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Kathmandu
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Kathmandu gebraucht & neu

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Kathmandu Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Raimok

Namaste - eine Reise in eine andere Welt (Part 2)

ein Testbericht von 2003-05-06 10:12:17 vom 06.05.2003
Empfehlung: ja
Umgeben von Handwerkern, die unseren Fussboden herausreißen und neuen verlegen (unser Vermieter kann die 8 Monate nicht warten, bis wir ausziehen!), versuche ich mich darauf zu konzentrieren und den zweiten Teil meiner Nepalreise fertig zu stellen.

Während es im ersten Teil im allgemeinen um das Land Nepal ging, will ich mich in diesem Teil näher mit der Hauptstadt Kathmandu befassen und dabei auch etwas näher auf unsere Erlebnisse eingehen.

11. März 2003
''''''''''''''''''''

Pünktlich um 15:40 landet unsere Maschine der Qatar Airways aus Doha kommend. Als allererstes gilt es, die Einreiseformalitäten zu erledigen. Dazu haben wir im Flugzeug schon einen Visaantrag ausgefüllt und von Deutschland zwei Passbilder mitgebracht.

Für die Einreise der Touristen gibt es zwei extra Linien, an denen wir uns anstellen mussten. Endlich waren wir an der Reihe. Wir gaben den ersten Beamten unsere Pässe, den Antrag mit den Bildern und 30 US$ pro Person Einreisegebühr, die er wortlos entgegen nahm. Das Geld wanderte in die Kasse und unsere Unterlagen wurden an den zweiten Beamten weitergereicht. Dieser reichte uns wortlos eine Quittung, um dann die Unterlagen an einen dritten Beamten weiterzureichen. Nach einer kurzen Musterung seinerseits bekamen wir dann von diesem unser Visum und unsere Pässe zurück.

Das nächste Abenteuer erwartete uns am Gepäckband. Zuerst einmal wurden wir von jemanden empfangen, der unse Namensschild hochhielt. Toll, dachten wir, wir haben ja schon unseren Travelguide gefunden. Gemeinsam mit ihm und einem weiteren Träger warteten wir am Gepäckband auf unsere Koffer. Dort ging es absolut chaotisch zu. Mehrere Gepäckstücke lagen auf dem Boden herum, während sich das Gepäckband nicht mehr drehen konnte, da es brechend voll war. Es machte aber auch niemand Anstalten, das Gepäck vom Band herunterzunehmen.
Endlich aber ging es weiter und wir hatten unser Gepäck. Nun wollten wir schleunigst den Flughafen verlassen, doch schon wieder schlug das Gesetz zu. Vor Verlassen des Gebäudes muß man sämtliche Gepäckbelege vorweisen, also sollte man auch wissen, wo diese sich befinden :-) Nach kurzem Suchen war es endlich soweit, wir durften ins Freie.

Und wieder hielt jemand unseren Namen in die Höhe. Es stellte sich heraus, das wir erst jetzt auf unseren Führer trafen und der andere ein Träger vom Flughafen war. Der forderte jetzt natürlich ein Trinkgeld und zwar wollte er 20 US$. Als wir ihm sagten, das dies viel zu teuer wäre, ging er schon auf 10$ zurück. Nach guter alter US-Manier gab ich ihm schließlich pro Gepäckstück einen Dollar - das waren immerhin noch 5 Stück. Wenn man bedenkt, daß der Nepal eines der ärmsten Länder der Welt ist und das Pro Kopf Einkommen bei ca. 160 US$ im Jahr liegt, dann hat er dabei gar nicht so schlecht verdient, auch wenn er sicherlich einiges abgeben muß.

Unser Führer begrüßte uns mit Kränzen aus frischen Blumenköpfen, die er uns um den Hals hängte. Dann begleitete er uns zusammen mit dem Fahrer zu unseren Kleinbus. Nachdem alles verladen war, ging die Fahrt ab zu unserem Hotel. Doch bevor wir den Flughafen verlassen konnten, waren erst mehrere Straßensperren der Armee zu passieren, einem Relikt des Bürgerkrieges. Wir wurden aber schnell durch gewunken.

Kaum hatten wir den Flughafen verlassen, prallten wir auf eine andere Welt. Es war eine Art Kulturschock. So richtig kann man das gar nicht beschreiben. Erst mal war es das Gewimmel auf den Straßen. Menschenmassen über Menschenmassen liefen einfach wild durch die Gegend. Die sich nicht in einem guten Zustand befindlichen Straßen teilen sich Autos, Fahrräder, Mopeds, Rikschas, Kühe und Fußgänger.
Verkehrsregeln gab es anscheinend überhaupt nicht, teilweise fuhren 3 Autos nebeneinander und der Gegenverkehr versuchte auch noch vorbeizukommen. Spurwechsel von ganz links nach ganz rechts waren keine Seltenheit, wobei der Gegenverkehr angehupt wurde, nach dem Motto: Was willst Du denn hier! Ach ja, es herrscht hier Linksverkehr, aber das ist noch das geringste Übel. Währenddessen kümmerten sich die Fußgänger überhaupt nicht um dieses Verkehrschaos, sondern liefen einfach, ohne zu schauen, auf die Straße - es wird schon einer bremsen. Und irgendwie scheint das auch zu funktionieren.

Die Häuser, die wir sahen, sahen auch nicht unbedingt vertrauenserweckend aus. An den Straßenrändern befanden sich Mengen von Verkaufsständen, frisch geschlachtetes Fleisch lag in der Sonne, gleich daneben schnitt der Friseur seinen Kunden die Haare, der Spiegel war an einen Baum gehängt. Häufig findet man riesige Müllberge an den Straßenrändern, die Kanalisation ist, sofern vorhanden offen, und die Stromleitungen sind ein einziges Wirrwarr.

Die Autos stoßen Unmengen von Abgasen aus, teilweise wird der Müll verbrannt. Das führt dazu, daß die Menschen (vor allem Verkehrspolizisten) teilweise mit Mundschutz herumlaufen und sich über der Stadt eine Dunstglocke bildet.

Aber schon der erste kurze Eindruck aus den Busfenstern läßt mich gefangen nehmen. Die Stadt pulsiert vor Leben, an jeder Ecke sieht man Neues und Interessantes.

Endlich ist unser Hotel erreicht, das Hyatt Kathmandu. Während wir in der Hotelhalle warteten, organisierte unser Führer die Zimmerschlüssel und lies unser Gepäck aufs Zimmer bringen. Dann wurden wir nochmal offiziell in Kathmandu begrüßt und bei einem Cocktail teilte er uns das Programm dieser einen Woche mit. Danach waren wir für den Rest des Abends entlassen.

Das Hyatt Hotel ist ein Luxushotel, welches erst 2000 eröffnete. Es ist gleichzeitig eins der größten Hotels in Kathmandu. Der Kontrast zur Stadt könnte nicht größer sein. Angelegt im traditionellen Stil, bildet es allen erdenklichen Luxus - Außenpool, hervorragende Restaurants, große Zimmer mit Fernseher, Klimaanlage, Dusche und WC.
Besonders das Bufett- Restaurant ist absolut empfehlenswert. Für 10 Euro kann man hier soviel essen, wie man nur möchte. Und man ißt freiwillig den einen oder anderen Teller mehr. Die indischen, nepalesischen und tibetischen Spezialitäten sind einfach zu gut. Die Speisen sind sehr würzig bis scharf - aber nicht zu scharf. Ich würze mit ein paar grünen Chilis nach, den anderen reicht es.

Danach gibt es noch einen kurzen Abstecher in die Bar zum Absacker und dann geht es beizeiten ins Bett, schließlich hatten wir einen Nachtflug hinter uns.

12. März 2003
'''''''''''''''''''

He ute heißt es zeitig aufstehen, schließlich wollen wir unseren Sightseeing- Flug zum Mt. Everest machen. Um 07.00 Uhr sind wir am Flughafen, bis ca. 08.00 Uhr warten wir, ehe wir enttäuscht zurückfahren, da die Wetterverhältnisse den Flug einfach nicht zulassen. In der Tat sieht es nicht gerade berühmt aus. Es ist zwar nicht kalt, aber es sieht nach Regen aus.

Zurück im Hotel, waschen wir uns erst noch mal richtig (früh mußte es ja schnell gehen) und frühstücken ausgiebig. Das Frühstück ist typisch amerikanisch, Würstchen, Toast, Speck und Omelette, wird von mir aber mit einigen Chilis verfeinert, was mir ein Kopfschütteln meiner Frau einbringt - ich mag es nun aber mal schaaaarf. Ebenfalls zum Frühstück dazu gibt es noch eine köstliche Linsensuppe, die von allen begeistert aufgenommen wird.

Danach werden wir in der Hotelhalle von einer Nepalesin mittleren Alters empfangen - eine gelungene Überraschung für uns, denn sie spricht im Gegensatz zu unserem Führer Deutsch, was es für meine Begleitung (Schwiegermutter, -vater, Onkel und Tante meiner Frau) wesentlich einfacher macht und mir einen Haufen Übersetzungsarbeit spart.

Wir brechen auf zur Stadtrundfahrt Richtung Altstadt Kathmandu. Die Fahrt führt quer durch die ganze Stadt vorbei an Dutzenden von Plätzen, Tempeln und dem neuen Königspalast, der seit 1896 von den Königen bewohnt wird. Am Clock Tower ist die erste öffentliche Uhr Nepals zu sehen. Einmal pro Woche sind Teile der Residenz für die Öffentlichkeit zugänglich.

Über die Einwohnerzahl der Stadt erfährt man unterschiedliche Dinge. Während unterschiedliche Quellen von einer Millionenstadt sprechen, so soll die Stadt doch "bloß" 700.000 Einwohner haben. Und das bei einer Bevölkerungsdichte von 50.000 pro km² (ganz ohne Hochhäuser) - zum Vergleich, Berlin hat 3800 Einwohner / km²!!!

Über die Entstehungsgeschichte der Stadt ist nicht allzuviel bekannt. Nach der Trockenlegung des Kathmandu- Tales (das Tal war in prähistorischer Zeit ein See) meditierte der Prophet Ne oft an den Mündungen der heiligen Flüsse Bagmati und Vishumati und gab somit dem Tal seinen Namen Ne-pal. Später verliefen über den Bergrücken zwischen den beiden Flüssen wichtige Handelsstraßen von Indien nach Tibet und an diesen entwickelten sich erste Siedlungen, die sich ca. Im 9. Jahrhundert zu einer Stadt zusammenschlossen.
1933 wurde das Tal von einem verheerendem Erdbeben heingesaucht, dem viele alte Gebäude zum Opfer fielen.

Schließlich steigen wir aus unserem Bus und erkunden die Gegend zu Fuß. Wir befinden uns am Tundhikel, der großem Freifläche, die fast 2 km lang und 400 m breit ist.
Im Norden dient die Fläche als Park, hier campieren Menschenmassen auf dem Rasen und dementsprechend ist dieser Teil auch mit Unrat überfüllt.
Im Zentrum befindet sich der Paradeplatz, während sich im Süden ein Armeelager befindet..
Die nördliche Begrenzung der Freifläche bildet der Teich Rani Pokhari (Teich der Königin), den ein Malla- König 1670 zum Gedenken an seine Gemahlin anlegen liess. Über dem Wasser erhebt sich ein Shiva- Tempel. Hier lagerten zu früheren Zeiten die Handelskarawanen. Und genau hier beginnen wir unseren Fußmarsch.

Aber als erstes werden wir von unserer Führerin belehrt. Wir sollen nichts von fliegenden Händlern nehmen, damit ziehen wir nur weitere an, schließlich gelten wir in deren Augen als unermeßlich reich. Des weiteren sollen wir auch nichts den bettelnden Kindern geben, so leid sie uns auch tun werden. Wir ziehen damit nur eine neue Generation von Bettlern heran. Diese Kinder verdienen so meist mehr Geld als ihre arbeitenden Eltern. Aber ein wenig unwohl fühlen wir uns doch. Wir fühlen uns bedrängt und wissen doch nicht, wie wir uns richtig verhalten sollen. Schließlich werden wir in der Menge ja sofort als wohlhabend identifiziert und ständig von Kindern und Händlern umschwirrt. Und gibt man einem etwas, werden es gleich nochmal soviel, die das gleiche erwarten.

Als erstes schlendern wir den diagonalen Bazar entlang. Diese Straße führt von Nordosten nach Südwesten durch die Altstadt. Hier reihen sich Geschäfte und Märkte aneinander, die alles anbieten, was man für das tägliche Leben braucht. Man kann das troditionelle Leben aus vollen Zügen betrachten - ein Tag in dieser Straße vergeht wie im Flug. Doch leider haben wir diese Zeit nicht.

Unser erstes Ziel, an dem wir stoppen, ist der Asan Tole, ein Platz, wo sich 6 Straßen kreuzen. Hier finden sich eine Menge Gewürzhändler und die Luft ist voll von aromatischen Gerüchen. Anschließen tuen sich einer kleiner Gemüsemarkt sowie eine Art Gemischtwarenhändler, die von Batterien bis zum Haarflegemittel alles anbieten.
Sofort sind wir von einer Gruppe Händlern umringt. Interessant ist zum einen die Elektroverkabelung, ein einziger freihängender Wust, die Leitungen führen in alle Richtungen. Zum anderen findet man hier Annapurna- Tempel. Annapurna ist ein Aspekt der Lakshmi, der Ehefrau von Vishnu , die für Reichtum, Wohlergehen und gute Ernte zuständig ist. Annapurna ist über im Zentrum der Torana über der Tür als Figur dargestellt, (Toranas sind Bogenfelder über dem Türsturz eines Portals, aber kein Teil der Wand) die Göttin selbst wird aber im Tempel in der Gestalt der silbernen Vase des Überflusses verehrt.

Einen Tempel umrundet man immer in Uhrzeigersinn und man läutet eine Glocke vor dem Betreten, den die Gottheit könnte ja schlafen oder außer Haus sein - manchmal sind die Leute schon praktisch in ihrem Glauben.

Wir folgen dem diagonalen Bazar Richtung Altstadt. Immer wieder sieht man interessante Lebensmittelgeschäfte, in denen der Besitzer in der Mitte im Schneidersitz thront und alle seine Waren mit einem langen Löffel erreicht.

Unser nächstes Ziel ist der Indra Chowk. Hier befindet sich ein weiterer sehenswerter Tempel, der Akah- Bairav- Tempel. Dieser hat nicht den typischen Pagodenstil, sondern ist einem newarischen Wohnhaus nachempfunden. Hier befindet sich auch der Perlenmarkt. In Dutzenden von Geschäften werden Perlen in allen möglichen Farben angeboten, wobei die Farbe Rot dominiert, da diese die Farbe des Glückes ist. Es ist schon interessant zu sehen, wie die Händler im Schneidersitz auf dem Boden sitzen und unter Zuhilfenahme der Füße Perlenketten herstellen.
Noch einen weiteren Tempel findet man hier. Dieser heißt Tempel des Sheto Machhendranath. Auch diesen sollte man im Uhrzeigersinn umrunden. Betreten der Tempel ist Nichtgläubigen eh nicht erlaubt, maximal ein Blick ins Innere. Beim Umrunden fallen einem sofort die Gebetsmühlen auf. Diese enthalten je eine Rolle Papier, auf denen bis zu 1,5 Mio Mal die beschwörende Gebetsformel "Om Mani Padme Hum" steht. Da die Buddhisten glauben, daß sich Gebete auch durch Bewegungen aktivieren lassen, drehen sie die Gebetsmühlen (immer) in Uhrzeigerrichtung oder hängen Gebetsfahnen auf.

Verheiratete Frauen erkennt man übrigens am rot gefärbten Scheitelansatz. Die kleinen, oft aufgeklebten Punkte dicht über der Nasenwurzel sind übrigens reines Make- Up. Anders ist es mit der Tika, dem dritten Auge. Dieser zinnoberfarbene Punkt befindet sich in der Mitte der Stirn
. Die Farbe findet man überall. Bei Tempeln und Schreinen etc. Meinem Schwiegervater hat ein "Heiliger" einen Punkt auf die Stirn gemacht und dann eine Ewigkeit verfolgt, da er dafür eine "Spende" haben wollte.

Interessant ist ein Blick in einen Hauseingang. Eigentlich sind das gar keine Eingänge, sondern Durchgänge zum Innenhof. Dort befinden sich die eigentlichen Hauseingänge und dort finden sich auch Tempel, Schreine und Stupas. Diese Innenhöfe sind eine geschlossene Gemeinschaft und hier spielt sich das eigentliche Leben ab. Diese Innenhöfe sind einfach faszinierend, auch wenn sie gleichzeitig Hunderte von Tauben beherbergen. Diese Tiere sind ebenfalls heilig und werden von den Anwohnern deshalb gefüttert.

Und weiter geht es auf dem diagonalen Bazar., bis wir den alten Palast und den Durbar Square erreichen. Dies ist gleichzeitig der interessanteste Teil Kathmandus. Der Platz war jahrhundertelang Zentrum der Macht und der Kultur. Hier findet man die größte Anzahl an Tempeln und die am schönsten geschnitzten Fenster. Dies alles wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Schon der erste Blick ist atemberaubend. Aber vor dem Besuch steht der Eintritt, den aber unsere Führerin bezahlt. Wenn ich es richtig gesehen habe, macht es 200 Rupias (2,50 Euro) pro Person. Dieses Geld wird aber komplett zur Erhaltung der Kulturschätze verwand.
Für diesen Platz sollte man immens viel Zeit einplanen und auch dann hat man nicht alles gesehen.

Wohltuend ist, daß der Platz autofrei ist. Man braucht nicht ständig auf das Gehupe zu achten. Jeder wichtige Hindugott hat hier seinen Tempel. Rund um den Platz findet man über 50 Tempel und Pagoden. Aber nicht nur die Bauwerke sind sehenswert, auch das Leben da herum bietet einiges.

Der Durbar Square, oder auch Palast- Platz teilt sich in zwei Gebiete. Dem Hanuman Dhoka im Nordwesten und den Basantapur im Süden
Bei letzterem beginnen wir unseren Rundgang. Als erstes fällt einem der Basantapur- Turm mit seinen 9 Etagen ins Auge. Die Fenster und Dachstreben zählen zu den wundervollsten Schnitzereien in ganz Nepal.
Das nachfolgende Gebäude paßt aber so gar nicht zum übrigen Platz, es ist ein Gebäude im Kolonialstil und dient für Staatsempfänge.

Im Anschluß kommt eines der wichtigsten Gebäude dieses Platzes, das Kumari Chok, dem Tempel der Kumari.. Die Kumari ist eine jungfräuliche, lebende Göttin, die hier wohnt.
Die Kumari gilt als Reinkarnation Parvatis, der Frau Shivas. Sie wird als Kleinkind aus der Kaste der Goldschmiede ausgewählt und ihre Mission ist beendet, wenn sie das erste Mal blutet, also spätestens mit der Menstruation. Sie erteilt jährlich als Zeichen des Respekts dem König die Tika und bestätigt so seine Herrschaft. Nur bei diesem, dem Intra Jatra, Fest darf sie ihren Palast verlassen.

Nach dem ersten Blutverlust und dem endgültigen Abschied aus dem Palast führen die Kumaris meist ein einsames Leben, denn eine Heirat mit ihr soll Unglück bringen.

Wenn man weiter über den Platz schlendert, dann stößt man auf einen großen Hallenbau, der angeblich aus dem 11. Jahrhundert stammt und den Fürsten als Versammlungshalle diente. Heute dient er als Gästehaus, hier können die Händler und Träger der umliegenden Märkte übernachten und gleichzeitig ihrer Religion nachgehen. Am besten umrundet man dieses Haus im Uhrzeigersinn. Auf der Rückseite befindet sich ein kleiner Gemüsemarkt. Es ist interessant, die Leute bei ihren alltäglichen Geschäften zu beobachten.

Kurz bevor man das Gästehaus umrundet hat, stößt manauf einen kleinen unscheinbaren Tempel. Dieser Tempel ist Ganesh, dem Sohn Shivas und Parvatis, geweiht, dem beliebtesten Gott des Kathmandu- Tales. Jeder möchte dem Gott seine Ehrerbietung erweisen, indem er links am Tempel vorbeigeht, und alle Leute selbst Fahrräder und Motorräder quetschen sich durch die enge Gasse an der Rückseite des Tempels. Gleichzeitig verstummt die Glocke, mit der man seine Ankunft verrät, fast nie.

Interessant ist auch eine Brunnenanlage. Sie liefert das Wasser aus den umliegenden Bergen und bilden meist die einzige Wasserversorgung. Die Leute treffen sich hier, um sich und ihre Kleidung zu waschen und das Wasser mit nach Hause zu nehmen, da die meisten Altbauten über keinen Wasseranschluß verfügen. Körperliche Abfälle gehören eh nicht ins Haus. Deswegen spuken die Leute aus dem Fenster, arbeiten die Friseure im Freien und geht man aufs Feld oder an den Fluß, wenn man zur Toilette muß.

Sehenswert ist der Shiva- Parvati- Tempel, besser gesagt ein Fenster davon. Hier sitzen der höchste aller Götter und seine Frau gemütlich auf der Fensterbank und betrachten wohlgefällig auf das Treiben und die Gläubigen. Daneben befinden sich eine riesige Glocke, die nur zu einem bestimmten Fest geläutet wird und zwei überdimensionale Trommeln aus dem Jahr 1800.

Nun kommen wir auf den Hanuman- Dhoka- Platz. Mittlerweile sind wir von den vielen Eindrücken, die uns geradezu überfluten, total überwältigt und es fällt schwer, noch weiteres in sich aufzunehmen. Eine Pause zur Verarbeitung wäre gut, doch die haben wir nicht - weiter geht es. Nur gut, daß wir unsere digitale Kamera mithaben. Am Ende dieser Reise werden wir ca. 260 Fotos "geschossen" haben. Meine Frau ist immer noch am ausdrucken :-)))

Als erstes fällt ein großes Holzgitter auf. Dahinter verbirgt sich eine riesige Maske des sheto Bairav. Das Gitter dient zum Schutz der Maske und wird nur zu bestimmten Festen geöffnet.

Daneben befindet sich ein Eingang zum alten Palast, welchen man, wenn man Glück hat, auch besichtigen kann. Leider sind die Öffnungszeiten sehr unzuverlässig, so das wir unverrichteter Dinge weitergehen.

Einen Blick sollte man auf die Statue der Kaalo Bairav werfen. Sie stammt aus dem 7. Oder 8. Jahrhundert und stellt Shiva in seiner zerstörerischen Form dar. Der Stein ist grellbunt bemalt und zeigt die Gottheit mit einer Halskette aus Menschenschädeln, wie er Dämonen zertrampelt. Hier werden Staatsdiener vereidigt, da man glaubt, wer hier lügt, verblute - ich bin dafür, das man bei uns sowas auch einführt. :-)

Der höchste Tempel ist mit 40 m der Taleju- Tempel. Einmal im Jahr ist er für die Hindus zugänglich, ansonsten nur für die Königsfamilie .

Auf einen Tempel möchte ich noch hinweisen, dann soll der Altstadtbummel beendet sein. Dies ist der Jagannath Tempel. Die Dachstreben des Tempels sind mit eindeutigen und detailgetreuen sexuellen Verzierungen versehen.

Nachdem unser Rundgang beendet war, trafen wir wieder unseren Bus. Bis jetzt war es eine sehr interesante Tour gewesen, begünstigt auch dadurch, das unsere Gruppe nur aus unserer Familie bestand plus unserem jeweiligen Führer. Dies blieb übrigens auf der gesamten Tour so.

Nach dieser ausgiebigen Tour ging es mit dem Bus weiter zm Stupa von Swayambunath, ebenfalls von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Hier befand sich der heilige Lotus nach der Trockenlegung des Tales. Die Geschichte habe ich ja schon im ersten Teil erwähnt. Um das Heiligtum zu schützen, wurde die Stelle später mit einer Stupa überbaut. Die Stupa ist eine Art Schrein, unter befindet sich ein halbrunder Körper, darauf steht dann eine Art Turm.

Vom Parkplatz aus sieht man einen Brunne, der die Legende erzählt. Dann folgt man dem alten Pilgerweg und erreicht die Stupa. Als erstes entdeckt man aber die Rhesus- Affen, die hier frei herumlaufen. Ein wenig Vorsicht sollte man walten lassen, schon oft haben diese Tiere Sachen stibitzt.
Den Stupa sollte man wieder in Uhrzeigersinn umrunden. Dabei kann man seinen Aufbau betrachten. Die Basis in Form einer Halbkugel wird abgeschlossen von einem vergoldeten Würfeln mit den alles sehenden Augen Buddhas. Darüber befinden sich 4 Toranas und 13 vergoldete Ringe, die die 13 verschiedenen Himmel repräsentieren. Ganz oben befindet sich ein goldener Schirm. Um die Stupa herum findet man überall Schreine.
Neben der Stupa findet man tibetische Klöster, die man betreten und in denen man auch fotografieren kann. Hier konnten wir auch ein Singsang- Gebet verfolgen.

Damit war aber unser Tag noch immer nicht vorbei. Es sollte ein Ausflug ins Touristenviertel Thamel erfolgen. Hier findet man Hotels, teilweise hervorragende Restaurants, kleine Geschäfte , Reisebüros, Trekkingagenturen und Internet- Cafes. Diese waren spottbillig - 1 Stunde für 3 Rupias. (1 Euro = 84 Rupias)
Wir waren aber etwas geschlaucht, so das wir uns in ein Restaurant zurückzogen und einen hervorragendes Nepalesisches Essen zu uns nahmen, auch wenn es schon kurz vor 17.00 Uhr war. Das Restaurant befand sich im Kathmandu Guest House uns ist sehr zu empfehlen.
Wir wollten ja typisch nepalesisch essen und bestanden deswegen auch auf einen Tisch, wo wir im Schneidersitz saßen - aber nur solange, bis einer unter die Tischdecke schaute. Dort befand sich nämlich ein Graben, wo wir unsere Beine hintun konnten. Auf den Bildern sieht aber alles sehr echt aus (lol)

Dann war es genug für diesen Tag. Wir fuhren zurück zum Hotel, relaxten ein wenig und liessen es uns wieder am Bufett und in der Bar gut ergehen.

13. März 2003
''''''''''''''''''''

Und wieder hieß es früh aufstehen, noch früher als gestern.

Unser Ziel hieß heute morgen der Stupa von Boudanath, den wir vom Hotel aus schon sehen konnten. Um 05.30 Uhr ging unser Bus, so daß wir pünktlich um 06.00 Uhr das Morgengebet der Buddhisten beobachten konnten. Zuerst hieß es aber wieder Eintritt zahlen, 50 Rupias waren es diesmal. Aber auch diesmal war der Eintritt im Reisepreis enthalten. Das Morgengebet besteht im großen und ganzen darin, den Stupa mindestens 7 mal zu umrunden (natürlich wieder im Uhrzeigersinn), was eine reife Leistung ist, denn ich würde eine Runde auf 300 m schätzen. Der Stupa ist nicht nur der höchste in Land, sondern vor allem für die Tibeter das heiligste Bauwerk ihrer Religion im Nepal. Das liegt wohl auch daran, da Boudanath der Sitz des Chini Lama ist, nach dem Dalai und Panchen Lama der wichtigste Repräsentant des tibetischen Buddhismus.

Aufgebaut ist die Stupa wie die in Swayambunath. Von der Spitze der Stupa ziehen sich ebenfalls in alle Richtungen lange Ketten mit Gebetsfahnen hin, die an den Terrassen der Stupa befestigt werden. Aber hier sind an der Halbkugel überall Gebetsmühlen angebracht und über eine Treppe im Norden lassen sich die Terrassen unter der Halbkugel betreten.

Das Bauwerk läßt sich übrigens auch als Abbild der Elemente erklären. Der terrassenförmige Unterbau stellt die Erde dar, die Halbkugel das Wasser , der gestufte Turm das Feuer, der Schirm die Kluft und die Spitze das reine Bewußtsein. Diesmal war wieder unser englischsprachiger Guide mit von der Partie, so das ich das Vergnügen hatte, es den anderen zu übersetzen - was nicht das einfachste Unterfangen war.

Nach einer tibetanischen Erzählung beruht der Bau der Stupa auf einer königlichen Mätrese, die ihren Herrscher um so viel Land bat, wie sie mit einer Kuhhaut abstecken könne. Der König stimmte zu und die Mätrese schnitt die Haut in dünne Streifen (kommt mir irgendwie bekannt vor, diese Erzählung).

Rund um die Stupa sind kreisförmig Klöster und Häuser errichtet, in denen sich wiederum viele kleine Läden befinden. Man bekommt jede Art von Souvenirs, kleine Gebetsmühlen, Ketten, Anhänger und vieles mehr. Wie überall gilt auch hier: HANDELN.

Dann schließlich heißt es von Boudanath Abschied nehmen, da wir zum Flughafen wollen. Schließlich möchten wir ja unbedingt noch unseren Mt. Everest Flug nachholen. Und diesmal klappt es auch. Der Flug ist absolut fantastisch und die 125 US$ waren jeden Cent wert.

Zufrieden begeben wir uns zu unserem Hotel, um zu frühstücken und gegen 10.00 Uhr im Hotel auszuchecken, um nach Bhaktapur aufzubrechen. Leider erfahren wir zu spät, das wir einen Teil unseres Gepäckes im Hotel hätten lassen können - schließlich kehren wir noch mal zurück. So brechen wir mit dem gesamten Gepäck auf - was sich im Nachhinein nicht als ungünstig erweist. Vorbei an Pashupatinath (hierüber wird noch berichtet werden) nähern wir uns unserem nächsten Ziel.

Mehr davon aber im nächsten Teil.
Danke für Euer Interesse und Eure Bewertungen.

Viele Grüße
Raimo
...
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