles im Bios eingestellt war, habe ich den ersten Bootversuch unternommen. Mit 16 Farben und einer Auflösung von 640x480 Bildpunkten kam ich zwar bis zum Anmeldebildschirm, aber dann war es erstmal Essig. Also nochmal ins Bios und den Multiplier heruntergeschraubt. Als 600er Athlon schließlich lief der Bootvorgang, mit reichlich Fehlermeldungen von Programmen, die im Startmenü geladen wurden und mit der Bildschirmauflösung nicht zurecht kamen. Diese habe ich dann erstmal dauerhaft abgeschalten, und schon war der Weg frei.
VIA 4in1 Treiber von der CD drauf, den passenden Detonator für die Grafikkarte, Auflösung und Farben wieder hoch, und seitdem läuft das Ding ohne Probleme.
Auch der Einbau einer SCSI-Karte in den 3.Slot und dem damit verbundenen IRQ-Sharing mit Sound und USB brachte keine Probleme.
Nicht die wichtigste Eigenschaft bei einem Office-PC, aber es soll ja auch Leute geben, die ihren PC zu was anderem nutzen :-).
Epox baut Übertakter-Boards und so ist auch bei diesem Modell Vieles möglich. Ich will hier bewußt nicht näher darauf eingehen, schließlich will ich keine Bastelanleitung für Laien liefern, die danach ihre CPU liefern ;-), und für eine richtige Anleitung reicht der Platz nicht und ist dies hier sicher die falsche Rubrik.
Aber wer sich näher mit der Materie befasst und es versuchen will, dem sei gesagt, daß mit diesem Epox-Board so gut wie alle relevanten Einstellungen in kleinen Schritten verstellt werden können und die Verstellmöglichkeiten des Bios weiter reichen, als es der Gesundheit von CPU, RAM & Co. zuträglich ist.
Fazit:
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Als Office-PC sollte diese Lösung nun die nächsten Jahre zuverlässig ihren Dienst tun, der 1200er Athlon kann ja bei Bedarf einem wesentlich leistungfähigerem Modell weichen. Und über die Stabilität kann ich bis jetzt nicht meckern.
Allerdings gibt´s doch einen Punktabzug für die unmögliche Anordnung der Elkos und einen für die "tolle" Verpackung. Bei online-Käufen sollte man die Beschreibung genau durchlesen, beim Händler vor Ort die Verpackung öffnen...
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