Fritillaria meleagris im Botanischen Garten Hof/S.
Schachblumen-Samen
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 Saatgut
Platz 106 in der Kategorie "Pflanzensamen / Samen". Fritellaria Meleagris. ...mehr
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Schachblumen-Samen Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

PaterBrown

Guck mal... ein Kiebitzei !!!

ein Testbericht von 2007-02-05 20:49:59 vom 05.02.2007
Empfehlung: ja
Vorteile: Auffällige Blume an geeignetem Standort; vermehrt sich dort auch selbst...
Nachteile/Kritik: Anfällig für Schnecken und "Lilienhähnchen"
Vorwort

Der bislang viel zu milde Winter bringt es mit sich, dass zahlreiche Frühlingsblüher bereits "in den Startlöchern" stehen... in meinem eigenen Garten schaut an einem geschützten Platz sogar schon das eigentlich eher als "mittelfrüh" einzustufende, sogenannte "Kiebitzei" mit ersten Blättern aus dem Boden. So möchte ich dieser schönen Pflanze einen Bericht widmen...

Die Pflanze...

...heißt botanisch Fritillaria meleagris; der oft verwendete Populärname "Kiebitzei" stammt wohl daher, dass das eigenartige und sonst im Pflanzenreich nicht mehr anzutreffende Viereckmuster der purpurn blühenden Urform dem Ei eines solchen Vogels ähnlich sieht - bestätigen kann ich das allerdings nicht, da ich noch nie ein "echtes" Ei eines Kiebitz zu Gesicht bekommen habe. Eine andere geläufige Bezeichnung - die sich auch auf dieses Muster bezieht - ist "Schachbrettblume". Wie aus der Gattungsbezeichnung zu entnehmen ist, handelt es sich um eine Verwandte der sogenannten "Kaiserkrone". Ursprünglich kommt die Schachbrettblume hier in Deutschland wild vor, steht aber inzwischen unter strengstem Schutz, da ihre natürlichen Lebensräume in weiten Teilen des Landes bereits von der "Zivilisation" zerstört wurden. Recht selten erscheint sie auch in der weißblühenden Varietät "Alba". Sie ist eine Pflanze, die Zwiebelchen mit einer Größe von 2-3 cm ausbildet und nach der Samenreife im Sommer vollständig "einzieht".

Habitus und Größe

An vollbesonnen Plätzen, womöglich noch mit sehr magerem Boden, bringt es F. meleagris oft kaum auf mehr als 15 cm Wuchshöhe; dennoch entwickelt sie auch hier ihre prächtigen "nickenden" Blütenglocken mit bis zu 7 oder 8 cm Höhe. Die Blätter sprießen - für Laien von der Form her etwa kleineren grünen "Stricknadeln" vergleichbar *g* - kerzengerade und wenig spektakulär in die Höhe. An beschatteten Standorten werden die Pflanzen oft doppelt so hoch, weil sie einfach bestmöglich dem Licht entgegenstreben.

Boden- und Standortansprüche

Hier komme ich noch einmal auf den erwähnten Kiebitz zurück: diese Vögel sind Bodenbrüter und bevorzugen in der Regel von Disteln und anderem Staudengestrüpp überwucherte Feuchtwiesen - genau diese sind das eigentliche Biotop von Schachbrettblumen. So kommt es auch, dass sie heutzutage nur noch selten in "freier Wildbahn" anzutreffen sind (ebenso wie übrigens auch der Kiebitz), denn Feuchtwiesen wurden im Laufe der Jahre wegen einer immer raumgreifenderen, immer brutaler auf "Bodenoptimierung" im Sinne gewinnbringend zu vermarktender Kulturpflanzen ausgerichteten Landwirtschaft zu weiten Teilen rigoros trockengelegt und "von Unkräutern bereinigt". Obwohl sie inzwischen fast überall in gut sortierten Gartencentern, oft sogar Baumärkten, im Überfluss aus Kulturbeständen gekauft werden kann, ist diese Pflanze im Garten manchmal etwas "heikel" und verschwindet oft sehr schnell wieder, wenn ihr die gebotenen Lebensgrundlagen nicht zusagen. Obgleich die F. meleagris gern an besonnten Stellen steht, darf der Boden doch nie zu stark austrocknen, wenn Austriebs- und Blühphase einsetzen - so musste ich (© PaterBrown) zu meinem Leidwesen erfahren, dass mühsam aus Samen selbst kultivierte Nachwuchspflanzen auf einer im Sommer stark drainierten früheren Grasfutter-Bauernwiese meiner Schwester nicht dauerhaft etabliert werden konnten... hier bei mir stehen die Schachbrettblumen an eigentlich nicht so optimalen (weil teils heftig beschatteten) Plätzen, kommen aber trotzdem konsequent wieder und vermehren sich auch, weil der Boden stets eine gewisse Grundfeuchtigkeit zu bieten hat, dabei aber NICHT mit irgendwelchen Düngern versorgt wird - denn das "Urbiotop" der F. meleagris zeichnet sich auch durch nährstoffarme Beschaffenheit aus. Wer sie im Garten haben möchte, sollte die (meist mit 50 Zwiebelchen verkauften) Packungen daher an verschiedenen Stellen ausbringen und genau beobachten, wo ein Erfolg zu erwarten ist; ein wenig Geduld braucht dieses "Sensibelchen" für die Erstansiedlung also auf jeden Fall.

Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit

Wie alle Zwiebelpflanzen kann es natürlich in staunassen Böden auch bei der Schachbrettblume zum Wegfaulen der Zwiebeln kommen - während der Ruhezeit darf das unterirdische "Lebenszentrum" der Pflanze also nicht "ersäuft" werden. Recht ärgerlich ist es, dass sich insbesondere an frisch gesetzten oder jung aus Zwiebelbrut bzw. Samen nachwachsenden Jungpflanzen oft Schnecken gütlich tun - die sogar nicht davor zurückschrecken, die sich öffnende Blüte oder heranreifende Samenkapseln anzufressen. Hier muss man schon aufmerksam "gegensteuern". Ein absolut unerwünschter Gast ist an diesem Gewächs auch das sogenannte "Rote Lilienhähnchen" - dieser ca. 1,5 cm große, feuerrote Käfer (und noch schlimmer: seine fette Larvenbrut) können enorme Schäden durch furiosen Blattfraß anrichten !
Man kann den Käfer aber durch konsequentes Absammeln und gnadenloses Zerquetschen unter Steinen aber durchaus ohne Chemie wirksam im Zaum halten.

Vermehrung

Die F. meleagris vermehrt sich durch Zwiebelbrut ständig selbst weiter, wo ihr die Lebensbedingungen zusagen, aber es geht langsam voran. Wer nach der Blüte immer aufmerksam nachguckt, wie weit der Samenansatz fortgeschritten ist, kann nach dem Abreifen auch die beigebraun gewordenen, aufspringenden 4klappigen Samenkapseln abtrennen und die papierdünnen Samen (über den Winter dem Frost aussetzen !) an einer vor Schnecken geschützten Stelle (ich mache das immer im Gewächshaus im Hochregal) in einer Tonschale und einfacher Gartenerde zur Keimung ansetzen.

Stecken bzw. Pflanzung

Eigentlich müssen die Zwiebeln im Herbst in die Erde. Ich habe den Bericht dennoch JETZT plaziert, weil vielleicht mancher Leser Bekannte hat, der diese Pflanze bereits im Garten sein eigen nennt... dann kann man im kommenden Sommer die Samenentwicklung abwarten und mit eigenen Zuchtversuchen beginnen... !

Preise

Ich selbst (© PaterBrown) habe meine ersten Schachbrettblumen gegen Ende der Herbstsaison bei MARKTKAUF als reduzierten Restbestand zu 99 Pfennige (inzwischen muss man wohl mit 99 cent rechnen) für die 50er Tüte gekauft. Leider war nicht eine einzige weiße darunter; das ist einfach Glückssache. Zu lange darf man mit dem Kauf aber nicht warten, wenn die Zwiebelchen angeboten werden. Trocknen sie in ihren Tüten im Laden zu stark aus oder zeigen außen eine starke graublaue Schimmelbildung, kann man sie getrost vergessen.

Empfehlung ja oder nein ?

Doch, auf jeden Fall. Ich denke schon, dass es die Schachbrettblume auf jeden Fall wert ist, hierzulande als "einheimische Blume" weiterzuleben - auch wenn die natürlichen Lebensräume schwinden und es schon ein wenig "pervers" aufstößt, dass kultivierte Zwiebeln nicht selten aus Holland eingeführt werden. Zumindest die Nachfolgegenerationen werden ja dann wieder "echte Einheimische"... ;-) Allerdings muss man für die Kultur dieser Pflanze im eigenen Garten schon ein wenig Liebe zur Sache, Geduld und Zeit zum Experimentieren und Beobachten mitbringen - denn die F. meleagris kann (wie aber auch alle anderen Fritillarien) schon ziemlich "zickig" sein, was die Eingewöhnung angeht. Hinzu kommt, dass die bereits erwähnten und häufig sehr lästig werdenden Fressfeinde - Schnecken und Lilienhähnchen - ggf. konsequent überwacht und vernichtet werden müssen; da kann der Zeitaufwand auch schon recht hoch werden. Aber mir selbst würde doch inzwischen jedes Jahr etwas fehlen, wenn nicht an ihren gewohnten Plätzen meine Schachbrettblumen immer wieder erscheinen würden... sie sind einfach so schön und außergewöhnlich, dass sich meiner Meinung nach alle Mühe lohnt...

PaterBrown für YOPI, 5.Feb.2007
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Kommentare
Annna13
Annna13, 18.02.2007
sh
atrachte
atrachte, 06.02.2007
sehr hilfreich
Bienla
Bienla, 05.12.2007
Gruß Bienla
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Produktbeschreibung Schachblumen-Samen

Technische Daten und Produkteigenschaften
Fritellaria Meleagris.
Allgemeine Informationen Schachblumen-Samen
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