Hifly Free 143 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Rot wie ein Ferrari und (fast) genauso schnell
ein Testbericht von fanatic2842004-05-06 21:53:50vom 06.05.2004Empfehlung: ja
Vorteile: sportlicher Freerider, pfeilschnell...Nachteile/Kritik: ganz klar der Preis
Einsatzbereich
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Wer meinen Testbericht zum Starboard Carve vom 13.09.2002 gelesen hat, weiß bereits, dass ich am Liebsten auf Flachwasser bis kleine Kabbelwellen unterwegs bin. Mein Können erstreckt sich immer noch vom Gleiten in den Schlaufen über Wasserstart bis hin zur Power-halse. Und entsprechend ist der Testbericht zu interpretieren. Es handelt sich bei dem getes-teten Board um das aktuelle Modell aus 2004.
Technische Daten
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269 cm lang, 66,5 Cm breit, 143 Liter Volumen, nur 7,7 kg leicht mit Powerbox. Mitgeliefert werden eine Freeracefinne 46,0 und eine Freemoove 36,0. Das größte Problem ist der Preis. Laut Liste werden 1259,- € fällig. Zu erhalten ist das Teil ausschließlich in der teuren Sand-wich – Bauweise, das Material bezeichnet Hifly mit Carbotec.
Fahrleistungen
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Hifly empfiehlt Segelgröße von 4,5 bis 9 m². ich bin es mit einem camberlosen 6,3 m² großen Freeridesegel gefahren.
Wie das Board so ganz nackig vor mir lag, beeindruckte mich der Shape, der dem Trend (vorsichtig) folgend auch beim Free von Jahr zu Jahr immer gedrungener geworden ist (Brei-te läuft). Hier hat der Shaper Klaus Jocham wohl eine Idealmischung zwischen Sportlichkeit und Komfort angestrebt. Das knallige Rot trifft meinen Geschmack nicht, aber das sehen andere bestimmt anders. Der nächste Eindruck war: man ist das Teil leicht. Das geringe Gewicht hat sicher nicht nur Vorteile. In der Regel wird das durch Schlagempfindlichkeit der Deckschicht bezahlt. Mit so hochwertigen Boards muss man halt auch entsprechend umge-hen. Mir ist aber bekannt, dass Hifly stabile Boards mit Verstärkungen in besonders anfälli-gen Bereichen (Rails, Bugbereich, Fußschlaufenbereich) baut. Ich konnte natürlich bei mei-nem Test nicht extra das Board „zerlegen“. Hier sollte man vielleicht die Tests des Surf – Magazins u. ä. zu rate ziehen.
Auf dem Wasser hatte ich eigentlich keine Probleme mich von meiner etwas betagten Fana-tic Bee auf den Free um zu stellen. Der Balanceakt zwischen Komfort und Sportlichkeit scheint fast perfekt geglückt. Raufstellen und es geht sofort rasant ab, das Teil scheint im-mer weiter zu beschleunigen, so dass man bei etwas mehr Welle allen Mut zusammen neh-men muss. Toll sind auch die hochwetigen Fußschlaufen von Da Kine. Sie sind sehr bequem und bieten guten Halt.
Manöver erfordern doch etwas mehr Können als z. B. beim Starboard Carve (zumindest mit der 46er Finne). Speziell die Halsen erfordern etwas mehr Erfahrung/Übung, was nicht hei-ßen soll, dass man die Halse nicht auf diesem Board erlernen kann. Fehltritte in der Halse hat der Free sofort bestraft. Einsteigern würde ich dann aber doch ein anderes Board emp-fehlen. Der Vorteil des Bords gegenüber den noch breiteren, so genannten Wide-Body-Bords ist, dass es auch bei Überpower nicht so schnell zickig wird und jederzeit gut zu beherrschen ist. Höhelaufen ist eine Spezialität des Free. Der Winkel am Wind war für mich schier un-glaublich. Auch das dürfte zum Teil der guten Finne geschuldet sein.
Alles in allem ist es ein Board für sportlichere Surfer
Da ich, wie oben beschrieben, der klassische Flachwasserheizer bin, habe ich das Board nur mit der großen Finne getestet. Ich gebe zu, dass es mich schon ein wenig gereizt hat auch die 36er Finne zu probieren. Zwei
Gründe sprachen für mich aber dagegen.
1. der ungeheuere Spaß, den das Brett auf Flachwasser an diesem Tag beim Heizen gemacht hat und ich deshalb auf keinen Fall eine Pause machen wollte und
2. der ungeheuere Preis, der mich schnell zur Vernunft hat kommen lassen
Zu 2. sei ergänzend ausgeführt:
Ich gebe gern Geld für mein Hobby aus, bin aber nicht bereit 1259,- € nur für das Board hin zu blättern. Ach wenn ich durch geschicktes Handeln 150,- bis 200,- € Preisnachlass erzie-len könnte, wäre mir das noch zu viel. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum Hifly nicht wie z. B. Fanatic einen Shape in verschiedenen Materialkombinationen anbietet. Mit 1 bis 1,5 kg Mehrgewicht wäre der Free sicher immer noch ein exzellentes Board. Es muss doch wohl möglich sein, für den Freizeitsurfer, der vielleicht 25-mal pro Saison aufs Wasser geht, Mate-rial in erschwinglichen Preislagen an zu bieten.
Aus den v. g. Gründen kann ich dem Free auch nur 4 Sterne geben, obwohl dieses Brett zu den Besten gehört, was ich bisher unter meinen Füßen hatte.
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