Iiyama ProLite H430-B Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Ein Flachbildschirm der Spitzenklasse
ein Testbericht von theConsultant2004-12-30 17:52:02vom 30.12.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Hervorragende Bildqualität bei digitalem eingang, Pivot-Funktion, sieht gut auf dem Schreibtisch aus, umfangreiches Zubehör...Nachteile/Kritik: Hoher Preis
Lange hatte ich gezögert, bevor ich mich zum Kauf eines Flachbildschirms durchringen konnte. Für diese Zurückhaltung gab es im wesentlichen zwei Gründe.
Erstens zeigte mein alter Röhrenbildschirm, ein 21-Zoll Iiyama mit Lochbildmaske, den ich stets in der maximalen Auflösung von 1600 x 1200 Pixeln betrieb, auch nach jahrelanger Benutzung immer noch ein ausgezeichnetes Bild. (Dumm nur, dass der Monitor so riesig war, dass auf meinem Schreibtisch noch nicht einmal Platz für eine Tastatur blieb).
Zum anderen hatte ich bislang noch nie einen externen Flachbildschirm gesehen, dessen Bildschärfe an die meines Notebooks oder des eben erwähnten alten Röhrenmonitors heran reichte. Alles, was ich in den Elektronikmärkten oder auch auf den Schreibtischen von Kollegen sah, war weit unterhalb dessen, was meinen Vorstellungen von Bildqualität entsprach.
Es gab anfänglich sogar noch einen dritten Grund für mein Zögern. Als ich begann, mich für Flachbildschirme zu interessieren, lag deren maximale Auflösung bei 1600 x 1200. Gegenüber meinem alten Bildschirm wollte ich aber eigentlich eine Steigerung. Mittlerweise gibt es schon Flachbildschirme mit höheren Auflösungen, zu exorbitanten Preisen allerdings. Doch ich brauche sowas nicht mehr, nachdem ich festgestellt habe, dass man mit zwei parallelen Bildschirmen von moderater Auflösung viel komfortabler arbeiten kann. Die meisten besseren Grafikkarten (mein aktueller Rechner hat eine ATI Radeon 9600) besitzen heutzutage zwei Video Ausgänge und sowohl Windows als auch Linux erlauben eine entsprechende Ansteuerung eines Zweitbildschirms.
Aufgrund dieses Wunsches, möglichst kompakte Bildschirme mit möglichst hoher Auflösung zu benutzen, war meine Wahl auf eine Bildschirmdiagonale von 17 Zoll gefallen. Solche TFT-Bildschirme haben üblicherweise 1240 x 1024 Pixel. 19-Zöller bringen auch nicht mehr, sind aber teurer. Und, ganz wichtig: der Bildschirm sollte sich um 90° drehen lassen. Diese sogenannte Pivot Funktion ist beim Parallelbetrieb zweier Bildschirme ganz wichtig, aber nicht nur dann.
Schliesslich hatte ich auch noch ein Vorurteil. Selbst wenn der Bildschirm durch eine digitale Ansteuerung über die DVI-Schnittstelle ein scharfes Bild bringen würde, wären dann die Farben so gut wie bei einem Röhrenbildschirm oder doch eher so daneben wie man es bei Notebookbildschirmen gewohnt ist?
Habe ich alles zusammen? Ich wollte also 17 Zoll, 1240 x 1024 Bildschirmauflösung, Pivot Funktion, digitalen (DVI) und analogen (VGA) Videoeingang und bitte KEINE eingebauten Lautsprecher. (Über mein neues 5.1 Lautsprechersystem von Creative schreibe ich vielleicht ein anderes mal.) Außerdem sollte der Rahmen schwarz sein (so wie mein neuer Shuttle PC), vielleicht auch noch einen USB-Hub besitzen, und wenn er ein eingebautes anstelle eines externen Netzteils besäße wär dies auch nicht schlecht.
All diese Qualitäten besitzt der Iiyama Prolite H430. In der technischen Beschreibung heißt es zwar vollmundig: „H wie Hochwertig, Höchstleistung oder High End: Mit seinem Hitachi IPS-Panel erweitert das neue 17-Zoll-LCD ProLite H430 die Serie der Oberklasse-Modelle von Iiyama.” Ich hätte aber nicht lange gefackelt, ihn innerhalb der 14-tägigen Probezeit wieder an den Händler zurückzuschicken, wäre ich mit der Qualität nicht zufrieden gewesen. Bestellt hatte ich ihn übrigens bei cyberport.de. Obwohl ich dort schon öfters eingekauft hatte, wurde der 10-Euro-Gutschein des Suchportals preistrend.de problemlos anerkannt. Wegen der Bestellsumme von über 500 Euro wurden mir auch keine Versandkosten berechnet, lediglich eine Transportversicherung;
alles zusammen kam dann auf 525 Euro. Viel Geld? Iiyama bietet derzeit 6 verschiedene LCD-Bildschirme an, mit Listenpreisen zwischen 399 und 599 Euro. Der Prolite H430 befindet sich am oberen Ende der Preisskala, zusammen mit dem E430T, der allerdings einen eingebauten Fernsehempfänger besitzt.
Mein Wunschmodell darf also ruhig als teuer bezeichnet werden. Zwar ist der H430 der einzige in der Serie, der mit der Pivot-Funktion ausgestattet ist, aber soweit ich das verstehe, ist das lediglich eine mechanische Funktion der Bildschirmaufhängung. Die mitgelieferte Pivotsoftware ermöglicht es nämlich ebenso, die Darstellung auf meinem Zweitbildschirm um 90° zu drehen – und das bei einem alten 14-Zoll Röhrenmonitor.
Trotzdem: Leuchtkraft, Bildschärfe und Farbtreue sind derartig, dass alle anderen Bildschirme daneben alt aussehen. Das gilt sowohl für mein Notebook oder meinen alten Iiyama 21-Zöller. Darum (nach dieser eher subjektiven Beurteilung) nun kurz zu den technischen Parametern des Bildschirms. Die üblichen Größen sind Helligkeit, Kontrast, Antwortzeit und sichtbarer Winkel.
Die Helligkeit von 250 cd/m² ist ganz normaler Durchschnitt. Der Kontrast von 500:1 ist zwar beachtlich, aber für Fotobetrachtung viel zu stark, ich habe mittels der am unteren Bildschirmrand vorhandenen Tasten den Kontrast erst einmal auf 50% reduziert. Die Antwortzeit von 25 ms ist schlapp, stört mich aber nicht. Ich benutze meinem Rechner ja nicht für Actionspiele sondern um Satellitenbilder zu interpretieren. Der sichtbare Winkel von 170 bzw 85° ist im wahrsten Sinne des Wortes spitzenmäßig. Bedeutet er doch, dass man das Bild auch dann noch farblich unverfälscht sieht, wenn man in extrem spitzem Winkel von der Seite oder von oben drauf schaut.
Geliefert wird der Bildschirm übrigens in einem schlichten braunen Karton, der allerdings mit den wichtigsten Produktdetails bedruckt ist. Innen drin sind der Bildschirm samt Ständer und allen erdenklichen Kabeln (Netzkabel, DVI, VGA, USB), gedrucktem Handbuch und zwei CDs (jeweils Windowstreiber / Handbuch und Pivotsoftware) stoßfest in Styropor verpackt. Die Linux Distribution „Fedora 2“ hat den Bildschirm leider nicht auf seiner Geräteliste, wohl deshalb lässt sich auch die unter Linux vorhande Pivotfunktion aktivieren.
Die erste Inbetriebnahme zupfte etwas an meinen Nerven. Zwar erlaubt die Bildschirmaufhängung neben der erwähnten Drehung um 90° ein komfortables Kippen und Drehen um die senkrechte Achse sowie eine Verstellung der Höhe, aber bei erstenmal wirkt alles noch sehr steif. Ist diese anfängliche Widerspenstigkeit aber erst einmal gebrochen, lässt sich die Bildschirmposition ohne größere Kraftanwendung verändern.
Zum Schluss noch ein paar Gedanken zur Frage, ob ein Bildschirm besser hoch oder quer stehen sollte. Zunächst: beide Optionen haben ihre Vorteile. Kein Problem, der Iiyama H430 lässt sich ohne Mühe drehen. Man sollte nur daran denken, zuerst die Drehung mittels der Pivotsoftware durchzuführen und dann erst physisch Hand anzulegen. Andernfalls wird es schwierig, wenn die Cursorbewegungen gegenüber den Mausbewegungen auf der Schreibtischplatte um 90° versetzt sind.
Und wie steht es mit den einzelnen Anwendungen? Mein Handbuch sagt, bei Textverarbeitung sei die Hochstellung, bei Arbeitsblättern wie Excel dagegen die Querstellung besonders nützlich. Nun, bei hoch auflösenden Bildschirmen hatte ich im Querformat gerne schon mal zwei Seiten nebeneinander abgezeigt, auch wenn das auf die Dauer etwas anstrengend war. Bei einer Auflösung von lediglich 1240 x 1024 macht das nicht viel Spaß. Da ist dann die Hochstellung wirklich ergonomischer, und bei einer Skalierung von 100% kann ich wirklich ein ganze Din-A4-Seite sehen. Und bei Excel? Ich arbeite regelmäßig mit mehreren Arbeitsblättern gleichzeitig, und da kann man bei horizontaler Fensteraufteilung sehr komfortabel zwei Arbeitsblätter gleichzeitig anschauen. Und wenn ich mal wieder meine Arbeit unterbreche und ein wenig Surfe: gerade für Browseranwendungen ist ein hochgestellter Bildschirm ideal.
Im Dezember 2004 wurde der Iiyama H430 bei karotrading.com für nur 480 Euro angeboten – da schlug ich gleich noch einmal zu. Nun habe ich zwei gleiche Bildschirme nebeneinander im Hochformat auf meinem Schreibtisch stehen. Ein völlig neues Computergefühl! Allerdings ist doch der Unterschied zwischen dem digitalen und dem analogen Eingang zu sehen – vielleicht werde ich demnächst meine ATI Radeon 9600 ausbauen und gegen eine Matrox Millennium P650 mit dual DVI-Ausgang umtauschen.
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sindimindi, 29.01.2005
Also Klaus, jetzt erklaumlr039 mir mal, warum man gleich zwei dieser Riesenbildschirme nebeneinander braucht? - ich koumlnnte damit wenig anfangen...fg
LG Roland