Kindererziehung
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Platz 18 in der Kategorie "Thema Kinder: Diverse Diskussionen". Themenbereich: Erziehung / ...mehr
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Kindererziehung gebraucht & neu

Kindererziehung Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,20 / 5,00 (4.1 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (6/6).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • ####
  • nichts
  • Kinder sind unsere Zukunft!
Nachteile/Kritik
  • ####
  • nichts
  • Der Alterungsprozess wird beschleunigt!
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gipsy2304

Buchtip zum Thema Kindererziehung

ein Testbericht von 2003-08-18 22:21:37 vom 18.08.2003
Empfehlung: ja
Ich möchte hier ein Buch empfehlen zum Thema Kindererziehung.
Und zwar ist das das Buch "Jedes Kind kann Regeln lernen" von Dipl.-Psych. Annette Kast-Zahn,.

Sobald man Mutter oder Vater wird, ist auch von Anfang an Erziehung ein Thema. So wie es bei uns der Fall war, tauchen oft die Fragen auf, was man falsch oder richtig macht. Wieso will mein Kind ständig beschäftigt werden? Wie reagiere ich, wenn mein Kind einen heftigen Trotzanfall hat, es seine Eltern plötzlich haut, mir keine Verschnaufpause mir gönnt,…..

Mal Hand aufs Herz, wer hat nicht schon mal die Nerven verloren, sein Kind angeschrieen, oder verzweifelt die Tür zugeknallt, obwohl man sich von Anfang an vornimmt, so was nie zu tun und seinem Kind gegenüber immer ruhig und sachlich zu bleiben?
Wenn das jemand schafft, kann ich nur sagen „Hut ab“, aber leider gehöre ich auch nicht zu dieser Minderheit. Um nicht alles falsch zu machen habe ich zum Thema „Erziehung“ mehrere Bücher gelesen, einige waren wertlos, andere mehr informativ, nur habe ich sehr wenig spezielle Tipps zu den einzelnen Problemen und Themen gefunden.

Nun etwas mehr zum Buch „Jedes Kind kann Regeln lernen“:
Ich habe es mir von einer Freundin geliehen, kostet im Handel etwa 16 €. Es ist bereits die 14. erweiterte Auflage 2003 erschienen und zwar im Oberstebrink Verlag GmbH.
Zitat von der Buchvorderseite: „Vom Baby bis zum Schulkind, wie Eltern Grenzen setzen und Verhaltensregeln vermitteln können.
Das Buch des positiven Lenkens – Über 400.000 verkaufte Exemplare“.
Es umfasst 170 Seiten und ist meiner Meinung nach, wirklich hilfreich und sehr informativ, enthält wertvolle Ratschläge und Tipps zu verschiedensten Situationen vom Baby bis zum Schulkind, zeigt, wie man ein Kind von Anfang an liebe- und respektvoll, aber nicht antiautoritär leiten kann.
Hier die groben Themenüberblicke des Buches:
- Erziehung ist Beispiel und Liebe – und sonst nichts…?
- Welche Regeln soll mein Kind lernen?
- Und jeden Tag Theater … Der Kampf um Aufmerksamkeit
- Was machen wir bloß falsch? Die beliebtesten Eltern-Fehler
- Wie Kinder Regeln lernen können
- Was wir noch tun können: kreative Problemlösungen

Wie gesagt, ich habe aus dem Buch einiges lernen können und bin nicht mehr ganz unvorbereitet bei diversen Trotz- und Wutanfällen meines Sohnes. 

Liebe Grüße

gipsy
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Chris270475

Das mit der Wahrheitsagen ist so eine Sache

ein Testbericht von 2005-08-08 22:20:53 vom 08.08.2005
Empfehlung: ja
Bei uns ist das mit der Erziehung so eine Sache. Ich habe in einigen Punkten eine andere Ansicht wie mein Mann. Z.B. in folgendem Bereich:

Wenn Du mir die Wahrheit sagst, kriegst Du auch keinen Ärger

Ich weiss wie es bei mir und meinen Eltern war, hast du die Wahrheit gesagt, wars nichts, hast du aber gelogen vor Angst Ärger zu bekommen, war das schon zweimal nichts.
Deshalb versuche ich Fabian (6 Jahre ) so zu erziehen, dass er mir sagt, wenn er Mist gebaut hat. Egal was es auch ist, ich möchte dass er mir sagt wenn er was angestellt hat, oder auch wenn er Probleme hat. Ich möchte vermeiden dass er vor mir Angst hat, weil ich vielleicht schimpfen könnte, oder ihn dann nicht mehr lieb habe, oder ihn sogar bestrafe. Natürlich frage ich manchmal noch ein zweites Mal nach, ob das was er mir da gerde erzählt auch wirklich die Wahrheit ist. Dann kann man genau an seiner Mimik sehen, wie er kurz überlegt, und spätestends dann rückt er mit der Wahrheit raus. Ich sage ihm auch von vornherein, dass er keine Angst haben muss dass ich schimpfe, oder böse mit ihm werde. Im normalfall gibt es dann eine Verwarnung, und ein ausführliches Gespräch, in dem ich versuche zu verstehen, warum er dies oder jenes getan hat. Doch ich muss ganz ehrlich sgen, einfach ist es nicht immer sich nicht aufzuregen, aber ich denk dann immer, schluck es runter, denn wenn er mal grösser ist, und richtige Probleme hat, möchte ich dass er zu mir kommt wenn was ist. Mein Mann hat deshalb vor kurzem einen Streit mit mir angefangen, weil er meint, dass Fabian mich nicht für voll nimmt, und dass er ab und zu eins auf den Hintern braucht( obwohl er als Kind nie eins auf den Hintern bekommen hat) Er hat Bedenken dass er mir in einigen Jahren auf der nase rumtanzt, und sowieso macht was er will. Trotzdem, ich seh das anders. Ausserdem ist er eigentlich im Grossen und Ganzen ein sehr lieber, aber etwas frecher Junge. Bisher hat sich noch niemand über ihn beschwert. Ich habe mit ihm keine Probleme. Der einzige der mit ihm Probleme hat ist mein Mann, aber daran ist er selbst schuld

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-08-08 22:20:53 mit dem Titel Wenn Du nicht lieb bist, kommt der Grickgrick

Ich möchte euch heute hier über ein Kapitel berichten, das meinem Sohn sehr zu schaffen gemacht hat.
Fabian war nicht ganz 2 Jahre alt, als ich wieder angefangen habe auf 630 DM Basis zu arbeiten. Da es finanziell unbedingt notwendig war, musste ich ihn fünf Tage die Woche für mehrere Stunden bei den Schwiegereltern unterbringen. Das hat ja auch lange Zeit ziemlich gut geklappt, klar habe ich an ihm einige komische Sachen was das Verhalten angeht bemerkt, aber es war ja von vornherein klar, dass die Oma das mit der Erziehung anders handhabt wie ich. Also was solls, wir brauchten das Geld wirklich dringend, also hat man halt die Macken, die die Oma ihm anerzogen hat versucht zu akzeptieren. Nach circa 18 Monaten sass Fabian auf einmal heulend in seinem Bett. Als ich ihn dann gefragt habe, was denn los ist, hat er mir keine Antwort gegeben. Nach kurzer Zeit hatte er sich dann wieder beruhigt, und ist wieder eingeschlafen, Doch mit der Zeit ist das immer öfter passiert, ich habe bei der Oma nachgefragt, ob denn irgendetwas vorgefallen ist, aber sie konnte mir dazu auch nichts sagen. Wenn man bei Fabian nachgefragt hat, bekam man auch keine hilfreiche Antwort. Das Spielchen ging so circa 2 Wochen. Dann als ich Fabian morgens geweckt habe, weil es Zeit für den Kindi war, habe ich gemerkt, dass er ins Bett genässt hatte. Als ich ihn dann darauf angesprochen habe, fing er fürchterlich an zu weinen. Ich habe ihm erklärt, dass das eben schon mal passieren kann, und dass deshalb die Welt nicht untergeht. Das ist dann auch öfters passiert, und ich konnte mir darauf absolut keinen Reim machen. Deshalb hatte ich mir schon überlegt, ob ich micht nicht doch mal bei unserem Kinderarzt beraten lasse. Vielleicht kann der mir ja einen Rat geben. Doch noch in der gleichen Nacht bin ich hinter des Rätsels Lösung gestiegen. Fabian ist wieder weinend aufgewacht, als ich ihn dann wieder einmal gefragt habe, was denn los ist, hat er gesagt, er muss mal auf Klo. "Ja dann geh doch" habe ich zu ihm gesagt. "Aber ich habe Angst im Dunkeln"sagte er dann. "Aber im Flur ist doch Licht an" "Trotzdem" meinte er nur kurz. Also bin ich dann mitgegangen. Da ging er dann auf Klo, aber nur unter Tränen. Das darf doch wohl nicht wahr sein habe ich mir gedacht, und habe ihn mit ins Wohnzimmer genommen, und habe noch einmal nchgefragt. Da kam es dann heraus.
"Na Mama, Du weisst doch, wenn es dunkel ist, kommt der Grickgrick, und holt die bösen Kinder" Da habe ich dann wohl erst ziemlich dunn geguckt, und habe versucht ihm zu erklären, dass es den Griclgrick nicht gibt. "Aber die Oma hat gesagt, den gibt es" Egal was ich auch gesagt habe, er hat mir nicht geglaubt. Am nächsten Tag bin ich dann zur Oma und habe die ganz schön in die Senkel gestellt. Ich habe verlangt, dass sie ihm erklärt, dss es den Grickgrick nicht gibt. Ich habe ihr auch gedroht, wenn ich noch einml merken sollte, dass sie Fabian so etwas erzählt, kommt er nicht mehr zu ihr, wenn ich arbeiten bin. (Bis jetzt hat sie es nie wieder gesagt)
Fabian ist noch lange Zeit nicht mehr in der Nacht alleine aufs Klo gegangen.(Obwohl wir im Flur immer Licht brennen hatten, so dass nie eine ganz dunkle Stelle auf dem Weg zum Klo war) Nach circa 1 Jahr, hat er sich wieder getraut alleine zu gehen, und das war wirklich ein harter Kampf.

Der Grund warum ich diesen Bericht schreibe ist der, dass ich hoffe, dass ihr seht was man so einer kleinen Kinderseele anrichten kann. Da habe ich erst mal gesehen, wie hilflos er war. Die Angst war so gross vor dem Grickgrick, dass er mir nichts davon erzählen wollte. Heute ist er 6 und erinnert sich immernoch daran, wieviel Angst er hatte. Deshalb meine Bitte an alle Leser dieses Berichts, tut eueren Kindern so etwas nicht an. Erzählz ihnen keine Schauermärchen von dem Schwarzen Mann, oder von dem Nachtgrabb, oder wie man sie sonst noch bezeichnet. Und droht ihnen bitte auch nicht als Erziehungsmassnahme dmit!!!
Danke eure Chris
...
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Kommentare
bienemaja1972
bienemaja1972, 09.08.2005
kenne ich aus meiner eigenen Kindheit und wuumlrde dies nie meinen Kindern antun wollen, diese kleinen Kinder muumlssen doch in unserer heutigen Gesellschaft geschuumltzt werden. Aber manche Menschen koumlnnen eben nicht anders. lg Katja, ein sehr
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schneeweisschen

Hab´se lieb, Mama!

ein Testbericht von 2004-02-02 18:05:32 vom 02.02.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: ####...
Nachteile/Kritik: ####
Vorgeplänkel
_______________


Tatort: Rathaus Berlin-Pankow, Wartesaal des Bürgerbüros
Tatzeit: Spätnachmittag eines regnerischen Dienstags

Mit einem Es-warten-nur-noch-15-Leute-vor-Ihnen-Zettelchen (Nr. 177) in der Hand schaue ich meinem Sohnemann bei der Eroberung der Spielecke zu. Diese wurde vermutlich extra eingerichtet, um potentielle Quengelkinder von ihrem Vorhaben abzubringen, alle Kinderhasser der Gegend zu mobilisieren. Janek ist inzwischen halb drei, also 2 ½ Jahre alt. Ab und an wirft er einen Sicherheit suchenden Blick in meine Richtung und vertieft sich dann sofort wieder in seine Puzzle-Arbeit. Von leisen Gesprächen der Mitwartenden und dem Rascheln beim Umblättern des „Bezirksblatt Pankow“ abgesehen ist es ruhig.

Dann passiert es: ein Paar mit einem Sohn in Janeks Alter betritt den Saal. Sofort beginnt der Kleine zu quengeln und zerrt seine Mutter in die Spielecke. Diese kann ihrem männlichen Begleiter – vermutlich dem Vater des Kindes, denn er wird später auch nachweislich „Papa“ genannt – gerade so noch ihren Schal vor die Füße werfen und lässt sich ergeben fortführen.
Es folgen etwa 15 Minuten, die ich so schnell nicht vergessen werde. Lukas, so heißt der Junge, wie inzwischen der gesamte Wartesaal dankbar zur Kenntnis nehmen durfte, schnappt sich den Holzhammer, der gelangweilt an einer Holzkiste hängt, und beginnt, mit einem uncharmanten Grinsen auf den Lippen, abwechselnd das Spielzeug und die Finger meines Sohnes zu bearbeiten. Seine Mama schaut sich, ob des Lärmes verlegen um Verständnis lächelnd, im Saal um. Janek bringt seine Finger in Sicherheit und spielt woanders weiter. Lukas ist sehr gesprächig, was bei Kindern in diesem Alter normal ist. Nicht normal ist allerdings, dass er nicht einfach spricht, sondern jedes Wort brüllt. Die Mutter wirft dem Papa einen stolzen Blick zu, weil Lukas so schön: „Ich will aber…“ schreien kann. Ich kann ihr nicht übel nehmen, dass sie ein wenig geschafft aussieht. Bei SO einem Kind weiß man abends sicher, wovon man so müde ist.

Und mir wird wieder einmal bewusst, was für ein Glück ich mit Janek habe. Er nervt selten, hört meistens aufs Wort, bearbeitet mit seinem Plastikhammer höchstens die Türen in unserer Wohnung und ist manchmal so ein Engelchen, dass ich auch von anderen Leuten darauf angesprochen werde.

Also muss ich ja irgendetwas richtig gemacht haben. Nur was? Mit dem deutlichen Hinweis darauf, dass ich mit Sicherheit nicht die perfekte Mama bin und auch nicht weiß, ob ich mit einem anderen Kind nicht vielleicht ähnliche Probleme hätte wie Lukas´ Mama, möchte ich euch ein paar Tipps mit auf den Weg geben.

Erziehung ist kein Kinderspiel. Bereits von dem Moment an, wenn man das winzige Herzchen des noch ungeborenen Menschleins zum ersten Mal auf dem Ultraschallmonitor schlagen sieht, macht man sich Gedanken darüber, was aus ihm einmal werden soll. Und vor allen Dingen darüber, welchen Einfluss man selbst eigentlich darauf hat.

Es gibt ja (nicht selten selbsternannte) Wissenschaftler, die darauf beharren, dass alles nur eine Frage der Gene ist, und man tun und lassen kann, was man möchte: wenn aus dem Kind ein Monster werden soll, dann wird das auch geschehen. Natürlich könne man nicht hundertprozentig ausschließen, dass auch die Umwelt eine winzige Rolle spielt…

Ich persönlich halte weder etwas von ausschließlich autoritärer Erziehung noch von den Laissez-Faire-Erziehungsmethoden der legendären 70er Jahre. Der goldene Mittelweg ist für mich die ideale Lösung. Und der sieht bei mir so aus….


My little friend
_____________________________

Ein sehr wichtiger Grundsatz für mich ist, dass ich in Janek einen Freund sehe. Mit ihm kann ich viel unternehmen, was uns beiden Spaß macht, ich lerne viel von ihm und er von mir. Er ist nicht mein Eigentum, er darf und soll seine eigenen Meinungen und Vorlieben haben. Ich muss seine Macken akzeptieren und er meine.


Früh übt sich…
___________________

Eigentlich kann man mit der Erziehung nicht früh genug beginnen. Das Einführen von Ritualen von Geburt an (oder sogar schon während der Schwangerschaft, indem man zum Beispiel jeden Tag zur gleichen Zeit eine Spieluhr auf den Bauch legt) ist ein guter Weg. Säuglinge kann man noch nicht wirklich erziehen, aber einen Grundstein legen und ihnen Sicherheit geben. Sie nicht immer gleich aus dem Bettchen nehmen, wenn sie schreien, sondern beruhigend mit ihnen reden und zeigen, dass alles in Ordnung ist. Eine gewisse Regelmäßigkeit ist besonders für kleine Kinder sehr wichtig. So lernen sie außerdem Regeln zu akzeptieren. Und wenn ein Kind von Anfang an in seinem eigenen Bett schläft und es somit auch nicht anders kennt, wird man später mit dem Ein- und Durchschlafen kaum Probleme haben.


Selten ist etwas so schlimm, wie es scheint
____________________________________

B ei vielen Eltern habe ich den Eindruck, dass sie ihr Kind oft als Last empfinden und es ihm unbewusst auch zeigen. Wenn mich selbst dieses Gefühl überkommt (was glücklicherweise selten der Fall ist), versuche ich tief durchzuatmen und frage mich, warum die aktuelle Situation mich so belastet. Ist es denn wirklich so schlimm, dass Janek ausgerechnet dann, wenn ich keine Hand frei habe, getragen werden will? In solch einem Fall reicht es meistens, wenn ich ihm meine mit Einkäufen beladenen Arme zeige und ihn frage: „Siehst du, dass ich dich jetzt nicht hochnehmen kann?“ Kinder sind oft soviel verständnisvoller, als man es glauben mag. Sie sind nicht da, um uns Erwachsene zu tyrannisieren, sondern sie sehen halt viele Dinge anders. Manchmal ist es wichtig, ihnen etwas aus der Sicht eines Erwachsenen zu erklären, manchmal sollte man sich aber auch die Mühe machen und wie ein Kind denken. Das Kind im gerade erwähnten Beispiel anzuschnauzen: „Du siehst doch, dass ich keine Hand frei habe!“ endet meist darin, dass es weint und zum Trösten dann doch auf den Arm genommen werden will. Gerade bei kleinen Kindern hilft oft auch Ablenkung: „…schau mal, bis zu der Bushaltestelle müssen wir noch. Schau doch mal, ob du schon den Bus siehst.“ Bei Janek funktioniert auch schon die Aufgabe, Automarken zu erkennen.
Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären:


Unterschätze nie dein Kind!
___________________________

Solcherlei Ablenkungsmanöver funktionieren nicht immer, mit zunehmendem Alter immer seltener. Manchmal denke ich, Kinder haben das sprichwörtliche Elefantengedächtnis.
Sie merken sich die unglaublichsten Sachen, und nicht selten wird man nach langer Zeit mit Dingen konfrontiert, die man selbst schon längst vergessen hatte. Ein Versprechen, das man gegeben hat, Details eines Geschäftes in dem man eingekauft hat, ein Streit mit einer nahe stehenden Person…
Dementsprechend seid euch immer bewusst, dass alles was Ihr in Gegenwart eures Kindes tut oder sagt, gespeichert und in völlig anderen Situation oder Zusammenhängen wieder abgerufen werden kann. Das ist nicht immer angenehm, macht das Leben mit einem Kind aber auch umso interessanter.
Unterschätzt auch nie das Können eures Kindes. Fördert seine Fähigkeiten auf spielerische Art und Weise, unterstützt es, spornt es an! Und vermeidet den Satz: „Das kannst du noch nicht.“ Bei halsbrecherischen Manövern auf dem Spielplatz am besten einfach mal die Augen schließen, es sei denn eurer 10 Monate alter Sprössling krabbelt auf das zwei Meter hohe Klettergerüst. Fragt euch einfach, was im schlimmsten Fall passieren kann. In den meisten Fällen nicht viel. Blaue Flecken, Stürze oder ein Streit mit dem besten Freund gehören ebenso zu einem Kinderleben wie das Erfolgsgefühl, wenn es das Kind zum ersten Mal schafft, den Einkaufswagen ohne Hilfe sicher an den Weinregalen vorbei zu manövrieren.
Sehr interessant kann es auch sein, das eigene Kind mit einer anderen (natürlich bekannten und vertrauenswürdigen) Person allein zu lassen oder sich zumindest für eine Weile aus dem Geschehen heraus zu halten. Es ist immer wieder überraschend, welche bis dahin verborgenen Talente dabei zum Vorschein kommen können. Davon einmal abgesehen ist es gut zu wissen, dass das eigene Kind im Notfall auch mit anderen Menschen zurechtkommt.
Apropos andere Menschen: Eltern sind oft unsicher, ob sie ihrem Kind ausdrücklich Bescheid sagen sollen, wenn sie aus dem Haus gehen und das Kind z.B. mit Papa/Oma/Nachbarin allein bleibt. Meine Erfahrung: ein eindeutiges Ja. Und wenn die Kinder auch noch so klein sind: sich verabschieden und erklären, wohin man geht und dass man bald wieder kommt, ist auf jeden Fall besser, als sich heimlich davon zu schleichen. So merkt der Nachwuchs, dass auch er wichtig ist und man ihn nicht einfach vergessen hat. Tränenreiche Abschiede sollten somit eher zur Vergangenheit gehören.

A & O = K & K
_________________

Bei Janeks Erziehung gibt es zwei wichtige Dinge für mich: die zwei großen K: Konsequenz und Kompromisse.

Kinder brauchen Regeln, etwas worauf sie sich verlassen können.
Ein Beispiel: Janek steht mit mir an der Supermarktkasse und bettelt um Gummibärchen. Es kommt so gut wie nie vor, dass ich seinem Wunsch nachkomme und eine Tüte Gummibärchen in den Einkaufswagen lege. Stattdessen gibt es zwei Möglichkeiten für mich: entweder wir haben noch welche zu Hause und ich verspreche ihm, dass er dort ein paar Bärchen bekommt. Die Hoffnung, dass er es bis zu unserer Ankunft daheim vergessen hat, ist selten von Erfolg gekrönt. Soviel also noch einmal zum Thema Elefantengedächtnis.
Also bekommt er, was ich ihm versprochen habe.
Möglichkeit Nummer zwei: ich sage ihm, dass wir keine Gummibärchen kaufen werden. Basta, keine Diskussion, keine Versprechungen. Die typische Szene, bei denen sich das Kind nach so einer Aussage vor Wut brüllend auf den Boden wirft, kennt sicher jeder von Euch. Der Fehler: oft geben die Eltern aus Angst vor den Blicken oder verächtlichen Bemerkungen der kinderlosen Umgebung doch nach und spendieren dem Kind das gewünschte. Beim nächsten Einkauf reicht es dann schon, wenn das Nein der Eltern mit einem „doch“ beantwortet wird. Aus Angst vor einer erneuten Szene geben die Eltern klein bei.

Nur soviel: Janek hat das noch nie gemacht. Weil ich meistens konsequent bleibe. Bei Quengelei bleibe ich grundsätzlich konsequent. Wenn er mir allerdings mit seinem süßesten Lächeln ein Stückchen Schokolade aus dem Kreuz leiert, finde ich das nicht wirklich schlimm. Mir ist es lieber, er kommt mit Charme durchs Leben als mit der Pumpgun.


Selber machen
_____________________

Nicht selten ist es die eigene Bequemlichkeit, die einem auf Dauer das Leben mit einem Kind erschwert. Natürlich geht es zunächst schneller und einfacher, wenn man den Saft für das Kind selbst in den Becher gießt oder die Einkäufe komplett in einer Tüte vom Auto zur Wohnung trägt. Kinder, insbesondere im Kleinkind-und Vorschulalter, lieben jedoch in der Regel kaum etwas mehr, als so wie die Erwachsenen zu sein und alles selbst zu machen. Auch, wenn der halbe Apfelsaft auf dem Tisch landet oder jede Orange einzeln getragen wird… früher oder später werdet ihr euch zu Eurer Geduld gratulieren. Zum Beispiel dann, wenn ihr keine Zeit habt und eurer Kind sich selbst die Jacke anziehen oder sein Zimmer aufräumen kann. Oder wenn ihr ein Stoßgebot zum Himmel schickt, weil Sohnemann alleine in seinen Autositz klettern kann, während ihr schon einmal die vereisten Scheiben frei kratzt.
Es gibt selbstverständlich auch Dinge, die kann und soll ein kleines Kind nicht ganz allein machen. Zähneputzen zum Beispiel: Janek möchte gerne selbst die Zähne putzen, aber natürlich kann er das noch richtig. Also haben wir einen Kompromiss geschlossen: erst putze ich ihm die Zähne. Er sitzt dabei still und hält den Mund brav offen. Danach darf er die Zähne noch einmal selbst putzen.

Vorbild sein
_____________

Vorbild sein kann mitunter ganz schön nerven. Wenn man z.B. an einer roten Fußgängerampel warten muss, obwohl weit und breit kein Auto zu sehen ist. Oder wenn man sich den Finger in der Schublade einklemmt und sich das Fluchen verkneifen muss (was aber nicht immer funktioniert und in Ausnahmefällen auch erlaubt ist).

Mein Sohn kann ruhig wissen, dass auch ich Fehler mache und mich nicht immer hundertprozentig an die Vorschriften halte. Besonders, weil er so herrlich lachen kann, wenn mir ein Missgeschick passiert ist, über das ich mich selbst sehr ärgere. Doch da Lachen ja bekanntlich ansteckend ist… Wenn ich mir dagegen ernsthaft wehgetan habe, lacht er nicht, sondern tröstet mich. Man darf sich nicht wundern, wenn das eigene Kind Dinge tut, die es nicht soll, wenn man es ihm anders vorlebt.

Höflichkeit und Anstand sind ebenfalls ein Thema für sich. Ich amüsiere mich immer wieder über Eltern, die ihre Kinder auffällig unauffällig anstupsen, wenn sie sich bei anderen Leuten für etwas bedanken sollen. Ich habe die Weisheit bestimmt nicht mit Löffeln gefressen, und der folgende Tipp stammt auch nicht von mir. Aber er funktioniert: dem Kind vorleben, wann man „bitte“ und „danke“ sagt. Nichts funktioniert besser. Wenn also die nette Verkäuferin dem Kleinen noch einen Bonbon in die Hand drückt und es sich nicht von allein bedankt: Selbst „danke“ sagen. Das wirkt ansteckend, und bald sagt es der Nachwuchs von ganz allein. Wenn man sein Kind in Gegenwart Fremder zu etwas zwingen will, geht das eh in die Hose. Natürlich sagt Janek nicht immer „danke“, wenn es angemessen wäre. Aber er verwendet dieses Wort immerhin oft genug, um damit regelmäßig anerkennend-erstauntes Augenbrauenhochziehen beim Gegenüber zu bewirken.

Höflichkeit um jeden Preis?
_________________________

„Nun gib der Tante doch mal die Hand“. Diesen Satz wird man aus meinem Munde wohl eher selten zu hören bekommen. Erstens finde ich die Bezeichnung „Tante“ und „Onkel“ für Menschen, die nicht tatsächlich diesem Verwandtschaftsgrad entsprechen, blöd. Und zweitens habe ich gelernt, dass es keinen Sinn macht ein Kind zu etwas zwingen zu wollen.
Gerade die natürliche Scheu vor fremden Menschen will ich meinem Sohn nicht unbedingt ausreden. Janek merkt ganz schnell von allein, ob ich selbst einem Menschen vertraue und taut dann auch relativ schnell auf.
Außerdem finde ich, dass ein Kind ein Recht darauf haben sollte zu bestimmen, wer mit seinem Spielzeug spielen darf. Natürlich versuche ich auch Janek Kompromisse (da ist es wieder, das eine große K) vorzuschlagen, was auch meistens funktioniert. Wenn es allerdings um sein liebstes Spielzeug - ein Polizei-Bobbycar - geht, schreite ich nicht ein, wenn er es einem anderen Kind nicht vergönnt, damit zu fahren. Ich hasse es selbst, wenn mir jemand vorschreibt, was ich mit wem zu teilen habe. Das möchte ich auch für Janek nicht. Sicher ernte ich für diese Einstellung das eine oder andere Kopfschütteln. Dafür gehöre ich aber nicht zu den Müttern, die sagen: „Ich halte mich da raus“, wenn mein eigener Sohn jemandem eine Sandschaufel auf den Kopf schlägt.


Alleinunterhalter?
________________ ____


Ein weiterer glücklicher Umstand bei Janek: er kann sich lange allein beschäftigen. Das ist in seinem Alter bei weitem nicht normal, kann aber auch damit zusammenhängen, dass ich aufgrund meiner Selbständigkeit auch mal einfach keine Zeit für ihn habe. Solange er weiß, dass ich in Reichweite bin, ist er zufrieden.
Ab und an bedarf es einiger Vorschläge, um Janek davon zu überzeugen, dass er eine Weile allein spielen muss. Aber es funktioniert letzten Endes fast immer. Und wenn nicht: wenn Janek auf meinem Schoß vor dem PC sitzen darf, während ich arbeite, schweigt er meist ganz ehrfurchtsvoll. Auch eine Lösung, wenn auch nicht auf Dauer.


Vergesst Euer eigenes Leben nicht
_______________________________

Bei aller Liebe zu eurem eigenen Fleisch und Blut: gebt euch selbst nicht auf ! Ich kenne leider zu viele Mütter und auch Väter, die ihre eigenen Bedürfnisse zugunsten (?) ihres Kindes immer zurückstellen. Das kann und darf nicht gut gehen. Kinder merken sehr schnell, wenn etwas nicht stimmt oder wenn es den Eltern nicht gut geht. Solange ihr eurem Kind zeigt, dass ihr es liebt und für es da seid, egal was passiert, kann es nicht falsch sein, auch einmal an sich selbst zu denken. Sei es auch nur bei so banalen Dingen wie dem Telefonieren. Ich sehe es zum Beispiel nicht ein, dass ich Telefonate mit Freunden oder Kunden nur dann führen kann, wenn Janek schläft. Da ich von zu Hause aus arbeite, hat Janek von klein auf gelernt, dass ich auch manchmal keine Zeit für ihn habe und er nicht dazwischen reden darf, wenn ich mit einem Kunden telefoniere. Dafür respektiere ich dann auch, wenn er mir sagt: „Mama, sei leise. Ich habe Kunden.“ Es gibt so viele Dinge, die man mit seinem Kind gemeinsam machen kann. Auch mal abends in ein Restaurant gehen. Egal, ob sich andere Gäste gestört fühlen könnten oder tuscheln: „Das Kind gehört doch aber längst ins Bett“.

Lasst euch nicht vorschreiben, was euer Kind tun oder lassen, können oder nicht können darf. Es ist euer Kind, ihr kennt es am besten, ihr entscheidet. Sicher geht ihr auch mit einigen meiner Ansichten nicht konform, aber dann wären ja eh alle Kinder gleich. Oder spielen da doch die Gene eine Rolle?

Fazit: liebt eure Kinder und vergesst euch selbst nicht dabei! Das ist schon die halbe, wenn nicht sogar die volle Miete.


Euer heute mal ganz mütterliches Schneeweisschen


P.S. Die Überschrift stammt aus dem Munde meines Sohnes und ist das wohl Schönste, was ein Kind sagen kann. Muss ich das jetzt wirklich übersetzen?
...
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Kommentare
DianaLindi
DianaLindi, 10.10.2006
Habe selbst 2 Kids eine Grosse 7 und einen Kleinen 2 und kann Dich gut verstehen. Meine Grosse und auch der Kleine haben die gleiche Erziehung genossen, wie Deiner. LG Diana
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xeniaII

Kinderaugen!!!

ein Testbericht von 2003-06-30 22:42:33 vom 30.06.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: nichts...
Nachteile/Kritik: nichts
Habt Ihr es je gewagt, in die Augen von Kindern zu sehen? Habt ihr diese Unschuld gesehen, den Glauben an das Gute? Habt Ihr das Strahlen gesehen, wenn sie alltägliche Dinge sehen wie Pusteblumen? Kinder kennen das Böse nicht, sie sind noch unverdorben – glauben grundsätzlich an das Gute.. glauben daran, dass man sie auffängt, wenn irgendwas schlimmes passiert!


Ich habe mir oft gewünscht, ich hätte diesen kindlichen Glauben einige Jahre länger retten können. Wobei das schon wieder naiv ist, in dieser Welt! Wer in dieser Welt naiv ist .. und denkt wie ein Kind – viel zu vertrauensvoll .. wird wohl untergehen, so schlimm das auch ist!


Wer darf heute schon noch Kind sein. Wenn ich mich an meine Jugend erinnere.. da war es noch normal. Meine Eltern waren zwar auch Dauerpleite.. aber wir waren eine Familie, wir haben zusammengehalten. Grins wobei ich auch 4 Geschwister habe und noch heute meine Eltern dafür bewundere... wie sie das alles geschafft haben!


Aber in der heutigen Zeit ist das anders. Die meisten Familien sind nun mal keine Vorzeigefamilien mehr. Alkohol, Drogen, Arbeitslosigkeit, Streit und Brutalität! So sieht die angeblich so sorgenfreie Kindheit aus. Deutschland produziert zum Großenteil nur noch Kinder aus sogenannten Problemfamilien, was soll daraus werden. Ich habe auch viel mitgemacht.. aber ich bin heute wie ich bin, weil meine Eltern die Grundlage dafür geschaffen haben. Wäre das nicht so... da bin ich ganz ehrlich ... wäre das alles böse danebengegangen.


Meine Eltern waren sehr konservative Menschen. Sie waren streng, durchaus, aber sie haben uns liebevoll die Grundlagen gelehrt, die ein Kind nun mal braucht! Das sehe ich in diesem Land leider nicht mehr so!


Und ehrlich gesagt ich verstehe es nicht wirklich. Die Ausreden: Arbeitslos, Pleite, keine Ziele zählen für mich nicht wirklich. Bin ich selbst alles.. aber das lasse ich doch nicht an meinem Kind aus. Lach wobei das mit den Zielen dann doch nicht stimmt.. die habe ich immer und ich lebe dafür und auch für mein Kind.


So, nun überlegt ihr sicherlich.. was will Xeni uns nun eigentlich sagen? Weiß ich selbst nicht genau... vielleicht sehe ich zu viel Dreck! Mir fehlt jedes Verständnis für Leute, die sich nicht um Ihre Kinder kümmern; die nur an sich denken! Ich mein, ich kenne auch das Gegenteil, keine Frage.. aber das ist leider selten geworden!!!!!


Abschließend möchte ich einfach völlig theatralisch sagen: Schaut in die Augen eines Kindes.. und ihr werdet verstehen ;-)
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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Leseratee

"Ihr seid klasse Eltern"

ein Testbericht von 2003-05-04 19:09:22 vom 04.05.2003
Empfehlung: ja
Ich habe lange überlegt, was könntest du zum Thema Kindererziehung schreiben, was nicht schon jeder weiß. Vor einer halben Stunde war ich auch bereits dabei, meine Meinung auf den Bildschirm zu bannen, aber dann habe ich alles wieder gelöscht, weil es mir einfach nicht gefiel. Viele Worte, die eigentlich unwesentlich waren. Wir haben unsere Söhne, die mittlerweile 19 und 22 Jahre sind, mehr als Freunde erzogen und es gab, außer unser Sexleben, kein Thema, das vor ihnen versteckt wurde. Natürlich birgt diese Art von Erziehung auch große Probleme, denn oftmals knallten die unterschiedlichen Meinung lautstark aufeinander. Bloß damit muß man rechnen, wenn man diesen Weg beschreitet. Wenn wir uns heute zusammen setzen und über vergangene Zeiten reden oder sie von den Eltern ihrer Freunde berichten, fallen sehr oft die Worte - ihr seit klasse Eltern -. Soll ich ehrlich sein, es macht uns ein ganz klein wenig Stolz. Natürlich brachte unsere Art von Erziehung auch große Probleme mit sich, aber wir wären keine Eltern, um das nicht wieder zu vergessen. Was hätten wir davon, wenn wir es unseren Kindern ein Leben lang nachtragen würden. Wir haben uns bei der Erziehung für einen etwas anderen Weg entschlossen und auch die damit verbundenen Schwierigkeiten überlebt.
Was haben wir anders gemacht? Dieses Anders bezieht sich zum größten Teil auf das jugendliche Alter.
Es gab ständig einen Ansprechpartner und das war ich als Mutter. Wir haben nicht rum gejammert als die ersten Discobesuche anstanden,nicht an der Tür Wache gehalten und am nächsten Morgen war ausschlafen angesagt. Sie durften ihre Freunde oder Freundin mit nach Hause bringen, auch zum Übernachten. Ich erinnere mich noch, daß im Zimmer unseres Ältesten mal acht Personen übernachtet haben. Sie müssen wohl übereinander gelegen haben, keine Ahnung. Wir haben geholfen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und wenn es in der Geldbörse mal eng wurde, halfen wir aus. Ich will jetzt nicht alles schön reden, natürlich gab es auch Streitigkeiten; Ärger und Meinungsverschiedenheiten. Aber wir würden es nie anders machen.

Geboren - ein Wunsch
Familie geworden
Gepflegt und gehegt
Auf die Beine gestellt
Erste Schritte geleitet
Getröstet
Zusammen geweint und gelacht
Freude und Kummer gebracht
So manchen Kampf gemeinsam gewonnen
Leid durchlebt
Familie zusammen gehalten
Sich immer wieder gegenseitig Mut gemacht
Sie verflucht
Sie geliebt
Sie beschützt
Erste Schritte alleine ins Leben
Losgelassen ohne Probleme
Ziehen lassen
Sich gegenseitig kritisiert
Begonnen einander zuzuhören
Die Meinung des anderen akzeptieren gelernt
Erster Liebeskummer
Sie belächelt und in den Arm genommen
Kummer der Mutter - Trost in den Armen der Söhne gefunden
Nie alles richtig gemacht - aber aus Fehlern kann man lernen - sie und auch wir.
Sie werden ihren Weg beschreiten, noch oft stolpern, aber immer wieder aufstehen und weiter gehen.
Wir werden sie immer begleiten - nicht mehr an ihrer Seite, aber in Gedanken.

Keine Ahnung, ob es eine Bewertung wert ist, aber ich mußte es mir mal von der Seele schreiben. Eventuell regt es ja einige zum Nachdenken an.

03.05.2003 veröffentlich auch bei ciao unter Meerfrau
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Kommentare
Baby1
Baby1, 16.12.2006
LG Anita
hjid55
hjid55, 11.02.2007
sh lg Sarah
XXLALF
XXLALF, 07.01.2008
Unsre Kinder werden immer unsre Kinder bleiben nur je älter sie werden um so größer werden deren und unsre sorgen wichtig ist vor allem das zuhören und das verständnis für einander und sich die Zeit nehmen so wir die freude aneinander nie aufhören. Lg XXLA
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MONETIX

Machtverhältnisse oder..........

ein Testbericht von 2003-03-19 09:21:46 vom 19.03.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: Kinder sind unsere Zukunft!...
Nachteile/Kritik: Der Alterungsprozess wird beschleunigt!
.......Wer erzieht hier wen !?!
Dieser Bericht ist für Eltern gedacht, die glauben sie würden ihre Kinder erziehen!

Vergesst es am besten direkt, jedenfalls wenn ihr unter Erziehung versteht, dass die Kinder machen, was ihr sagt. Das ist eine der vielen Illusionen, die in den Köpfen von Eltern herumgeistern, so ähnlich wie die Vorstellung, Spinat hätte mehr Vitamine als Wiener Würstchen. Auch wenn es sich unwahrscheinlich anhört: Das Gegenteil ist der Fall.
(Im Falle von Spinat und Würstchen liegt die Sache so: Durchs lange Rumliegen im Gemüsegeschäft ist beim Spinat das Vitamin C schon weitgehend raus, während im Schweinefleisch der Würstchen jede Menge Vitamin B steckt. Das nur am Rande!)

Eltern neigen zu dem Irrglauben, sie könnten durch ständiges Wiederholen der immer gleichen Befehle wie „Räum dein Zimmer auf!“, „Zieh deine Hausschuhe an!“, „Mach das Licht aus!“, „Räum den Tisch ab!“, „Mach deine Hausaufgaben!“ und so weiter und sofort einen Effekt erzielen.
Aber mal ehrlich: Reagieren eure Kinder auf irgendeinen der oben aufgeführten Befehle?
Na, bitte! Meine Tochter auch nicht.

Ich kann es einmal am Tag sagen oder hundertmal, die Wirkung ist gleich null, meine Nerven sind zwar abends nicht zerrüttet, aber ich merke das meine Autorität wohl doch zu wünschen übrig lässt.
Wenn ich es schon nicht schaffe, das meine Tochter die Hausschuhe anzieht und ich sie nicht von meinem Büro fernhalten kann (sie kommt immer, wenn ich gerade telefoniere oder Kunden da sind), wie soll ich es dann schaffen, einen guten Menschen aus ihr zu machen?

Vermutlich sollte ich mich fragen, ob es sich lohnt, soviel Energie in die Durchsetzung des Hausschuh-Anziehens zu investieren, oder ob ich diese Banalitäten nicht besser überspringe und mich gleich der Aufgabe widme, einen guten Menschen aus ihr zu machen. Vielleicht hängt das aber auch miteinander zusammen, vielleicht können Kinder nur gute Menschen werden, wenn sie lernen, dass Vernunft wichtiger ist als Bequemlichkeir, und das Tragen von Hausschuhen ist ja nun eindeutig eine Gebot der Vernunft, da man seltener ausrutscht, sich die Zehen nicht stösst, die Socken schont und Erkältungen vermeidet.
Letzlich sind all diese Überlegungen aber müssig, da die Dinge –wie erwähnt- ohnehin völlig anders liegen.

Nicht wir erziehen unsere Kinder, unser Kinder erziehen uns.
(Schon die Einsicht, das es sinnlos ist, das Tragen von Hausschuhen zu verlangen, ist wahrscheinlich schon einer ihrer Erziehungs-Erfolge.)

Das eigentliche Geheimnis von Erziehung ist: Man muss das perfekte Vorbild sein –aber wer ist schon perfekt?
Die geringste Schwäche wird gnadenlos registriert; ein im Zorn geäusserter Kraftausdruck, eine Nachlässigkeit (selbst die Hausschuhe vergessen!), ein ätzender Kommentar über einen Mitmenschen (in dem Falle ist es mome ntan George W. Bush, der bei mir die Top-Ten der C harakterschweine anführt, dicht gef olgt von Donald Rumsfeld) –schon steht die „Kinder-Polizei“ auf der Matte und zeigt erbarmungslos mit dem Finger auf den Sünder.
„Hast du nicht gesagt, man darf nicht fluchen, schlecht über andere reden und überhaupt, wo sind eigentlich deine Hausschuhe???“

Während wir also versuchen, gute Menschen aus unseren Kindern zu machen, werden wir selbst zu besseren Menschen, wir haben gar keine andere Wahl. Wir verkneifen uns die Schokolade nach dem Essen (aber es gibt ja Möglichkeiten), wir beschränken unseren Fernseh-Konsum, wir rauchen nicht (oder heimlich), trinken wenig oder gar nicht, treiben Sport und arbeiten fleissig –und das alles nur, damit wir glaubwürdige Vorbilder sind.

Manchmal frage ich mich dann schon, wofür es sich eigentlich gelohnt hat, erwachsen zu werden.
Früher, zu meiner Zeit, haben mir meine Eltern alles verboten, was Spass machte, heute besorgt das meine Tochter.
Und dann soll man auch noch lustig sein...

Ich hoffe beim lesen ist keiner in Depressionen verfallen und danke für selbiges, sowie auch für die Bewertung, Günter.
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1-6 von 6  Thema Kinder: Diverse Diskussionen
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Produktbeschreibung Kindererziehung

 
Allgemeine Informationen Kindererziehung
gelistet seit: 01.09.2003
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