Fortified Zone 2 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Action-Duo
ein Testbericht von sinfortuna2005-05-29 09:46:26vom 29.05.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Zwei Spielfiguren, keine spieltechnischen Patzer, schlichtes aber fehlerloses Design, nette Hintergrundmelodien, saubere Steuerung und Menüführung, langsam ansteigender Schwierigkeitsgrad, Zweispielerspaß mittels Dialogkabels...Nachteile/Kritik: Keine echten Highlights vorhanden, keine überraschenden Momente, schlappe Soundeffekte, Spielprinzip bleibt ewig gleich, phasenweise monoton
Bei all dem Trash, welcher seinerzeit regelmäßig für den alten Gameboy erschien, handelte es sich ja fast schon um ein Highlight, wenn wir es auch nur mit einem leicht überdurchschnittlichen Titel zu tun hatten. Fortified Zone 2 für den GB ist jedenfalls ganz sicher kein schlechtes Game, demzufolge ich jetzt ein paar Zeilen über jenes Actionspiel verlieren möchte. Im Mittelpunkt dieses gar nicht einmal so uninteressanten GB-Abenteuers stehen zwei mutige Einzelkämpfer, welche sich ihr täglich Brot mit mehr oder weniger moralisch zweifelhaften Aktivitäten als Söldner verdienen. Zur Auswahl stehen zu Beginn des Spiels zwei Hauptcharaktere, die Masato und Mizuki heißen, wobei kleine aber feine Unterschiede bezüglich der Eigenschaften bzw. Fähigkeiten zwischen den beiden Figuren bestehen, was die ganze Sache ja nicht uninteressanter macht.
Der Held Masuto erweist sich schon nach sehr kurzer Zeit als äußerst robustes Kerlchen, Mizuki hingegen kann zwar deutlich weniger einstecken, ist dafür aber erheblich agiler als ihr Söldnerkollege und kann demzufolge gegnerischen Angriffen wesentlich besser ausweichen und ist zudem in der Lage, kleine beherzte Sprünge hinzulegen. Während es Spielverlaufs können wir nahezu jederzeit ein spezielles Menü aufrufen und zwischen den beiden Protagonisten hin- und herwechseln, je nachdem, welche Figur uns in der entsprechenden Situation zusagt. Selbstverständlich gehen wir nicht nackig in die zahlreichen Auseinandersetzungen mit den Feinden, demzufolge wir auf ein durchschlagkräftiges, wenn auch nicht besonders umfangreiches Waffenarsenal zurückgreifen können. Entweder mit einer herkömmlichen Flinte, einem Maschinengewehr oder einem Grantwerfer rücken wir dem feindlichen Gesocks ordentlich auf den Pelz, wobei wir über einen unbegrenzten Vorrat an Munition verfügen. Letzteres mag vielen von Euch recht sein, mir persönlich hätte ein zumindest etwas begrenzter Munitionsvorrat etwas mehr zugesagt, da somit eine taktische Komponente hinzugekommen und ein entsprechend planloses Herumballern bestraft würde. Nun ja, hierbei mag es sich wirklich nur um eine Nuance handeln, demnach ich dieser Sache nicht allzu viel Gewicht verleihen möchte.
Da wir in Fortified Zone 2 durch zahlreiche Labyrinthe wandern, stellt der Scanner eine sehr wertvolle Hilfe dar, mit diesem halten wir jene Räume fest, die wir schon betreten haben, so dass wir in der Regel eigentlich nicht planlos herumirren sollten. In den weitverzweigten Gängen treffen wir sowohl auf bewaffnete Menschen als auch auf uns wenig freundlich gesinnte Cyborgs, welche uns aber nicht alleine das Leben schwer machen. Zudem existieren viele Kanonen, welche besonders enge Passagen mit einem Dauerfeuer unter Beschuss nehmen, was ein Vorankommen natürlich wesentlich erschwert. Wir kämpfen uns fast die ganze Zeit über von einem Raum zum anderen, von einem Abschnitt zum nächsten, wobei sich die entsprechenden Türen regelmäßig nur dann öffnen, wenn wir jegliches Gesocks eliminiert haben. Des Weiteren müssen wir oft auch die zum Öffnen der Türen benötigten Schlüssel einsammeln oder spezielle Apparaturen zerstören, um zum nächsten Raum bzw. Level gelangen zu können.
Nicht nur auf Feinde solltet Ihr regelmäßig das Feuer eröffnen, auch herumliegende Kisten schreien förmlich danach, von Euch zerballert zu werden, woraufhin nicht selten ein sehr nützliches Extra erscheint wie zum Beispiel ein Erste-Hilfe-Set zur Auffrischung der Lebensenergie oder eben auch die vorhin erwähnten Schlüssel, ohne die
ein Weiterkommen nicht möglich ist. Wie so üblich endet kein Level ohne nicht einem fetten Bösewicht gegenüberstehen zu müssen, da macht Fortified Zone für den Gameboy auch überhaupt keine Ausnahme. Habt Ihr diesen Zwischen- bzw. Endgegner in seine Einzelteile zerlegt, erwartet Euch entweder ein weiter Teilabschnitt (Untergeschoss) oder ein komplett neuer Level. So geht es dann immer weiter, größere überraschende Spielmomente gibt es nicht.
Eine Sache hat mir hier bei Fortified Zone 2 besonders gut gefallen und das betrifft den vorhandenen Schwierigkeitsgrad: Generell dürfte die Zielgruppe relativ groß sein, da nahezu sämtliche Stufen vorhanden sind, doch als besonders angenehm empfand ich die Tatsache, dass der Schwierigkeitsgrad von Raum zu Raum, von Abschnitt zu Abschnitt, von Level zu Level langsam aber sicher ansteigt, niemand sich demnach chronisch unter- oder überfordert fühlen dürfte. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Gegner in den späteren Level augenscheinlich deutlich mehr vertragen können als noch zu Beginn des Spiels, ohne jedoch das Gefühl zu vermitteln, auf unfaire Art und Weise überlegen zu sein. Sollten beide Spielfiguren trotzdem einmal das Zeitliche gesegnet haben, dürft Ihr auf Continues zurückgreifen, zudem erhaltet Ihr für jeden Spielabschnitt ein entsprechendes Passwort, so dass Ihr auch bei einem Neustart an einem anderen Tag nicht allzu weit zurückgeworfen werdet. Auch dies ist erwähnenswert, da dies bei den Games seinerzeit auch für den Gameboy noch lange nicht gang und gäbe war. Lediglich die Endgegner an sich hätten in puncto Stärke ruhig noch eine Schippe drauflegen können, sie sind regelmäßig ziemlich leicht auszurechnen. Für zusätzliche Motivation sorgt schließlich der Zweispielermodus, denn es ist hier bei Fortified Zone 2 problemlos möglich, mittels eines Dialogkabels zwei Gameboys miteinander zu verbinden.
Gemessen an den damaligen Ansprüchen weiß die (Schwarzweiß-) Grafik durchaus zu gefallen, sie ist erstaunlich detailliert und die Figuren sind angenehm groß gezeichnet, selbstverständlich für damalige Verhältnisse. Besonders aufsehenerregende Animationen und beeindruckende Spezialeffekte dürft Ihr (natürlich) nicht erwarten, doch sind die Menüs in optischer Hinsicht sehr gut platziert und ebenso leicht erkennbar, Übersichtsprobleme werdet Ihr definitiv nicht haben. Zwar scrollen die Bildschirm auf relativ unspektakuläre Art und Weise lediglich brav von Raum zu Raum, doch immerhin gibt es kein lästiges Ruckeln zu verzeichnen. Hinsichtlich der Soundkulisse müssen zwei Dinge unterschieden werden: die Begleitmelodien passen immer sehr gut zum jeweiligen Geschehen und langweilen eigentlich nie so richtig, die Soundeffekte hingegen lassen insgesamt deutlich zu wünschen übrig, sie kommen nur äußerst spärlich vor und sind generell nicht besonders abwechslungsreich.
Insgesamt stellt Fortified Zone 2 für den alten Gameboy ein gelungenes Actionabenteuer dar, welches praktisch (gemessen am damaligen Standard) kaum Schwächen aufweist, aber leider auch keine herausragenden Stärken vorzuweisen hat. Immerhin gehen wir mit zwei Spielfiguren auf eine lange abenteuerliche Reise und das Gameplay insgesamt ist motivierend genug, als dass man schließlich doch bis zum Ende durchspielen möchte. Die Präsentation ist blitzsauber ohne jegliche Patzer, Überragendes wird uns aber definitiv nicht geboten, das Ganze wirkt eher so, als wollte das Entwicklerteam hier auf Nummer sicher gehen und nichts riskieren. Die Steuerung ist okay, die Menüführung ebenfalls, der Schwierigkeitsgrad steigt auf angenehme Art und Weise langsam aber sicher an (wenn auch die Endgegner etwas zu einfältig agieren, meine Meinung) und auch der Zweispielermodus wurde nicht vergessen. Ganz vergessen werden darf allerdings auch nicht, dass Ihr im Grunde nur einem Raum nach dem anderen abgrast, überraschende Momente sind absolute Fehlanzeige, so dass sich Monotonie einschleichen kann, sofern man nicht genau auf so eine Art von Videospiel abfährt. Meine Spielspaßwertung für diesen Gameboy-Titel fällt aber aufgrund der positiven Merkmale insgesamt mit 65% entsprechend freundlich aus.
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