Kodak TMax 3200
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Kodak TMax 3200

 Kleinbildfilm
Platz 43 in der Kategorie "Kleinbildfilme".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)

Kodak TMax 3200 gebraucht & neu

Kodak TMax 3200 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Aprikose

Experimentieren erwünscht

ein Testbericht von 2002-11-12 13:45:34 vom 12.11.2002
Empfehlung: ja
Kaum ein Schwarzweißfilm hat gleichermaßen so leidenschaftliche Freunde wie Gegner. Kein Wunder, denn der Kodak TMax 3200 ist extrem. Ungeeignet für Freunde der feinen Nuancen, ideal für jene, die Experimente lieben.
Manche benutzen ihn zähneknirschend, weil sie einen hochempfindlichen Film brauchen, andere benutzen ihn selbst bei Sonnenschein, weil sie auf die Grobkörnigkeit nicht mehr verzichten wollen.


- Wesentliche Merkmale –

Der TMax 3200 ist, wie der Name andeutet, ein Film mit 3200 ASA. (Ganz exakt ausgedrückt, ist es ein Film mit 1000 ASA, der aber durch die empfohlene Entwicklung locker zum 3200er wird. Doch für die Praxis hat dieser Hintergrund eher marginale Bedeutung.) Er kommt also mit 1/32 des Lichtes aus, das ein „normaler“ 100-ASA-Film benötigt. Mit anderen Worten: Wer in fortgeschrittener Dämmerung mit 100 ASA eine 1/2 Sekunde belichten muss, kann mit dem Neopan noch locker mit einer 1/60 aus der Hand „schießen“.
Aber diese extreme Empfindlichkeit hat ihren Preis: Der Film ist erstens sehr grobkörnig, zweitens sind die Körner sehr „scharf“ und praktisch in jedem Bildformat präsent. (Und die Bekämpfung der Grobkörnigkeit war ja schon immer das Hauptthema bei der Entwicklung neuer Filme.)
Aber wer sagt denn, dass das Grobkörnigkeit ein Nachteil sein muss...?


- Behandlung –

Der TMax 3200 ist gutmütig bei der Belichtung. Kleinere Belichtungsungenauigkeiten verkraftet er problemlos. Und das ist auch gut so, denn bei extrem schwachem Licht ist die richtige Wahl der Belichtung nicht immer so einfach. Zu beachten ist ferner, dass die nötige Belichtungsdauer bei abnehmendem Licht nicht linear ansteigt. Also dran denken: Im Sekundenbereich deutliche Zuschläge geben!
Gutmütig zeigt sich der Film auch bei der Entwicklung. Zwar gibt es spezielle Entwickler, die die Körnigkeit dämpfen, doch ich habe auch gut Erfahrungen mit anderen Entwicklern gemacht, zumal es gerade bei diesem Film sehr reizvoll sein kann, die Körnigkeit noch besonders zu betonen. Die Graustufen bleiben tendentiell immer gut erhalten.
Lediglich mit der Entwicklungsdauer und -temperatur sollte man penibel genau arbeiten, damit man nicht ungewollt die Empfindlichkeit manipuliert.


- Pushfähigkeit -

Filme „pushen“ bedeutet, sie länger als normal zu entwickeln, um damit nachträglich eine höhere Empfindlichkeit zu erzielen. Dieses Verfahren, das immer auf Kosten der Bildqualität geht, war populär, als es noch keine hochempfindlichen Filme gab, macht aber auch Sinn, wenn man gerade keinen Film mit passender Empfindlichkeit zur Hand hat. (Umgekehrt lässt sich die Empfindlichkeit eines Filmes durch kürzere Entwicklung herabsetzen.)

Der TMax 3200 ist ein außerordentlich push-freudiger Film. Ich habe ihn schon ohne Probleme auf 10000 ASA gebracht. (Wenn man sich noch einmal bewusst macht, dass man es eigentlich mit einem 1000-ASA-Film zu tun hat, eine beachtliche Leistung!) Die Körnung wird dabei deutlich verschärft, die Kontraste bleiben passabel. Aber auch auf 400 ASA lässt er sich bringen. TMax ist ein echter Experimentalfilm.


- Einsatzbereich –

Der TMax 3200 eignet sich für die Grenzbereiche des vorhandenen Lichtes. Ich habe damit problemlos Bilder in düsteren U-Bahn-Stationen gemacht oder bei schwachem Kunstlicht in Wohnungen.
Doch seinen besonderen Reiz macht für mich die Grobkörnigkeit aus. (Wer die nicht mag, sollte ohnehin einen weiten Bogen um diesen Film machen!) Wer Schwarzweißfotografie als visuelle Abstraktion versteht, wer in einer Fotografie mehr andeuten als zeigen möchte, wer‘s dramatisch mag, der hat mit der scharfen Grobkörnigkeit ein kreatives Hilfsmittel.
Perfekt ist er für Porträt-Fotos. Mit diesem Film kann man das eigene Wohnzimmer im Handumdrehen in ein Fotostudio verwandeln. Ein paar normale, haushaltsübliche Strahler-Leuchten bieten genügend Licht, um Gesichter in Szene zu setzen.
Weiterhin eigenet sich der Film für die Darstellung harter Kontraste. Auf Fotopapier mit Gradation 5 beispielsweise wird mit dem TMax 3200 Schwarzweißfotografie ihrem Namen voll und ganz gerecht: Die Bilder werden nämlich Schwarz und Weiß, alle Graustufen verschwinden – und dennoch wirkt das Bild lebendig, denn die groben Körner rastern das Grau. Die möglichen Effekte sind vielfältig.
Wer jedoch bei strahlendem Sonnenschein ein lichtstarkes Objektiv verwendet und noch dazu eine geringe Schärfentiefe erzeugen möchte, der kann mit diesem Film an seine Grenzen stoßen. Dann kann schonmal ein 1/4000 Sekunde Belichtungszeit zu lang werden...

Die Vergrößerungsfähigkeit ist naturgemäß unbegrenzt. Grobkörnig werden die Bilder ohnehin...


- Haltbarkeit –

Man sollte darauf achten, immer frische Filme zu kaufen. Die Lagerzeit sollte einige Monate nicht überschreiten.


- Fazit –

Dieser Film ist Spitzenreiter bezüglich Lichtempfindlichkeit und bietet kreative Möglichkeiten durch die Grobkörnigkeit. Für Andungen, bei denen Grobkörnigkeit stört, ist er hingegen ungeeignet.
Der Kodak TMax 3200 gehört zu meinen drei S/W-Film-Favoriten. Es ist mein Film für’s Außergewöhnliche.


- Zusammenfassung –

extrem lichtempfindlich
sehr starke Körnung
gutmütig in der Belichtung
erfordert keinen speziellen Entwickler
sehr pushfähig
Ideal für: Dämmerung, Lampenlicht, abstrakte Fotografie
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Produktbeschreibung Kodak TMax 3200

 
Allgemeine Informationen Kodak TMax 3200
gelistet seit: 25.09.2003
Hersteller: Hersteller: KodakKodak, www.kodak.de/
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Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00
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