...Dort liegen die Raucher von „Rote Hand“...
Über Sinn und Unsinn des Rauchens kann man trefflich streiten, ich rauche jedoch schon seit ich 14 bin – damals, wie heute ist es mir fast Gleich, was. Ob nun Drehtabak, Filterzigaretten (die sich bei mir mittlerweile etabliert haben, allein schon wegen meines Berufes kann ich mit ölverschmierten Fingern oftmals schlecht Drehen – und schmecken tut’s dann auch nicht so Besonders). Doch Ab und An gönne ich mir ne Pfeife oder immer wieder gerne mal nen Cigarillo. Um diese geht’s hier nun auch: Von der Umwelt häufig als „Kotzbalken“ oder „Stinke-Dinger“ verschrien gibt es heutzutage milde, aromatisierte Cigarillos diverser Hersteller, welche die Mitmenschen nicht ganz so anzunerven scheinen, da sie nicht den typischen Mief verbreiten und den Raum in eine übelriechende Räucherkammer verwandeln. Eine meiner favorisierten Sorten stammt aus dem Hause Clubmaster und hört auf den Namen „Fellows“ (sinngemäss dt: „Kumpels“), die in den Richtungen „Vanilla“ und (neuerdings) auch „Black Cherry“ erhältlich sind. Ich bevorzuge übrigens die ältere, schon länger im Handel befindliche Vanille-Version.
Die Packung
Fellows kommen in einem stabilen, aufklappbaren Karton daher und die Packung enthält 20 von den Cigarillos, die ungefähr die Maße einer normalen Zigarette aufweisen. Im Inneren der rot-schwarzen (Vanilla) oder purpur-farbenden (Black Cherry) Box befindet sich ein einziger, gefalteter Papiereinleger, der die Glimmstengel zusätzlich abdeckt/schützt. Die Schachtel passt dank ihrer flachen Form (8 x 8,5 x 1,8 cm) bequem in jede Hemdtasche und trägt dort nicht sehr stark auf, zudem kann der stabile Karton den einen oder anderen Knuff gut absorbieren, ohne dass der Inhalt beschädigt wird.
Das Entfernen Zelophan-Papiers der Umverpackung gestaltet sich mittels Aufreissfädchens löblicherweise als einfach und ist kein Akt (ich denke da am bombensicher verschweisste CDs). Positiv fällt auf, dass die gesamte Papp-Verpackung - obwohl sie so robust ist – ohne Verbundstoffe oder Metall auskommt und somit komplett ins Altpapier wandern kann (mit Ausnahme der äusserlichen Zelophan-Folie)– abfalltechnisch gesehen nachahmenswert und ressourcenschonend. Die Feuchtigkeit abhaltende Folie der Umverpackung landet entsprechend in der Gelben Tonne.
20 Freunde sollt ihr sein...
Schon beim Öffnen der Klapp-Box (mit etwas Übung sogar angeberisch fliessend mit einer Hand...Coooool!) verströmen die Cigarillos ihr angenehmes, süssliches Aroma, dass im Falle der Vanillas eher an Pfeifentabak und bei den Black Cherries an aromatisierten Schwarztee erinnert. Verspricht doch der Packungsaufdruck „Rich Aromatic Taste“, so ist man bereits vom Duft der „Kumpels“ zumindest überrascht, sie riechen nämlich eben nicht typisch nach den üblichen Kotzbalken. Die Cigarillos selbst sind natürlich zu 100 % aus Tabak mit einem mittelbraunem Deckblatt, weisen keinen Filter auf und verjüngen sich zu einem Ende hin (Richtig geraten! Diese Seite wird in die Schnute gestopft, obwohl das eigentlich vollkommen Latte ist – die brennen auch andersrum...).
Nimmt man einen der zigarettengrossen Stengel aus der Packung fällt auf, dass sie sehr fest gerollt sind, was aber der Rauchbarkeit keinen Abbruch tut – nebenbei bemerkt muss man an Cigarillos eh immer ständig nuckeln, sonst gehen sie aus. Einmal angezündet bestätigt sich, was der Geruch beim Öffnen der Verpackung schon angedeutet hat: Sie verströmen auch beim Rauchen ein angenehm mildes Aroma, das gilt allerdings
nur für die Vanilla. Die Black Cherry hingegen riechen intensiver nach Zigarre und der Schwarztee-Odeur verschwindet komplett. Zigarren und Cigarillos werden eigentlich eher gepafft, doch es folgt nun der Hardcore-Test: Volley auf die Lungenflügel...erträglich! Beide Sorten erweisen sich als ausgesprochen mild im Geschmack, selbst bei einem tiefen Lungenzug.
Die Brenndauer ist auch in etwa identisch: pafft man so locker & entspannt vor sich hin hält ein einziger Cigarillo ca. 10 Minuten, dann hat man nur noch nen kleinen Stumpen in den Fingern und es wird verdächtig heiss an den Fingerkuppen – Zeit also den Rest-Stummel endgültig im Aschenbecher zu versenken oder in einem unbeobachteten Moment dezent wechzuschnippen. Der Nachgeschmack, der im Mund verbleibt ist bei den Vanilla weniger unangenehm, bei den Black Cherry hab ich zudem einen leichten Kloss im Hals und einen pelzigen Geschmack auf der Zunge. Bei den Vanilla nichts dergleichen, lediglich der süssliche Flair ist nun auch endgültig verloren gegangen.
Fazit
Sicher sind Cigarillos nicht jedermanns Sache und oft genug kriegt man im Bekanntenkreis vor den Latz gedonnert, dass man doch nun nicht wirklich beabsichtige die Luft mit einem Solchen zu verpesten – komischerweise sind sich dann alle einig (hat man sich dann vehement durchgesetzt), dass Clubmaster Fellows (jedenfalls Vanilla) mitnichten „stinken“, sondert allerorts erschallt ein anerkennendes: „Oh, die riechen aber toll“. Stimmt, sie verbreiten ein wirklich angenehmes Aroma und schmecken auch ganz passabel, sind mit 4,40 € für das 20er Pack aber auch nicht grade billig und für Cigarillo-Gelegenheitsraucher wie mich preislich attraktiv. Von den neuen Black Cherry nehme ich Abstand, die schmecken mir zwar auch ganz gut, verursachen aber nachher pelzigen Geschmack im Mund und den berühmten Kloss im Hals. Vanilla hingegen rauche ich seit Jahren ohne unangenehme Nebeneffekte (sieht man von den generellen gesundheitlichen Risiken des Rauchens mal ab) und werde mir auch weiterhin ab und zu eine in aller Ruhe gönnen.
In diesem Sinne:
Es gibt nur einen Weg zur Lunge und der muss geteert werden, damit der Tod auf seinem Weg nicht stolpert...oder:
Siehst du die Gräber hinter’m Strauch?
Da liegen die Nichtraucher...
...Die sterben auch! ;-)