Gläserne VW-Manufaktur
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Gläserne VW-Manufaktur

Platz 72 in der Kategorie "Dresden". Typ: Automobilindustrie / ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)

Gläserne VW-Manufaktur Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Die Fabrik wird zum Freizeiterlebnis.
Nachteile/Kritik
  • um alles zu genießen braucht man ein wenig : Geld
P.Nibel

Zelebration der Mobilität

ein Testbericht von 2002-12-05 12:37:28 vom 05.12.2002
Empfehlung: ja
In Anbetracht der stetig mobilgeilen Gesellschaft ein logisches Unterfangen vom Volkswagen-Konzern.

Und doch ist die Idee, die Produktion eines Oberklassenfahrzeuges für jedermann transparent zu machen, außergewöhnlich und reizvoll. Die Betonung liegt hier auf JEDERMANN: Denn so bleibt die Transparenz und Nähe zum Produkt nicht nur der solventen Käuferschicht, sondern eben auch dem weniger betuchten Sozialhilfeempfänger vorbehalten. Eine gewagte Strategie oder ein punktgenaues Konzept?

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Zunächst vorab einige Erläuterungen:

Manufaktur: [lat.fr.] die; ~ ; -en Industrie-, Gewerbebetrieb mit Handarbeit

Lang dauerte es, bis das Märchen von der Gläsernen Manufaktur des Volkswagen-Konzerns beginnen konnte. 1610 Tage wurde angekündigt, debattiert, gestritten, über den Haufen geworfen, neu geplant und protestiert. VW, erpi(e)cht auf positive Pressemitteilungen aus aller Welt und eine Imageverbesserungen sondergleichen, und die Stadt Dresden, erpicht auf Million aus Grundstücksverkäufen und künftigen Steuereinnahmen, lieferten sich über Monate Streitigkeiten und Glaubensfragen um einen realisierbaren Platz für das seltene Bauwerk. Traurig genug, dass tausende Dresdner den anvisierten Straßburger Platz, direkt am wunderschönen Stadtpark "Großen Garten" gelegen, vehement ablehnten und sich für eine Ansiedlung des VW-Konzern außerhalb des Stadtzentrums aussprachen. p.nibel Dabei konnte sogar ein Blinder mit Krückstock erkennen, dass die geplante Gläserne Manufaktur, in welcher ein absolutes High-End-Luxusgefährt hergestellt werden sollte, zwar möglicherweise einen Stilbruch darstellen aber das Innere der Stadt ungemein aufwerten würde.

Und so geschah es zum Glück, dass eben diese Stelle durchgesetzt wurde und Volkswagen nun offiziell seit dem 11. Dezember 2001 am Oberklassewagen namens "Phaeton" - für jeden sichtbar - herumbastelte. Dresden verfügt nun über die angeblich modernste Automobilfabrikation der Welt.

An jedem kleinen Detail der, in den ca. 49.000 Quadratmeter großen Manufakturgarten eingebetteten, gläsernen Fabrik kann man eindeutig erkennen, dass VW nicht gespart hat. So sollen rund 185 Millionen Euro in das Bauwerk geflossen sein. Und so wäre es natürlich schon interessant, den 22 Meter hohen Bau mit jeweils 145 Meter Seitenlänge einmal von Innen besichtigen zu dürfen. p.nibel Steht man doch mit offenem Mund vor der Außenfassade und grübelt ob des irrsinnigen Materialaufwands für dieses Fabrik-Gebäude. Immerhin glotzen einen 20.000 Quadratmeter Glas (das entspricht ca. 4.300 Scheiben), 60.000 Tonnen Beton und 16.000 Tonnen Stahl ungeniert an.

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Genug gestarrt, hinein ins Vergnügen. Doch so schnell die Lust auf die Innenbesichtigung da war, so schnell verpuffte sie wieder. Nachdem der Eingangsbereich betreten wird, empfängt eine adrett gekleidete Dame die Besucher und erklärt, dass Besichtigungen nur nach vorheriger Anmeldung möglich sind. Ein kurzer Anruf im Costumer Care Center über (01805) 896268 und schon könne man eine Voranmeldung mit Reservierungs-Nummer ergattern. Immerhin sei der Besuch dieser Manufaktur doch ein exklusives Erlebnis, welches maximal 250 Personen am Tag erfahren dürfen.

Eilig an das Telefon gesetzt und die genannte Nummer gewählt. Eine freundliche Dame am Telefon erhört meinen Wunsch nach einer Reservierung, teilt mir jedoch mit, dass zu meinem gewünschten Termin leider keine freien Karten mehr zur Verfügung stehen. p_nibel Nach minutenlangem Kalenderblättern und Überlegen meinerseits war dann doch noch ein freies Kärtchen in den folgenden Tagen zu finden. Danke.

Es dauerte nicht lange und ich stand zum reservierten Zeitpunkt in der Eingangshalle, hatte bereits meine 5 EUR Eintritt bezahlt und harrte nun der Dinge, die da geschehen würden. Nervosität machte sich in mir breit. Wie würde dieser Fabrikbesuch überhaupt ablaufen. Wenig später, es sammelten sich mittlerweile ca. 20 Personen, begrüßte uns ein junger Mann im schicken Zweireiher. Pfauenartigen Schrittes stolzierte der "Gastgeber" nun vor der Gruppe Besucher einher und sprach mit dezent leiser Stimme. Zunächst wurde uns Gelegenheit geboten, einen glanzpolierten fertigen VW Phaeton aus der Nähe zu betrachten. Während jeder staunenden Blickes den Motorraum beäugte oder sich cool an das Steuer des Phaeton setzte, erklärte der Fabrikführer interessante Ausstattungsdetails und Besonderheiten. p.nibel Auch ich boxte mich durch die Reihen und ergatterte die Möglichkeit, dass kühle Leder des Fahrersitzes an meinen Pobacken zu spüren. Ein vorsichtiges Streicheln des Lenkrads war mir noch gegönnt und schon zog die Gruppe weiter.

Nächste Station: Der größte Touchscreen der Welt. Hier konnte sich jeder der Gäste den Phaeton seiner Wahl zusammenstellen. Ein leichter Touch auf den Screen [daher wohl auch der Name Touchscreen ;-))] und schon konnte man sich die Farbe des Sitzlederbezugs auswählen, die Türverkleidung ändern, das Fahrzeug umlackieren, Felgen wechseln und… und… und.

Sodann folgten durch den jungen Mann im Anzug, anhand einiger Ausstellungsstücke, Erläuterungen zu innovativen Ideen am Fahrzeug. Zudem durfte man sich mit dem Bordcomputer und Infosystem des Phaeton beschäftigen. Sicher etwas für Technikfreaks.

Wenig später folgte dann der, für mich zumindest, interessanteste Teil der Führung. Mit einem gläsernen Fahrstuhl in das erste Stockwerke der Fabrik gefahren, konnte man nun live an der Fertigung des VW-Luxuswagens teilhaben. So drückten sich dann auch schon 20 Nasen an eine Glasfront, hinter welcher sich ein Teil der Fertigungshalle befand. Monteure in weißen, unbefleckten Anzügen glitten über den Parkettfußboden, um sich scheinbar pingelig und hochkonzentriert am "Gerippe" des Phaeton zu schaffen zu machen. Sechs Wagen standen hintereinander auf Drehscheiben, damit diese auch jederzeit in eine beliebige Position gebracht werden können, und in bzw. um jeden Phaeton gesellte sich eine Schar flinker Monteure, die dem Begriff Manufaktur alle Ehre machten. p.nibel Am Ende des sogenannten hochmodernen Schuppenlaufbandes steht ein weiterer Mitarbeiter, der sich gekonnt in den scheinbar fertigen Wagen katapultiert um dann in bester Michael Schuhmacher-Manier in einen gläsernen PKW-Fahrstuhl zu brausen, mit welchem er sodann in den Fahrzeugturm gleitet. Dort stehen bereits 10 bis 15 Wagen sozusagen abholbereit zur Verfügung.

Während sich die Schlieren der Nasen an der Glasfront länger zogen, konnte ich die Gelegenheit nutzen und mich etwas über den Fertigungsablauf des Phaeton informieren. So stehen da in Reih und Glied sieben Displays, welche einzelne Fertigungsphasen mit Hilfe von Filmen und Texten dem Besucher näherbringen.

Langsam wurde es den Leuten wohl zu kalt um die Nase und so führte uns der Gästeführer nach einigen Frage- und Antwortspielchen zu guter Letzt in das Kugelhaus. Dieses sprichwörtliche Kugelhaus, welches in der Empfangslobby eingelassen ist, hat eine Höhe von ca. 10 Metern, Man stelle sich einen dreidimensionalen Lolli vor und schon hat man vor Augen, was ich meine. Durch einen dunklen engen Gang gelangt man in das Innere der Kugel und wird förmlich von den darin befindlichen Informationen erschlagen. In der Art eines Rundum-Kino sieht man an jedem erdenklichen Platz im Raum unendlich viele Informationen aus der Welt. p_nibel Ob es die aktuelle Entwicklung des Nasdaq ist, aktuelle Nachrichten aus aller Welt, dahinrasselnde Zahlen, die die aktuelle Realtime-Geburtenrate in Deutschland anzeigen, die Flut ist enorm. Zudem kann man sich an zahlreichen Displays in diesem dunklen 12-Meter-Globus eigene Themenbereiche herausfischen und betrachten. Durch diese komplizierte Internet- und Datenbanktechnik, die mittels Projektoren an die Wand geworfen wird, wird der Besucher vollends verwirrt und es wird klar, dass die Welt dem globalen Dörfchen langsam aber sicher sehr nahe kommt. Volkswagen bezeichnet dieses Erlebniss als virtuelle Reise in die Zukunft der Informationsvermittlung.

Puh...mit zerzaustem Haar und wirren Gedanken trete ich aus dem Globus heraus. Die Führung ist beendet. Nun hat der Besucher noch Zeit, seine Gedanken etwas zu richten und ein wenig in Ruhe herumzuschnuppern.

Obgleich ich bei Beginn der Führung eine Art Chipkarte zur Identifizierung erhalten habe schaffe ich es nicht, in das Direktionsbüro vorzudringen. Denn leider strafte mich der 2-Meter-Wachhund beim entsprechenden Fahrstuhl mit bösen Blicken. Dabei hätte ich doch so gern einmal auf dem Sessel des Herrn Piech gesessen. Wahrlich ein Mann der Innovationen. Denn wo gibt es so etwas wie die Gläserne Manufaktur von Volkswagen noch einmal?!

Noch ein großes Dankeschön an Volkswagen für die geschaffenen Arbeitsplätze. Immerhin können knapp 800 Menschen nun für VW direkt und ca. 2.500 im Zulieferer,- Service- und Logistikbereich arbeiten. Eine echte Leistung, die es zu Loben gilt.
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Focus: Ein Besuch der Gläsernen Manufaktur ist wirklich empfehlenswert. Dieser Rundgang ist genau so ungewöhnlich und interessant wie der Phaeton, der dort gebaut wird. Es sei mir verziehen, dass ich nicht weiter auf die architektonischen Gegebenheiten des Bauwerks eingegangen bin: Wie gern hätte ich das getan. Allerdings würde das den Rahmen dieses Berichtes sprengen.

Genügend Infos findet Ihr unter

www.glaeserne-manufaktur.de






mit gläsernen Grüssen


P.Nibel
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
bluefish

Luxus in dem Ambiente Dresdens

ein Testbericht von 2005-06-22 12:08:55 vom 22.06.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Die Fabrik wird zum Freizeiterlebnis....
Nachteile/Kritik: um alles zu genießen braucht man ein wenig : Geld
Natürlich musste ich als Einheimischer diese „Manufaktur“ kennen lernen. Dies tat ich an einem Wochenende in Verbindung mit einer kleinen Führung. Klein heißt hier, dass der direkte Lauf durch die Fertigungsstrassen nicht dabei war.
Von außen sieht sie schon ein wenig nach kleiner Autostadt in Wolfsburg aus. Ich sag nur Glaszylinder, in denen die fertigen Autos auf ihren Kunden in Verbindung mit First-class-Hotel, Essen in Weinschlössern über Dresden und Besuch der Semperoper davor.
Also kann man sich vorstellen welche Autos hier gebaut werden.
Da ist zuerst einmal der Phaeton, der der S-Klasse noch immer vergeblich in Sachen Image hinterherläuft.
Dann gäbe es den Bentley Continetal Flying, der die Lücke zwischen Phaeton und Rolls Royce schließen soll. Er ist mit 317km/h auch die schnellste Serienlimosine der Welt.
Und zu meiner Verwunderung wurde auch der Touareg mit 10 Zylinderdiesel im Werk mit Einzelmotoren und Karossen vorgestellt.
Eigentlich gebaut wird keiner von ihnen hier, sie werden nur noch showhaft auf Parkettfliesbändern zusammengebaut. Gemeinsam haben die 3 nicht nur ihre Motoren sondern auch die Technik. (Darum Tourag)
Ich komme mir irgendwie eher in einem Museum für moderne Kunst, als in einer Autofabrik vor. Sie werden in der gesamten Fabrik nicht einen Mitarbeiter (Auch Fliesband) treffen, der irgendwo dreckig ist.
Vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld, soll das Restaurant was auch Touristen offen steht, höchsten Ansprüchen genügen.
Im groben wird bei der Führung zuerst der Aufbau des Autos erklärt (Supermodernes Karbon statt Blech), dann kann man sich als Kunde sein Wunschauto zusammenstellen und Anschließend am Fliessband die Geburt seines Autos verfolgen. Wenn das nicht Interessant ist?!
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
1-2 von 2  Dresden
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Informationen zu Gläserne VW-Manufaktur

 
Allgemeine Informationen Gläserne VW-Manufaktur
gelistet seit: 11.09.2003
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Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Kategorie: Sehenswürdigkeit 
Typ: Automobilindustrie 
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