Kindergartenkonzepte
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Kindergartenkonzepte Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

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Offene Kindergartenarbeit: Kindergarten "Arche Noah"

ein Testbericht von 2003-03-17 20:11:33 vom 17.03.2003
Empfehlung: ja
Hallo Yopianer,

wie ihr vielleciht shcon bei meinem Bericht über Facharbeiten gelesen habt, habe ich mich ein wenig näher mit einem Kindergartenkonzept beschäftigt. Im Folgengen werde ich ech an Hand meiner Facharbeit das Konzept des "offenen" Kindergartens näher erläutern. Ich hoffe die Zitate werden deutlich, da ich den Text aus einem Word Dokument mit Fußzeilen entnommen habe. Dies wird jeoch in der Einleitung noch näher erläutert. Viel Spass beim Lesen und ich würde mich über Kommentare freuen.

Liebe Grüße... Mary
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Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung

2. Theorie des „offenen“ Kindergartens
2.1 Änderungen und Neuerungen im Vergleich zum traditionellen Kindergarten
2.1.1 Kinder
2.1.2 Erzieherinnen
2.2 Integrative Kindergartenarbeit mit behinderten und nicht behinderten Kindern in einem Kindergarten
2.3 Chaos als mögliche Konsequenz des „offenen“ Kindergartens
3. Kindergarten „Arche Noah“
3.1 Raumaufteilung im Kindergarten „Arche Noah“
3.2 Tagesablauf im Kindergarten „Arche Noah“
3.3 Menschenbild im Kindergarten „Arche Noah“
3.4 Pädagogische Arbeit im Kindergarten „Arche Noah“
3.5 Elternarbeit im Kindergarten „Arche Noah“
4. Persönliches Fazit
Literaturverzeichnis

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1. Einleitung

Mein Praktikum im Kindergarten „Arche Noah“ weckte in mir das Interesse mich mit dem Konzept des „offenen“ Kindergartens auseinander zu setzen. Diese Facharbeit soll das Konzept näher erläutern und die zum traditionellen Kindergarten entsprechenden Unterschiede herausstellen. Im Vordergrund steht die Fragestellung, wie sich der „offene“ Kindergarten von dem traditionellen Kindergarten unterscheidet. Da ich selbst als Kind in einem traditionellen Kindergarten war, stand ich dem „offenen“ Kindergarten zunächst skeptisch gegenüber. Mit dieser Facharbeit erhoffe ich mir mehr über die Thematik „offener“ Kindergarten zu erfahren und meine Zweifel an den Vorteilen von diesem zu beseitigen.
Als Basis werden die Bücher „Das Kind zur Rose machen – Zur Philosophie des offenen Kindergartens“ von Klaus Klattenhoff, Reinhard Pirschel und Axel Jan Wieland herausgegeben und „Offener Kindergarten konkret – Veränderte Pädagogik im Kindergarten und Hort“ herausgegeben von Gerhard Regel und Axel Jan Wieland, zugrundegelegt.
Die Informationsgrundlagen wurden aus den genannten Büchern, sowie Gesprächen mit den Erzieherinnen des Kindergarten „Arche Noah“ und meinen Erfahrungen im Praktikum entnommen und sind darauf zurückzuführen.
Um näher auf die Umsetzung des Konzeptes eingehen zu können, werde ich in einem zweiten Teil die Arbeit im „offenen“ Kindergarten anhand des Beispieles: Kindergarten „Arche Noah“ konkretisieren.


2. Theorie des „offenen“ Kindergartens

Das Konzept des „offenen“ Kindergartens basiert auf einem Projekt von Axel Jan Wieland und Gerhard Regel. Diese suchten 1988 nach einem Kindergartenkonzept, dass die Aufnahme aller Kindern in einen gemeinsamen Kindergarten ermöglicht. Ein Kindergarten für alle Kinder soll den veränderten Lebensbedingungen, denen die Kinder ausgesetzt werden, entgegenwirken und somit alle Kinder von Anfang an als gleichwertig ansehen. Wieland und Regel wollen den Kindergarten so umstrukturieren, dass behinderte Kinder in jeden Kindergarten aufgenommen werden können und der Kindergarten sich sowohl den Bedürfnissen der Kinder, als auch denen der Erzieherinnen optimal anpasst.

2.1 Änderungen und Neuerungen im Vergleich zum traditionellen Kindergarten

Auf Grund der Änderungen und Neuerungen im Vergleich zum traditionellen Kindergarten, ergeben sich viele Konsequenzen sowohl für die Kinder, als auch für die Mitarbeiter.
Der traditionelle Kindergarten besteht aus einem Gruppenraum, in dem alle notwendigen Funktionsbereiche, sehr eingeschränkt, enthalten sind. Im „offenen“ Kindergarten bekommt jeder Raum einen Funktionsbereich. Funktionen können beispielsweise Bewegung, Ruhe und Entspannung, Gestalten mit verschiedenen Materialien oder Rollenspiel sein. Auch der Außenbereich wird als Spielbereich angeboten und spielt somit die gleiche Rolle wie der Innenspielbereich.

2.1.1 Kinder

Für die Kindergartenkinder des „offenen“ Kindergartens ergeben sich einige essentielle Veränderungen. Sie sind beispielsweise in ihren Freiräumen nicht mehr so stark eingeengt, wie sie es in einem traditionellen Kindergarten waren und können sich daher mit ihren Aktivitäten stark ausbreiten, was durch strenge Regeln aus Platzmangel früher nicht möglich war. Die hier entstandenen Konflikte werden somit reduziert.
Dank dem Platzvorteil stören sich die Kinder in ihren unterschiedlichen Aktivitäten auch nicht und können so ohne Probleme spielen. Das im traditionellem Kindergarten entstandene Konfliktpotential ist somit entschärft.
Die Kinder haben im „offenen“ Kindergarten ein breites Materialangebot und können ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das Angebot ist bedürfnisorientiert und die Entscheidung aufzuhören liegt alleine bei den Kindern. Sie müssen nicht, wie im traditionellen Kindergarten, abbrechen um anderen Platz zu machen.

Da die Kinder nicht mehr nur Stammgruppen zugeordnet sind, ist ihr Blickfeld nicht auf ein bis zwei Erzieherinnen begrenzt, sondern es bleibt für sie die Möglichkeit sich der Erzieherin anzuschließen, die Sympathieträgerin ist.
Wegen der Bewegungsbedürfnisse, die im „offenen“ Kindergarten besser befriedigt werden, sind die psychomotorischen Bedürfnisse der Kinder stärker zufrieden gestellt und den Kindern geht es offensichtlich besser.
Für Kinder ist die „offene“ Kindergartenarbeit auf Grund dieser Überlegungen nur erfolgversprechend. Sie bietet ihnen mehr Entfaltungsmöglichkeiten und die Kinder sind somit im Stande „Baumeister ihres Lebens“ zu werden.

2.1.2 Erzieherinnen

Auch für die Erzieherinnen ergeben sich diverse Modifikationen. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit sich einem Projekt zu widmen und dieses zu vertiefen. Dies war im traditionellen Kindergarten nicht möglich, da die Erzieherinnen sich fortlaufend variierenden Inhalten zuwenden mussten.
Mittels der differenten Bereiche kann eine Erzieherin über einen längeren Zeitraum für etwas Bestimmtes verantwortlich sein und somit längere Projekte planen. Die Planungen müssen nicht so oberflächlich bleiben, wie es im traditionellen Kindergarten der Fall war.
Das Verantwortungsbewusstsein wächst im „offenen“ Kindergarten, da die Erzieherinnen nicht ausschließlich für ihre eigene Stammgruppe verantwortlich sind, sondern auch auf die Kinder der anderen Gruppen mit achten müssen.
Die Erzieherinnen können sich nun auch mehr mit Angelegenheiten beschäftigen, die ihren eigenen Interessen entsprechen. So kann eine Erzieherin, die selbst gerne bastelt, sich mit Bastelprojekten beschäftigen und eine andere, die in ihrer Freizeit gerne Sport treibt, vorwiegend mit den Kindern turnen. Dies ist sehr dienlich, da so keine Erzieherin sich mit einer Aufgabe beschäftigen muss, die ihr gar nicht liegt, weil so kann kein gutes Klima bei der Arbeit aufkommen kann.


2. 2 Behinderte und nicht-behinderte Kinder in einem Kindergarten

Das Zusammenkommen aller Kinder in einem Kindergarten ist der erste Schritt zu einer nichtdiskriminierenden Gesellschaft. „Kinder machen keine Unterschiede zwischen behindert und nichtbehindert, sondern Erwachsene machen es.“ Kinder müssen von klein auf lernen mit Behinderungen umzugehen und Wege lernen, wie sie als nicht behinderte auf behinderte Kindern zugehen können, damit nicht wegen Unwissenheit Vorurteile entstehen. Um eine nichtdiskriminierende Gesellschaft, die einen Menschen nicht abwertet, nur weil er durch eine Krankheit beeinträchtig ist, zu erreichen, ist es nötig konkrete Vorstellungen von Begegnungen, Gefühlen und Verhaltensweisen, sowie den Problemen von Kindern mit Behinderungen zu haben und hierdurch den Umgang mit Behinderungen zu lernen.

Die Grundlage für eine nichtdiskriminierende Gesellschaft ist, dass jedes Kind gleichermaßen das Recht hat, den Kindergarten zu besuchen, der seinem sozialen Umfeld entspricht. Ein Kindergarten muss für alle Kinder ohne Ausnahme offen und zugänglich sein. Ein Kind soll also die Chance haben in einen Kindergarten zu gehen, der in seiner Wohnumgebung liegt und nicht auf einen Sonderkindergarten für behinderte Kinder ausweichen zu müssen. Folglich ist die Eingliederung in die Gesellschaft bereits im Kindergarten gewährleistet und Kinder lernen von klein auf den Umgang mit Beeinträchtigten.

„Der offene Kindergarten ist kein Integrationskindergarten, sondern idealtypischerweise ein nichtaussondernder Kindergarten.“ Ein wichtiger Leitsatz hierfür ist: „Jedes Kind ist so willkommen wie es ist.“ Jedes Kind ist individuell, nicht nur im Aussehen und im Charakter, sondern auch in seinen Bedürfnissen. Da den Erzieherinnen und Erziehern dies bekannt ist, können sie auf jedes Kind gleichermaßen eingehen und es „dort abholen, wo es steht“ . Dies besagt, dass die Bedürfnisse jedes Kindes verstanden werden müssen, damit individuell auf sie eingegangen werden kann. Hierdurch gelangt es dazu, dass dem Kind auf seinem Entwicklungsweg die bestmögliche Förderung ermöglicht wird.

Früher gab es für Kinder mit den gleichen Behinderungen und für „normale“ Kinder jeweils getrennte Kindergärten. Hiermit wollte man versuchen optimal auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können, da diese Kinder gleichermaßen gefördert werden mussten. Die zeitorientierte Pädagogik sieht dieses jedoch nicht mehr für sinnvoll an. Zweckmäßiger ist es eine basale Pädagogik zu entwickeln, die allen Kindern gerecht wird. Die basale, allgemeine Pädagogik muss daher breit gefächert sein und in ihrer Grundlage alle Kinder einbeziehen.

2.3 Chaos als mögliche Konsequenz des „offenen“ Kindergartens

Wenn man vom „offenem“ Kindergarten hört, dann ist der Gedanke an Chaos nicht weit. In vielen Köpfen kursiert das Gerücht, dass Kinder im „offenen“ Kindergarten in Orientierungs- und Beziehungslosigkeit leben und somit jüngere, behinderte und neuaufgenommene Kinder im Tumult untergehen.
Chaos entsteht allerdings nur dort, wo es keine Regeln gibt. Dies ist jedoch im „offenen“ Kindergarten nicht der Fall, da der „offene“ Kindergarten Regeln hat. Die Regeln werden zusammen mit den Kindern und Eltern, sowie den Erziehern erarbeitet und in regelmäßigen Abständen überprüft und gegebenenfalls modifiziert. Die Grundsätze des Kindergartens können nicht universell für alle Kindergärten aufgestellt werden, sondern müssen individuell auf jeden Kindergarten und den daraus resultierenden Strukturen verfasst werden. Die entworfenen Regeln veräußern Orientierungspunkte für die Kinder, Eltern und Erwachsenen, die ein Chaos vermeiden. Ein Chaos entsteht also nicht dadurch, dass ein Kindergarten „offen“ ist, sondern dadurch, dass es keine Struktur als Orientierungshilfe gibt.

Laut Ellen Eickelberg-Quednau bietet der „offene“ Kindergarten mehr adäquate Spielpartner, als die herkömmlichen Gruppen und die Kinder werden so eher fündig auf der Suche nach Spielpartnern. „Diese größere Auswahl an Spielpartnern kann intensivere Beziehungen ermöglichen, da die Kinder sich ihren Interessen und nicht ihrer festgelegten Gruppenzuordnung entsprechend zusammenfinden können.“
Auch die Beziehung zu den Erzieherinnen kann hierdurch besser und intensiver werden, weil die Kinder nicht durch Gruppenzuordnung an eine Erzieherin gebunden werden, sondern aus Sympathie und Interessenkonformität Erzieherinnen wählen können.

Allgemein sollte man sich die Frage stellen, ob man überhaut von einer Beziehungslosigkeit im „offenen“ Kindergarten sprechen kann. Der „offene“ Kindergarten wurde entwickelt um es allen Kindern, egal ob „stark“ oder „schwach“, behindert oder nichtbehindert, zu ermöglichen gemeinsam in einem Kindergarten aufzuwachsen. Es sollten keine Kinder übersehen werden und die Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen sollten sich nicht verschlechtern.


3. Kindergarten „Arche Noah“
3.1 Raumaufteilung im Kindergarten „Arche Noah“

Je nach Anzahl der Räume, die der Einrichtung zur Verfügung stehen, werden die bisherigen Gruppenräume in sogenannte Funktions- oder Erfahrungsräume umgewandelt.
Der Kindergarten „Arche Noah“ bietet ein breit gefächertes Angebot an Funktionsräumen.

Im „offenen“ Kindergarten bekommt jeder einzelne Raum seine Aufgabe. Dies hat zur Folge, dass auch die Eingangshalle mitgenutzt wird. Diese bieten den Eltern die Möglichkeit sich über Kindergarteninternes zu informieren und für die Kinder besteht die Gelegenheit hier ihr Frühstück am Morgen einzunehmen.
Die früheren Gruppenräume bieten nun verschiedene Angebote. Eine Holzwerkstatt lässt die Kinder Erfahrungen mit der Materie Holz sammeln. Beim Laubsägen können die Kinder hier Figuren aussägen, oder andere „Kunstwerke“ erstellen. Im Baubereich stehen den Kindern viele verschiedene Baumaterialien zur Verfügung. Lego, eine Kugelbahn und Holzklötze sind nur einige Beispiele. Um den Kindern zu ermöglichen ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, stehen Bastel- und Malmaterialien zur Verfügung. Die Kinder können so uneingeschränkt ihre Kreativität fördern und erleben Erfolgserlebnisse durch ihre Darstellungen. Möchten die Kinder keine der vorangehenden Gelegenheiten nutzen, so können sie in eine andere Rolle schlüpfen. Eine Bühne und eine Kochecke bieten die Chance sich darzustellen und eine andere Rolle zu übernehmen. Falls die Kinder sich jedoch lieber bewegen wollen, weil dies ihnen unter Umständen nur im Kindergarten gestattet wird, können sie an drei Tagen in der Woche die Turnhalle nutzen, oder sich im Außenspielbereich austoben. Möchte ein Kind an einem Morgen lieber ein wenig ausruhen, so kann es sich bei meditativer Musik im sogenannten Mandalaraum, einem Raum für Ruhe und Entspannung, zurückziehen.

In der Gestaltung des Freispieles sind die Kinder nahezu uneingeschränkt. Da der Kindergarten „Arche Noah“ jedoch auch an Regeln gebunden ist, dürfen manche Bereiche nur von einer bestimmten Anzahl von Kindern gleichzeitig genutzt werden. Beispielsweise dürfen das Bällebad jeweils nur vier Kinder gleichzeitig besuchen. Dies ist jedoch kein Problem für die Kinder, da sie diese Regeln genau kennen und auch von selbst drauf achten, dass diese nicht missbraucht werden.

3.2 Tagesablauf im Kindergarten „Arche Noah“

Um 7 Uhr öffnet der Kindergarten morgens. Der Frühdienst bietet die Möglichkeit gerade für berufstätige Eltern, deren Zahl in letzter Zeit enorm steigt, ihre Kinder schon früh morgens in den Kindergarten zu bringen. Der Frühdienst kann auf Antrag beansprucht werden. Um 7.30 Uhr beginnt der Tag für alle Erzieherinnen, die Dienst haben. In einer Mitarbeiterbesprechung werden die Angebote und Besonderheiten des Tages geplant und abgesprochen. Hier können auch kurze Berichte über den vergangenen Nachmittag weitergegeben werden. Dies kann besonders wichtig sein, wenn sich daraus Konsequenzen für den Umgang mit bestimmten Kindern entwickeln, da im „offenen“ Kindergarten alle Erzieherinnen gleichermaßen informiert sein müssen.
Während die Erzieherinnen den Tagesablauf untereinander absprechen werden die Kinder bereits gebracht. Damit sich jedes Kind gleich willkommen und nicht verloren fühlt, wird es durch die Erzieherinnen in seiner Stammgruppe begrüßt.
Bis alle Kinder gebracht sind, ist Freispielzeit; es besteht die Möglichkeit alle Bereiche zu nutzen.
Um 9.15 Uhr treffen sich alle Kinder in ihrer Stammgruppe zum Morgentreff. Die Anwesendheit der Kinder wird hier überprüft und es besteht für die Kinder die Möglichkeit von dem vergangenen Tag zu berichten. Der Tag wird mit einigen Liedern angestimmt und die Angebote des Tages werden vorgestellt. Dies bedeutet, dass den Kindern verschiedene Möglichkeiten zur Beschäftigung für die nächsten ca. 45 min. vorgestellt werden. Beispiele hierfür sind Blumenbasteln, Turnen, Traumreisen oder das vorlesen von Bilderbüchern. Nur eine bestimmte Anzahl von Kindern darf ein Angebot nutzen. Möchten mehr Kinder das Angebot nutzen, wird es so lange wiederholt, bis alle Kinder teilnehmen konnten.
Nach der Angebotszeit können die Kinder sich frei beschäftigen, bis um 11.30 Uhr für alle das Aufräumen beginnt. Alle Kinder müssen mithelfen die Spielsachen wieder wegzuräumen. Im Anschluss wird in jeder Stammgruppe ein Stuhlkreis hergestellt und die Kinder beenden den Vormittag somit in ihrer Stammgruppe. Im Stuhlkreis werden Spiele gespielt und Lieder gesungen, bis die meisten Kinder um 12 Uhr abgeholt werden. Die Kinder, deren Eltern noch arbeiten, oder die aus anderen Gründen noch nicht abgeholt werden können, gehen um 12:30 in die Übermittagsbetreuung. Hier bekommen sie Mittagessen und können mit den anderen sogenannten „Übermittagskindern“ spielen. Ab 13.45 Uhr können täglich, außer mittwochs, auch noch andere Kindergartenkinder zurück in den Kindergarten kommen.

3.3 Menschenbild im Kindergarten „Arche Noah“

Das Menschenbild im Kindergarten „Arche Noah“ basiert auf Maria Montessoris Aussage, dass das Kind als Baumeister des Menschen gesehen werden solle. Die Kinder sollen nicht zu sehr von den Erzieherinnen beeinflusst werden, sondern es sollen ihnen alle Wege offen stehen, sich selbst zu entwickeln. Es sei wichtig den Kindern alle Materialien frei sichtbar zur Verfügung zu stellen, damit sie sich selbst nach ihren Bedürfnissen befriedigen können.
Ein wichtiger Leitsatz für die Arbeit im Kindergarten sei: „Hilf mir, es selbst zu tun“. Dies drücke aus, dass die Kinder selbstständig Erfahrungen machen sollen und die Erzieherinnen nur Hilfestellungen leisten sollen, wenn die Kinder sie darum bitten, da sie an ihre Grenzen gekommen sind.

Die Erzieherinnen stehen also den Kindern ständig zur Verfügung, beeinflussen die Kinder jedoch nicht zu sehr in ihren Entscheidungen, sondern sehen Kind als potentiell autonom und aktiv seine Entwicklung planend an.


3.4 Pädagogische Arbeit im Kindergarten „Arche Noah“

Die sich ständig ändernden Lebensbedingungen beeinflussen die Kinder unserer Gesellschaft, so dass Daher ist der Kindergarten schon lange nicht mehr nur eine familienergänzende Betreuungseinrichtung ist, sondern zunehmend Spiel- und somit Entwicklungsraum bieten muss. Gerade die beengenden Wohnräume, der starke Fernseh- und Videokonsum und die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft fordert, dass die Kinder einen Entwicklungsraum haben, der diesen Bedingungen entgegenwirken kann. Der Kindergarten „Arche Noah“ soll den Kindern zwischen drei und sechs Jahren die Möglichkeit für Lebenserfahrungen äußern.
Das Erleben des Angenommenseins in ihrer Unverwechselbarkeit soll an die Kinder weitergegeben werden. Ein Leitsatz des Kindergartenteams ist: „Schön, dass es dich gibt und dass du bist, wie du bist“. Den Erzieherinnen geht es darum, dass die Kinder eigenständig werden und eine individuelle Persönlichkeit im Sinne einer menschlichen Gesellschaft entwickeln. Die Kinder sollen sich verstanden fühlen und die Erzieherinnen wollen versuchen sie bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Entwicklungsbegleitend bedeutet, dass den Kindern Angebote gemacht werden, damit sie auf der Basis ihrer Stärken arbeiten, lernen und sich entwickeln können. Das Ziel des Kindergartens „Arche Noah“ ist es, den Kindern ein hohes Maß an Autonomie, Reflexion, Kommunikation und emotionaler Reife zu ermöglichen.
Die Kinder sollen nicht vom Erwachsenen entwickelt werden, sondern als „Akteure ihrer Entwicklung“ funktionieren.
Damit die Kinder sich positiv entwickeln können, müssen den Bedürfnissen entsprechend Räume zur Verfügung gestellt werden. Der Kindergarten „Arche Noah“ ist daher in verschiedene Funktionsräume unterteilt, die von den Kindern genutzt werden.

3.5 Elternarbeit im Kindergarten „Arche Noah“

Der Kindergarten „Arche Noah“ ist sehr daran interessiert eng mit den Eltern zusammen zu arbeiten. Einmal in der Woche ist ein sogenannter Frühstückstag für die Kinder, an dem jeweils zwei Mütter oder Väter bei der Zubereitung des Frühstücks für die Kinder beteiligt sind und somit den Erziehern diese Arbeit abnehme.

Des Weiteren führen die Erzieherinnen zahlreiche Gespräche mit den Eltern, in denen sie eventuelle Probleme der Kinder erörtern um gemeinsam eine Lösung finden zu können. Somit könne nicht nur den Erzieherinnen der Umgang mit den Kindern erleichtert werden, sondern auch den Eltern sei eine Hilfestellung bei der Erziehung geboten.

Um die Eltern noch mehr in die Kindergartenarbeit zu involvieren bietet der Kindergarten an, gemeinsam mit den Erzieherinnen den Oldenburger Kongress zum „offenen“ Kindergarten zu besuchen. An Hand von Workshops ist hier die Möglichkeit geboten neue Anregungen für die Arbeit mit Kindern zu bekommen und die Idee des Konzeptes zu vertiefen. Die neugewonnen Erfahrungen werden auch an Elternabendenden erläutert. Hierbei werden Aktivitäten mit den Familien der Kindergartenkinder geplant. Ein Sommerfest, gemeinsame Familiengottesdienste, die Teilnahme am Erntedankfest im Kindergarten, sowie ein Laternenumzug seien nur einige Veranstaltungen, die im Kindergartenjahr durchgeführt werden. Hierbei übernehmen die Eltern durch ihre Mitarbeit eine tragende Rolle.

4. Persönliches Fazit

Der Meinung, dass das Kind als „Baumeister seines Lebens“ fungieren soll, schließe ich mich an. Das Konzept des „offenen“ Kindergartens bietet eine gute Möglichkeit sowohl für die Erzieherinnen, als auch für die Kinder auf die veränderten Lebensumständen zu reagieren. Durch die bedürfnisorientierte Arbeit im „offenen“ Kindergarten kann das Kind sich seinen Vorstellungen entsprechend entwickeln und nimmt aktiv an seinem eigenen Sozialisationsprozess teil. Die Integration von behinderten Kindern in jedem Kindergarten trifft bei mir auf starke Befürwortung. Auch wenn die Eingliederung von behinderten Kindern auf Probleme stoßen kann, sehe ich es als sehr wichtig an, diese nicht auszuschließen.
Die Möglichkeit aus 75 Kindern Spielpartner frei auszuwählen ist sehr wertvoll, da die Kinder sich nur dann frei entwickeln können, wenn sie nicht zu großen Zwängen unterworfen sind.
Mittels der Auseinandersetzung mit dem Konzept habe ich gelernt, dass man ein Konzept nicht verurteilen sollte, ohne es wirklich kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen. Meiner Meinung nach sollten alle Kindergärten das Konzept des "offenen" Kindergartens übernehmen, weil nur so wirkungsvoll auf die Bedürfnisse der Kinder der heutigen Gesellschaft und auch der Erzieherinnen eingegangen werden kann.


Literaturverzeichnis

„Das Kind zur Rose machen – Zur Philosophie des offenen Kindergartens“
Kongressbericht zum 1. Oldenburger Kongress zum offenen Kindergarten
herausgegeben von Klaus Klattenhoff, Reinhard Pirschel und Axel Jan Wieland
InfoPädiO Verlag, 1999

„Offener Kindergarten konkret – Veränderte Pädagogik im Kindergarten und Hort“
herausgegeben von Gerhard Regel und Axel Jan Wieland
Hamburg: E.B.-Verlag Rissen, 1993

„Tageseinrichtungen für Kinder“: Info-Post Nr.2/März 1996
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