Familien entlastender Dienst (Lebenshilfe)
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Familien entlastender Dienst (Lebenshilfe) Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Knolle5

Ein etwas anderer Nebenjob

ein Testbericht von 2004-05-20 12:08:44 vom 20.05.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: man kann Erfahrung sammel, verdient dabei Geld...
Nachteile/Kritik: evtl. keine Familie da
Heut kommt mal ein Bericht über eine soziale Einrichtung, in der ich mal gejobbt habe.
Und zwar den

Familien entlastenden Dienst (FeD)
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Zu erst gibts kurz und knapp ein paar allgemeine Sachen, dann folgen die Sachen zum Job.

Über die Lebenshilfe Aachen
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Genauer gesagt handelt es sich um die "Lebenshilfe für geistig Behinderte Aachen e.V.". Die Lebenshilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der 1962 von Eltern mit geistig behinderten Kindern gegründet wurde. Das Angebot ist mit der Zeit sehr umfangreich geworden und zwar umfasst es:
- Beratungsstelle
- Frühförderung geistig behinderter Kinder
- 1 heilpädagogischer Kindergarten
- 1 Sprachheilkindergarten
- 1 integrativer Kindergarten
- 7 Wohnheime, z.T. mit Rentnergruppe
- betreutes Wohnen
- Werkstätte
und den FED, bei dem ich tätig war.

Über den FED
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Den FED gibt es seit 1999. Aufgabe ist es, Eltern mit geistig behinderten Kindern, Jugendlichen zu helfen und sie zu entlasten. Geistig behinderte Erwachsene fallen auch dazu.
Die Entlastung richtet sich dabei an den individuellen Bedürfnissen der Familie.

Maßnahmen des FED
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Maßnahmen wären da aufsuchende Einzelbetreuung in der Familie oder in der eigenen Wohnung. Diese erfolgt stundenweise nach Absprache. Innerhalb dieser Betreuung erfolgt z.B. die Begleitung bei Freizeitaktivitäten, zum Arzt oder zur Therapie, generell Freizeitgestaltung, Integration in die Gesellschaft, Ermöglichung der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und Hilfe zur Pflege und Versorgung.

Dann gibt es auch noch Gruppenangebote, wie z.B. zwei Waldgruppen, eine Spielgruppe, Kindersamstagsgruppe, Kinderfreitagsgruppe, Kinderdienstagsgruppe und 3 Jugend-, Erwachsenengruppen.

Und es gibt wohl auch Ferienfreizeiten und eine Stadtrandfreizeit (Ferienspiele).


Finanzierung
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Falls Eltern so eine Betreuung in Anspruch nehmen möchten, gibts folgende Finanzierungsmöglichkeiten. Zum einen über die Pflegeversicherung, zum anderen über den Sozialhilfeträger. Ansonsten geht das ganze auf eigene Rechnung. Genauere Angaben kann ich dazu leider nicht machen. Das wird aber wohl auch mit dem FED abgesprochen, wie die Finanzierung abläuft.


Das war's dazu. Ich hoffe, ihr seid jetzt ausreichend informiert. Denn jetzt geht es zum Job.


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Helfer beim FED
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Ich schreibe hier jetzt nur zu den Betreuungen innerhalb der Familie, da ich nur dort tätig war.
Es handelt sich bei dem Job als Helfer um einen 400,-€ Job. Als ich da war, gabs noch den 325,-€-Job, aber das wurde wohl auch beim FED umgestellt.
Es sind wohl ziemlich viele Studenten als Helfer tätig (FH für Sozialarbeit ist halt in der Nähe), aber auch Hausfrauen und Schüler (ab 18 würd ich mal sagen).

Die Anfänge
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Aufmerksam geworden bin ich auf den FED, weil bei uns an der FH (Sozialarbeit) ein Aushang hing, dass für den FED noch Helfer gesucht würden.
Ich bewarb mich und bekam wenige Tage später schon den Anruf, dass ich vorbei kommen sollte. Bewerbung muss eigentlich nicht sein. Es reicht aber eigentlich schon, wenn man mal da anruft und einfach nachfragt.

Das "Vorstellungsgespräch" fand dann schon in der folgenden Woche statt. Es ging also sehr schnell voran. Am besten ist allerdings ein Termin am Vormittag. Ich wollte eigentlich nachmittags, damit ich keine Vorlesung verpasse, aber da hätte ich so ca. 2-3Wochen warten müssen.

Im Grunde war es auch kein richtiges Vorstellungsgespräch. Ich bekam halt Informationen über den FED und wurde dann gefragt, ob ich immer noch Interesse hätte. Allerdings hatte die Leiterin auch schon meine Unterlagen.
Dann gings an die formellen Sachen.

Was braucht man an formellen Sachen
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Zum einen eine Immatrikulationsbescheinigung (bei Studenten), einen Sozialversicherungsausweis, die Lohnsteuerkarte.
Desweiteren musste ich unterschreiben, dass ich in den vorhergehenden Monaten des Jahres keine Nebenbeschäftigung hatte und dann die üblichen Unterlagen ausfüllen. Name, Adresse, Krankenkasse usw.

Der Vertrag wird einem dann in doppelter Ausführung zugeschickt, wobei man dann einen davon unterschrieben wieder zurückschickt.


Wie kommt man an die Familie?
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Ich musste angeben an welchen Tagen ich wann kann und wann nicht. Je mehr Zeit man hat, desto wahrscheinlicher eigentlich auch, dass man schnell eine Familie bekommt. Wer nur einen Nachmittag in der Woche kann, bei dem wird es dann etwas schwieriger, weil ja auch nach den Zeiten der Familie geschaut werden muss.
Mitunter bekommt man nicht sofort etwas, sondern muss etwas warten.
Bei mir war es so, dass ich mich Ende Oktober gemeldet hab und Anfang Dezember hatte ich eine Familie.

Es läuft so ab, dass ein Termin vereinbart wird mit der Leiterin, der Familie und einem selbst. Dann fährt man mit der Leiterin hin, stellt sich halt vor und es wird geschaut, ob es evtl. passen könnte. Ich bekam vorher noch eine Akte zu lesen, was das Kind für eine Behinderung hatte und was sich die Familie so vorstellt.

Wie oft und wie lange man in die Familie geht, bestimmt die Familie. Es gibt aber auch Grenzen. Es gibt wohl von der Versicherung dem Sh-Träger eine gewisse Stundenanzahl zur Verfügung, die "abgearbeitet" werden kann.

Das ist aber individuell. Man kann je nachdem 2xmal/ Woche für 3-4 Stunden im Einsatz sein oder auch nur einmal die Woche für 3 Stunden oder nur 2-3 mal im Monat. Je nachdem.

Man kann auch mehrere Familien haben. Wobei man da schauen muss, dass man nicht über 400,-€ kommt.

Insgesamt darf man höchstens 15 Stunden die Woche arbeiten. (laut Vertrag) Zur Probezeit steht nichts da und gekündigt werden kann innerhalb von 2 Wochen zum Monatsende schriftlich.

Wie wird abgerechnet?
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Es handelt sich, wie geschrieben um einen 400,-€-Job. Pro Stunde gibt es 7,70€ plus 1,50€ Fahrtgeld pro Einsatz.
Dokumentiert werden die Einsätze auf einem Stundenzettel.
Ich bekam vorab mehrere Stundenzettel, die ich mir dann kopiert hab, wenn ich mehr brauchte.
Auf den Zetteln ist eine Art Tabelle. Für jeden Tag eine Spalte. Man notiert oben den Monat, Name und Adresse der Familie und seinen eigenen Namen.
Spalte 1 steht nun für den 1. Tag im Monat usw. Falls ich z.B. am 5.Mai von 16 - 19 Uhr da war, trug ich die Uhrzeit in die 5.Spalte ein und unterschrieb. Die Familie (z.B. Mutter oder Vater) hat dann zur Bestätigung daneben unterschrieben.

Dieser Stundenzettel musste bis zum 5. Tag des Folgemonats beim FED sein. Überwiesen bekommt man das Geld am 15. des Folgemonats.

Im großen und Ganzen hat man mit der FED-Stelle eigentlich nichts zu tun. Wenn man
"seine" Familie/n hat, muss man wirklich nur zum FED, um den Stundenzettel abzugeben. Den kann man aber auch mit der Post schicken.Es sei denn, es treten Probleme in der Familie auf, oder man möchte noch eine Familie
dazu.

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Meine Erfahrungen
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Die Anfänge habe ich ja oben schon ein wenig mit eingebunden.
Ich hatte mich schriftlich beworben und erhielt schon wenige Tage später einen Anruf zwecks Termin. Eigentlich wollte ich nachmittags kommen, aber dann hätte ich 2-3 Wochen warten müssen. So ging ich vormittags und konnte die Woche drauf schon hingehen. Dieses Gespräch hat ca. 1,5 Stunden gedauert, wobei ich da schon die formellen Sachen unterschrieb. Die Leiterin war eigentlich sehr nett und hat mir alles gut erklärt.
Eine Familie bekam ich auch sehr schnell, nach ca. 3 Wochen hatte ich Bescheid, dass ich mit der Leiterin zu einer Familie kann. Aber das kommt auch drauf an, wieviel Familien grad einen Helfer wollen.

Problem war der Vertrag. Mir fehlte noch der Sozialversicherungsausweis. Den sollte ich selbst besorgen. Ich weiß auch nicht warum, aber ich bekam den Ausweis auf Antrag (Ende Oktober) erst im Januar zugeschickt.
Daher vereinbarte die Leiterin mit mir, dass ich solange über Aufwandspauschale arbeiten sollte, bis der Ausweis da ist. Als ich dann in der Familie anfangen sollte, hieß es, der Vertrag würde mir zugeschickt und einen davon sollte ich dann halt unterschrieben zurückschicken.
Anfang Januar hatte ich immer noch keinen Vertrag und bekam natürlich auch kein Geld. Ich rief beim FED an.
Dort war man sehr erstaunt und stellte fest, dass außer der Lohnsteuerkarte und dem Bewerbungsanschreiben alle meine Unterlagen weg waren. Ich musste alles neu einreichen und unterschreiben, was ich mehr als ärgerlich fand.
Den Vertrag bekam ich anschließend innerhalb weniger Tage per Post. Allerdings stimmte das Datum nicht. Es ging aber trotzdem in Ordnung. Kurz darauf kam der Sozialversicherungsausweis und ich konnte auf 400,-€-Basis arbeiten. Das fehlende Geld bekam ich im nächsten Monat überwiesen.

Mit der Familie hatte ich keine Probleme. Ich ging 2mal die Woche hin und betreute dort 2 Kinder, eins davon war geistig behindert. Meine Aufgabe war es, mit den beiden zu spielen und den Kleinen auch schon mal zu füttern. Die Mutter war im Haus und hat z.B. gestaubsaugt etc. oder war schnell einkaufen. Dann war aber auch die Oma dabei, damit ich nicht allein war mit den beiden.

Allerdings war das in dieser Familie nur vorübergehend. Sie hatte vorher einen Betreuer, der schon über ein Jahr da war und dann wegen irgendwas nicht mehr konnte. Ein halbes Jahr später hatte er wieder Zeit und da er die Kinder länger kannte, wollte die Mutter diesen Betreuer sofort wieder haben, als sie erfuhr, dass er wieder Zeit hat. So war ich nach nur 6 Monaten die Familie leider wieder los. Wobei die Mutter mir versicherte, das es nicht an mir lag.

Was ich blöd fand war, dass die Leiterin irgendwie wohl hören wollte, dass es doch an mir gelegen hätte. Als wir zu einer anderen Familie fuhren, fragte sie mehrmals, was Frau X mir denn genau gesagt hätte und ob sie nicht zufrieden war etc. Fügte aber gleich hinzu, dass ich gegen den anderen Betreuer keine Chance gehabt hätte, weil der schon Jahre im Behindertenbereich tätig war.

Leider war diese Familie die erste und letzte die ich hatte. Ich wurde noch einer vorgestellt, die allerdings nur sporadisch einen Helfer brauchte. Da zu diesem Zeitpunkt keine weitere Familie für mich in Sicht war und ich nicht nur ca. 50,-€ im Monat verdienen wollte, hab ich aufgehört.

So wie es anfangs Probleme gab mit den verschwundenen Unterlagen, gabs auch Probleme mit der Kündigung. Ich hatte zum Juli gekündigt und bekam meine Unterlagen erst 3 Monate später, nachdem ich in der Verwaltung anrufen musste. Ein Zeugnis bekam ich erst nach über einem halben Jahr zugeschickt, dass allerdings wegen Rechtschreibfehler verbessert werden musste.


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Fazit
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Alles in allem kann ich die Arbeit als Helfer dort empfehlen. Ich hatte zwar nicht soooo viel Glück, aber wenn man über einen längeren Zeitraum eine Familie hat, kann man halt auch für den Beruf später Erfahrungen sammeln und bekommt auch noch Geld dafür. Mir hat die Arbeit in der Familie sehr gut gefallen. Den Verdienst find ich ok, wobei die Arbeit nicht immer sehr leicht ist.
Die Familie bekommt man eigentlich recht schnell und kann sie auch normalerweise sehr lange behalten.
Das Geld wurde immer pünktlich überwiesen.
Schade fand ich, dass es nicht sowas wie ein Betreuertreff gab, wo man sich austauschen konnte. Das hätte ich sehr hilfreich gefunden. Negativ fand ich auch die Sache mit meinen verschwundenen Unterlagen und dem Zeugnis. Auch war es nicht immer leicht, die Leiterin zu erreichen, weil sie öfters für längere Zeit nicht dazu sein schien. Für diese Punkte ziehe auch einen Stern ab.


Ich hoffe, dass ich alles erwähnt habe und verständlich geschrieben habe. Hinweise etc. bitte in den Kommentar.
...
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Kommentare
Mieze83
Mieze83, 31.03.2006
lg
Sayenna
Sayenna, 31.03.2006
sh........:- LG Ela
dreanelk
dreanelk, 15.10.2006
sh
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Produktbeschreibung Familien entlastender Dienst (Lebenshilfe)

 
Allgemeine Informationen Familien entlastender Dienst (Lebenshilfe)
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