Gedanken zur Schule
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Platz 25 in der Kategorie "Mehr zum Thema Schule".
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Gedanken zur Schule Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

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  • Schule muss sein
Nachteile/Kritik
  • Manchmal wenig Kooperation
Josi354

Schule heute! (Achtung ziemlich lang)

ein Testbericht von 2008-05-29 20:15:02 vom 29.05.2008
Empfehlung: nein
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Nachteile/Kritik: siehe Bericht
Da ich letztens einen sehr wichtigen Beitrag über die Montessori-Unterrichtsmethode bei Alptraum72 (auf dooyoo) gelesen habe, möchte ich Euch heute über den Unterricht und den Umgang mit den Schülern an einer großen Gesamtschule im Kreis Giessen berichten.
Ich finde, es ist an der Zeit, dass sich an unseren Schulen und den Lehrmethoden endlich etwas ändert, denn es geht hier um die Zukunft UNSERER KINDER - DER GENERATION VON MORGEN!!!
Dass an unseren Schulen etwas faul ist, das zeigt nicht nur die Pisa-Studie, nein, das sieht man auch an den Lernerfolgen der Kinder, an deren Zeugnissen… und das alle halbe Jahre wieder.

Ich bin keine Lehrerin, ich habe auch keine Pädagogik studiert, nein, ich schreibe hier aus meiner Sicht und wahrscheinlich nicht sehr professionell. Wie gesagt, es ist meine persönliche Sicht der Dinge, wie andere hier denken, kann ich nicht unbedingt sagen.
Zum besseren Verständnis der Umstände werde ich hier die folgenden Dinge erwähnen:

Ich selbst bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen und habe unter dem dortigen Schulsystem gelernt, habe die 10. Klasse mit einem Durchschnitt von 1,6 abgeschlossen, eine richtige Info zu weiterführenden Schulen habe ich damals nicht erhalten, wusste aber, dass man nur mit super Leistungen oder Beziehungen an einen ordentlichen Studienplatz kommt. Mir wurde von meiner Lehrerin gesagt, dass ich da eh keine Chance hätte. Ich habe mir auch weiter keinen Kopf gemacht und einen vernünftigen Beruf erlernt.
Ich brauchte damals nur einigermaßen in der Schule aufpassen und meine Hausaufgaben erledigen. Üben kannte ich nur, wenn Prüfungen anstanden. Ich habe mich immer gut durchgemogelt. Meine Eltern haben nie mit mir geübt, Nachhilfeunterricht brauchte ich auch nicht in Anspruch nehmen.
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Meine Kinder sind im Jahr 2000 in die Grundschule gekommen. Sie waren für meine Begriffe ziemlich helle Köpfchen. Sie sprachen mit 2 Jahren vollständige Sätze, konnten, als sie in die Schule kamen, ihren Namen und ein paar andere Wörter schreiben, bis über 100 zählen und kleine Rechenaufgaben im 10er Bereich waren kein Problem für sie.
Ich machte mir also keine Sorgen, dass sie in der Schule Probleme haben könnten.
2003 zogen wir nach Hessen. Dort gingen die Kinder in eine Grundschule. In Hessen gab es einen gravierenden Unterschied. Die Grundschule geht hier nur bis zur 4. Klasse. Ab der 5. Klasse gehen die Kinder hier auf die weiterführenden Schulen. Da gibt es ja einige zur Auswahl. Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule… Privatschule oder andere Schulen habe ich nicht in Betracht gezogen. Die Leistungen meiner Kinder in der Grundschule waren aus meiner Sicht völlig ok.
In der Grundschule wurde ein Elternabend veranstaltet, in dem sich die besagte Schule (ich will hier nicht den Namen nennen) vorstellte. Das Konzept hörte sich in meinen Augen ziemlich gut an… damals. Heute denke ich anders, heute weiß ich es besser.

Das Konzept der Gesamtschule ist dies, dass es den Schülern die Möglichkeit gibt vom Hauptschulabschluss bis zum Abi alle Abschlüsse machen zu können. Die Kinder werden ab der 6. Klasse in Mathematik, Deutsch und Englisch in Kurse aufgeteilt, ab der 9. Klasse gibt es Kurse in Physik, Chemie und den Fremdsprachen. Ein Sitzenbleiben ist in der Schule nicht möglich, es sei denn die Eltern stellen dazu den ausdrücklichen Antrag. Die Kinder werden hier nur zwischen den A-B-C-Kursen hin- und her geschoben.
Fakt ist, dass in Klassen mit viel zu vielen Schülern unterrichtet wird. Das liegt daran, dass eine neue Klasse erst eröffnet werden kann, wenn eine gewisse Schüleranzahl erreicht ist. In einer Klasse werden schon mal bis zu 30 Schüler unterrichtet.
In die Gesamtschule gehen über 1000 Schüler, zeitweise belief sich die Schülerzahl glaube ich auch auf bis zu 1200. Die Klassenstufe meiner Kinder ist in 5 Klassen aufgeteilt. Wir hatten Glück, dass dies gemacht werden konnte, weil die geforderte Schüleranzahl erreicht wurde. In den vorigen Schuljahren waren nur 4 Klassen der Klassenstufe vorhanden.

In einer Klasse mit 30 Schülern ist einem Lehrer eine ordentliche Hausaufgabenkontrolle nicht gegeben. Da der Unterricht von einem Fachlehrer unterrichtet wird, kann es schon mal vorkommen, dass man vielleicht bei 9 verschiedenen Lehrern unterricht hat.
Biologie z.B. wird eine Stunde in der Woche von einer Lehrerin unterrichtet. Sie hat evtl. noch ein Zweitfach in jeder Klasse. In wie vielen Klassen muss diese Lehrerin unterrichten, bis sie ihre Plan-Arbeitszeit geschafft hat? Ich weiß es nicht genau, da ich mich in dem Metier nicht so auskenne, kann mir aber vorstellen, dass sie bis zu 15/20 Klassen zu betreuen hat. Das sind dann im schlimmsten Fall 600 Schüler. Wie, bitte sehr, soll sich eine Lehrerin die Gesichter und die dazugehörigen Namen merken??? Auf einer Seite im Internet (ich weiß nicht mehr welche es war) habe ich gelesen, dass es Lehrer gibt, die Fotos von den Schülern machen und die Namen drunter schreiben!
Verschlimmert wird dieser Umstand noch dadurch, dass die Lehrer jedes Schuljahr wechseln. Warum das so gemacht wird, kann ich nicht sagen.

Bei uns trat dazu dieser Fall ein: (Achtung, es wird kompliziert)
Tochter A hatte Mathe beim Lehrer B, Tochter C hatte Mathe beim Lehrer D. Im nächsten Schuljahr hatte Tochter A plötzlich Mathe beim Lehrer D und Tochter C beim Lehrer E.
Tochter C wollte aber Mathe wieder bei Lehrer D haben, weil sie sich dort von einer 4 auf eine 2 verbessern konnte. Und Tochter A hätte einem Wechsel zu gern zugestimmt, weil sie mit der Unterrichtsmethode des Lehrer D nicht zurechtkam und ein Absacken der Note zu befürchten war. Diesem Wunsch (beide Kinder gleiche Klassenstufe) wurde nicht stattgegeben. Resultat: Tochter C hatte im darauffolgenden Halbjahr auf dem Zeugnis eine 5 und Tochter A hatte sich auch um eine Note verschlechtert. Genau wie wir das vorausgesehen haben.
Klar ist es so, dass man sich als Schüler nicht den Lehrer aussuchen kann, dass es Sympathien und Antipathien gibt. Trotzdem bin ich noch nicht dahinter gestiegen, warum so ein häufiger Lehrerwechsel veranstaltet wird. Es wird weder für die Lehrer leichter noch für die Schüler!!!

Weiter zum Unterricht mit 30 Schülern. Wir wissen wahrscheinlich alle, dass unsere Kinder kein Heiligenschein ziert. Grade in der Phase der Pubertät kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, die man am liebsten gar nicht wissen will. Da tun mir die Lehrer auch wirklich leid, aber es ist trotzdem so, dass die Lehrer sich dafür entschieden haben, Lehrer zu werden… aus welchen Gründen ist hier glaube ich nicht relevant, denn die letzte Entscheidung darüber hat der Lehrer doch selbst getroffen. Hier merke ich dann, dass es Lehrer gibt, die es schaffen, eine Klasse mit 30 Kindern zumindest so ruhig zu bekommen, dass die Schüler im Unterricht etwas lernen können. Wiederum gibt es Lehrer, die dieses Talent nicht haben. So sitzen dann 30 Schüler in einer Klasse, 10 davon haben grad 0-Bock, der andere Teil würde gern lernen, aber kann nicht, weil der Lärmpegel einfach zu hoch ist.
Verstärkt wird dieses Phänomen des Nichtlernenwollens und Nichtlernenkönnens noch dadurch, dass außer in den Kurs-Fächern Schüler des Hauptschulzweiges mit Gymnasialschülern in einer Klasse sitzen. Die Motivation mancher Hauptschüler ist gleich Null und deren Eltern ist es wahrscheinlich auch egal.
Auch haben die Kinder hier nicht den Druck wie z.B. auf einem Gymnasium. Wenn sie auf dem Gymnasium nicht die erforderlichen Leistungen bringen, müssen sie in eine Realschule wechseln. Das will wahrscheinlich kein Kind so gerne, da sich ja auch Freundschaften gebildet haben. Also ist doch der Wille auf dieser Schule zu bleiben und Leistung zu zeigen viel größer als in einer Schule, wo es letztlich egal ist, auf welchen Abschluss hingearbeitet wird.
In der Gesamtschule ist dieser Druck nicht vorhanden. Da ist es eher in die entgegen gesetzte Richtung gemünzt… nämlich so, dass man sich ja auch später noch Mühe geben und dann immer noch ein Abi schaffen kann. Dass die Kinder sich diesen Weg aber schon frühzeitig durch Nichtlernen verbauen können, da sie das Verpasste nicht mehr nachholen und dem Unterricht in höheren Stufen nicht mehr folgen können, soweit denkt doch kein 12- oder 14-jähriges Kind.
Zu diesem Thema wäre jetzt glaube ich das für mich Wichtigste geschrieben, jetzt wechsle ich zum Umgang der Lehrer mit den Schülern und die Vorbildfunktion der Lehrer.

Fangen wir mal so an: Als Erwachsener und Elternteil eines schulpflichtigen Kindes prädigen wir immer, wie wichtig das Lernen und die Schule für die Zukunft ist.
Vor noch zwei Jahren war es auf dieser Schule gang und gäbe, dass Lehrer zu spät zum Unterricht kamen. Ja, Ihr habt richtig gelesen… die Lehrer kamen zu spät. Meist so fünf Minuten, aber es waren auch mal 20 Minuten. Auch war das Schuljahr 2005/2006 sehr von Unterrichtsausfall geprägt. Es fiel nicht nur stundenweise Unterricht aus, nein, meine eine Tochter brauchte zwei Tage gar nicht zur Schule gehen. Vorbildfunktion? Schule ist wichtig? Äh?

Der für mich unverständlichste Fall war jener, dass eine große Mathematikarbeit angekündigt war. Meine Tochter ist keine Mathe-Leuchte, wir hatten vorher tagelang geübt.
Man kann sich vorstellen, wie nervös so ein Kind vor so einer Arbeit ist, es hat Versagensängste, Angst wieder eine schlechte Note zu schreiben.
Zu dieser Unterrichtsstunde kam der Lehrer 5 Minuten zu spät! Keine lange Zeit sagt man, aber wie lang können Minuten werden? Es war für mich einfach unverständlich.
Danach habe ich einen Beschwerdebrief an den Direktor der Schule geschrieben, der leider nie beantwortet wurde, was mir die Wichtigkeit dieses Themas für den Direktor vor Augen hielt.
In sehr großem Maße stört mich auch das Engagement vieler Lehrer. Es gibt wenige Lehrer, die sich um die Leistungen der Schüler einen Kopf machen. Regel ist es eigentlich an dieser Schule, dass die Eltern benachrichtigt werden sollen, sobald das Kind 3x seine Hausaufgaben nicht erledigt hat. Meine eine Tochter hatte im ersten Halbjahr ihre 0-Bock-Phase. Sie beteiligte sich teilweise gar nicht am Unterricht, nahm des Öfteren nicht die nötigen Schulmaterialien mit zur Schule und machte dementsprechend auch keine Hausaufgaben.
Wenn dazu keine Info vom Lehrer kommt und das Kind zu Hause nur die guten Noten zeigt, die es geschrieben hat, wie soll man als Eltern wissen, dass da in der Schule gehörig was schief läuft???
Ich bin keine Übermutter, die ständig den Ranzen und die Schulhefte der Kinder kontrolliert (obwohl ich mir das jetzt ein wenig angewöhnt habe), da ich der Meinung bin, dass es in dem Alter meiner Kinder von selbst klappen muss. Ich gebe meinen Kindern Hilfestellung, wenn sie irgendwo nicht weiter wissen. Sie wissen, dass sie mich oder meinen Mann fragen können, wenn sie Probleme in irgendeinem Fach haben…

Momentan habe ich grad eine andere Wut in mir. Hier geht es um den Sportlehrer. Meine beiden Töchter sind nicht die dünnsten, aber was geht dem Lehrer die Figur meiner Kinder an? Er sagte zu meiner Tochter, sie solle doch mal auf ihre Figur achten. Dabei ist meine Tochter ziemlich sportlich, sie spielt aktiv Handball, macht dabei Kraft- und Ausdauertraining… Der Lehrer selbst isst im Unterricht und trinkt Kaffee. Da frage ich mich, ob er dazu nicht die Pause benutzen kann, wie es jeder normal arbeitende Mensch auch tut.
Als letztes komme ich zur Schule selbst

Die Schule meiner Kinder ist sehr groß. Vom Zustand her ist hier von teils renovierten Gebäuden bis zu völlig heruntergekommenen alles zu finden. Für die Renovierung der Klassenzimmer und Flure z.B. ist kein Geld da.
Aber für drei 40" TFT-Bildschirme für das Info-System ist Geld da. Ich habe gelesen, dass diese Eigenfinanziert wurden…
Sind TFT-Bildschirme für die Kinder so wichtig? Wichtiger als frisch renovierte Schulgänge und -räume? Da hat doch jemand den Finanzstift in die falsche Richtung gehalten.
Das sollte nur ein Beispiel sein, sicher gibt es noch mehr davon.
Fazit:

Durch die oben angeführten Lernmethoden und -umstände (ich könnte bestimmt noch mehr aufzählen, der Bericht ist aber schon lang genug) haben unsere Kinder immer größere Bildungslücken zu schließen. Diese zu schließen liegt wohl momentan in der Verantwortung der Eltern, weil sich am Schulsystem so schnell nichts ändern wird. Alle warten auf eine Reform, aber zum Warten haben unsere Kinder grad keine Zeit! Hier habe ich noch nicht einmal das Thema der ausländischen Kinder angesprochen, die der Deutschen Sprache nicht mächtig sind… die aber auch ihren Teil dazu beitragen, dass unseren Kindern und auch den ausländischen Kindern selbst, das Lernen erschwert wird. Das heißt keineswegs, dass ich ausländerfeindlich eingestellt bin, nein, ich wollte diesen Fakt nur angeschnitten haben, der durch eine bessere Förderung dieser Kinder etwas gemildert werden könnte.
Die Nachhilfe durch Eltern, die Teils fast den gesamten Unterrichtsstoff eines Faches mit dem Kind lernen müssen, da es in der Schule nichts mitbekommt (Lärmpegel) wird immer mehr gefordert. Gewerbliche Nachhilfeinstitute sprießen aus dem Boden und blühen auf…
Ohne beide Institutionen (Eltern und Nachhilfeunterricht) würden unsere Kinder heutzutage ziemlich dumm aus der Wäsche gucken. Und das ist die traurige Wahrheit über das Schulsystem in Deutschland… ich glaube ich habe genug gesagt!
...
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Kommentare
antjeeule
antjeeule, 10.06.2008
Du hast Dir da mit Recht mächtig viele Gedanken gemacht. Unsere Tochter hat heute ihr Abitur bestanden. Sie wird ihre Schulzeit nicht nur in guter Erinnerung behalten. Viele Dinge liegen im Argen. Das wissen auch wir Pädagogen. Es gäbe noch mehr zu sagen.
campino
campino, 29.05.2008
quotDie Motivation mancher Hauptschüler ist gleich Null und deren Eltern ist es wahrscheinlich auch egalquot - Als Mutter einer Hautschülerin, einer Gymnasiatin und einer Waldorfschülerin finde ich diesen Satz nicht sehr geglückt. Verallgemeinerungen s
lara03
lara03, 05.06.2008
wir haben hier in bw das 8 jährige Gymnasium- Lehrer beschweren sich, dass sie den Stoff nicht durchbekommen, aber dauernd fallen Stunden wie z.bsp. Mathe aus, weil die Lehrer mit Auslandsaustausch beschäftigt sind...lG lara
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Jojo2708

SCHILDERUNG EINER SCHULSTUNDE

ein Testbericht von 2004-06-04 21:00:52 vom 04.06.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: ----...
Nachteile/Kritik: ----
SCHULSTUNDE

Noch zwei Stunden Französisch!
Wie soll das ein halbwegs normaler Mensch denn bitte aushalten?!
Gähnend betrachte ich den Klassenraum. Wenn jemand einen Wettbewerb
für den langweiligsten Saal machen würde hätte unserer gute Chancen. Zu meiner rechten Seite ist die Wand popelgrün angestrichen. Das es so grässliche Farben überhaupt gibt ist schon seltsam aber das es Leute gibt die damit tatsächlich ihre Wände bepinseln ist für mich absolut unvorstellbar!! Rund um das Waschbecken sind weiße Kacheln angebracht deren Ränder schon braune Schimmelränder zieren. Wieder ein Punkt über dessen Schönheit sich streiten lässt. Die monotone Stimme meines Lehrers geht mir auf die Nerven. Wer soll den da Wachbleiben? Während ich mir meine Augenlider mit Mühe offen halte streift mein Blick das Fenster: "Das könnte auch mal wieder geputzt werden!" Oben in der linken Ecke sind noch selbst gebastelte Fensterbilder von Ostern (und das an Weihnachten?!). Draußen schneit es mal wieder. Alles sieht aus weiß unter einen großen weichen flaumigen Decke. Das erinnert mich schon wieder an mein schönes, bequemes Bett zu Hause. Sehnsüchtig wandert mein blick zum wiederholten Male an diesem langen, scheinbar nie endenden Schultag auf die weiße Plastikuhr. "Noch 35 Minuten!!" ("HILFE!!!!-ICH WILL NACH HAUSE!!) Alle versuche dem unterricht zu folgen scheitern erbarmungslos. Die Wörter scheinen zwar mein Ohr zu erreichen aber mein Verstand kann die Bedeutung unmöglich erfassen. Stattdessen starre ich nur weiter durch die Gegend. Die Tischplatte vor mir ist einmal dunkelbraun gewesen. Doch nun ist sie über und über bekritzelt. "PAULA UND MATZE" steht da und "HEIKE + PETER = LIEBE". Lauter unbegründete Vermutungen. Mit Rotstift hat jemand "I HATE SCHOOL". Ein geritztes Hakenkreuz kann ich auf der oberen Tischsseite entdecken. jemand hat es durchgestrichen und "NAZIS RAUS!!!" daruntergeschrieben.....
Ein Klopfen an der Tür reißt mich aus meinen Gedanken. "Haben Sie einen Oberhet*?! Zwei kleine Fünfis*² strecken blödgrinsend ihre Köpfe durch die Tür. Als sie feststellen dass wir das gewünschte nicht besitzen ziehen sie unter genervtem Blick unsres Lehrers ab. Vom gang dröhnt Geplärr zu uns herein. Ein unangenehmer Geruch der plötzlich in meine Nase steigt zeigt mir dass einer meiner Mitschüler unter Blähungen leidet. "NA WUNDERBAR!!!"
Bin ich froh als endlich das befreiende, herrliche Geräusch der Schulglocke ertönt und mir SCHULAUS ankündigt!!!!!!!

*umgangssprachlich für Overheadprojektor
*² umg. für Fünftklässler

***********************
Wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt ist dieser Text in einer sehr langweiligen Schulstunde entstanden. Ein bisschen übertrieben aber dennoch gut gelungen wie ich finde, sodass er euch hoffentlich auch etwas amüsiert hat!
Einige werden jetzt sicher denken dass ich mich eigentlich freuen sollt dass ich in die Schule gehen darf weil das wenn man die Armut in zum Beispiel Ländern der Dritten Welt betrachtet nicht mehr selbstverständlich ist! das stimmt ja auch und ich bin auch dankbar dafür das ich hier lebe und es mir gut geht! trotzdem sind die Schulstunden besonders die letzten nach einem scheinbar endlosen Schultag doch manchmal seeehr anstrengend.

Wie auch immer,
Liebe Grüße
Danke fürs Lesen
Jojo
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
rufri

Alles mit S wie Schule

ein Testbericht von 2004-02-05 15:03:08 vom 05.02.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Schule muss sein...
Nachteile/Kritik: Manchmal wenig Kooperation
Meine jüngste Tochter geht jetzt in die vierte Klasse.

Gestern um 12:00 h hier ein Anruf, jemand aus der Schule ruft an, und sagt, die Tochter fühlt sich nicht wohl, klagt über Kopfschmerzen und muss nach Hause abgeholt werden.

Ich schmiss also meinen Federhalter in die Ecke und war tatsächlich nach 25 Minuten in der Schule, wo die Tochter mir schon entgegenkam. Offenbar erhöhte Temperatur.

Wieder zu Hause, wurde Fieber gemessen, 38,5 ° C, Fieber.

Ich schickte sie in Bett, gab ihr erst mal eine schöne Hühnersuppe, dann einen heissen Tee mit Zitrone und viel Honig. Das alles musste sie so heiss wie möglich verzehren. Sie blieb dann im Bett, heute früh 2 Spiegeleier, wieder den Tee mit Zitrone und Honig, siehe da, das Fieber ist vergangen. Heute bleibt sie noch im Bett, morgen ist Sonntag und Montag geht es wieder zur Schule.

Das erscheint mir ein altbewährtes Rezept zu sein, ohne Chemie, und ohne Nebenwirkungen.


Jetzt geht es los:

Wollen die Lehrer überhaupt keine Verantwortung mehr übernehmen ?

Als wir nach Hause kamen, wurde mir gesagt, dass noch zwei Anrufe aus der Schule waren,

Tenor : wo ich bleibe, oder warum die Tochter nicht abgeholt wird.

Wir wohnen ca. 10 Minuten von der Schule entfernt (mit dem Wagen)
Ich war nach ca. 25 Minuten da, Schumacher wäre auch nicht schneller gewesen !

Offenbar verfügt die Schule über keine Krankenstation, und auch über Niemanden, der in 1.Hilfe ausgebildet ist.
Der Weg des geringsten Widerstandes ist, ständig zu telefonieren, um das Gewissen rein zu halten.
Ein Hausarzt, der eigentlich ständig verfügbar ist, wohnt 5 Minuten (zu Fuss) von der Schule entfernt, warum sind sie da mit ihr nicht hingegangen, wenn „es um Leben oder Tod“ geht.

Nein, hier anzurufen ist ja viel einfacher, dann braucht man ja als Lehrer sich keine weiteren Gedanken zu machen. Nein man kann sogar sich in den Vordergrund schieben, weil der Vater die Tochter ja solange hat sitzen lassen.

25 Minuten, das hat den Beamten in der Schule zu lange gedauert.

Wie hätte es ausgesehen, wenn ich mich woanders aufgehalten hätte, gerade wichtigen Geschäften nachgegangen wäre, oder kein Wagen zur Verfügung gestanden hätte ?
Zu Fuss braucht man nämlich zur Schule mindestens 30 Minuten, da muss man dann aber ziemlich zügig unterwegs sein.

Anders bei zwei berufstätigen Eltern, kann es auch sein, dass keiner gerade abkömmlich ist, oder durch eine solche Aktion, der ohnehin nicht allzu sichere Arbeitsplatz gefährdet wird.

Da muss ich den betreffenden Lehrern, oder den Zuständigen mal ein dickes Minus ins Klassenbuch schreiben !!

Aus der Vergangenheit weiss ich noch, dass man bei den kleinsten Unstimmigkeiten sofort gerufen wird.

Die Lehrer vergessen, dass Sie während des Schulaufenthaltes auch für die Kinder und deren Wohlergehen verantwortlich sind.

Die Eltern immer.

Läuft etwas unrund, melden die Lehrer, ob dieser Verantwortung überfordert, dieses sofort den Eltern, umgekehrt habe ich noch nie gehört.

Ähnlich verhält es sich mit Elternabenden, hier muss man erscheinen, sonst hat man angeblich kein Interesse am schulischen Werdegang des eigenen Kindes.

Glauben die Lehrer, sie machen Geheimunterricht oder dass die Kinder uns nicht erzählen, was in der Schule so läuft ?

Wir machen eigentlich jeden Nachmittag hier eine kleine Konferenz, meine Tochter erzählt mir aus der Schule, wir plaudern ein wenig, zwischendurch üben wir Rechenaufgaben oder was gerade aktuell ist.

Nein, auch der Elternabend dient den Lehrern, sie wollen den Erwachsenen zeigen, wie schwer sie arbeiten, Kunststück bei der Freizeit und den sonstigen Annehmlichkeiten dieses Berufes.
Wenn man einmal den Lehrstoff intus hat, wird er jedes Jahr wieder herunter gebetet. Als Abwechslung erscheint nur, das immer vor neuem Publikum.

Liebe Leser, liebe Lehrer,
ich wollte hiermit Niemanden vor den Kopf stossen,
besonders nicht die Lehrer, oder die, die Lehrer werden wollen,
wenn sie diesen Beitrag lesen.
Dieser Vorfall gab mir zu denken,
wir werden die Welt nicht ändern,
aber vielleicht sorgt es auch bei Euch für einen kleinen Denkanstoss.

rufri , 663 Wörter, am 04.02.2004, gepostet auch bei CIAO
...
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Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Produktbeschreibung Gedanken zur Schule

 
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