Das Armband ist schon lange kaputt, die Batterie ist nun schon zum zweiten Mal leer - nein, die Rede ist nicht von der neuen Lidl-Uhr. Noch nicht. Sondern von meiner mir sehr ans Herz gewachsenen Camel-Trophy Uhr. Aber da ist mir zum passenden Zeitpunkt der Lidl-Newsletter ins Haus geflattert, laut dem es am 30.04.03 Quarzuhren im Titan-Look, teilweise mit Lederarmband, und wasserdicht bis 30m, geben sollte.
Ohne mein Zeiteisen bin ich einfach aufgeschmissen in dieser Welt, und bei einem Preis für die Lidl-Uhr von 8,99 Euro, da brauchte ich nicht zwei Mal zu überlegen - wenn mir eine gefallen sollte, dann würde ich mir auch eine kaufen. Immer vorausgesetzt natürlich, nach Feierabend und vor dem Maifeiertag wäre nicht schon alles ausverkauft...
Eine neue Uhr, und dazu noch billiger als auch nur ein Batteriewechsel (mit Dichtungs-Check, versteht sich - und dann wäre immer noch das Band kurz vor dem Abfallen) meiner Trophy...
Bis zum 30.04. hat mir mein Mann eine seiner Uhren zur Verfügung gestellt (manchmal habe ich so das unbestimmte Gefühl, er beginnt mit dem Uhrensammeln - derzeit hat er bestimmt vier oder fünf Stück, wovon aber mindestens zwei eine neue Batterie brauchen).
Und heute war es so weit! [Manch einer mag sich denken - heute ist doch nicht der 30. April?- Aber: erstens habe ich meinen Bericht zuerst bei der Konkurrenz veröffentlicht. Und zweitens mußte erst ein Produktvorschlag gemacht werden - Hier ging das um einiges schneller als bei der Konkurrenz. Danke an das Yopi-Team an dieser Stelle!!]
*************
MODELLAUSWAHL
*** **********
Als ich in den Laden gekommen bin, gab es noch zwei Damen-Modelle, naja, so kleinere Ührchen halt, die aber für mich nicht geeignet sind, weil ich dann, sofern z.B. im Bett und noch ohne Brille, die Uhr direkt ans Auge halten müßte, um etwas erkennen zu können. Schick sahen die schon aus, aber da ich meine Uhr immer trage - sonst lasse ich sie bloß irgendwo liegen -, schieden die schon einmal aus praktischen Gründen aus.
Dann gab es drei Herren-Modelle, also die größeren Teile.
Eine Datumsanzeige hatten übrigens alle Uhren, bis auf eines der Damenührchen, das aber nicht einmal eine Zifferblatteinteilung besaß. Manche mögen das schick nennen - ich nenne es schlichtweg unpraktisch. Wenn ich Schmuck tragen will, dann tue ich das; eine Uhr hat mir die Zeit anzuzeigen, da will ich nicht auch noch eine Schätzung anstellen müssen.... Außerdem hatten alle mattgraue Gehäuse - Titan-Look eben.
Leider konnte man wegen der Plastikverpackung an keiner Uhr so richtig erkennen, ob das Band nun Leder war oder nicht. Eine hatte ein graues Band, das verdächtig nach Velours aussah (ob Velours-LEDER -- ?), zwei ein schwarzes, glattes Band. Davon sah eines etwas gepolstert aus, irgendwie dicker - und für das Teil habe ich mich dann schlußendlich auch entschieden.
In Ermangelung einer Schere habe ich dann mit dem genaueren Untersuchen noch bis zu Hause abwarten müssen.
Die Verpackung an der oberen Kante schnell aufgeschnitten (den Karton mit der Garantiekarte dabei so weit wie möglich unversehrt belassen), die Uhr oben herausgezogen, und es konnte ans Begutachten gehen:
Die Vorderseite der Kartoneinlage sagt
mir Grundsätzliches:
4Titanoptik [also ein mattes Grau]
4Qualitätsquarzwerk [haben das nicht inzwischen alle Uhren?]
430m wasserdicht [wir werden sehen...]
43 Jahre Garantie [nicht auf Band, Batterie und Glas *gg*]
4Nickelfrei [gut, denn immer mehr Leute sind gg. Ni allergisch!]
4Mineralglas [was eigentlich sonst?]
Auf der Rückseite wird erklärt, wie man Datum und Uhrzeit einstellt, und es ist die Garantiekarte abgedruckt - im Garantiefall ist die Kaso GmbH zuständig, in der Schulze-Delitzsch-Str. 29 in 75173 Pforzheim.
***********
MEIN MODELL
***********
Meine neue Uhr sieht ja schon recht edel aus, jedenfalls für DEN Preis - und dieses Modell hat auch tatsächlich ein Lederarmband. Zumindest ist das dem Band auf der Innenseite aufgedruckt (genuine leather).
Dafür ist das Zifferblatt recht schlecht lesbar, weil da so Spiegeleffekte mit eingearbeitet sind (schwarz-grau), man muß immer ein bißchen drehen und wenden, um die genaue Zeit zu erkennen. Aber es geht, für mich reicht es, und es ist ja auch keine Digitaluhr. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man die Einteilungen für Minuten (bzw. Sekunden) sogar nochmals unterteilt erkennen (Zehntelsekunden bzw. -minuten). Aber mir reichen die aufgebrachten silbernen Dreiecke (vom Kreisrand zur Mitte zeigend) bzw. Zahlen 6, 9 und 12 (an Stelle der Drei befindet sich das Datum) für die fünfminütige Unterteilung schon aus.
Am äußeren Rand entlang des Zifferblattes befinden sich kleine (und ich meine kleine!) Leuchtpunkte, in 5-Minuten-Abständen. Die Zeiger haben dafür breitere Leuchtflächen, der große ist auch weiter zum Rand hin mit dem Leuchtzeug beschichtet als der kleine, und der Sekundenzeiger leuchtet als wandernder Punkt. Darauf habe ich auch sehr geachtet, es war streng genommen nicht nur das dickere Armband, das mich meine Entscheidung hat treffen lassen. Denn ich als Blindfisch - und dann noch nachts - ...
Ein erster Test hat nun aber ergeben, daß zwar die Punkte sehr hell leuchten, die Zeiger aber nicht wirklich toll zu erkennen sind! Umgekehrt fände ich das nicht so schlimm.
Das bringt 1 persönlichen Punkt Abzug, denn dieses feature ist mir doch recht wichtig.
Außerdem ist mir bald aufgefallen, daß die Uhr für meinen Geschmack viel zu laut tickt. Das kann ich schon an den Swatch nicht leiden: da müßte ich nachts entweder die Uhr ausziehen (um sie am nächsten Morgen dann erst zu vergessen!), oder aber die Hände unter Decke oder Kopfkissen schieben damit ich überhaupt einschlafen könnte. Wie unbequem!
Da muß ich nun erst einmal ein paar Nächte testen, ob die Uhr nun bloß einen Notlösung ist, oder ob sie für den Dauerbetrieb bei Tante saida zugelassen werden kann. Bestens geeignet das nun folgende, lange Wochenende...
Weiterhin ist die Zeiteinstellung ein wenig schwierig: Die Uhr hat eine Krone, die wie allgemein üblich, bei halbem Herausziehen nur das Datum verstellt, wenn man die Krone ganz herauszieht, kann man auch die großen Zeiger verstellen. Das Datum klappte wunderbar, das Zeiger-Drehen auch, aber wenn man dann die Krone wieder hinein drücken will, geht das nicht so leicht, wie ich es eben von meiner Trophy gewohnt bin. Man muß schon ganz schön ordentlich drücken, bis es endlich klappt, und auch noch höllisch aufpassen, daß sich dabei die Zeiger nicht wieder verstellen!
Das bringt auch nochmals einen Punkt Abzug, weil so die Zeitumstellung zwei Mal im Jahr zu viele Nerven kostet. Vorausgesetzt, das Uhrwerk geht einigermaßen präzise, und ich muß nicht wesentlich öfters an der Zeitanzeige herumfummeln (abgesehen von den Zeitumstellungen beim Urlaub - auweia, die hatte ich ganz vergessen!). Darüber werde ich dann berichten, wenn ich das Zeiteisen einige Wochen oder Monate in Betrieb habe - wenn sie sich überhaupt für den saida-Dauergebrauch eignet (s.o.), und es denn etwas Besonderes zu berichten gibt.
Nun soll die Uhr ja auch noch wasserdicht bis 30m sein - was heißen soll, 30m weit schwimmen (so ungefähr), nicht etwa 30m Wassertiefe. Sie wird also mindestens solche Dinge wie Duschen, Putzen, Spülen aushalten müssen. Wir werden sehen, ob sie Wasser zieht. Gleich morgen ist sie fällig, und dann schreibe ich auch den Bericht vorerst zu Ende!
(...)
So. Geschlafen habe ich - wider Erwarten - gut, die Uhr nervt mit ihrem Ticken nur, wenn sie in die Nähe eines Ohrs gehalten wird. Ich MUSS meinen Kopf ja nicht unbedingt aufs linke Handgelenk drauflegen *gg*. Aber wenn ich so dasitze, dann fällt mir das Ticken schon manchmal auf - mal sehen, ob ich mich daran gewöhne, oder ob ich weiterhin irritiert horche, ob das Geräusch wirklich von MEINER Uhr stammt...
Und meine heutigen Wasseraktionen hat die Uhr auch problemlos überstanden. Sowohl im Wassereimer panschen (die Balkonmöbel mußten gereinigt werden, und schließlich ist doch Tag der Arbeit, oder nicht?), als auch eine ausgiebige Dusche haben die Dichtungen locker mitgemacht. Die Uhr hat keinerlei Wasser gezogen - womit ich, bei dem Preis, ehrlich gesagt, nicht so wirklich gerechnet hatte...
**********
MEIN FAZIT
**********
Für diesen Preis ist die Uhr bestimmt ein Schnäppchen!
Dafür kann man es schon verschmerzen, daß die Zeiteinstellung ein Gefummel ist, und man im Dunkeln evtl. die Zeit nicht so genau erkennen kann, finde ich.
Die drei Jahre Garantie sind eigentlich ein Witz, denn was soll wohl kaputt gehen? Da würde die Garantie wohl nur greifen, wenn die Uhr ständig falsch ginge - bei Eindringen von Wasser ist man ja sowieso immer selbst schuld, auch wenn man tatsächlich im Höchstfall nur damit geduscht hat...
Auch als modisches Accessoire eignet sich die Uhr bestens - wer also Wert auf passende Uhren zum Outfit legt, kann sich ja zu dem Preis gleich von jedem Modell eines zulegen, und dann ist er immer noch billiger dran als mit den meisten Markenuhren...
Den ultimativen Schwimmtest werde ich im Juni direkt im Meer durchführen, dann werden wir ja sehen! Es wäre nicht die erste Uhr, die mehr aushält als die Garantie verspricht, aber auch nicht die erste, der ich im Wasser den Todesstoß versetzt habe. Aber - ich muß es nochmals wiederholen - bei dem Preis müßte ich mich nicht sonderlich aufregen, falls das Experiment mißlingen sollte ;o)
Ich werde mir trotzdem noch überlegen, ob ich meine nun behalte, oder ob ich sie dann in Tunesien an eines der zahlreichen Familienmitglieder meines Mannes verschenken soll. Denn als Geschenk ist sie bestens geeignet, so als Kleinigkeit zum Geburtstag [der ja in Tunesien eigentlich gar nicht so gefeiert wird] - mein kleiner Schwager wird volljährig, und vielleicht schenke ich ihm ja diese Uhr - ?
Danke an alle Nichtmitglieder fürs Lesen, und den Community-Mitgliedern auch gleich fürs Bewerten und/oder Kommentieren!!
Ich hoffe doch wohl, mein Bericht konnte helfen, und die geneigte Leserschaft ist auch nicht sanft entschlafen - ?
...
ein Testbericht von GPX750R2010-06-10 23:53:33vom 10.06.2010Empfehlung: ja
Vorteile: - Uhrwerk und Armband
- Uhrglas...Nachteile/Kritik: - Verchromung des Uhrgehäuses
Eigentlich gilt mein Interesse nur Uhren mit einem Automatic oder Aufzugwerk. Doch das Design
eines bestimmten Modells (die Uhr mit dem schwarzen ZB / kleines Bild) hat mir so gefallen,
dass ich es kurzerhand gekauft habe.
Es gibt die KING auch mit mechanischen Werken, was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste.
Nach drei Jahren lässt sich folgendes über das erstandene Modell, auf dessen Gehäusedeckel
2-LD1137-9 steht, berichten.
Das wichtigste einer Uhr ist das Werk! In diesem Modell arbeitet das Quartzwerk
Kaliber 7T35 von Miyota. Wenn auch nichts besonderes, so gilt dieses Werk als
qualitativ gut und ausgesprochen langlebig. Energieverbrauch liegt etwa bei einer
Batterie pro Jahr.
Das Uhrenarmband, oft ein Manko bei preisgünstigen Uhren, ist aus kräftigen Echt-Leder
und sieht nach drei Jahren immer noch sehr gut aus. Der Verschluss ist aus Edelstahl und
ohne Kratzer. Ein qualitativ hochwertiges Produkt welches mich doch überrascht hat.
Das Design des Zifferblattes läßt aufgesetzte Zahlen und Indizes vermuten. Nach öffnen
der Uhr erkennt man allerdings einen Trick. Auf der Rückseite des Zifferblattes sieht man
Stanzungen und von vorn wurden die Erhebungen wahrscheinlich mit Chromfolie bedruckt.
Die Täuschung ist perfekt gelungen. Die Chromauflage hat bisher anstandslos gehalten.
In der Krone fehlt die Dichtung. Da ich die Krone selten herausgezogen habe, vermute ich,
dass diese bei der Montage vergessen wurde. Zum Glück hatte ich nur einmal Feuchtigkeitsprobleme
in der Uhr. Sich einen Dichtungsring für die Krone zu besorgen dürfte kein Problem sein.
Ich kenne drei Grundtypen von Gläsern. Plastik, Mineral und Saphir! Das verwendete bombierte
Glas scheint keines dieser Grundtypen zu sein. Plastik ist es auf jeden Fall nicht. Saphir kann
es auch nicht sein, da sich das Glas bereits drei oder vier mal sichtliche Kratzer zugezogen hat.
Bliebe nur noch Mineralglas übrig. Nur, bleiben auf einem Mineralglas die Kratzer. Das unglaubliche
ist, dass die Kratzer nach etwa einer Woche von selbst weg sind. Es waren garantiert Kratzer
und keine Schlieren oder ähnliches. Die Oberfläche ist noch immer spiegelglatt und ist eine Augenweide.
Von oben oder von der Seite betrachtet erkennt man nicht, dass dieses Glas jemals Kratzer hatte.
Ob andere Modelle die gleichen Gläser mit dieser Beschaffenheit haben, kann ich nicht sagen.
Bei meinem Modell auf jeden Fall ein sagenhaftes Glas! Dieses Glas ist der Oberhammer!
Das Gehäuse, bzw. die Verchromung ist die Entäuschung schlechthin. Typisch für billige Chinaticker löst sich die hauchdünne Chromschicht und es entstehen hässliche Stellen in Messingtönen. Einfach unbegreiflich, wenn man die anderen positiven Teilbereiche gegenüber stellt.
Aus der Not eine Tugend gemacht, in dem ich mit Stahlwolle die restliche Verchromung entfernte. Der neue Farbton sieht zwar interessant aus, passt aber leider nach meinem Geschmack nicht mehr zu den Chrommarkierungen auf dem Zifferblatt. Hat aber auch einen Vorteil! Ich kann eventuelle Kratzer auf dem Gehäuse wieder blitzeblank polieren, ohne Angst zu haben, eine andersfarbige Schicht abzutragen.
Sicherlich werde ich mich an den Anblick des messingfarbenen Gehäuses gewöhnen. Ich muss! Denn - ich trag' die KING Quartz so gerne.
...