Flying Edge Spiderman Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Schwacher Comic-Held
ein Testbericht von sinfortuna2005-09-11 15:26:07vom 11.09.2005Empfehlung: nein
Vorteile: Nicht gerade viel: ganz passable Steuerung, anspruchsvoller Schwierigkeitsgrad, Continue-Funktion...Nachteile/Kritik: Abwechslungsarmes, wenig mitreißendes Gameplay, eintönige Grafik, schlappe Soundkulisse, null motivierend, insgesamt lieblose bzw. schlampige Umsetzung
Über „Spiderman“ an sich brauche ich höchstwahrscheinlich nicht allzu viele Wort verlieren, gehört er doch schließlich zu den Comic-Helden, wenn auch seine Kollegen Superman oder Batman noch einen Tick berühmter sein dürften. Völlig klar war Anfang der 90er, dass der große Erfolg jener Comic-Heroen auch „unbedingt“ auf Spielkonsolen umgesetzt werden musste, schließlich klingeln auf diese Art und Weise die Kassen noch einmal ganz gehörig. Leider ist es aber ebenso regelmäßig der Fall, dass der Großtel jener Konsolenumsetzungen in qualitativer Hinsicht noch nicht einmal durchschnittlichen Ansprüchen genügt, oft lockt nur ein großer Name und ziemlich wenig steckt dann dahinter. Bei „Spiderman“ für den Sega Game Gear handelt es sich um genau solch ein unterdurchschnittliches Spiel, während beispielsweise „Batman“ auf einzelnen 8- und 16-Bit-Umsetzungen auf verschiedenen Systemen angenehm auffallen konnte, stellt diese Version des Comic-Spinnenmannes hingegen eine Enttäuschung dar.
Die Game-Gear-Version von Spiderman kam erst nach den Fassungen für Segas Master System und der für das Mega Drive auf den Markt, umso schwerer wiegt es, dass es sich hier fast schon um einen Flop handelt, an mangelnden Erfahrungswerten kann es jedenfalls nicht gelegen haben, schätze ich. Die Geschichte an sich bietet uns nichts schrecklich Aufsehenerregendes, „natürlich“ steht Spiderman auf der Seite des Guten und macht sich auf die Socken, um finstere Ganoven auszuschalten. Jedenfalls hat er es in diesem Game-Gear-Abenteuer offensichtlich mit einem schweren Kaliber zu tun, denn der Gangsterboss namens Kingpin konnte doch tatsächlich eine Atombombe unter seine Fittiche bringen und diese irgendwo tief unter der Erde im weiten Gebiet des New Yorker Central Parks stationieren. Jene Superbombe soll innerhalb von vierundzwanzig Stunden in die Luft gejagt werden, völlig klar, dass unser Superheld keine Sekunde zögert und sofort loslegt, um jene furchtbare Katastrophe noch verhindern zu können.
In diesem Actionspiel für Segas kleine Mini-Spielkonsole wird gerannt, geklettert, geprügelt und geschossen, natürlich ist unser Superheld aufgrund seiner herausragenden Spezialtalente in der Lage, in hochgelegene Stockwerke zu gelangen, wobei er durch seine Spinnenfäden stets sicheren Halt erlangt und mit seiner Klebepistole sämtliches feindliches Gesocks aus dem Weg räumt. Die Gangster werden nämlich vom klebrigen Spinnennetz gefangen und knallen äußerst unsanft auf den Boden, für diese heißt es jedenfalls sehr schnell „Game Over“. Damit es auf Dauer nicht allzu langweilig wird, sammeln wir unter anderem (neben Power-Ups wie zum Beispiel zusätzlicher Lebensenergie oder Munition) auch Fotos auf, welche wir ganz am Ende eines jeden Spielabschnitts an einen Verleger einer Zeitung verkaufen. Mit der mehr oder weniger sauer verdienten Kohle leisten wir uns dann literweise Netzflüssigkeit, schließlich ist ein großer Vorrat an dieser flüssigen Substanz im Hinblick auf ein Vorankommen im Abenteuer praktisch die halbe Miete.
Leider ist dieses Modul für Segas Game Gear wenig spannend und überaus abwechslungsarm, zu keinem Zeitpunkt will der Funke auf den Videospieler überspringen, jedenfalls blieb dieser Effekt bei mir völlig aus. Die gesamte Spielatmosphäre ist trotz des farbigen (wenn auch für den Game Gear typischerweise etwas nebligen) Displays erschreckend wenig mitreißend, schnell macht sich gewaltige Langeweile breit. Nicht nur, dass das Gameplay müde vor sich hinplätschert, keinerlei Überraschungen aufweist
und es definitiv keinerlei Höhepunkte oder besonders beeindruckende Sequenzen gibt, auch oder besser gesagt speziell die Präsentation langweilte mich überaus stark. Grob gezeichnete und sehr detailarme Hintergründe, die teilweise sogar richtig albern aussehen, wenig interessante Gegner und ganz schwache Animationen und dies praktisch ohne jede Ausnahme. Irgendein Highlight in grafischer Hinsicht gibt es einfach nicht. Das gesamte Design wirkt extrem pixelig, farbarm und eintönig. Dieses Spiderman-Abenteuer kann gerade in grafischer Hinsicht noch nicht einmal ansatzweise mit dem durchaus passablen Modul für das Sega Mega Drive mithalten, ein Klassenunterschied (wenn nicht sogar deren zwei) werden hier mehr als deutlich. Dazu „passend“ ist die Soundkulisse ausgefallen, der knarzende Sound bzw. die blechernen Soundeffekte tun ihr Übriges, damit der Videospieler sich dieses Game möglichst schnell abgewöhnt.
Dass die Steuerung immerhin anständig ausgefallen ist, vom Game-Gear-Zocker schnell erlernt ist und Patzer mir in der Folgezeit nicht aufgefallen sind, ist allenfalls angesichts der gravierenden Mängel nur ein sehr schwacher Trost, immerhin ist das Abenteuer erstaunlich schwer ausgefallen, Neulinge und „nur“ Gelegenheitsspieler dürften hier ziemlich schnell frustriert sein, es sei denn, sie verfügen über ein gutes Nervenkostüm und viel Ausdauer. Ein Modul, welches weder durch sein Gameplay noch durch seine Präsentation überzeugen kann, ist natürlich nicht zu empfehlen, insofern fällt meine Spielspaßwertung für dieses wenig motivierende Game-Gear-Abenteuer mit 27% ziemlich mies aus. Nur Absolute Spiderman-Freaks dürften hier (wenn überhaupt) als Zielgruppe in Frage kommen, diese Fassung für Segas Game Gear ist auf jeden Fall objektiv gesehen ein klarer Reinfall.
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