Infineon DIMM DDR 1024.0 MB Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Die Speicherzellen des PCs ...
ein Testbericht von junior332006-10-10 17:59:26vom 10.10.2006Empfehlung: ja
Vorteile: stabil und schnell, auch bei Dauerbetrieb keine Ausfälle...Nachteile/Kritik: evtl . der Preis
Heute geht's mal wieder in die Untiefen der PC-Erweiterung. Ein PC ist ja, ganz egal mit welcher Ausstattung, grundsätzlich immer zu langsam. Ganz egal, wie viel man schon investiert hat, irgendwie ist die Kiste immer noch zu lahm. Woher dieser Eindruck kommt, darüber vermag ich nur zu spekulieren, ich kann nur sagen, bei mir ist es ganz genauso. Deshalb habe ich meinem PC, der bereits mit 512 MB ausgestattet ist, auch im Hinblick auf die kommende Vista-Version 2 GB Ram als Aufrüstung spendiert. Da ich mit NoName-Modulen teilweise schon schlechte Erfahrungen gemacht habe, griff ich diesmal zu Markenmodulen des Herstellers Infineon. Die genaue Typenbezeichnung lautet 1024 MB DDR RAM PC3200 ECC CL3.
Für alle, die damit wenig anfangen können, eine kurze Erläuterung. 1024 MB steht für die Kapazität des Modules. Bis vor zwei oder drei Jahren waren noch 256 MB State of the Art, aber mittlerweile braucht man ja schon fürs Betriebssystem ( Windows Vista ) locker mal 1 GB. Und dann kommen noch die Programme dazu. Dann kommt das Kürzel DDR. Das steht für Double Data Rate und bedeutet, das bei einem Zyklus zweimal Daten in den Speicher geschrieben bzw. aus ihm gelesen werden können. PC3200 steht für die Taktrate, die am Speicher anliegt. Das sind aber jetzt keine 3200 MHz, sondern in meinem Fall nur 400 MHz. ECC sthet für Error Correction. Hier wird zusätzlich ein Prüfbit errechnet und mit den Werten von verschiedenen Zellen verglichen. Im Falle eines Fehlers kann dieser korrigiert werden. Also ein Pluspunkt für ein fehlerfrei arbeitendes System. CL3 steht für die Latenzzeit, in diesem Fall 3 Taktzyklen. Eine Speicherzelle benötigt diese Latenzzeit, um Befehle empfangen und verarbeiten zu können.
Jetzt noch schnell ein paar Worte zum Speichertyp. Bedingt durch den Aufbau der Hauptplatine ist man an eine bestimmte Art von Speicher gebunden. Hier in meinem Fall ist es DDR-RAM. Die eigentliche Taktfrequenz ist aber auch wichtig. Wählt man Speicher, der zu langsam ist ( z.B. PC 2700 ), wird der komplette Speicher mit dem niedrigeren Takt angesprochen und es geht Leistung und Tempo verloren. Wenn man sich nicht sicher ist, einfach ein Modul ausbauen und ab in den nächsten Elektromarkt. Mit etwas Beratung hat man hier sicher schnell ein passendes Modul gefunden und wird vor falschen Investitionen bewahrt.
So, genug des Fachchinesisch, jetzt komme ich mal zu den technischen Details.
Typ: DIMM Modul / DDR-RAM ECC
Zugriffszeit: 5ns /CL 3
PIN: 184
Spannung 2,5 Volt
Bustakt: 400 MHz DDR (PC3200)
Hersteller :
Infineon Technologies AG
München
Im Internet unter http://www.infineon.de zu erreichen.
Gekauft habe ich die beiden Module beim Mediamarkt, dort gab es sie in einer Aktion für 129 € das Stück.
So, und jetzt geht's zum Einbau. Als Erstes ist der PC vom Strom zu trennen und man sollte sich selbst an einem Heizungsrohr oder Ähnlichem erden. Das ist wichtig, da man sonst durch elektrostatische Energie schnell die empfindliche Elektronik im PC beschädigen kann. Danach schraubt man den PC auf und sucht die Speichersteckplätze auf der Hauptplatine. Die Speicherbänke haben rechts und links kleine Kipphebel, mit denen die Module arretiert werden
können. Die drückt man vorsichtig nach außen und schon kommen die alten Module wie von Geisterhand aus ihren Steckplätzen heraus. Dann nehme ich die neuen Module aus der antistatischen Schutzfolie und orientiere mich beim Einsetzen an der Lage der Kerbe. Diese ist nicht mittig angebracht auf der Kontaktleiste und im Steckplatz gibt es ebenfalls eine kleine Plastiknase, die ein falsches Einsetzen verhindern soll. Wenn die Ausrichtung stimmt, werden die Module vorsichtig festgedrückt, bis die Arretierungshebel einrasten und die Module sicher auf der Hauptplatine halten. Damit ist der handwerkliche Teil für Erste mal geschafft.
Bei manchen Mainboards kann es sein, das man beim ersten Start ins Bios gehen muss und die neue Speichermenge speichern muss, aber meist geht es auch ohne. Wenn man aber schon mal im Bios unterwegs ist, kann man auch gleich den Speichertyp kontrollieren. Dieser muss, sofern nicht automatisch eingestellt, auf ECC eingestellt werden.
Beim Hochfahren des PCs ( POST = Power On Selftest ) wird der neue Speicher hochgezählt und bleibt in meinem Fall bei über zwei Millionen stehen. Die Hauptplatine hat also die vollen 2 GB erkannt. Nachdem Windows fertig gestartet ist, kann man sich unter Systemsteuerung System ebenfalls von der neuen Speicherpracht überzeugen.
Aber wofür braucht man eigentlich 2 GB Arbeitsspeicher ? Ich beschäftige mich viel mit Bildbearbeitung und auch Videoschnitt. Und gerade für die Videobearbeitung kann man gar nicht genug Speicher im PC haben. Was sonst mühselig von der Platte nachgeladen werden muss, ist jetzt ruckzuck im Speicher und kann direkt ohne lästige Wartezeiten bearbeitet werden. Das ist aber auch so ziemlich die einzige Anwendung, die extrem von Speicher profitiert. Hier habe ich deutliche Geschwindigkeitssteigerungen feststellen können. Aber das sind alles subjektive Werte, gemessen habe ich gar nichts. Einzig der Start vom PC habe ich mal gestoppt und dieser geht auch um einiges flotter. Anstatt 18 Sekunden werden jetzt nur noch rund 14 Sekunden benötigt. Also rund 30 % schneller.
Den Speicher habe ich jetzt seit ca. sechs Monaten im Einsatz und mein PC läuft teilweise 24 Stunden am Tag. Und bis jetzt hatte ich noch keinerlei Probleme mit dem Speicher. Keine Speicherfehler, keine Abstürze, kein Stehenbleiben des Systems, einfach ein stabil laufendes und noch dazu recht schnelles System.
Infineon ist zwar etwas teurer als andere Hersteller, aber durchaus sein Geld wert. Von mir gibt's vier Sterne und eine Kaufempfehlung.