Im Dutzend billiger - Frank jr. Gilbreth & Ernestine Gilbreth Carey
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Im Dutzend billiger - Frank jr. Gilbreth & Ernestine Gilbreth Carey
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Im Dutzend billiger - Frank jr. Gilbreth & Ernestine Gilbreth Carey

Platz 46 in der Kategorie "Medien & Unterhaltung Bücher - F-K".
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4.0 von 5)

Im Dutzend billiger - Frank jr. Gilbreth & Ernestine Gilbreth Carey Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

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Bin ich etwa eine Trendsetterin???

ein Testbericht von 2004-02-25 17:47:08 vom 25.02.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: kurzweilig, nette Geschichten, unterhaltsam, angenehm lesbar...
Nachteile/Kritik: keine hohe Literatur, vielleicht etwas zu sehr auf eine Figur konzentriert
Also diese Frage in der Überschrift kam mir neulich in den Sinn. Ich hatte ein altes Buch aus meiner alten Heimat mitgebracht, weil ich die Geschichte damals doch sehr nett fand und überlegt hatte, sie mal wieder zu lesen. Moment! Mag jetzt mancher hier sagen. Was hat das mit einem Trend zu tun? Alles der Reihe nach. Die ersten Kapitel hatte ich hinter mich gebracht, als ich in der Stadt an einem Kino vorbei kam und dort die Plakate sah: Diese Geschichte sollte tatsächlich (wieder) verfilmt werden. Trendsetterin? Naja, so würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen. Aber ich habe den Verdacht, dass das Buch doch mehr lohnen wird als die Neuverfilmung. Denn die Geschichte ist schon einmal auf Film gebannt worden, damals sehr nett. Warum ich befürchte, dass die Version 2004 nicht so gut sein wird und was mir an dem Buch immer noch gefällt, dazu im Laufe dieses Berichts mehr. Jetzt erst einmal Vorhang auf für: Im Dutzend billiger, geschrieben von Frank B. Gilbreth jr. Und Ernestine Gilbreth Carey.
In diesem Fall werfe ich mal meine übliche Struktur, nämlich erst Ort und Zeit der Handlung, sowie die Charaktere vorzustellen, über den Haufen und steige direkt in die Geschichte ein.

DER INHALT:
Wie viele Kinder hat man so im allgemeinen heutzutage? 1,3 etwa, zumindest in Deutschland. Diesen Maßstab hatten Frank Butler Gilbreth und seine Frau Lillie nach ihrer Hochzeit nicht im Sinn. Im Zug beschließen sie, ein gleich ein ganzes Dutzend Kinder zu wollen und einigen sich schließlich darauf, dass es sechs Jungen und sechs Mädchen werden sollen! Denn, so meint Frank: Im Dutzend billiger! Die Autoren des Buchs, Frank B. Gilbreth jr. und Ernestine Gilbreth Carey, sind zwei der zwölf Kinder der Familie. Sie ist die Zweitälteste, er das vierte Kind. Die Geschichte spielt in den Staaten, genauer gesagt in Montclair und zwar in den 1910er und 20er Jahren.
Die Erzählung lebt vor allem von einer Figur: Der des Vaters, der so ist, wie ihn sich vielleicht mancher erträumen würde: Streng, aber gerecht, einer, der aus seinen Kindern das Beste heraus holen will, sie spielerisch motiviert und (fast) immer für einen Spaß gut ist. Apropos Strenge: Frank Butler Gilbreth ist Rationalisierungsexperte. Das macht ihn speziell. Denn auch in der Familie will er alles straff organisieren. Denn nur so kann man mit zwölf Mädchen und Jungen klar kommen. So ist Zeitverschwendung für ihn ein absolutes rotes Tuch. Nach dem Zähneputzen müssen die Kinder sich auf einer Liste im Bad eintragen, wenn der Vater zum Sammeln pfeift, stoppt er die Zeit, und binnen weniger Sekunden muss der Nachwuschs vor ihm stehen. Was nun fast nach militärischem Drill klingt, wird von Frank jr. und Ernestine liebevoll beschrieben.
Sie erzählen die Geschichte davon, wie die Familie nach und nach wächst. Beim Vater macht sich zunächst Enttäuschung breit: Das erste Kind, Anne, ist ein Mädchen, dann kommt ein zweites, Ernestine. Und Kind Nr. 3 ist ebenfalls kein Sohn. Fast wirkt Frank ein wenig geknickt, der Plan, zumindest sechs Jungen zu bekommen, scheint nicht aufzugehen. Doch dann kommt Frank jr. zur Welt ... Und fast jedes Jahr wird ein weiteres Kind geboren.
Ein Kapitel, das mir persönlich immer in Erinnerung geblieben ist, ist das, in dem Paps, wie die Kinder ihn nennen, seinem Sprösslingen das Blindschrieben auf der Schreibmaschine beibringen will. Er ist gerade dabei, ähnliche Rationalisierungsmaßnahmen in einem Unternehmen durchzuführen. Kurzerhand nimmt er eine weiße Schreibmaschine (normal waren schwarze) und deckt die Tasten ab. Anhand eines Papiermodells sollen seine Kinder nun auswendig lernen, welcher Buchstabe wo liegt und welcher Finger dafür zuständig ist, ihn zu tippen. In nur zwei Wochen haben die älteren es drauf und können blind tippen. Für mich war das damals ein Anstoß, mir das Blindschreiben selber beizubringen. Ich habe es vielleicht nicht ganz so perfekt wie die Gilbreth gelernt, aber immerhin ohne einen Kurs oder ähnliches ...
Auch sonst bringt Frank senior seinem manches spielerisch bei, so z.B. im Urlaub auf Nantuckett. Er malt im Haus das Morsealphabet an die Wände, schreibt Nachrichten in denen er verrät, an welchem Platz er für den ersten, der die Aufgabe gelöst hat, einen Preis versteckt hat. Auf ähnliche Weise lernen die Gilbreth-Kinder auch, wie der Sternenenhimmel angeordnet ist.
Ein weiteres Kuriosum sind die Familienregeln: Am Tisch darf nur über etwas geredet werden, was allgemein interessant ist. Doch wer entscheidet darüber, was das ist? Klar, Paps! Aber manchmal kann es mit diesen Regeln auch zu Verwirrungen kommen, dann z.B., wenn Gäste im Haus sind und die jüngeren Gilbreth etwas naseweis werden und die Besucher darauf aufmerksam machen, dass sie gegen die Spielregeln verstoßen.

ERZÄHLWEISE:
Da die Geschichte in der ersten Person geschrieben ist, fühlt man sich als Leser mittendrin statt nur dabei. Frank jr. und Ernistine beschreiben die Begebenheiten aus ihre Kindheit amüsant. Manchmal hat man fast den Eindruck, eines der zwölf Kinder zu sein und mit am Tisch zu sitzen. Denn viel wörtliche Rede macht die Erzählung lebendig. Man merkt: Diese Begebenheiten hat sich niemand erdacht, sie sind wirklich passiert und wirken dadurch umso netter.

DIE FIGUREN:
Eigentlich, so finde ich, kann man nur Frank Gilbreth sen. als wirklichen Charakter in diesem Roman bezeichnen. Denn selbst seine Frau Lillie, die als Mutter noch eine herausgehobene Rolle spielt, wirkt insgesamt eher zurückhaltend und stimmt in den allermeisten Fragen ihrem Mann zu. Sie ist einfach eine gute Mutter, liebevoll, fürsorglich. Das wird auch in der Widmung klar: Für Paps, der nur zwölf Kinder großzog und für Mutter, die zwölf einzelne Kinder erzog.
Gerade weil der Vater so dominant ist und die Kinder oft eher wie eine Mannschaft als wie zwölf Einzelpersonen zu sehen scheint, wird wenig über die persönlichen Eigenschaften, Sorgen und Nöte von Anne, Ernestine, Martha, Frank und den anderen klar. Am ehesten tritt da noch Anne als Älteste in den Vordergrund: Sie muss durchkämpfen, dass sie sich modern anziehen, eine moderne Frisur tragen und sich allein mit Jungs treffen darf. Und auch Billy, das fünfte Gilbreth-Kind, wird ein klein bißchen persönlich gezeigt, da er so ein wenig der Pflegel der Familie ist, der gerne mal Leute ärgert oder sich nicht fein anziehen lassen will. Nimmt man aber zum Beispiel Fred oder Jack, zwei der jüngeren, so erfährt man von ihnen kaum mehr, als dass sie auch zu den Gilbreth gehören ...
Ich kann die Entscheidung von Frank jr. und Ernestine einerseits verstehen, dass sie diesen sehr besonderen Vater in den Vordergrund heben wollten. Denn er ist ein echter Charakter, wie man ihn sich fast nicht besser hätte ausdenken können. Trotzdem (und damit andererseits) finde ich es etwas schade, dass alle anderen Familienmitglieder etwas zu kurz gekommen sind ...

DAS ENDE:
Geschichten aus dem Leben, immer mit einer Priese Heiterkeit, da erwartet man fast ein ebenso heiteres, seichtes Ende. Doch ganz so kommt es nicht. Der Ausgang der Geschichte weicht von den Klischees der Hollywood-Märchen ab, ist überraschend. Mehr, will ich nicht verraten, denn etwas Spannung soll ja noch bleiben ... ;-)

FÜR WEN IST DIE GESCHICHTE:
Das ist in diesem Fall eine schwierige Frage. Kinder und Jugendliche können sicher ihren Spaß haben, denn schließlich tauchen sie mitten in eine Großfamilie ein. Und auch wenn die Geschichte in einer anderen Zeit spielt, kann man sich doch ein Stück weit mit den Gilbreth-Kindern identifizieren. Doch auch Erwachsene, die eine leichte Unterhaltung erwarten, werden sicher gut unterhalten.

VERFILMUNG VON IM DUTZEND BILLIGER:
Eigentlich bin ich vor so etwa zwanzig Jahren auf diese Familiengeschichte aufmerksam geworden, weil ich eine Verfilmung der Geschichte gesehen hatte. Sie war gut gemacht, und soweit ich mich erinnere, stand sie dem Roman in kaum etwas nach, was man ja nicht von vielen Filmversionen sagen kann. Leider habe ich den Film zum Buch aber sicher seit den 80ern nicht mehr gesehen.
Jetzt will man Im Dutzend billiger neu verfilmen bzw. hat es schon getan. Ich hab ja oben bereits von dem Filmplakat geschrieben. Der Komiker Steve Martin (unter anderem bekannt durch Die nackte Kanone und Hot Shots) soll den Vater spielen. Aus meiner Sicht ist er eine ziemliche Fehlbesetzung. Denn in den meisten seiner Rollen war er eigentlich immer übermäßig komisch. Frank Gilbreth hat zwar auch Humor, ist aber in seiner ganzen Art strenger und von der Figur her stattlicher. Ich befürchte daher, dass die Neuverfilmung nur zu einem Klamauk ausarten wird und würde sie nicht empfehlen. Statt dessen hoffe ich, dass die Fernsehsender sich die neue Kinoversion zum Anlass nehmen, um vielleicht mal den alten (und hoffentlich auch aus heutiger Sicht gelungenen) Film von Im Dutzend billiger mal wieder zu zeigen.
Und ein Grund, um eher zum Buch als zu dem Steve-Martin-Streifen zu greifen: Das bereits erwähnte Ende. Denn ich würde wetten, dass das im neuen Film weich gespült ist ...

VERLAG:
Erschienen ist Im Dutzend billiger im Blanvalet Verlag GmbH München. Die deutsche Ausgabe, die ich besitze, wurde von Susanna Rademacher übersetzt und ist 178 Seiten dünn. Es handelt sich um eine Hardcover Version im Doppelband mit der Fortsetzung des Familienromans, Aus Kindern werden Leute. Doch das ist eine andere Geschichte, und die wird ein anderes Mal erzählt! Mein Doppelband hatte die ISBN-Nr. 3-7645-2975-X. Ich schätze allerdings, dass diese Ausgabe so nicht mehr im normalen Buchhandel zu haben ist und habe daher bei Amazon nachgeschaut: Auch hier scheint die erwähnte Edition sowie eine Taschenbuch-Version nur gebaucht verkauft zu werden. Unter Umständen kommt man dort günstiger weg als bei E-Bay ...


FAZIT:
Beim erneuten Lesen von Im Dutzend Billiger war ich nicht mehr ganz so von der Familien-Geschichte der Gilbreths begeistert, wie noch als Kind, fand all die Begebenheiten aus ihrem Leben aber doch sehr unterhaltsam und angenehm lesbar geschrieben. Frank Gilbreth, auch Paps genannt, ist ein besonderer Vater, etwas schräg vielleicht, aber mit Ideen, die seine Familie zusammengehalten haben. Es ist sicher nicht die große Weltliteratur, aber nett zu lesen. Ich vergebe vier Sterne und auf alle Fälle eine Empfehlung.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Produktbeschreibung Im Dutzend billiger - Frank jr. Gilbreth & Ernestine Gilbreth Carey

 
Allgemeine Informationen Im Dutzend billiger - Frank jr. Gilbreth & Ernestine Gilbreth Carey
gelistet seit: 25.02.2004
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Produktbewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Autor: Autorengruppe 
Autoren von A-Z:
Kategorie: Belletristik 
Im Dutzend billiger - Frank jr. Gilbreth & Ernestine Gilbreth Carey im Vergleich
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