Fach Informatik
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Platz 24 in der Kategorie "Schulfächer".
Bewertung: Kundenbewertung 4,50 / 5,00 (4.5 von 5)

Fach Informatik Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,50 / 5,00 (4.5 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • gute Vorbereitung auf das Studium
Nachteile/Kritik
  • schwierig, an den Stil zu sehr der Uni angepasst
Jaleira

Sinnvoll oder einfach Schwachsinn?

ein Testbericht von 2002-05-21 08:12:46 vom 21.05.2002
Empfehlung: ja
Hallo ihr Lieben!

Nun mein Abitur liegt nun schon ein Jahr zurück, aber ich scheue mich einfach mal nicht etwas zum Informatik Grundkurs zu schreiben!

Vorweg: Ich habe mein Abi in NRW gemacht (hey, wer jetzt lacht ist gemein! Ich weiß, dass NRW nicht gerade den besten Ruf hat, was Abi in Deutschland angeht - im Gegenteil, aber ich bin da nun mal geboren...). Mittlerweile studiere ich an der TU Karlsruhe Informatik, weshalb ich - denke ich - gut beurteilen kann, wie sinnvoll bzw. schwachsinnig Informatik-GK's sind.

Informatik wurde an meinem Gymnasium ab der 9. Klasse angeboten. Ich hatte damals gerade meinen ersten PC geschenkt bekommen (Konfirmation... das waren noch&nbs p;Zeiten... *lach*) und war sehr begeistert von den vielen Möglichkeiten. Ich kannte mich gut aus mit MSDos und Windows 3.11 (alles selbst beigebracht) und dachte, dass ich als Mädchen (mit 15 denkt man so) in Informatik ne Menge lernen könnte. Damals wählten dass auch viele Freundinnen von mir...
In der 9ten Klasse lernte ich wie man Serienbriefe schreibt und mit Tabellenkalkulationen umgeht. Sehr interessant und vor allem: man kann was damit anfangen! Zudem lernten wir in der 9. und 10. Quick-Basic als Programmiersprache und später Turbo Pascal. Über den Sinn und Unsinn kann man sich wahrlich streiten! Basic ist wirklich nicht auf der Höhe der Zeit - und brauchen tut man's nun wirklich nur in Ausnahmesituationen :) Aber ein gutes hatte das: Man lernt Programmieren! Sortierverfahren und sonstige "you have to know them"-Algorithmen habe ich damals gelernt! Zudem haben wir mit "Locad" (kennt das jemand?) Schaltungen konstruiert - dass war megaspannend! (Ohne Scheiss!)
Ich sollte wohl auch erwähnen, dass wir uns damals einen Rechner (einen 486... wow *schüttel den Kopf*) mit 2-3 Leuten teilen mussten. Das lief bei mir darauf hinaus, dass ich die Programme schrieb und meine beiden Mitstreiterinnen nichts taten (sie konnten es aber auch einfach nicht...) - die Guten Noten haben ihnen trotzdem gefallen :)

Aber nun gut - genug der Einleitung: Zum Informatik-GK!

Für mich war zu Beginn der 11 klar, dass ich Informatik behalten würde - im Gegensatz zu allen anderen Frauen in meinem Jahrgang! Ich wurde also "einzige Frau im Kurs" und trotzdem gehörte ich zu den 3 Besten *stolz*.
Inhaltlich wurde uns nicht wirklich viel geboten: Wir programmierten! Zuerst mit Turbo Pascal und später mit Delphi! Delphi würde ich als sehr sinnvoll bezeichnen, weil es eben objektorientiert ist und mir gerade jetzt an der Uni den Einstieg in Java erleichtert hat!

In der 13 habe wir dann eine Art Assembler gelernt. Dabei handelte es sich um den Simulator "Ali" (kennt das jemand?) - das war auch sehr nützlich, weil es sehr zum Verständnis beitrug, was nun eigentlich auf Maschinenebene abläuft! Und es hat einem gezeigt, wie wunderbar doch höhere Programmiersprachen sind! :) Und stellt euch vor, das konnte ich letztens sogar sehr an der Uni brauchen!
Hinzu kamen hin und wieder theoretische Sachen - wie Speicherverwaltung, Datentypen (Arrays, Pointer usw.).

Meine beiden Lehrer waren gelinde ausgedrückt "nicht die hellesten" - beide haben nicht Informatik studiert, sondern das nur durch Lehrgänge "erlernt". Bei Fragen wie "Was passiert denn da genau im Speicher?" oder "Wie siehts denn mit dem Aufwand aus?" war's vorbei! Den Unterschied zwischen Klasse und Objekt konnte keiner von beiden deutlich machen! Letztendlich war es der Beste in meinem Kurs - ein echter Computerfreak - der mir meine (und auch die Fragen des Lehrers!) beantwortet hat!

Während meiner Schulzeit empfand ich den Unterricht als mäßig bis schlecht! Was eben an der Inkompetenz der Lehrer lag...
Aus heutiger Sicht - also aus dem Studium heraus - muss ich mich korrigieren! Ich habe in der Schule wirklich grundlegende Dinge gelernt - wobei da noch viel mehr dringewesen wäre... (womit ich fast wieder bei NRW und Schulen und Abi angekommen wäre - aber das gehört hier nicht hin).

Und es war der GK der mich neugierig gemacht hat und mein Interesse für Computer nur noch mehr geweckt hat! Ich kann mit Überzeugung sagen, dass mich der GK zur Wahl des Studiums bewogen hat!

Dennoch: wer sich zwar für Computer interessiert, aber nicht fürs Programmieren sollte vielleicht lieber auf eine andere Weise einen Zugang finden. Der Informatik-GK ist sicher nicht für Leute geeignet, die sich fragen "wie mach ich das Ding eigentlich an"...

Wobei ich hier nicht pauschal sagen kann, ob ein Informatik-GK nun sinnvoll ist oder nicht. Das hängt von der Schule ab, von den Lehrern und vom eigenen Interesse!

Letztendlich ist es bei Computern doch immer dasselbe: Learning by doing!

In diesem Sinne,
Eure Jaleira
...
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Kommentare
FloVi
FloVi, 21.05.2002
So wie ich Schule verstehe, hat die Deine in der Hinsicht ihre Pflicht erfuumlllt und den Hunger nach mehr geweckt.
LaMagra
LaMagra, 21.05.2002
super Bericht, zeigt alle seiten gut auf. Respekt!
Lecartia
Lecartia, 18.08.2003
Hm. Auch du ganz alleine im Informatikunterricht? Bei uns waren im GK immerhin 5 oder 6 Maumldels, im Lk allerdings nur ich.
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Lecartia

Jungen spielen nicht mit Puppen

ein Testbericht von 2003-08-18 08:56:34 vom 18.08.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: gute Vorbereitung auf das Studium...
Nachteile/Kritik: schwierig, an den Stil zu sehr der Uni angepasst
Vorurteil Nummer 1: "Jungen spielen nicht mit Puppen und Mädchen nicht mit Autos." So ein Quatsch! Ebenso gibt es immer noch einige Vorurteile, was Frauen in der Informatik betrifft, ebenso über dieses Fach als Leistungskurs an sich. Dem muss endlich Abhilfe geschaffen werden, auch weil sich die Aussagen wie "Info ist total leicht" mit der Zeit stark relativiert haben und ich meine eigenen Erfahrungen sammeln konnte.


+++ Ein Weib kommt (selten) allein +++

"Meine Dame und meine Herren ..." so ungefähr begrüßte uns Lutz Rathmann jeden Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag. Dame? Ja, mich hatte es als einziges weibliches Wesen in den ersten Informatikleistungskurs unserer Schule verschlagen.
Eine kurze und einfache Begründung, warum ich eben diesen LK gewählt habe, kann ich gar nicht geben. Ich bin kein großer PC-Freak, im Gegenteil, stehe mit jeglichen technischen Sachen arg auf Kriegsfuß, habe nicht die Endahnung von Flash oder bin Profi-Programmierer. Viel mehr faszinierten mich die Möglichkeiten des Mediums PCs und der Komponente Internet. Die ersten Informatikstunden in der 9. Klasse konnte man getrost vergessen: billiges HTML-Geplänkel und Turbo Pascal. Mich interessierte eher der gestalterische und kommunikative Aspekt, war anderen Sachen aber nicht unaufgeschlossen.

+++ Der Pädagoge und seine Pennäler +++

Ich machte mir daher auch keine allzu illusionistischen Hoffnungen, was die Inhalte des LK Informatik betraf - im Gegensatz zu vielen meiner männlichen Kollegem. Die dachten doch tatsächlich, dass ein wenig Internetprogrammierung und gelegentliche Ballerorgien den Grundstein für eine erfolgreiche Note in Info sei! Mein Kurs (15 Jungen und 1 Mädchen) enthielt so einige Eigenbrötler, die konnten toll Basic programmieren, verstanden aber die Theoretische Informatik nicht. Es gab auch einen, der konnte alles, wirklich alles in Info, leider war er im verbalen, sowie im sprachlich künstlerischen Bereich eine Null.
Viele schlossen ihr Abitur nicht so ab, wie sie es sich am Anfang ausgedacht hatten.
Unser Lehrer, Herr Rathmann, ein Mittvierziger, ein lustiger Zeitgenosse, für manchen Spaß zu haben, aber auch fordern, manchmal überfordert. Es gab Zeiten, da verstanden 60% des Kurses nicht, was er vorne an der Tafel erzählte. Dann resignierte er merklich, riet den Nicht-Verstehenden sich die Aufgaben zu Hause anzugucken und den nächsten Tag Fragen zu stellen. Die waren bis dahin freilich vergessen.
Oft gefiel mir sein Unterricht, ebenso oft auch nicht. Er war eigentlich Physiklehrer, hatte aber als einer der ersten an der Universität Rostock seinen Schein für Info bekommen. Dem entsprechend sein Unterrichtsstil: vorlesungsartig. Im Vergleich zu allen anderen "Informatik"lehrern, die eine Umschulung machten und die Sekundarstufe 1 unterrichten dürfen, hatte er noch die meiste Ahnung.

+++ Suche Drucker fürs Leben +++

Da ich das Glück hatte, an einem recht fortschrittlichen Gymnasium zu lernen, war auch die Ausstattung extrem gut. Unsere beiden Computerkabinette wurden innerhalb der letzten drei Jahre dank eines Förderers zwei mal aufgerüstet und konnten so beste Lehrbedingungen bieten. Nichts ist schlimmer als ein zu langsamer Rechner. Ebenso hervorragend die technische Wartung der Geräte und des Netzwerkes. Auch wenn man oft wie verzweifelt versuchte den Drucker zu installieren, der jedoch fälschlicherweise für Schüler nicht freigeben war.
Unabhängig vom LK Informatik bekommt jeder Schüler am Carolinum einen Account, damit er z.B. surfen kann, Zugriff auf bestimmte Klassenordner erhält oder nachgewiesen werden kann, wie viel er gedruckt hat.

+++ Das sprengt den Rahmen +++

Nun stellt sich natürlich die interessanteste Frage: Was lernt man im Informatikunterricht überhaupt? Nein, kein HTML, keine Frontpage-, Excel- oder Wordbenutzung. Wie so oft gibt es einen Rahmenplan. Jeder Lehrer sucht sich - mit Einschränkung - das heraus, was er am besten kann oder welches Thema er interessant findet. Deshalb kann ich nur von den Themen berichten, die mir gelehrt wurden. Wer mehr erfahren möchte, gebe einfach "rahmenplan informatik lk" in google ein und warte ab.
Im ersten Halbjahr der 12. Klasse standen Datenbanken auf der Tagesordnung. Rückblickend gesehen, das einfachste und dankbarste Thema. Man erfährt alles über den Einsatz von DB, klärt Begriffe, modeliert selbst welche, normalisiert sie usw. Datenbankspezialisten sind heutzutage hocbezahlte Spezialisten, natürlich geht ihr Wissen über das vermittelte Grundwissen hinaus, aber einen Einstieg hat man gefunden.
Danach wartete die OOP auf uns, die objektoriientierte Programmierung, am Beispiel von Java. Einige kennen sicherlich Java Script, das weist grundlegende Ähnlichkeiten auf. Andere Schulen nehmen als Beispielsprache auch Delphi.
KI und logische Programmierung - das Thema des dritten Halbjahres. Prolog war die Programmiersprache und viele mathematische Rästel HA. Hier fielen besonders Begriffe wie "rekursive Programmierung".
Das Thema, das fast ohne PC auskam, war die Theoretische Informatik. Wer in Mathematik nicht so fit ist, kann hier richtig Probleme bekommen. Wie der Name schon sagt, sehr theoretisch und abstrakt. Wir entwarfen Automaten, bildeten Sprachen, fanden Grammatiken. Ein weites und schwieriges Feld!

Ich möchte nicht alle Themen erklären. Das würden viele Nicht-Informatiker äußerst uninteressant finden, ich will euch nur zeigen, dass der Info-Unterricht komplex und anspruchsvoll geworden ist. Jedenfalls bei uns in Mecklenburg.

+++ Langeweile erwünscht +++

Ich hoffe, dass mir die Wahl des Info LK das gebracht hat, was ich erwartet habe: eine gute Vorbereitung auf das Studium. Nachdem ich mir den Stundenplan der Unis angesehen habe, bin ich mir fast sicher, dass ich mich vielleicht an der einen oder anderen Stelle langweilen werde, weil ich es bereits in der Schule hatte. Gott sei Dank!

Bei Fragen zum Informatik Leistungskurs wendet euch einfach an mich. Ich werde versuchen nach besten Wissen und Gewissen Rede und Antwort zu stehen.
...
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