Jeanne Kalogridis: Die Kinder des Papstes
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Jeanne Kalogridis: Die Kinder des Papstes
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Jeanne Kalogridis: Die Kinder des Papstes

 (gebundene Ausgabe)
Platz 830 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - Die".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)

Jeanne Kalogridis: Die Kinder des Papstes gebraucht & neu

Jeanne Kalogridis: Die Kinder des Papstes Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • spannend abwechlungsreich, flüssige schreibweise
  • Interessante Charaktere, Spannung
Nachteile/Kritik
  • Nur Kleinigkeiten
bieneq

grausame Menschen bilden das Papsttum

ein Testbericht von 2009-01-22 18:23:16 vom 22.01.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: spannend abwechlungsreich, flüssige schreibweise...
Nachteile/Kritik: -
Die Kinder des Papstes
Taschenbuch Ausgabe

KAUF
---------
Da ich sehr auf geschichtenreiche Romane stehe, habe ich diesen Roman zum Geburtstag bekommen. Damals kaufte meine Mutter dieses Buch in der Bücherstube der kleinen Vinetastadt Barth, in Mecklenburg Vorpommern.


DIE STORY
==========
Sancha, Enkelin des Königs von Neapel, wird aus politischem Kalkül in die mächtige Familie der Borgias verheiratet, trotz ihrer heftigen Gegenwehr. Ihren allzu jungen Ehemann Jofre kann sie zwar als Freund, jedoch kaum als Liebhaber akzeptieren. Da begegnet sie in Rom dem Mann, der die Erfüllung ihrer sinnlichen Träume darstellt: Cesare Borgia, der ältere Bruder ihres Mannes. Sie stürzt sich in eine leidenschaftliche Affäre mit ihm – bis sie entdeckt, wer er wirklich ist: ein skrupelloser Mörder. Doch einen Borgia weist man nicht zurück, wenn einem das Leben lieb ist ...


DIE AUTIORIN
----------------------
Jeanne Kalogridis wuchs in Florida auf. Nach ihrem Universitätsabschluss in russischer Literatur und Linguistik arbeitete sie einige Jahre als Lehrerin in Washington, D. C. Heute lebt sie in Kalifornien. »Die Seherin von Avignon« ist Jeanne Kalogridis vierter Roman und der erste, der in deutscher Übersetzung erscheint.

Eigene Meinung
---------------------
Als ich das Buch zum ersten mal in der Hand hielt und darin las, wurde ich in eine andere Epoche gezogen. Die Geschichte fängt sehr heroisch an. Sanscha gehört nicht zu der Sorte Mädchen, die brav das tun, was Kindermädchen und Eltern verlangen. Dafür ähnelt sie zu sehr ihren Großvater, dem König von Neapel. Genau aus diesem Grund hat der Opa auch solche Zuneigungen zu dem Enkelkind. „Wärst du doch bloß ein Mann geworden, dann hätte ich Welt erkennen können, wer wir wirklich sind“. Die Worte wiederholt der König immer und immer wieder. Doch der Vater, der nur Abneigung gegen die uneheliche Tochter empfindet, kann diese emotionale Auffassung nicht nachvollziehen. Schon in diesem Abschnitt schafft Kalogridis es, dass Buch so aufregend und mitreißend zu schildern. Sanscha´s Neugierde wird vor allem in der Situation vorgehoben, als sie die wahnsinnige Kammer des Königs entdeckt. Dort waren Skelette der Feinde versteckt. Die hat der König „ausstopfen“ lassen und dort hingebracht. Diese Handlung wird so beeindruckend geschildert, dass mir die Haare zu Berge standen.

Nach dem Tod des Königs wird Sanscha an den jüngsten Sohn des Papstes zwangsverheiratet, an Jofre Borgia. Der Empfang der neuen Tochter war sehr zwiespältig. Die männliche Fraktion empfing die Prinzessin sehr liebenswürdig und überschwänglich. Doch die neue Schwägerin verhielt sich eifersüchtig und arglistig.
Sanscha wurde mehr und mehr klar, dass sie in eine charakterlose Familie eingeheiratet hat. In diesem Abschnitt musste ich oft schmunzeln. Diese Passage der Geschichte wurde humorvoll und interessant geschildert. Der noch unerfahrene Ehemann erwies sich als Luftikus. Dieser Aspekt wurde besonders hervorgehoben und beeindrucken geschrieben.

Mehr und Mehr verliebte sie sich in Cesare, ein Kardinal und zweitältester Sohn des Papstes. Am Anfang schien es so, dass die Beiden seelenverwandte wären. Doch der schein trügt. Natürlich bemerkt die junge Prinzessin diesen Punkt zu spät. Durch familiäre Intrigen und Perversitäten wird Sanscha jedoch eines besseren belehrt. Sie muss erkennen, dass ihr Leben aus den Fugen gerät. Zeitweise scheint sich das Blatt zu wenden. Als der geliebte Bruder auch in diese Familie einheiratet. Doch das Schicksal will es anders. Viele Verhängnisse brechen auf Sanscha ein. Nach und Nach verliert sie immer mehr. Cesare wird kaltherziger und machtbesessener, der Papst dirigiert das sündige Leben und der Ehemann kann sich zu einen notwendigen Entschluss einfach nicht durchringen. Das Letzte drittel hat eine abwechslungsreiche und traurige Handlung parat. Dieser Abschnitt wird von Katastrophen nur so überschwemmt. Da tut einen die arme Sanscha richtig leid und fühlt mit ihr. Es scheint beinah so, dass es keinen Ausweg gibt. Alles beruht auf Entmutigung und Hoffnungslosigkeit.

Die Wände kommt dann im letzten Abschnitt. Sanscha ist mürrisch und verbittert geworden. Caesars und der Papst haben ihr „Hausarrest“ erteilt. Sie wollte sich doch nur aus dieser hoffnungslosen Situation retten und jetzt das. Schließlich entwickelt sie mit ihrem Ehemann den befreienden Plan. Nutze das aus, bevor es dich trifft: das berühmte Borgia Gift. Aber durch die Nervosität von Jofre gelingt es Caesar zu überleben. Zumindest kann Sanscha wieder zurück in ihr altes Leben, doch die Verbitterung bleibt.


Dieses Buch zieht einen sofort mit. Die gesamten Abschnitte kamen einen vollkommen authentisch und ersichtlich vor. Alle Kapitel wurden mit einer Exaktheit und Entschlossenheit geschrieben, dass man sich in die Geschichte hineinversetzen konnte. Jeanne Kalogridis ist dafür bekannt, dass sie historische Fakten und fantasievolles Schreiben verbinden kann. Aber in diesem Buch war die flüssige Schreibweise und Genauigkeiten so überragend, dass sich das Buch voll alleine liest. Auch die Zuneigung der einzelnen Charaktere wurde so in die Handlung eingebaut, dass es ersichtlich schien. Ich wusste zwar, dass es die Borgias gab und auch dass sie blutrünstige A... waren, war mir nicht unbekannt. Doch die Tatsachen, die in diesem Buch hervorkommen, waren mehr als barbarisch und grausam. Eine beeindruckende Story und fabelhafte Fassetten umringen das Buch. Für einen gemütlichen Buchtag ist diese Lektüre genau das Richtige.


Fazit
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Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch alles bietet, was eine gute Lektüre grausame Menschen bilden das Papsttum
Die Kinder des Papstes
Taschenbuch Ausgabe

KAUF
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Da ich sehr auf geschichtenreiche Romane stehe, habe ich diesen Roman zum Geburtstag bekommen. Damals kaufte meine Mutter dieses Buch in der Bücherstube der kleinen Vinetastadt Barth, in Mecklenburg Vorpommern.


DIE STORY
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Sancha, Enkelin des Königs von Neapel, wird aus politischem Kalkül in die mächtige Familie der Borgias verheiratet, trotz ihrer heftigen Gegenwehr. Ihren allzu jungen Ehemann Jofre kann sie zwar als Freund, jedoch kaum als Liebhaber akzeptieren. Da begegnet sie in Rom dem Mann, der die Erfüllung ihrer sinnlichen Träume darstellt: Cesare Borgia, der ältere Bruder ihres Mannes. Sie stürzt sich in eine leidenschaftliche Affäre mit ihm – bis sie entdeckt, wer er wirklich ist: ein skrupelloser Mörder. Doch einen Borgia weist man nicht zurück, wenn einem das Leben lieb ist ...


DIE AUTIORIN
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Jeanne Kalogridis wuchs in Florida auf. Nach ihrem Universitätsabschluss in russischer Literatur und Linguistik arbeitete sie einige Jahre als Lehrerin in Washington, D. C. Heute lebt sie in Kalifornien. »Die Seherin von Avignon« ist Jeanne Kalogridis vierter Roman und der erste, der in deutscher Übersetzung erscheint.

Eigene Meinung
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Als ich das Buch zum ersten mal in der Hand hielt und darin las, wurde ich in eine andere Epoche gezogen. Die Geschichte fängt sehr heroisch an. Sanscha gehört nicht zu der Sorte Mädchen, die brav das tun, was Kindermädchen und Eltern verlangen. Dafür ähnelt sie zu sehr ihren Großvater, dem König von Neapel. Genau aus diesem Grund hat der Opa auch solche Zuneigungen zu dem Enkelkind. „Wärst du doch bloß ein Mann geworden, dann hätte ich Welt erkennen können, wer wir wirklich sind“. Die Worte wiederholt der König immer und immer wieder. Doch der Vater, der nur Abneigung gegen die uneheliche Tochter empfindet, kann diese emotionale Auffassung nicht nachvollziehen. Schon in diesem Abschnitt schafft Kalogridis es, dass Buch so aufregend und mitreißend zu schildern. Sanscha´s Neugierde wird vor allem in der Situation vorgehoben, als sie die wahnsinnige Kammer des Königs entdeckt. Dort waren Skelette der Feinde versteckt. Die hat der König „ausstopfen“ lassen und dort hingebracht. Diese Handlung wird so beeindruckend geschildert, dass mir die Haare zu Berge standen.

Nach dem Tod des Königs wird Sanscha an den jüngsten Sohn des Papstes zwangsverheiratet, an Jofre Borgia. Der Empfang der neuen Tochter war sehr zwiespältig. Die männliche Fraktion empfing die Prinzessin sehr liebenswürdig und überschwänglich. Doch die neue Schwägerin verhielt sich eifersüchtig und arglistig.
Sanscha wurde mehr und mehr klar, dass sie in eine charakterlose Familie eingeheiratet hat. In diesem Abschnitt musste ich oft schmunzeln. Diese Passage der Geschichte wurde humorvoll und interessant geschildert. Der noch unerfahrene Ehemann erwies sich als Luftikus. Dieser Aspekt wurde besonders hervorgehoben und beeindrucken geschrieben.

Mehr und Mehr verliebte sie sich in Cesare, ein Kardinal und zweitältester Sohn des Papstes. Am Anfang schien es so, dass die Beiden seelenverwandte wären. Doch der schein trügt. Natürlich bemerkt die junge Prinzessin diesen Punkt zu spät. Durch familiäre Intrigen und Perversitäten wird Sanscha jedoch eines besseren belehrt. Sie muss erkennen, dass ihr Leben aus den Fugen gerät. Zeitweise scheint sich das Blatt zu wenden. Als der geliebte Bruder auch in diese Familie einheiratet. Doch das Schicksal will es anders. Viele Verhängnisse brechen auf Sanscha ein. Nach und Nach verliert sie immer mehr. Cesare wird kaltherziger und machtbesessener, der Papst dirigiert das sündige Leben und der Ehemann kann sich zu einen notwendigen Entschluss einfach nicht durchringen. Das Letzte drittel hat eine abwechslungsreiche und traurige Handlung parat. Dieser Abschnitt wird von Katastrophen nur so überschwemmt. Da tut einen die arme Sanscha richtig leid und fühlt mit ihr. Es scheint beinah so, dass es keinen Ausweg gibt. Alles beruht auf Entmutigung und Hoffnungslosigkeit.

Die Wände kommt dann im letzten Abschnitt. Sanscha ist mürrisch und verbittert geworden. Caesars und der Papst haben ihr „Hausarrest“ erteilt. Sie wollte sich doch nur aus dieser hoffnungslosen Situation retten und jetzt das. Schließlich entwickelt sie mit ihrem Ehemann den befreienden Plan. Nutze das aus, bevor es dich trifft: das berühmte Borgia Gift. Aber durch die Nervosität von Jofre gelingt es Caesar zu überleben. Zumindest kann Sanscha wieder zurück in ihr altes Leben, doch die Verbitterung bleibt.


Dieses Buch zieht einen sofort mit. Die gesamten Abschnitte kamen einen vollkommen authentisch und ersichtlich vor. Alle Kapitel wurden mit einer Exaktheit und Entschlossenheit geschrieben, dass man sich in die Geschichte hineinversetzen konnte. Jeanne Kalogridis ist dafür bekannt, dass sie historische Fakten und fantasievolles Schreiben verbinden kann. Aber in diesem Buch war die flüssige Schreibweise und Genauigkeiten so überragend, dass sich das Buch voll alleine liest. Auch die Zuneigung der einzelnen Charaktere wurde so in die Handlung eingebaut, dass es ersichtlich schien. Ich wusste zwar, dass es die Borgias gab und auch dass sie blutrünstige A... waren, war mir nicht unbekannt. Doch die Tatsachen, die in diesem Buch hervorkommen, waren mehr als barbarisch und grausam. Eine beeindruckende Story und fabelhafte Fassetten umringen das Buch. Für einen gemütlichen Buchtag ist diese Lektüre genau das Richtige.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
ChiChi
ChiChi, 23.01.2009
freut mich sehr dich auch hier zu lesen, denn du schreibst super! -:
Puppekaa
Puppekaa, 27.01.2009
sehr schöner Bericht - LG
morla
morla, 22.01.2009
ich wünsche dir einen schönen tag lg. petra
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Miss_Piper

Borgia-Söhne küsst man nicht

ein Testbericht von 2007-08-02 17:41:25 vom 02.08.2007
Empfehlung: ja
Vorteile: Interessante Charaktere, Spannung...
Nachteile/Kritik:  Nur Kleinigkeiten
Zur Gliederung des Berichts:

1) Produktinfos
2) Der Autor
3) Inhalt
4) Bewertung
5) Fazit


1) Produktinfos:

Der Roman erschien 2005 bei List. Die Taschebuchausgabe von 2007 umfasst knapp 500 Seiten und kostet 8,95 Euro.
Der Originaltitel lautet: "The Borgia Bride"
ISBN: 3548606458


2) Der Autor:

Jeanne Kalogridis, geboren 1954 in Floria, studierte russische Literatur und Linguistik und unterrichtete acht Jahre lang an der Universität von Washington, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie ist spezialisiert auf historische Romane. Ihr Debütwerk war "Die Seherin von Avignon", zuletzt erschien "Leonardos Geheimnis".


3) Inhalt:

Neapel, um 1488: Die zwölfjährige Sancha von Aragon ist die Enkeltochter von König Ferrante. Während sie ihrem Vater, dem Herzog von Kalabrien, feindselig gegenübersteht, liebt sie ihre Mutter und vor allem ihren jüngeren Bruder Alfonso, den das energische Mädchen für seinen Sanftmut bewundert. Als Sancha sechzehn Jahre alt ist, stirbt der alte König. Aus politischem Kalkül wird ihre glückliche Verlobung mit Graf Otoranto gelöst und sie stattdessen zur Heirat mit einem Mitglied der mächtigen Borgia-Familie gezwungen, die für Machtgier und Skrupellosigkeit berühmt ist. Jofre de Borgia, zweiter Sohn von Papst Alexander VI, wird ihr Ehemann. Ein schlimmes Schicksal für Sancha, denn Jofre ist mit zwölf Jahren fast noch ein Kind und sie muss ihre geliebte Heimat Neapel verlassen.

Nicht nur das Heimweh und die mangelnden Gemeinsamkeiten mit Jofre setzen Sancha zu, sondern auch die politischen Wirrungen. Als die Ordnung endlich wieder hergestellt scheint, ruft Papst Alexander VI. seinen Sohn Jofre und Sancha zu sich. Von nun an ist Sancha Teil der legendären Borgia-Familie und erlebt die Ausschweifungen und Grausamkeiten Roms. Sie muss sich gegen Zudringlichkeiten des lüsternen Papstes und dessen grausamen Sohn Juan wehren. Dafür verliebt sie sich unsterblich in den dritten Sohn, den schönen und charmanten Cesare und nach anfänglichem Misstrauen freundet sie sich auch mit der raffinierten Papst-Tochter Lukrezia an.

Viel zu spät realisiert Sancha, dass sich auch hinter Cesares Fassade eisige Kälte verbirgt und er vor nichts zurückschreckt. Aus der leidenschaftlichen Liebe wird gefährlicher Hass - und Sancha kämpft verzweifelt gegen mächtige Intrigen und um ihr Leben ...


4) Bewertung:

Das Zeitalter der Renaissance ist ein sehr dankbarerer Hintergrund für historische Romane. Das farbenprächtige Italien, die Machtkämpfe innerhalb Europas und der Kirche und die schillernden Charaktere der Borgia-Familie bilden den Ausgangspunkt für dieses Werk.


~ Überzeugende Charaktere ~

Im Mittelpunkt steht die Ich-Erzählerin Sancha von Aragon, zu Beginn fast noch ein Kind, später eine erwachsene Frau, aber von Anfang an ein stolzer und starker Charakter. Sancha ist nicht so sanftmütig wie ihr geliebter Bruder, doch gerade ihre Schwächen machen sie sympathisch. Entgegen aller Vernunft schlägt sie die Warnungen über die Borgias in den Wind, um sich mit Cesare auf eine fatale Affäre einzulassen, die von nun an ihr Leben bestimmen wird. Sancha ist impulsiv und kaltblütig in ihrem Hass gegenüber denen, die ihren Nächsten schaden wollen. Bezeichnenderweise ist sie keine Heldin, die immer den richtigen Weg wählt, sondern muss Niederlagen und falsche Entscheidungen hinnehmen - doch egal wie schlimm ihr mitgespielt wird, sie gibt nicht auf.

Über die Borgias existieren zahllose Bücher und die verschiedensten Ansichten. Sehr positiv ist hervorzuheben, dass die Familie in diesem Werk nicht auf den Ruf als grausame Giftemischer beschränkt wird. Lukrezia erscheint zunächst als eifersüchtige Schwägerin, die Inzucht mit ihrem Vater stößt Sancha zusätzlich ab. Aber im weiteren Verlauf entsteht eine enge Freundschaft zwischen den Frauen und Lukrezia erscheint mehr hier als schwaches Opfer denn als die femme fatal, als die sie gern verkörpert wird. Papst Alexander erhält eine negativere Darstellung; er vergreift sich an Sancha, hält sich junge Gespielinnen, verhindert nicht die Mordlust seiner Söhne. Immer wieder allerdings blitzen Momente auf, in denen er nur als alter Mann gezeigt wird, der aus fehlgeleiteter Liebe zum Spielball der Ränke seiner Kinder geworden ist. Letztlich ist sogar Cesare als zwiespältiger Charakter geschildert. Auch nachdem Sancha erkannt hat, dass er ein Mörder ist, der vor fast nichts zurückschreckt, flammt immer wieder in ihr das alte Begehren auf, für das sie sich schämt - und es gibt sogar Anzeichen, dass selbst Cesare, der Sanchas Leben systematisch zu zerstören versucht, diese Gefühle erwidert. Die meisten Figuren besitzen sowohl schwarze als auch weiße Schattierungen, was sie glaubwürdig macht und dazu beiträgt, dass man mitgerissen wird.


~ Spannung bis zum Schluss ~

Das Leben der Borgias und ihr Schicksal sind keine Geheimnisse, dennoch geliengt es der Autorin, den Roman beständig spannend zu halten. Das liegt vor allem daran, dass es zwar viele Vermutungen über bestimmte Aspekte der Borgias gibt, aber nicht immer gesicherte Erkenntnisse. Der grobe Rahmen ist somit zwar historisch festgelegt, doch über einzelne Ereignisse wie Todesfälle und die wahren Charaktere wird nach wie vor spekuliert - genug Spielraum also, um Fantasie walten zu lassen, wer wen ermordet hat und wer an welcher Veschwörung beteiligt war. Mehrmals erlebt man, wie liebgewonnene Figuren in Gefahr geraten oder sogar sterben, sodass man kaum Gewissheit hat, mit wem es welches Ende nimmt. Auch das wechselnde Verhalten der Charaktere sorgt für gebanntes Lesevergnügen. So wie Sancha oft nicht weiß, wem sie trauen darf, kann auch der Leser nicht alle Vorhaben der Personen abschätzen. Man darf sich fragen, ob Lukrezia wirklich die treue Freundin ist, zu der sie sich scheinbar entwickelt hat, ob der wankelmütige, junge Jofre seiner Frau Schaden zufügen wird, welche Intrigen der Papst, Juan und Cesare womöglich planen und auf welche Weise Sancha ihre Rache nehmen wird ...

Der historische Hintergrund wird auch für Nichtkundige der Renaissancezeit gut miteingebracht, bleibt dabei immer dezent, ohne trockene Faktenaufzählung. Der Leser spürt das bezaubernde Flair von Sanchas geliebter Heimat Neapel ebenso wie den atemberaubenden Prunk Roms. Die Zustände der damaligen Zeit sind schonungslos und realistisch geschildert, sodass empfindliche Gemüter gewarnt sein sollten - es wird geschändet und gemordet, dass es das Borgia-Herz entzückt. Erfreulicherweise wird jedoch bis auf einmal keine ausufernde Liebeszene erzählt, die sich sonst gerne in historische Romane einschleichen. Dafür begegnet man am Rande auch anderen historischen Gestalten der Zeit, etwa dem kirchenkritischen Prediger Savonarola, dem umstrittenen Philosoph und Politiker Machiavelli und dem gealterten Leonardo da Vinci.


~ Kaum Schwächen ~

Der Roman braucht ein paar Seiten Anlaufzeit, ehe man richtig in der Handlung Platz genommen hat. Dafür sind hauptsächlich die detaillierten Beschreibungen verantwortlich, die den Beginn etwas zu statisch gestalten. Der Leser erfährt, wer mit wem verwandt ist, wie die einzelnen Personen aussehen und wie die Umgebung gestaltet ist, was sich als etwas ungünstiger Einstieg herausstellt. Ein kleiner Widerspruch taucht auf, als Sancha ihren Halbbruder Ferrandino bei seiner Krönung als hochmütig bezeichnet, denn bei seiner ersten Erwähnung beschreibt sie ihn nur als offen und warmherzig und da er in der Zeit dazwischen kaum eine Rolle spielt, irritiert dieser plötzliche Umschwung. Etwas unrealistisch wird es, als Juan von der Affäre zwischen seinem Bruder Cesare und Sancha erfahren hat und Gerüchte darüber in Umlauf sind, Sanchas Ehemann Jofre aber nichts davon ahnt. Zu guter Letzt wünscht man sich, man hätte nach Sanchas Umzug nach Rom noch mehr vom Verbleib ihrer übrigen Familie und dem Schicksal der einzelnen Mitglieder erfahren.


5) Fazit:

Ein faszinierender Historienschmöker aus der Renaissancezeit über das berüchtigte Leben der Borgias. Fantasie und Historie werden gekonnt miteinander verknüpft, die Charaktere überzeugen durch Vielschichtigkeit und die Ich-Erzählerin läd zum Mitfiebern ein. Bis zum Schluss bleibt der Roman durch individuelle Sichtweisen ud Details spannend, selbst wenn man über den geschichtlichen Verlauf bereits informiert ist. Die sehr kleinen Schwächen können den hervorragenden Gesamteindruck nicht trüben.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Prisca
Prisca, 03.08.2007
Inhaltlich nich ganz mein Fall, aber na ja - gut, das wir nicht alle daselbe mögen. LG
winki36
winki36, 11.11.2007
Sh
morla
morla, 02.08.2007
l.g. petra
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1-2 von 2  Belletristik Romane & Erzählungen - Die
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Produktbeschreibung Jeanne Kalogridis: Die Kinder des Papstes (gebundene Ausgabe)

 
Allgemeine Informationen Jeanne Kalogridis: Die Kinder des Papstes
ISBN: 3471795081
EAN: 9783471795088
gelistet seit: 10.02.2005
Hersteller: Kalogridis, Jeanne
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Bewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00
Details
Hersteller / Verlag: List Paul Verlag 
Ausgabeformate: Hardcover 
Unverbindliche Preisempfehlung: 22.00 
Gattung: Belletristik 
Schlagworte: Französische Belletristik / Historischer Roman, Erzählung; 
Kurztitel: Kalogridis, J: Kinder des Papstes 
Erscheinungsjahr: März 2005 
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