Komischer Weise hab ich schon immer die Angewohnheit, meinen Schreibtisch mit irdendwelchem Gerümpel zu zumüllen. Irgendwann ging dann der Platz aus und eine Lösung des Problems war notwendig. Die plausibelste Möglichkeit war der Tausch des fetten Röhrenmonitors gegen einen dieser schicken, schlanken TFTs. Kein Problem, dacht ich mir, ab in mein Lieblings Internetauktionshaus. Nur blöder Weise preist da irgendwie jeder sein Gerät als das einzig wahre an. Da haben dann schnell mal 400€ Geräte Werte, die normal ein doppelt so teures Teil nicht realisieren kann. Ich hatte ja meine Vorgaben: Zwischen 400 und 600 €, nicht langsamer als 25 ms, 17 Zoll, Gute Auflösung, also 1280 X 1024 und gute Kontrast-, und Helligkeitswerte.
Bei jedem interessanten Angebot sprang ich also kurz auf die Homepage des Herstellers, nur um festzustellen, dass so mancher Anbieter gern utopische Werte propagiert.
Dann kam der L17M. 16ms stand da ganz groß. Jaja. Und dann noch der Kontrast 400:1 und die Helligkeit von 250 cd/m2, was soviel bedeutet, wie dass er ca 2,5 mal so hell ist wie ein normaler Röhrenmonitor. Und das bei einer Frequenz von bis zu 80Hz. Also kurzer Abstecher bei der Videoseven Homepage und siehe da: Es stimmte alles.
Das Sensationelle aber waren eben diese 16 ms Reaktionszeit. Da die TFT (Thin Film Transistor) Monitore ganz anders arbeiten als die Röhren, sind Reaktionszeiten um die 20 schon wahnsinnig schnell. Das war bisher auch, neben dem Blickwinkel, der einzige große Vorteil des konventionellen Monitors gegenüber dem flachen. Na gut, der Preis, aber die Technologie ist nunmal teurer. Beim TFT wird also jeder einzelne Bildpunkt über einen eigenen Transistor angesteuert. Das macht bei den 1280 X 1024 Pixeln, den der L17M hat, fast 2,5 mio Transistoren. Da kann ruhig mal einer kaputt sein, das sieht man mit bloßem Auge nicht. Und trotzdem versichert V7, dass dieses Modell insgesamt weniger als 7 defekte Pixel hat. Bei 2,5 mio.
Die Kosten waren dann 499€ inkl. Versand. Das war mir der Test mal Wert. Nach einer Woche kam er dann, die Röhre flog vom Tisch und der TFT wurde positioniert. Angenehm aufgefallen is gleich mal das Mehr an Platz, um weiteres Gerümpel am Tisch abzulegen. Dann kam das Anschließen.
Mit im Lieferumfang sind das Netzteil, ein geschirmtes VGA-Kabel und ein Klinkenkabel um den Monitor bei Bedarf an die Soundkarte anzuschließen. Lautsprecher hat das Teil nämlich auch noch eingebaut, inkl. kleiner Verstärkerstufe, so dass man die Lautstärke bequem am Gerät selbst regeln kann.
Nach fünf Minuten war alles verkabelt, und Windows meckerte beim Einschalten nicht ein einziges Mal, handelt es sich doch um eine echte Plug and Play Peripherie. Als praktisch stellte sich der Auto Adjust Knopf heraus. Einmal gedrückt, sucht sich das Teil selbst seine optimalen Einstellungen in Abhängigkeit der Optionen, die er softwareseitig von Windows erhält. Bemüht man trotzdem das Menü, Männer spielen nunmal gern und kennen natürlich optimalere Einstellungsmöglichkeiten, surft man durch eine wahnsinnig einfache Menüführung onscreen. Nachdem die Sprache gewählt wurde, erklärt sich alles von selbst: Helligkeit, Kontrast, Farbtiefe, Auflösung, Auslenkung, Dehnung. Also was das
Herz begehrt.
Dann kam der erste Test. Ein sehr schnelles Bikevideo. Aber selbst irre schnelle, kontrastreiche Passagen, bei denen ein Fernsehtechniker schon von Stress für die Röhre sprechen würde, langweilten den L17M eher. Ebenso als ich Unreal Tournament 2003 nachlegte, das Spiel, das bekanntlich jede Hardwareschwäche eines Systems gnadenlos entlarvt, blieb der V7 gelassen.
Auffällig ist auch die gestochene Schärfe, die man normaler Weise erst in höheren Preisklassen geboten bekommt.
Ganz ehrlich Leute, bis auf die Tatsache, dass die internen Lautsprecher nicht gerade Bassattacken in die Magengegend hämmern, suche ich noch heute an dem Haken, der diesem Kauf anhaften muss.
Sogar an die Wand kann man das Teil montieren. Im Hinblick auf das Chaos auf meinem Tisch, wird das wohl auch bald der Fall sein.
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